Freitag vor einer Woche hatte ich abends bedenkliche Schmerzen im linken Knie. Ich hatte eigentlich gedacht, daß ich vielleicht zu viel gegangen bin, dazu noch die Stufen für 3 Stockwerke, als ich meinen Sohn von der Schule abgeholt hab. Also abends einfach geruht, Bein hoch und die Nacht durchgeschlafen. So oft ist am nächsten Tag alles wieder gut, diesmal nicht.

Das Wochenende hab ich dann mit Flori eher ruhig gestaltet. Viele Spiele daheim, bisserl Sofasurfing und ein paar kleine Spaziergänge um draussen von der Sonne noch etwas einzufangen. Die gute Nachricht: Es wurde nicht schlimmer. Aber leider auch nicht besser. In stillen Momenten hab ich dann auch wieder ein wenig Panik bekommen. Ich weiss ja: Irgendwann werde ich neue Knie benötigen. Der viele Sport in der Jugend (Tormann), das viele Joggen auf Asphalt in den Twens und dann 20 Jahre übergewichtig bis extrem übergewichtig durch die Gegend zu laufen geht auf Knie und Gelenke. Dass ich trotz meines hohen Gewichtes viel Sport treibe ist natürlich oft löblich, fordert aber auch seinen Tribut durch verstärkte Abnützung.

Montag hab ich dann die AquaGym einmal ausgelassen, am Mittwoch habe ich es aber wieder gewagt. Im Wasser spürt man dann richtig, wenn etwas nicht passt im Knie. Und es passte was nicht. Man spürt dieses Knacksen, dieses Fehlgeräusch viel stärker. Üblicherweise versuche ich vor den 60 Minuten Aquagym möglichst noch eine halbe Stunde schwimmen im Sportbecken. Diesmal habe ich es auf 15 Minuten reduziert und die Aquagym auch schon nach 35 Minuten abgebrochen. Ich wollte nicht übertreiben und erstmals abchecken wie es überhaupt geht. Manche Bewegungen haben halt nicht funktioniert. Macht ja nix.

Im Spiegel vor der Aquagym

Im Spiegel vor der Aquagym

Heute, 10 Tage nachdem die Schmerzen erstmals aufgetreten sind, war ich wieder in der Aquagym. Heute wieder 20 Minuten schwimmen davor und dann das volle Programm über 60 Minuten. Gerade bei ein paar wenigen Übungen hab ich zurückstecken müssen. Trotz aktueller emotioneller Belastungen und privaten Enttäuschungen hab ich das durchgezogen. Das gibt mir Kraft. Immerhin hat mein Gewicht aktuell einen Tiefstand wie ich ihn zuletzt wohl vor etwa über 2 Jahren hatte. Geht doch!

IMG_2117

Nachher daheim hatte ich noch Hunger, mittags in der Firma hatte ich nur eine asiatische Nudelsuppe und selbstgeschnipselten Salat. Am liebsten hätte ich einfach nur Gemüse gewürfelt und mit bisserl Sojasauce verzehrt. Aber es war schon 20.30 Uhr, da ist rohes Gemüse nicht ganz so super. Also hab ich es 10 min über kochenden Wasser garen lassen und nachher mit ganz wenig gutem Olivenöl und Schafkäse gemischt. Sehr le… äh köstlich.

Morgen früh geht es dann zum Orthopäden, mal sehen was die Untersuchung ergeben wird.

Gestern Montag war schon ein spezieller Tag. Nach langer Pause über die Feiertage hatte ich mittags sowohl eine Sitzung bei der Psychotherapeutin und gleich danach das Gesundheitscoaching bei der Wiener Gebietskrankenkasse. Meinen beiden Gegenüber bin ich gestern mit schlechtem Gewissen gegenüber getreten, denn in der langen Pause hatte ich hohe Ziele gehabt und eigentlich durch all meine Rückschläge weit verfehlt. Aber wichtig ist nun, zu sich selber und auch zu Therapeutin und Coachin ehrlich zu sein. So kam mir gestern nur Positives entgegen: Unterstützung und Motivation. Genau, was ich brauchen kann.

IMG_0644

Womit ich wohl auch in den nächsten Wochen Probleme haben werde, ist dieser Entlastungstag. Also einen Tag in der Woche nur Suppe oder Tee, um der (Fett-)Leber eine Chance zur Regeneration zu geben. Seltsam – gerade wo ich doch auch locker diese Nullet-Tage bei 2in1 geschafft habe.

Nach den beiden Sitzungen hatte ich wieder dieses Verlangen nach Belohnung. Denn irgendwie hatte ich Angst gehabt bzw war auch die Tage davor wieder sehr “brav”. Im Büro zurück hatte ich unbändigen Hunger und irgendwie war mir gestern extrem nach “Cordon Bleu mit Bier” – ersteres groß von zweiterem mehrere! Also habe ich trotz Motivation und Ansporn bei den beiden Sitzungen dieses Gespenst in meinem Kopf. Ein Duell quasi zwischen Wieden Bräu (ein Braugasthof nahe meinem Büro) oder AquaGym. Eigentlich hat nach einer kurzen Patt-Situation schon das Genussprogramm gewonnen, als ich das per WhatsApp einer Bekannten mitteilte. Sie schrieb mir dann folgende Zeilen:

“Morgen ärgerst du dich, oder schon danach…du fühlst dich dann voll matschig, ärgerst dich einen umfaller gehabt zu haben….
Aquagym…du hast wieder ein paar Schritte mehr auf deiner Uhr, triffst Gleichgesinnte die den Weg auch auf sich genommen haben, kannst Dich vielleicht austauschen
Gehst mit dem Gefühl heim, etwas für Dich und Deine Gesundheit getan zu haben
kannst dir eine Bunte Gemüsepfanne machen oder die andere Fragen, was bei Ihnen noch auf den Teller kommt”

Im ersten Moment spürte ich eine innerliche Abwehr, wollte die Kommunikation abbrechen, merkte wieder wie Beratungsresistent ich bin. Irgendwie hab ich dann aber doch den Schweinehund besiegt und bin zur Wassergymnastik.

IMG_0031

Wie immer bin ich schon 20 min vorher zum Schwimmen dort gewesen (siehe Bild linkes Sportbecken), und nach den 60 min AquaGym (im rechten Warmwasserbecken) nachher noch mal links im kühlen Becken 10 min Schwimmen. Daheim nur noch 2 große Tee und ein Teller weisse, abgespülte Bohnen. Gut war es. Die Waage heute morgen hat es Belohnt. Und wieder ein bisserl Stolz auf mich selber und dankbar für die Unterstützung und Motivation, die ich von FreundInnen immer wieder bekomme.