Heute ist bereits Tag 5 meines etwas geradlinigeren Plans zur Gewichtsreduktion bis zum Urlaub. Und statt groß zu Verzichten stand der letzte Abend im Zeichen des Genusses.

Die letzten Tage sind zum größtenteil sehr gut gelaufen. In wenigen Fällen habe ich den Verzicht auf zum Beispiel Süsses noch wirklich als Entbehrung empfunden. Denn ich will ja trotzdem geniessen und mich nicht kasteien. Trotzdem ist es in den ersten Tagen immer etwas schwierig von bestehenden Gewohnheiten abzurücken. Das hat oft mehr etwas mit Suchtverhalten oder motorischen Tätigkeiten zu tun, als mit dem tatsächlichen Lustgewinn durch zB meine bis dato fast obligatorische Nachmittagsmehlspeise.

Und auf Grund einer Nachfrage in meinem Facebook-Profil: Mit Süssem meine ich jetzt vor allem Mehl- und Süßspeisen, insbesondere alles aus raffiniertem Zucker. Zudem verzichte ich auch auf meine natürliche Süße durch Stevia in meinem Morgenporridge. Daß ich Zucker /Fructose durch süße Früchte wie Bananen oder Weintrauben trotzdem zu mir nehme ist für mich keine Sache mit Augenzwinkern sondern ausdrücklich erwünscht. Gerade am Morgen tut dies Wunder, am Abend würde ich diese Intensität auf keinen Fall mehr zu mir nehmen.

Am Wochenende war es leichter ohne meine Süßspeise auszukommen, da sind die Abläufe nicht so in einem gewohnten Drill wie vielleicht im Büro. Dort bin ich es einfach gewohnt am frühen Nachmittag mit etwas Abstand zum Mittagessen einen Espresso zu trinken und dazu etwas Süsses zu essen. Nachwievor ist es für mich kaum vorstellbar Kaffee alleine oder auch eine Jause ohne Kaffee zu nehmen. Über diese Zeit drüber zu kommen war zum Beispiel gestern nicht ganz leicht. Es hilft mir aber, viel Wasser zu trinken.

Mein lecker, lecker Teller im Yamm!

Am Abend folgte die nächste Versuchung. Mit einem guten Bekannten traf ich mich wieder nach langer Zeit und wir wählten das relativ neue vegetarische Restaurant YAMM in der Wiener Innenstadt. Nach einem sehr vollen Tag, der mit einem Pressefrühstück mit Joschka Fischer begann, zahlreichen Aussenterminen und ein paar Ärgernissen fortgesetzt wurde, wollte ich mir quasi zur Belohnung auch abseits meiner Vorsätze was Gutes tun. (da ist wieder dieses blöde “Belohnungs-Motiv”).

Und was gutes tun hat in diesem Fall ein alkoholfreies Bier bedeutet, daß ich zu dem wirklich guten Essen vom Yamm-Buffet schlürfen wollte. Allein die Tatsache, daß Sie sowas gar nicht in Ihrer Karte führen, festigte und untermauerte meine Vorsätze. Quasi höhere Fügung.

Bei dieser Gelegenheit sei für unsere Wiener Leser das Lokal YAMM wirklich sehr zu empfehlen. Daß Sie, wie vom Personal erwähnt ausschliesslich biologisch zertifizierte Zutaten verwenden und auf Regionalität wert legen, kann ich Ihnen nur zum Teil glauben. Die Speisen sind für Geniesser und Menschen, deren Geschmacksnerven durch Chemie und Fastfood noch nicht  vollkommen abgetötet wurden, eine grosse Freude. Es gilt übrigens das Prinzip der Selbstbedienung: Man holt mit einem Teller vom abwechslungsreichen, bunten vegetarischen Buffet und zahlt einen Preis von € 2,90 per 100 an der Kasse gewogenen Gramm. Bei der Getränkeauswahl könnte man etwas mehr auf biologische, nachhaltige Produktion achten, die Qualität ist jedoch Top, die Preise – insbesondere bei den Weinen – jedoch gehobenes Innenstadtniveau.