Freitag vor einer Woche hatte ich abends bedenkliche Schmerzen im linken Knie. Ich hatte eigentlich gedacht, daß ich vielleicht zu viel gegangen bin, dazu noch die Stufen für 3 Stockwerke, als ich meinen Sohn von der Schule abgeholt hab. Also abends einfach geruht, Bein hoch und die Nacht durchgeschlafen. So oft ist am nächsten Tag alles wieder gut, diesmal nicht.

Das Wochenende hab ich dann mit Flori eher ruhig gestaltet. Viele Spiele daheim, bisserl Sofasurfing und ein paar kleine Spaziergänge um draussen von der Sonne noch etwas einzufangen. Die gute Nachricht: Es wurde nicht schlimmer. Aber leider auch nicht besser. In stillen Momenten hab ich dann auch wieder ein wenig Panik bekommen. Ich weiss ja: Irgendwann werde ich neue Knie benötigen. Der viele Sport in der Jugend (Tormann), das viele Joggen auf Asphalt in den Twens und dann 20 Jahre übergewichtig bis extrem übergewichtig durch die Gegend zu laufen geht auf Knie und Gelenke. Dass ich trotz meines hohen Gewichtes viel Sport treibe ist natürlich oft löblich, fordert aber auch seinen Tribut durch verstärkte Abnützung.

Montag hab ich dann die AquaGym einmal ausgelassen, am Mittwoch habe ich es aber wieder gewagt. Im Wasser spürt man dann richtig, wenn etwas nicht passt im Knie. Und es passte was nicht. Man spürt dieses Knacksen, dieses Fehlgeräusch viel stärker. Üblicherweise versuche ich vor den 60 Minuten Aquagym möglichst noch eine halbe Stunde schwimmen im Sportbecken. Diesmal habe ich es auf 15 Minuten reduziert und die Aquagym auch schon nach 35 Minuten abgebrochen. Ich wollte nicht übertreiben und erstmals abchecken wie es überhaupt geht. Manche Bewegungen haben halt nicht funktioniert. Macht ja nix.

Im Spiegel vor der Aquagym

Im Spiegel vor der Aquagym

Heute, 10 Tage nachdem die Schmerzen erstmals aufgetreten sind, war ich wieder in der Aquagym. Heute wieder 20 Minuten schwimmen davor und dann das volle Programm über 60 Minuten. Gerade bei ein paar wenigen Übungen hab ich zurückstecken müssen. Trotz aktueller emotioneller Belastungen und privaten Enttäuschungen hab ich das durchgezogen. Das gibt mir Kraft. Immerhin hat mein Gewicht aktuell einen Tiefstand wie ich ihn zuletzt wohl vor etwa über 2 Jahren hatte. Geht doch!

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Nachher daheim hatte ich noch Hunger, mittags in der Firma hatte ich nur eine asiatische Nudelsuppe und selbstgeschnipselten Salat. Am liebsten hätte ich einfach nur Gemüse gewürfelt und mit bisserl Sojasauce verzehrt. Aber es war schon 20.30 Uhr, da ist rohes Gemüse nicht ganz so super. Also hab ich es 10 min über kochenden Wasser garen lassen und nachher mit ganz wenig gutem Olivenöl und Schafkäse gemischt. Sehr le… äh köstlich.

Morgen früh geht es dann zum Orthopäden, mal sehen was die Untersuchung ergeben wird.

Heute habe ich einen längeren Spaziergang durch das Grün unseres Bezirkes gemacht. Es galt emotionale Katastrophen zu verarbeiten, Gedanken zu sortieren und neue Kraft zu sammeln. Das war anfänglich nicht leicht, das sonnig warme, aber windige Herbstwetter konnte meine traurige Stimmung anfänglich nicht aufheitern. Dann aber, gegen Ende meiner Tour bin ich in der Bio-Konditorei Hanauer in Rodaun gelandet. Ich wollte kurz ruhen und mir einen Kaffee mit ein paar Petit Four gönnen um meine Seele zu streicheln.

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Der Hanauer ist bekannt für seine Petit Four, er soll mit seinen Spezialitäten die gesamte Spitzenhotellerie in Wien beliefern, sagt man. Und er hat dort neben der Bio-Konditorei auch seine Tortenmanufaktur. Es gibt auch ein kleines Schokoladenkino, wo es immer wieder Vorführungen gibt. An diesem Standort war ja früher einmal sogar das Rodauner Kino. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich bin halt irgendwie im Kopf dann beim Thema Schokolade hängengeblieben. Wenn man mit rundlicheren Damen spricht, so offenbaren sie ja sehr oft und schnell eine Leidenschaft für Schokolade. “Wenn nur nicht die Schokolade wär!” sagen sie zu mir. “Dann wäre das Abnehmen viel leichter”. So ist der oder das Schuldige also gleich verortet. Die Schokolade ist also schuld an vielen Speckröllchen und Doppelkinnen. So hört man es also vor allem von den Damen. Manchmal auch Mehlspeisen, Torten aber zumeist wird der Schokolade die Schuld zugeschoben.

Wie ist das aber eigentlich bei Männern? Der Teil der Menschheit hat ebensolche Gewichtsprobleme wie die Damen, aber reden sie darüber? Haben sie schon einmal einen Mann jammern gehört, daß er zuviel wiegt? Und was daran schuld sein mag? Ich nur sehr selten, wenn überhaupt. Eigentlich kenne ich das höchstens von mir selber. Und ich rede nicht, ich schreibe. Nämlich hier.

Und in der Medienwelt ist das doch genauso. In wievielen Filmen ist es Thema bei Konversationen von Damen, ob sie sich das eine oder andere Stück Kuchen noch gönnen mögen. Oder mit welcher Diät sie im Moment versuchen, ihr Gewicht in den Griff zu bekommen. Überall hört man das. Von der Lindenstrasse über Dorf Ilm bis Stars Hollow. Aber Männer? Ich bin in einigen Foren unterwegs, wo auch Männer zu diesem Thema Wort ergreifen. Aber nicht viele. In Funk und Fernsehen wird dieses Thema auch 1:1 abgebildet. Männer sprechen nicht übers Abnehmen oder Dicksein. (Ausser Asterix und Obelix – Wir wissen: Die Wildschweine sind das Problem für den üppigen Mann mit der blau-weiss-gestreiften Gallierhose.)

Ich hab wirklich viel nachgedacht. Über Filme. Über Serien. Das Thema dick/mollig sein und abnehmen ist schon sehr geschlechtsspezifisch dominiert.

 

 

Nicht alles läuft so positiv, wie Mann sich das zur Zeit gerade vorstellen könnte. Trotzdem gibt es auch genug Gründe, den Kopf nicht hängen zu lassen. Man darf ja dann auch einmal ein bisserl stolz sein. In meinem Fall bin ich gerade mächtig stolz, meine gefassten Vorsätze mit gestrigen Abend schon für genau 3 Wochen eingehalten zu haben.

Seit Februar dieses Jahres – genuagenommen zu dem Zeitpunkt als ich begonnen habe Blutdrucksenkende Medikamente zu nehmen – habe ich mal 25 kg abgespeckt. Allerdings eher im Zeitraum von Februar bis Mai. Danach ist das Gewicht konstant geblieben und ich habe mich wieder etwas hängen lassen. Den Schlendrian einziehen lassen, wie man auf gut Wienerisch sagt. Okay, man kann sagen: Urlaub, Ferien etc. Das sind sowieso Ausnahmen.

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Im Essbaren Tiergarten in der Schokoladenmanufaktur Zotter

Mit dem Schlendrian waren auch allerlei gesundheitliche Probleme zurückgekehrt, der Hypochonder in mir tat das seinige. Klingt vielleicht jetzt lustig formuliert, aber so lustig waren diese Panikattacken nicht. Ich habe meine Ziele über die Jahre nicht aus den Augen verloren, aber mittlerweile auch gelernt mit Rückschlägen umzugehen. Was es immer wieder braucht: aus dem negativen dann auch positive Elemente zu ziehen und neue Kraft und vor allem Motivation zu schöpfen.

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Recht fröhlich am sommerlichen Schreibworkshop im Schloss Rosendorf

Gerade eben gelingt mir das. Der größte Vorsatz: Wieder auf Alkohol verzichten. 3 Wochen Check! Keine der regelmäßigen Sportprogramme auslassen. 3 Wochen Check! Das Leben etwas ruhiger gestalten um wieder entspannter schlafen zu können. 3 Wochen Check! Nicht soviel grübeln und nachdenken …. okay, an diesem Punkt muss ich noch arbeiten.

Meine lieben Leser und Leserinnen,

in der letzten Woche habe ich sehr viel Post und mails bzw Kommentare in den diversen Foren bekommen. Fast alles hat sich mit dem TV Bericht beschäftigt, der am vergangenen Samstag im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

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“Minus 70 kg in 2 Jahren”, so wurde der Beitrag im Rahmen der Reihe BEWUSST GESUND auf ORF1 angekündigt, und selbst ich wurde erst durch einen Anruf meiner Schwester darauf aufmerksam, die eine Ankündigung in einer Tageszeitung gelesen hatte. Vorab möchte ich mich natürlich bei euch für die vielen Glückwünsche, die Motivation und all das Feedback bedanken, das ihr mir gesandt habt, aber:

Immer wenn ein “aber” da steht, da kommt dann doch noch was? Ja genau. In der Sendung wurde berichtet, wie ich von über 200 kg etwa 70 kg abgenommen habe, und das noch dazu in 2 Jahren. Gut, das wäre Grund genug zu gratulieren. Ich habe allerdings nicht mehr 140 kg, wie die Waage zum Zeitpunkt der Aufnahme angezeigt hat. Nein ich habe mittlerweile wieder etwa 170 kg. Und das nicht etwa seit letztem Samstag, also seit dem Fernsehbericht zugenommen. Nein. Dieser Fernsehbeitrag ist schon in etwa 6 Jahre alt.

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Er wurde (wie so vieles, ich denke nur an meinen geliebten TATORT) im Sommerloch einfach wiederholt. Scheinbar ist aber sowohl meine Mode als auch meine Frisur so zeitlos, daß das fast niemanden aufgefallen ist. Sogar Menschen, die mich 3 Wochen vorher noch LIVE gesehen haben, dachten, daß wären aktuelle Aufnahmen.

Also: Mein Gewicht ist leider nachwievor noch der König der Jo-Jo-Autobahn. Rauf/Runter – Rauf/Runter. Mit zunehmenden Alter wird das Runter immer langwieriger und das Rauf fällt immer leichter. Spass beiseite: Ich bin nachwievor dran. Wenn man einmal an Adipositas Magna leidet, dann ist das kein Kinderspiel, das man nach 2 Jahren abschüttelt. Nein. Im Gegenteil.

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Das Buch MICKY HALBIERT SICH wird demnächst trotzdem erscheinen. Aber anders als vielleicht etwa vor 9 Jahren gedacht, als dieses Projekt begonnen hat, wird es keine Erfolgsgeschichte. Aber es wird eine gute Geschichte. Eine ehrliche. Bleibt dran!

Als dicker Mensch transpiriert man natürlich etwas stärker. Und das schon bei den einfachsten Tätigkeiten. Natürlich ist das aber nicht verwunderlich:

Morgens, bevor ich das Haus in Richtung Büro verlasse, dusche ich einmal sehr intensiv. Ich liebe das Gefühl, wenn warmes Wasser meinen Körper hinabströmt und all den Schmutz und den Schweiss wegwäscht. Das Duschen ist beinahe eine Zeremonie und wenn ich danach im Bademantel zum Frühstückstisch wandle, dann fühle ich mich so richtig wohl und in den meisten Fällen auch putzmunter.

Die Frische hält aber leider nicht wirklich lange an. Knapp eine halbe Stunde später, am Weg zur S-Bahn, laufen schon wieder die ersten Schweissbäche meinen Nacken entlang. Nun sei aber gesagt: Weder muss ich einen steilen Bergsteig bis zur S-Bahn hinaufkraxeln, noch trabe ich den Weg im gestressten Schweinsgalopp bis zum Bahnhof. Auch habe ich selten sehr viel zum Schleppen, keine Koffer oder zusätzliche Rucksäcke oder Taschen. Und trotzdem schwitze ich. Pardon, auf gut wienerisch gesagt schwitze ich „wie Sau“.

Der Weg sind sagen wir mal etwas 700 flachgehaltene Meter bis zum Bahnhof Liesing und für die beiden Steigungen beidseits der Fussgängerbrücke nehme ich zumeist den Aufzug. Nicht nur ob des Schwitzens, auch wegen meiner Knie, die besonders beim Stiegensteigen auf Belastungen anfällig und schmerzempfindlich sind. Trotzddem stehe ich zumeist schweissgebadet am Bahnhof und setze mich abgehetzt in den nächsten Zug Richtung  City. Das ist dann auch oft eher unangenehm. Ich hab da nämlich schon einen sogenannten „Genierer“, wie der Wiener zu sagen pflegt. Wenn ich dann frühmorgens in der Schnellbahn vis a vis oder neben anderen Passagieren sitze und mir rinnen die Bäche vom Gesicht über den Nacken den Körper hinab, dann fühlt sich das für mich einfach nur peinlich an. Zumeist schliesse ich die Augen, denke mich in andere Sphären und warte, bis die innere Erhitzung und damit das heftige Schwitzen nachlässt. Das ist dann zumeist kurz bevor ich am Hauptbahnhof wieder aussteige.

Besonders unangenehm ist es an kühleren Frühlings- oder Herbsttagen.  Anders als im Hochsommer, wo quasi ohnehin jeder wie wild schwitzt, sitze ich dann in der Übergangszeit in so einem Winkerl in der Schnellbahn und ausgerechnet nur um mich herum laufen die Fenster der Garnitur an. Oh bitte, wie gerne würde ich dann unsichtbar sein oder mich wegbeamen können.

Mit dabei habe ich übrigens zwei Accessoires, die für den Schwitzer von Welt unabdingbar sind: Ein Schweissband und meinen Tschuri-Fetzen. Während die Gedanken des Lesers oder gar der Leserin nun wohl schon um den zweien Begriff kreisen, möchte ich noch kurz den ersteren vertiefen. In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts war ich ein begeisterter Tennisspieler. In diesem Sport gehören Schweissbänder an Arm und Stirn zur Grundausstattug neben Schläger und Ball. Voll praktisch – der Stoff, ein Gemisch aus Baumwoll und Lycra, saugte den Schweiss auf und mit einem kurzen Wisch mit dem Arm über die Stirn oder den Nacken war der Schweissbach gebremst. Nun aber der Tschuri-Fetzen, mein täglicher Begleiter für den größeren Schweissausbruch. Genaugenommen ist der Tschuri-Fetzen ein Minihandtuch in den Abmessungen von maximal 30 x 20 cm. Also die kleinste Frottee-Variante, die man im schwedischen Möbelhaus bekommen kann. Und recht einfach in die Hosenseitentasche, die Jackentasche oder die Umhängetasche zu verstauen. Den Tschuri-Fetzen nutze ich zum Beispiel, wenn ich morgens nach dem schweisstreibenden 700 Metern zum Bahnhof in die Schnellbahn steige. Oder kurz vor der Tür, bevor ich morgens das Büro betrete.

Der Tschuri-Fetzen soll also klein und unauffällig sein  und ich versuche, ihn immer möglichst unauffällig zu nutzen, denn natürlich ist mir diese Prozedur unangenehm. Da hilft auch der witzige Namen des Mini-Handtuches nicht. Dieser hat schon oft zu Schmunzlern geführt, obgleich nur wenige wohl den Song des Austropoppers Georg Danzer kennen, aus dem ich mir diesen Begriff entliehen habe.

„Sie wern jetzt fragn: Was is a Tschurifetzen?
Also, ohne ihr Gefühl zu verletzen
des is a Tüachl, bitte sehr
was man nimmt nach dem Geschlechtsverkehr
Man sollt es also nicht benutzen
zum Schuhe- oder Fensterputzen”

(Georg Danzer, „Die Ballade vom verlorenen Tschurifetzen”)

 

Unsere Freunde im benachbarten Deutschland haben ob dieses fehlenden Wortes den Begriff Intimpflegetuch in Verwendung. Soweit also zu meinem Schweissgebrauchsgegenstand. Ein Ding, das natürlich auch im Umgang große Sorgfalt erfordert, denn natürlich können diese Dinger – sowohl Schweissband als auch Tschurifetzen – leicht ins Unhygienische kippen oder kurzum zu stinken beginnen. Im Idealfall wechsle ich also beides etwa zweimal am Tag.

Warum aber jetzt das viele Schwitzen. Generell bemerke ich, dass Schwitzen besonders bei steigendem Gewicht, also beim Zunehmen ein Problem wird. In Phasen des Abnehmens wird das Schwitzen weniger. Seit Anfang 2018 muss ich auch – vor allem um den Blutdruck zu senken – regelmäßig Medikamente nehmen. Da ich das nicht gleich von Anfang an gut vertragen habe, wurde mit der Mixtur immer wieder etwas geändert. Und jedes Mal, wenn sich mein Körper auf eine neue Mischung einstellen musste, hab ich für mehrere Tage auch extrem geschwitzt. Wo ich auch leicht zum Schwitzen beginne, ist bei langem Stehen. Aus dem Grund bin ich immer ungemein ungern zu Veranstaltungen oder Empfängen gegangen, die als reine Stehpartie organisiert war.

 

Eine durchaus unangenehmer und vor allem auch ungesunder Mix ist das verstärkte Schwitzen trotz eisiger Kälte draussen. Also auch wenn es im Freien Minusgrade hat und ich dementsprechend warm angezogen bin, passiert es leicht, dass ich unter all den Bekleidungsschichten schwitze. Oft sogar stark schwitze. Zu diesem Zweck habe ich zum Beispiel im Büro eine zweite Garnitur frisches Unterleibchen und Poloshirt liegen. Wenn ich also im Winter unterisch etwas nässer ankomme, kann ich mich kurz umkleiden. Denn wenn ich das feuchte Gewand anlasse und es zieht – und mit Verlaub – an meinem Arbeitsplatz zieht es gewaltig, ist eine Verkühlung schneller da als befürchtet. Aber warum schwitze ich so besonders stark?

 

Gehen wir davon aus, dass ein durchschnittlicher Mann etwas zwischen 80 und 90 Kilogramm auf die Waage bringt. Da habe ich in den letzten 10 Jahren zumeist etwa das doppelte gehabt. Wenn wir zum Beispiel nur einmal mein Gewicht von 160 kg rechnen würden, wäre das noch immer eine Differenz von mindestens 70 kg. Das ist nicht wenig. Haben sie sich schon einmal vorgestellt, wie viel das wirklich ist?

Nehmen sie einmal die üblichen 6er-Packungen von großen 1,5 lt PET-Mineralwasserflaschen. Ein solcher wiegt also mindestens 9 kg. Das heisst also, dass ich quasi genauso belastet durch die Gegend latsche, wie ein normalgewichtiger Mann mit über 7 von diesen Mineralwassergroßpackungen. Und dieses Gewicht trage ich den ganzen Tag mit mir. Das stemme ich schon am Morgen, wenn ich von der Bettkante aufstehe, mit diesem zusätzlichen Gewicht stelle ich mich unter die Dusche und marschiere den Weg zur Schnellbahn! Wenn man da nicht zum schwitzen anfängt? Na ich weiss nicht!

 

In den letzten Jahren hatte ich viel extrem blöde Werbung am Radar. Was ich aber heute gesehen habe, ist im Ranking ganz oben. Dr.Oetker macht Werbung für Frustessen.

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Es ist momentan nicht gerade die einfachste Zeit für mich. Viele Sorgen, viele Ängste beschäftigen mich dieser Tage. Und es ist nicht immer einfach, alte Verhaltensmuster zu vermeiden. Zwar bin ich zumindest mit den aktuell abgeworfenen 22 kg seit Jahresbeginn recht zufrieden, aber immer wieder bin ich verleitet zu

-Belohungsriten (“Ah nach dem schweren Tag hab ich mir schon ein Bier verdient”)

-Frustessen (“Ah, auch schon egal. Das Schnitzel muss schon sein”

– Enttäuschungsessen/trinken (“Wenigstens an dem Gin Tonic kann ich mich noch erfreuen”)

Zigtausende Psychotherapeuten verdienen weltweit kein schlechtes Geld, diese Riten aus den Köpfen ihrer Klienten zu bringen, gerne denke ich dann immer wieder auch an den Spruch:

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Und dann sehe ich ausgerechnet heute am Heimweg eine Werbung für eine Fertigtiefkühlpizza von Dr.Oetker. Unglaublich, was sich hinter dieser Botschaft versteckt:

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“Liebeskummer? Kein Problem – Friss eine Industriepizza von uns und alle Sorgen sind weg!”

Das ist das erste Mal, dass ich Werbung für Frustessen gesehen habe. Da schiesst mir sofort in den Kopf: Worin wurde der Herr Oetker denn eigentlich Doktor? (Wird dem unbeholfenen Konsumenten da vielleicht seit Jahren eingeredet, es handelt sich um eine medizinisch wertvolle Pizza: “Is eh vom Dokta”)

Egal, diese Art von Werbung finde ich einfach beschissen, denn Essen kann keine Lösung für unangenehme Gefühle sein. Weder Industriepizza noch Schokolade. Und an mich persönlich: Alkohol schon gar nicht.

Da fällt mir ein, daß es ja unter Dr.Oetkers Fittichen auch noch den größten deutschen Braukonzern – nämlich die Radeberger Gruppe – gibt. Da könnte man ja die Werbelinie gleich ausweiten:

TAKE AWAY THE ALLTAGSSORGEN – SAUF 10 RADEBERGER PILS

 

 

Seit einigen Jahren nehme ich mit unserem Redaktionsteam an der Aktion “Österreich Radelt zur Arbeit” teil. Feine Sache, die motivieren soll, öfters auf zwei Rädern in den Job zu kommen. Dieses Jahr haben wir uns für die eBike-Challenge beworben – und sind genommen worden:

Den ganzen Mai über läuft diese Aktion, bei der man an seinem Arbeitsplatz Teams bilden kann. Unser Team – die BioramaRadla – ist wohl zum etwa fünften oder sechsten Mal in Folge am Start, im Jahr 2018 erstmals mit eBikes. Österreichweit werden von den Veranstaltern nur einige wenige Teams ausgewählt, die in diesem Monat mit eBikes ausgestattet werden und gegen die anderen Teams in der Challenge wertvolle Kilometer runterstrampeln.

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Zwei von uns vieren aus dem BioramaRadla-Team fahren auch normalerweise öfters mit dem Fahrrad in die Arbeit, zwei weitere konnten wir durch diese Aktion zumindest für das eine Monat motivieren. Als wir dann die Zusage erhielten, daß ob unserer Inputs das Team BioramaRadla für die eBike-Challenge ausgewählt wurde, war die Freude sehr groß. Bei mir etwas weniger. Denn mir wurde das Schwerlastenfahrrad zugeteilt, nicht ganz ohne Grund: Normale Fahrräder – auch eBikes – sind normal bis zu 130 kg belastbar, dazu zählt aber auch schon das Eigengewicht des Rades, dh man muss davon schon mal gute 20 kg abziehen. Aus diesem Grund fahre ich ja privat ein Kalkhoff XXL Fahrrad, das bis zu 180 kg (inkl dessen Eigengewicht) trägt. Es hat kräftigere Verstrebungen, einen robusteren Sattel und natürlich auch Speichen aus einem belastbareren Material – damit bin ich die letzten beiden Jahre gut gefahren. Nun hab ich für “Österreich radelt zur Arbeit” das Riese & Müller Packster 40 erhalten. Und ich muss gestehen: Bevor ich es mir abgeholt habe, hat es mir eher Angst gemacht!

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Wo soll ich das Teil denn abstellen? Wie soll ich es absperren? Haltet es mich aus? Ist es für mich manövrierbar? Antwort: Es war schon nach wenigen Metern sehr sehr super zu fahren. Die elektrische Unterstützung, die man bergauf oder bei entsprechenden Lasten dazuschlagen kann, funktioniert einwandfrei und war bereits nach wenigen 100 Metern auf der Wilhelmstrasse eine wertvolle Unterstützung.

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Es gibt ein paar Schwierigkeiten: Freihändig fahren geht gar nicht, Handzeichen zum Abbiegen erfordern Mut und Geschick, werden aber bereits an Tag 2 fast zur Routine. Während ich mit dem normalen Fahrrad täglich die allerkürzeste und einfachste Route fahre, beginne ich heute (am Tag 2) bereits mit Experimenten. Routen, die ich ob ihrer Steigung oder als Umweg betrachtet, gemieden habe, werden nun ausgetestet. Mit der elektronischen Unterstützung ist das ja einfacher, nichtmal Gegenwind kann mich nunmehr erschüttern.

Ich freue mich schon auf den ersten Grosseinkauf. Das wird einfacher denn zuvor. Wie das in den nächsten 30 Tagen weiterläuft, darüber halte ich euch hier am laufenden.

Nach der Wassergymnastik am Montag abend habe ich mich auf die Waage gestellt. Und bei der abendlichen Wiegung hatte ich den ersten schönen Meilenstein auf meinem langen Weg erreicht: – 20 kg seit 1.Jänner 2018.

Gleich darauf ein kleines Foto montiert, das mein Gesicht an den beiden Enden dieser Phase zeigt:

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Für die Bikinifigur wird es bis zum Sommer wohl noch nicht reichen, aber ein erster Schritt ist getan. Genaugenommen eigentlich schon viele Schritte.

Aktuell bin ich fast von einer Euphorie getragen, die sich nun schon ein paar Tage haltet und bitte bitte so bleiben soll. Wenn du Cordon Bleu mit Pommes zu Mittag speist und am nächsten Morgen trotzdem minus 1 kg hast, dann macht man wohl auch was richtig.

Tag 15 ohne Alkohol hinterlässt Spuren. Positive Spuren. Das Lebensgefühl scheint wieder absolut ins positive gekippt zu sein. Gestern mittag bei einem Geschäftsessen mit Bierpartnern als Menü ein Cordon Bleu gegessen (und kein Bier getrunken). Am Tag etwa 9500 Schritte gegangen und am Abend noch 70 min Aquagym und Schwimmen. Daheim dann nur noch Tee und einen kleinen Salatpot gegessen.

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Das ist jetzt recht easy. Einfach alles Gemüse, das daheim ist, klein schnippeln und mit etwas Chiasamen und Sojasauce marinieren. Sprossen drüber …und sooooo lecker. Und auch das Frühstück sieht momentan nicht gerade ungesund aus. Und es schmeckt. Das gab es heute:

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Seit Anfang des Jahres hab ich nun 10 kg abgenommen, seit genau 14 Tagen keinen Tropfen Alkohol getrunken. Den Blutdruck bekomme ich langsam in den Griff … aber ich fühle mich schwach und kraftlos. Das wird sich aber hoffentlich ändern

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Letzte Woche, als die Sache mit dem Blutdruck sich nur langsam geändert hat, habe ich auch noch meine Hausärztin ausgesucht. Sie hat die aktuelle Medikation des Ambulatoriums in Frage gestellt und mir ein anderes Mittel verschrieben. Das hat sofort gegriffen und meinen Blutdruck auf ein normaleres Mass von <150/<100 zurückgeführt. Als Nebenwirkung ist mir aber nachwievor ein wenig schwindlig und ich fühle mich sehr kraftlos. Obwohl ich seit Jahreswechsel nun 10 kg abgeworfen hab, fällt mir zum Beispiel das Aufstehen viel schwerer als zuvor. Stiegensteigen ist sehr schwer und nur mit Anhalten (im besten Fall auf 2 Seiten) möglich. Das macht mir natürlich ein bisserl Angst. Wenn ich am Abend einschlafen möchte und zweifle, ob ich es in der Früh überhaupt aus dem Bett schaffe ?

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Das Thema Alkohol ist vorerst abgehakt, seit 2 Wochen trinke ich nun absolut keinen Tropfen von Prozentigem. Hat natürlich auch mit den Medikamenten zu tun, ich soll einfach nicht. Aber ist natürlich ein guter Kick, einen endgültigen Strich zu machen. Und es tut mir natürlich gut. Absolut gut. Sehr motiviert stürze ich mich jetzt wieder mehr auf Selberkochen, gesunde Lebensmittel und gesteigerte Aktivität. Dazu trägt mein privates Glück natürlich auch bei. Seltsam ist für mich dennoch, dass ich mich trotz minus 10 kg sehr kraftlos fühle. Bei der nächsten Befundbesprechung mit meiner Ärztin wird das aber wohl ein Thema werden.

In dieser Woche vollzieht sich zudem ein Wetterumschwung von – 12°C am letzten Samstag zu angekündigten +18°C am kommenden Wochenende. Mal sehen, wie da mein “schwindliger” Körper reagiert. Für die Seele wird es sicher schön …und ich sehe mich am Wochenende mit meinem Sohn bereits am Fahrrad. Juhu!