Ich bin schwach. Sehr schwach! Sonst würde ich momentan nicht so sinnloses zeug in mich reinschaufeln manchmal. Es gibt Tage, da passt weder Menge noch Inhalt. Mit Inhalt mein ich Junk. Ich schreibe es jetzt auf – vielleicht hilft das!

Seit fast einem Jahr bin ich jetzt auf einem Gewichtsplateau, mit dem ich nicht zufrieden bin. Natürlich mag man meinen: Ja super – nach soviel Abnahme ist gewichthalten ja auch mal super – anstatt dem JoJo-Effekt zu unterliegen. Aber rein objektiv bin ich noch immer viel zu dick – nämlich ungesund zu dick.

Trotz vieler Vorsätze halte ich mich an die nämlichen nur selten. Ich labere und schreibe von tollen Lebensmitteln und hoher Wertigkeit, und wie ich das alles schätze. Und dann geh ich aus Zeitmangel und anderen Gründen doch schnell zum Hühnerimbiss zu mittag und kauf mir einen reichlich schlechten Döner. Von dem mir dann danach ohnehin nur schlecht wird. Oder ich geh zur Ankerfiliale und hol mir was Süsses. Gefühlte 100.000 mal hab ich die letzten 12 Monate beim rausgehen geschworen, daß ich diese Schwelle nie wieder überschreiten werde. Und am nächsten Tag hol ich wieder was. Grrrrr.

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Momentan schau ich mit Freude das Videotagebuch “Gültige Stimme” von Roland Düringer. Ein spannendes Projekt mit vielen Parallelen zu meinem, wenngleich ich seine Inhalte nicht immer für gut befinden kann. Aber der Mann erregt Aufmerksamkeit für eine gute Sache und das ist auch gut so.

Also was nehme ich mir jetzt kurzfristig vor: Solange ich noch öffentlich fahren muss (also solange das Wetter gegen meine 12 km Fahrradstrecke von daheim in die Arbeit spricht), gehe ich vom Hauptbahnhof ins Büro zu Fuss – anstatt der letzten U-Bahnstation. Am Weg liegt ein Bioladen: Dort kaufe ich jetzt täglich meine Jause und nehme Sie unverpackt ins Büro. (Täglich sagte ich der Verkäuferin beim Anker, sie soll meine gefüllte Semmel nicht zweimal in Papier wickeln und nachher nochmal in ein Papiersackerl stecken für die 25 m von Anker zu Arbeitsplatz – täglich hat sie es ignoriert). Und ich kauf mir gleich Teigwaren, Gemüse und ähnliches, das ich jetzt täglich zu Mittag frisch kochen werde. Vielleicht mag ja noch wer mitessen im Büro. Also kein Hühnerimbiss, FastFoodChinese oder Leberkäsesemmel-Supermarkt mehr für mich.

Micky bleib stark. Wehre dich gegen alle Versuchen. Iss keinen Junk. DAS MUSS ICH MIR WERT SEIN!!

Kurz vor den Osterfeiertagen kann ich der Versuchung der hartgekochten und gefärbten Eiern selten widerstehen. Überall gibt es Sie. In Schachteln, lose – bunt verlockend zum Kauf am Point of Sale. 

Das ist ja auch gar nicht so schlecht – also ernährungstechnisch. Und ich greif halt wirklich fast immer zu. Im Moment wird es also im Schnitt schon ein hartgekochtes Ei am Tag sein. Was mir aber extrem auffällt, sind die Preisunterschiede. Und in vielen Fällen werden die Eier lose ohne jegliche Deklaration angeboten. Der Stempel, der gesetzlich auf jedem einzelnen Ei für die Herkunft und Qualität bürgt, ist natürlich unter der bunten Osterfarbe nicht mehr zu sehen. Die 0, die für Biohühner steht, oder die 1 für Bodenhaltung – oder auch der Landescode.

Stuttgarter Frühstücksteller mit regionalem Buntei

In einem kleinen Wiener Bioladen in der Favoritenstrasse habe ich unlängst ein mit Naturfarben gefärbtes Osterei um € 0,60 erstanden. Am Tag darauf in einer nahegelegenen Filiale des Wiener Industriebäckers ANKER-Brot ein undeklariertes Osterei um € 1.-. Wow. Bei unseren deutschen Nachbarn bin ich auch fündig geworden. Die ALNATURA Filialen verkaufen einzelne gefärbte Bioeier um € 0,45. Und der gute Ulf Lechler im Naturkostladen Mühlrad in Bad Cannstatt verkauft gefärbte und gekochte Eier aus regionaler Bodenhaltung gar um € 0,30. “Solange es Leut gibt, die das kaufen, wird es wohl auch konventionelle Eier um € 1 geben”, meinte er, auf seinen Tiefstpreis angesprochen.

Wohl nicht die besten, definitiv aber die teuersten bei ANKER

Über facebook teilte mir das socialmedia-team der Wiener Bäckerei folgendes mit:

Lieber Micky K.
Danke für deine Rückmeldung. Jedes Feedback unserer Kunden ist uns sehr wichtig – objektive Rückmeldung ist immer etwas, woraus man auch Lehren ziehen kann.
Wir können dir versichern, dass es sich bei den gefärbten Ostereiern, die in unseren Filialen verkauft werden, um Eier aus österreichischer Bodenhaltung handelt. Du hast recht, wir sollten vielleicht darüber nachdenken, dies auch am Preisschild anzuführen. Wir werden das intern besprechen.
Wenn Produkte einzeln verkauft werden, ist natürlich der preisliche Unterschied zu einer größeren Packung immer gegeben. Wir werden aber dein Feedback intern weiterleiten und besprechen.
Danke nochmals.
Wir wünschen Dir trotzdem schon jetzt ein hoffentlich baldiges schönes Wochenende!
Liebe Grüße, dein ANKER-Facebook-Team

Freundlich, schnell und bestimmt. Das ist das erste positive, was ich bei Ankerbrot in den letzten Jahren erlebt habe. Selten habe ich bei Produkten einen so großen Preisunterschied von zum Teil über 100 Prozent erlebt. Wachsam beobachten lohnt halt. Und ausserdem: selber anmalen macht wohl den meisten Spass. Wie man das macht sieht man übrigens in diesem Video ganz gut: