Das letzte Wochenende hatte ich einen Brotbackautomaten zum Test daheim. Und ich bin davon begeistert. Ob das gut ist, weiss ich noch nicht.
Von meinem Kollegen hab ich gehört, daß beim letzten Sonnentor-Kräuterfest im Waldviertel von einer Ernährungsberaterin mit Kindern Brot gebacken wurde. Der dazugehörige Ofen soll ein stylisches italienisches Teil gewesen sein. Das hat mich neugierig gemacht, das Gerät haben wir dann im letzten Biorama auf Seite 20 bereits präsentiert, nun wollte ich den DeLonghi Pangourmet Ofen auch einmal testen. Zu diesem Zweck bekam ich Ihn für einige Tage zur Verfügung gestellt.
Der erste Eindruck: Das Ding sieht sehr gut aus, ist kaum größer als meine (nur mehr nutzlos im Weg herumstehende) Mikrowelle und spielt neben Brotbacken noch einige andere feine Stücke. Es gibt nämlich auch noch die normale Backfunktion, mit der man von Bratkartoffeln über Aufläufe bis Hähnchen so ziemlich alles fabrizieren kann.
Versuch 1 war sehr leicht: Ich habe eine Bio-Fertigbrotmischung verwendet. Nur noch mit Wasser in die Backform füllen und den Rest macht der Ofen. Für cirka 700 g Brot brauchte er dafür etwas über 2 Stunden. Das Ergebnis war meines Erachtens sensationell. Die Wohnung hat schon nach 90 Minuten wohlig geduftet, aber das fertige Brot war dann der Knüller. Hab es eigentlich nur mit etwas geträufeltem Olivenöl gegessen. Und da habe ich bemerkt wie kontraproduktiv eigenes gutes Brot ist: Man isst viel mehr davon. Gerade wenn es noch warm ist.
Was mich allerdings auch etwas beunruhigt, sind die Stromkosten. Für gerade mal 700 g Brot läuft diese Maschine über 2 Stunden. Auch die Zeit, in der der Teig aufgeht, ist das Ding beleuchtet und gibt ab und an Geräusche von sich. Wie hoch der Unterschied im Energieaufwand zu einem herkömmlichen Backrohr ist, würde ich gerne wissen.
Die positiven Kommentare in Facebook zu meinen ersten Brotbildern haben mich zwar sehr gefreut, allerdings war ich mir auch bewußt, daß dies jetzt nicht grad meine Leistung war, denn im Endeffekt bestand meine Leistung nur im Schalten von On/Off an der Maschine.
Versuch 2 sollte dann schon eine Herausforderung sein: Für meine Mama wollte ich ein glutenfreies Brot backen, das alle Stückchen spielt. Sie jammert oft, das es fast unmöglich sei, ein Brot zu bekommen, das wirklich noch wie Brot schmeckt: ganz ohne Weizen, Roggen, Dinkel etc. Im Biomarkt hab ich mir dann so eine Spezialvollkornmischung aus Reis und Maismehl gekauft, die nur noch mit Trockenhefe und Wasser angerührt werden musste. Das ganze habe ich noch mit vielen kleinen Stücken getrockneter Tomaten, etwas Olivenöl und einiger mediterraner Gewürze verfeinert. Schon beim Teigaufrühren im Brotbackofen (der auch ein eigenes Programm für glutenfreie Brote vorsah) merkte ich den Unterschied zum ersten Versuch: Das Mehl ließ sich nicht so einfach zu einem kompakten Teig kneten und ging bei weitem nicht so gut auf. Das könnte eventuell aber auch durch den Zusatz des Öls sein. Auf alle Fälle musste ich die Maschine zum Beginn der Backzeit nochmal öffnen und den Teig in eine brotähnliche Form bringen.
Nach der angegebenen Backzeit hatte ich das Gefühl, daß das Brot innen noch zu roh war, so hab ich mit dem normalen Backprogramm nochmal 10 Minuten nachgefeuert. Danach hab ich das Brot aufgeschnitten und sowohl meine Mama als auch ich waren begeistert. Schmeckt wie richtig gutes Brot und jedweder konventioneller Brotgeniesser würde wahrscheinlich nicht erkennen, daß es sich um eine glutenfreie Variante handelt. Gerade vom Olivenöl dürfte ich etwas zu viel erwischt haben, den bitteren Nachgeschmack könnte man noch etwas reduzieren.
Alles in allem wird es mir wohl schwer fallen, die Maschine wieder zurückzugeben. Über eine Anschaffung wird jetzt wohl nachgedacht.








