In wenigen Tagen startet in Wien wieder die Aktion RADELT ZUR ARBEIT, und ich bin wieder gerne dabei.

Letztes Jahr bin ich ein paar mal mit dem Fahrrad zur Arbeit. Irgendwie hab ich dann aber die Lust verloren, war auch nicht die passende Kleidung vorhanden und die Strecke irgendwie zusehr mit stinkenden Autos übersät. Für heuer habe ich aber große Vorsätze und der Start ins neue Fahrradjahr war großartig.

In der ersten Woche bin ich 2 mal mit dem Radl ins Büro, mit dem schicken iPhonehalter von BioLogic und der dazugehörigen kostenlosen iPhone-App BikeBrain konnte ich alle relevanten Daten (Geschwindigkeit, Streckenlänge, Route, verbrauchte Kcal) aufzeichnein und nach einigen Fahrten optimieren.

Denn in der zweiten Woche bin ich schon an 3 von 5 Arbeitstagen ins Büro geradelt. Und diese Woche werden es wohl 4 Fahrten werden. Alle Strecken zwischen 11 und 14 km, ich bin also an jedem Tag mindestens 22 km am Drahtesel gesessen und zwar pro Richtung zwischen 32 und 45 Minuten, denn ein paarmal bin ich bewusst Abstecher zum Einkaufen oder auf die Bank gefahren. In der Zeit, in der ich sonst in der S-Bahn andere Menschen beim Gratiszeitungsschauen beobachte oder einfach nur beim Fenster rausgucke mach ich beim Radlfahren jeden Tag über 1 Stunde intensiven Sport, denn anstrengend ist es schon.

Für diesen kleinen Film, den ich gestern für das Magazin Biorama gedreht habe, bin ich übrigens den Großteil der Strecke mit der Filmkamera in der linken Hand gefahren:

In der Firma hab ich mein Radl dann immer indoor abgestellt, aber bei Kundenterminen wie zum Beispiel gestern im Museumsquartier macht sich das Teil angekettet auch ganz schick.

 

Die in Wien aufgewachsene Sarah Wiener zählt mittlerweile zu den bekanntesten Köchinnen im deutschen Sprachraum. Von Null auf Hundert wurde Sie ohne nennenswerte Ausbildung von der kleinen Filmcatererin zur Chefin einer Gastronomie- und Cateringkette und beliebten Fernsehköchin. Wenn Sie ein neues Buch präsentiert, wird das demnach zum Medienereignis.

Und ich durfte auf der Seite der Medien an diesem Termin teilnehmen. Da reist ein Stab aus Verlagsmenschen, Kochmitarbeitern und Visagisten im Tagestakt durch deutschsprachige Großstädte und bewirbt den neuesten großformatigen Ausstoss, ein Buch namens “Herdhelden”. Sarah Wiener an der Spitze dieses Trosses weiss mit Menschen umzugehen, insbesondere mit denen der Presse. Sie schüttelt jedem der anwesenden Gäste, Journalisten und Fotografen persönlich die Hand, spendet ein paar freundliche Worte und präsentiert begleitet von kulinarischen Köstlichkeiten aus den Töpfen eines mitgereisten Mitarbeiters sehr sympathisch Ihr Buch.

Es soll ein sehr persönliches österreichisches Kochbuch sein. Die Rezepte, die Sie hier gesammelt hat, sind nicht Ihre eigenen. Sie stellt traditionelles und neues vor, das Ihr auf den TV-Reisen durch Ihre ehemalige Heimat aufgefallen ist. Gerichte von Köchen und -innen, die Sie eben “Herdhelden” nennt. Das Buch ist auch sehr schön aufgemacht, die Rezepte sind interessant und es regt an, vieles nachzukochen. Noch lieber hätte ich zu jedem Gericht ein Foto des jeweiligen Herdhelden gesehen, um mir den Ursprung besser vorstellen zu können. Stattdessen auf jeder Seite ein neues Bild von Sarah Wiener.

Damit hab ich aber eigentlich auch kein Problem. Denn ich mag die Frau. Ich finde Sie sympathisch und auch hübsch. Und mit diesen Voraussetzungen in ein Interview zu gehen, mag ich gar nicht. Der Verlag hat mir vorab 10 Minuten der kostbaren Zeit von Sarah Wiener zugesichert um ein persönliches Gespräch zu führen. Viele kulinarische Themen stehen wieder in unserem Magazin Biorama an und zu jedem wollte ich ein Statement. Das könnte eng werden, dachte ich.

Aber es kamm alles anders. Wir hatten ein derart nettes Gespräch im Keller des innenstädtischen Wohnstudios von Team7. Während die anderen Journalisten ebenerdig auf Ihren Termin warteten, wurde unser Gespräch immer länger und länger. Aus einer etwas (meinerseitig) nervösen Interviewsituation wurde eine sympathische gegenseitige Konversation von beinahe 40 Minuten: Zu allen relevanten Punkten hatte ich tolle Statements, Sie erläuterte eindrücklich Ihren Zugang zur Nachhaltigkeit in der Küche und strich Ihre Rolle als Biobotschafterin heraus. Schlussendlich konnte ich Sie noch für die Schirmherrschaft einer meiner zukünftigen Projekte interessieren. Und das freute mich besonders.

“Kochen ist der einfachste Weg, Liebe zu geben und zu bekommen” sagte Sarah, und reichte mir selbstgemachte Salzstangerln mit Verhackertem.

 

Gemeinsam mit anderen Foodbloggern, Journalisten, Bio-Experten und Produzenten durfte ich ins Waldviertel zum Ja Natürlich ! BioCamp 2011 reisen.

Ja Natürlich ist die österreichische Bio-Marke des Rewekonzerns und vermarktet über die eigenen Märkte wie z.B. BILLA, Merkur oder ADEG heimische und in wenigen Fällen auch ausländische Bioprodukte. Das BioCamp wurde initiert zum Austausch unter Fachleuten und Erstellen neuer Perspektiven.

Neben interessanten Vorträgen von u.a. Hanni Rützler gab es vor allem auch kulinarische Höhepunkte, die der Meisterkoch Johann Reisinger in einem Workshop mit Kräutern und Pflanzen, die rund um den Biohof gewachsen sind, zauberte. Mit meinem Kollegen Thomas Weber vom Magazin Biorama konnte ich die Gäste auch mit einer Präsentation zu den verschiedenen Typen der Bio-Konsumenten amüsieren.

Eine nette Zusammenfassung mit ein paar meiner grosszügigen Wortspenden gibt es hier zu sehen:

Schon im letzten Jahr erfuhr ich aus dem Blog einer Bekannten von den Selbsterntegärten in Wien. Ein Artikel im Biorama hat mich dann diesen Frühling wieder erinnert. Gerade rechtzeitig um sich noch eine Parzelle am Stadtrand zu reservieren.

Ich wohne am Wiener Stadtrand, schon recht grün, aber leider ohne eigenen Garten. Auf meiner Terrasse und am Küchenboard lass ich Kräuter wachsen, den grünen Daumen kann ich für mich aber nicht in Anspruch nehmen. Nach dem Schritt, mein Gemüse vorzugsweise am BioMarkt oder noch lieber direkt am Biohof Breitenfurt zu kaufen, wollt ich nun aber gerne auch selber was anbauen. Und dabei meinem kleinem Sohn zeigen, daß die Karotten nicht im Supermarkt wachsen.

Mit Unterstützung meiner Schwester, die unweit von mir wohnt, haben wir uns dann für 2011 entschlossen, eine 40 m² grosse Parzelle in unserer Nähe zu mieten. Inmitten eines grossen Ackers wurden hier viel kleine Parzellen geschaffen, die in dieser Grösse um wohlfeile € 100 für eine Gartensaison zu mieten sind. Die ersten 18 Gemüsereihen wurden bereits im März/April von den Betreibern eingesät, die Übergabe an die Pächter erfolgte kollektiv in den ersten Mai-Tagen.

Dreimal die Woche wird von den Betreibern von 8-10 Uhr morgens zentral bewässert, dadurch hab ich mir das ganze Prozedere für uns Hobbygärtner sehr einfach vorgestellt. Denkste !!! Nach der Übergabe war ich erst eine Woche später wieder auf meinem kleinen landwirtschaftlichen Idyll. Mein kleiner Sohn Florian war dabei und gemeinsam konnten wir nicht viel anrichten. Für Ihn ist das Feld erst wieder zur Erntezeit richtig Spass, derweilen geh ich lieber ohne Ihn hin. Nach ein paar Tagen hat meine Schwester schon eine Teilfläche vom Unkraut befreit und ein paar frische Jungpflanzen auf die Freifläche gesetzt. Tomaten, Petersil und …. mal sehen, was aus dieser dritten Planze mal herauswächst ?

Zwei Tage später war ich wieder draussen. 15 min mit dem Fahrrad und ich steh im Unkraut. Wahrlich ! Denn mittlerweile konnte man kaum mehr erkennen, was die eigentliche Gemüsepflanze ist, und was das Bei- bzw Unkraut. Mit dem iPhone googelte ich vor Ort die angeführten Pflanzen um an den Abbildungen zu checken, daß ich ja das richtige jäte und nicht die Jungzucchini bzw Karotten früh entsorge. Und es ist nicht einfach für mich ! So sportlich ich mich manchmal auch fühle. Mit 140 kg kann man nicht lange am Boden herumrobben (meinen zumindest meine Knie). Und die gebückte Stellung funktioniert zwar für Schuhzubinden schon gut, aber lange geht das auch nicht ohne Schwindelgefühl und Rückenschmerzen.

Nach 3 Wochen sehe ich eindeutig, daß ich mir das alles viel einfacher und nicht so zeitaufwendig vorgestellt habe. Seit ein paar Tagen bin ich nun jeden Morgen bereits kurz nach 6.00 Uhr am Feld und arbeite zwischen 60 und 90 Minuten. Mehr geht zeitlich gerade nicht. Dennoch fühlt es sich an wie Sisyphus-Arbeit. Ich verlasse Teile des Feldes schön ausgejätet, ich achte darauf, daß die Gemüsepflanzen (zur Zeit sieht man nur Buschbohnen, Radieschen und Zucchini) schön freistehen. Am Morgen darauf sind sie jedoch wieder von Grün umgeben. Bei den meisten Feldern um uns herum sieht es aber vorbildlich aus. Mittlerweile denke ich, daß wir das Feld die erste Woche nicht alleine dahinwachsen lassen hätten sollen.

Wie wir das weiter schaffen sollen ? Ich weiss es noch nicht. Die nächsten Tage kann ich nicht hinunter weil ich in Norddeutschland sein werde, meine Schwester wird morgen mal raus. Sie ist auch sehr ambitioniert, aber zeitlich genauso eingeschränkt. Wenn ich jemals ein Stück Gemüse von diesem Feld essen werde, wird es ein Freudentag.

 

Für Zeitgenossen mit Sinn für Genuss und gesunde, insbesondere nachhaltige Ernährung ist die Firma Sonnentor natürlich ein Begriff. Seit ich mein Leben bewusster gestalte, zählen Ihre Kräuter, Gewürze und Teesorten aus dem Waldviertel zu meinen Standards. Gestern hatte ich erstmals die Möglichkeit, die Firma näher kennezulernen.

Höchst angenehm, berufliches mit privaten Interessen zu verbinden, so freute ich mich auf den Besuch beim Sonnentor Firmensitz im Waldviertler Sprögnitz, im Rahmen meiner Tätigkeit für das Nachhaltigkeitsmagazin Biorama. Ich weiss nicht, wie der Tag verlaufen wäre, wenn es regnerisch und nebelverhangen gewesen wäre, aber dieser ach so passende Sonnentag tat das seinige zu meiner Freude.

Beginnend vom gemeinsamen Mittagessen in der Betriebskantine, über die Führung durch die duftenden Hallen und insbesondere das kurze Treffen mit Gründer Johannes Gutmann liess mich  gute Energie spüren. Apropos Hallen. Jede der Hallen hat einen witzigen Namen, der Ihr von Mitarbeitern gegeben wurde. Mein Favorit: Die Halle LUJA.

Auch wenn durch den anhaltende Erfolg des Unternehmens die betrieblichen Strukturen laufend vergrössert werden und die Hallen richtig industriell anmuten, so hat man hier noch durchaus das Gefühl, das alles mit Sorgfalt, Liebe und auch Handarbeit gefertigt wird. Vornehmlich in der Region. Eh klar.

Neben ein paar Geschenken der freundlichen Gastgeber startete ich im angeschlossenen SONNENTOR Shop quasi meine Weihnachtseinkäufe: Schutzengelkekse, Lavendelsäckchen, Teegeschenksboxen, Kräuterdosen und vieles mehr. Klar, daß ich die Schutzengel Gewürz-Blüten-Zubereitung heute gleich zum Mittagessen austestete. Zum Biokartoffelpürre gabs Hühnergeschnetzeltes mit Champignon & Zucchini, die allesamt in einer Marinade mit der Schutzengelgewürzmischung (Karottenstücke, Ingwer, Kurkuma, Gelbsenf u.v.m.) eingelegt waren. Sehr lecker !