Seit einigen Tagen lacht mich das Fast Food Unternehmen mit dem großen gelben M mit einer neuen Kampagne von den Plakaten an. Es gibt an den Theken des Selbstbedienungsrestaurants – liebevoll auch Schachtelwirt genannt – nun offenbar auch eine “Signature Collection”.

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Was ist eigentlich ein Signature-Gericht? Wikipedia sagt mir folgendes: Als Signature Gericht bezeichnet man im engeren Sinne eine Speise, die die unverkennbare Handschrift des verantwortlichen Kochs trägt. Im besten Fall findet sich in dieser Speise die gesamte kulinarische Philosophie und Kreativität sowie die Kunstfertigkeit eines Koches oder Konditors. Beim Schachtelwirt wäre das für mich seit jeher der Big Mäc. Aber anders als der Big Mic, so wie er in der Schachtel über die Bude gereicht wird, schaut das Ding auf den Plakaten ja wirklich nach Essen aus. Ich kann ab und an auch nicht um den Schachtelwirt umhin kommen. Sagen wir mal alle 6 Wochen falle ich mal am Heimweg auf eine Portion Pommes oder einen 1 € Cheeseburger in den Laden. Mittlerweile hat man dort die Selbstbedienung noch um Selbstbestellungsstationen erweitert. Man muss nach dem automatischen Bezahlvogang nur noch auf seine Nummer am Display warten – also quasi bis man wie beim Arzt aufgerufen wird – dann holt man sich sein Schachterl oder Sackerl. Die Schachterln und Sackerln sind in unserem Alltag noch allgegenwärtiger als das als Essen angepriesene Zeugs beim Schachtelwirt. Denn die Verpackung fliegt in ganz Liesing herum. Die Cheeseburgerpapierln an denen noch die letzten wie Kunststoff anmutenden Reste des Käses kleben, trägt der Wind am weitesten. Manchmal liegen aber auch die großen Kartons und Sackerln schon einige hunderte Meter vom Schachtelwirt entfernt am Boden. Das ist aber nicht nur der Wind. Das klassische Schachtelwirtpublikum ist es gewohnt, leere Verpackungen einfach fallen zu lassen. Die ganz sportlichen von ihnen werfen den Mist auch mit Anlauf in die Liesing. In Gruppen versammelt, werden damit auch gerne Enten gefüttert. Schachtelzeugs mit Mehrwert also. In deren Augen.

Das ist aber nur der eine Teil, der mich bei dem Laden ärgert. Die viele Verpackung. Dass der Schachtelwirt in Liesing zum sozialen Zentrum geworden ist, das mag nun komisch wirken, darüber will ich mich nicht ärgern. Viel anderes gibt es für die Jugend in der Umgebung ja leider eh nicht. Und ehrlich gesagt: Als ich so 14 oder 15 Jahre alt war, war der McDonald in der Annagasse/Innenstadt ja auch der Stützpunkt für Unternehmungen rund um die Kärntner Strasse. Etwas später hat diese Funktion dann der Donnerbrunnen übernommen.

Was mich aber an dem neuen Plakat am meisten erfreut: Der Schachtelwirt gibt offen zu, wofür das Wort Qualität in seiner Art von Gastronomiebetrieb steht. Nämlich für Gewicht. Was ein Gastrosoph also unter Quantität verstehen würde, das nennen die Leute unter dem großen gelben M also Qualität. Aha. Irgendwie muss ich jetzt kurz an meinen Großvater denken. Seine Restaurantempfehlungen richteten sich ausschliessliche nach der Größe der dortigen Portionen. Dass dieses Zeug oftmals nicht zu essen war, wurde nicht diskutiert. Hauptsache es war viel. Na gut. So sieht es der Schachtelwirt also auch. Mir ist das aber etwas zu viel. Ich mag eher gut. Und damit werde ich dort sicher nicht fündig.