Ich hab nun ja endlich wieder mit dem für mich idealen Ernährungsprogramm begonnen, oder wie es andere auch nennen: Lebenseinstellung. Ich nehme nur noch jeden zweiten Tag Kalorien zu mir. Und das ist manchmal nicht ganz einfach.

Schon im letzten Dezember habe ich mit dem sogenannten 10in2 Programm begonnen und bis zum Schiurlaub über 10 kg abgenommen. Leider kam dann der Schiunfall dazwischen, Spitalsaufenthalt und über längere Zeit viele Medikamente. Das wollte ich nicht ohne Nahrung im Bauch machen, so habe ich mein Programm abgebrochen. Besser gesagt: unterbrochen. Denn nun habe ich damit wieder begonnen und der letzte Donnerstag war quasi der neunte Nuller. 18 Tage ziehe ich das nun wieder durch. 36 Stunden gar nichts zu mir nehmen ausser Wasser, Tee und Kaffee. Dafür dann 12 Stunden lang Essen und Trinken was ich mag. Aber keine Angst, nach einiger Zeit sind diese Tage nicht mehr sehr ausfallend.

Für mich ideal, aber leider nicht besonders sozial anpassungsfähig. Denn viele wundern sich, verstehen es nicht oder finden es seltsam, wenn man bei einer Einladung, Feier o.ä. einfach nur mit einem Glas Wasser danebensitzt. Für mich kein Problem mehr, bin es auch schon leid, das immer erklären zu müssen.

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Von Donnerstag bis heute war es besonders schwer. Am Donnerstag eröffnete das von mir und unserem Team organisierte Craft Bier Fest Wien. Drei Tage die Hochkultur der heimischen und internationalen Kreativbierszene in Wien zu Gast. Mit all den tollen Bieren, die ich so gerne mag, die man aber sonst eher selten bekommt. Und genau zwei dieser 3 Tage waren Nuller. Und ja, ich habe es beide Tage geschafft, nur von Wasser zu leben. Ist aber am späten Abend dann nicht ganz einfach, wenn alle anderen schon eine sehr beschwingte Zunge und etwas glasige Augen zu haben, als einziger quasi nüchtern herumzulaufen. Aber keine Angst, am Tag dazwischen habe ich die Möglichkeit gehabt, alle Biere zu verkosten – und ja, ich nutzte es reichlich aus.

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Lustigerweise war ich am Freitag – einem sogenannten Einser – auch zu Gast in der beliebten Kochshow “Koch mit Oliver” des Senders Puls4. Während aktuell noch die Staffel “Koch dich Schlank” läuft, wurden bereits Sendungen zum Thema “Männer an den Herd” aufgenommen, die Sendung mit mir wird irgendwann im Juni ausgestrahlt. Es wurden gemeinsam zwei deftige Gerichte gekocht und ich durfte dazu meine Bierempfehlungen aussprechen und ein wenig über den heutigen Stellenwert von Bier und den Trend der Craft Biere erzählen.

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Und schon während der Sendung haben wir gemeinsam das eine oder andere Glaserl Prosecco und dann auch die Biere verkostet. Danach bin ich gleich mit dem Rad zur MGC Messe geradelt, wo das Craft Bier Fest stattfand und eifrig weiterverkostet wurde. Kleine Impressionen gibt das angehängte Video, in dem ich auch vorkommen darf. BIRRA VIVA … an einem Einser!!

 

 

Schon bei der Abnahme der Orthese hatte ich gehofft, gleich wieder radeln zu können. Die Ärzte haben mich aber noch gebremst. Nun war es endlich wieder soweit.

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Fahrradfahren ist für mich weniger ein Sport, sondern mein Fortbewegungsmittel. Damit bin ich schnell beim Einkaufen, flott im Bezirk unterwegs und manchmal fahre ich sogar die 12 km in die Arbeit damit. Da fehlt mir aber im Moment noch die Kondition. Aber es war wirklich schon höchste Zeit, daß ich nach fast 4 Monaten Pause wieder auf dem Drahtesel herumgedüst bin.

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Gedüst ist wohl ein wenig übertrieben, weil ich bin es natürlich vorsichtig angegangen. Gerade beim Bremsen und Absteigen spüre ich noch mein Armgelenk extrem. Die Bewegungsfreiheit ist ja noch sehr eingeschränkt, die Kraft kommt aber langsam zurück. Mit meinem Sohn, der ja zu Ostern erst sein neues Radl bekommen hat, sind wir auf den kleinen Bikepark nach Perchtoldsdorf geradelt. Ich hab mich dort entspannt und er hat sich ausgetobt. Fahrradsaison, du bist für uns hiermit eröffnet!

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In den letzten Wochen seit dem Unfall hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Auch über Abnehmen. Leider waren es nur Gedanken. Denn bei über 8 Wochen Krankenstand fällt einem die Decke schon auf den Schädel. Und Nahrungsaufnahme zählt da zu den wenigen Glücksmomenten.

Nach 10 Tagen kam ich aus dem Krankenhaus und schon davor plagten mich große Ängste. In vielen Lebenssituationen bin ich auf beide Hände angewiesen. Wie werde ich vom Sofa oder aus dem Bett aufstehen. Dort stützte ich mein Gewicht immer auf beide Hände. Wird sich das auch mit einer ausgehen? Wie manipuliere ich mit nur einer Hand? Gut, diese Befürchtungen waren unbegründet und vieles hat funktioniert. Anfangs war ich einfach einmal froh wieder zu Hause zu sein. Meine Frau, die sich von mir trennen wollte blieb noch einige Zeit und war anfänglich natürlich eine große Hilfe.

3 Wochen nach der Operationen hatte ich einen steifen Gips bis zur Schulter. Für weitere 4 Wochen bekam ich eine Orthese, mit der man im Ellbogen schon etwas Beweglichkeit hatte. Wirkte irgendwie wie Robocop. War aber wirklich schon viel angenehmer, da man sie auch selber öffnen konnte im Notfall und auch zum Duschen runternehmen konnte.

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Erschrocken bin ich allerdings, als ich die beiden langen Narben an beiden Seiten der Beugung gesehen habe. Bin ohnehin ein kleiner Schisser was sowas betrifft und kann auch kein Blut sehen, dieses frankensteinesque Bild hat mich aber besonders geschockt.

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Trotz Krankenstand habe ich daheim natürlich viel gearbeitet, mein Craft Bier Magazin fast im Alleingang fertiggestellt, und auch alles getan, was man mit so bisserl Einschränkung daheim tun kann. Allerdings war es doch sehr sehr langweilig. Dem wurde durch kräftiges zulangen im Kühlschrank oder den Vorratskästen abgeholfen. In diesen Wochen ist mein Gewicht leider wieder enorm hochgeschossen, Bewegung war ja nicht wirklich viel drinnen (Bis zu den Vorräten sind es nur paar Schritte).

Die Physiotherapie wird nun nach endgültiger Abnahme der Orthese noch 10 Wochen dauern. Aber ich werde sukzessive immer mehr machen können, besonders auf das Radfahren freue ich mich wieder. Nach der Trennung lebe ich in meinem Haushalt alleine, da gibt es jetzt mal genug anzupacken.

So, das hat man nun davon! Ich sollte mit diesem Gewicht einfach nicht schifahren. Nach einem harmlos wirkenden Sturz musste ich ins Spital und wurde fast 4 Stunden operiert.

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Auf diesen Urlaub habe ich mich – und insbesondere auch mein 7jähriger Sohn – schon sehr gefreut. Er besuchte seinen ersten Schikurs und am Nachmittag wollten wir auch etwas gemeinsam auf dem wenigen Schnee runterrutschen, den sie im Kärntner Weissbriach für uns künstlich hindrapiert haben. Es war wirklich sehr warm und nachmittags der Kunstschnee sehr schlecht zu fahren. Als Floris Schikurs am Mittwoch um 13.00 Uhr aus war, wollten wir nach einer kurzen Mittagspause noch ein wenig gemeinsam am Kinderhang fahren. Bei der ersten Liftfahrt ist es dann leider passiert. Als ich am Tellerlift obern raus bin habe ich mich noch umgedreht, um zu sehen wo mein Sohn bleibt. Bin dabei aber gegen eine aufgeschaufelte Wächte gefahren und umgefallen. Mit meinem kompletten Körpergewicht auf den Ellbogen auf den harten Schnee. Hat unheimlich weh getan und laut dem Liftwart war ich kurz bewusstlos.

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Mit so einem Skidoo haben sie mich dann zum Parkplatz geführt und meine Vermieterin hat uns mit dem Wagen ins Quartier gebracht. Bin sofort zum lokalen Arzt, der feststellte, daß nichts gebrochen war. Eventuell schwerere Prellung oder ähnliches. Ohne Röntgen konnte er mehr nicht feststellen. Bin dann erst einige Tage später wieder in Wien ins Spital, weil der Arm nun grün und blau wurde.

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Dort hat man mich gleich behalten. Nach mehreren Untersuchungen war klar, daß das Gelenk raus- und wieder reingesprungen ist, dabei die Bänder beidseitig gerissen waren. Auch kleine Knochenstücke sind abgesplittert. Uff. Die Operation hat beinahe 4 Stunden gebraucht, soll aber gut gelungen sein.

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Nun also mal 7-10 Tage im Spital bleiben und dann etwa 6 Wochen Gips. Das sind ja schöne Aussichten!

 

Nun sind insgesamt 18 Nuller verstrichen. Dabei war ich auch schon mal inkonsequent. Aber es wird zur Normalität. Und das ist gut so.

Über mein Gewicht darf ich momentan nicht unzufrieden sein. 10 kg sind seit der ersten Weihnachtswoche gepurzelt. In der letzten Woche blieb es aber konstant. Das liegt zum Teil daran, daß ich in der vorigen Woche so schwach war und einen Nuller storniert habe, also 3 Tage hintereinander gegessen habe, aber auch durch die Intensität der Einser. Da hab ich dann zum Ausgleich schon extrem viel gegessen und getrunken. Da wirkt der darauffolgende Nuller wie ein idealer Ausgleich, der quasi alles wieder gut macht.

Eine irrsinnige Challenge habe ich übrigens überstanden. Letzten Freitag, ich hatte endlich wieder Balance mit 10in2 gefunden, kam ein junger Bäcker in unsere Redaktionsräume. Hatte den jungen Mann in der Slow Food Bewegung entdeckt und die Kollegin gebeten für unseren Foodblog “Richtig Gut Essen” ein Interview mit ihm zu machen. Echt spannender Typ, mit tollen Bioprodukten. Er ist mit vollen Händen gekommen. Für die Redaktion hat er zahlreiche Brotwecken und ein volles Blech mit Buchteln gebracht. Kollegin Silvia hat daraus einen tollen Artikel gemacht.

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Jetzt hat es nicht nur gut gerochen im Büro. Obendrauf sind noch alle Kollegen wie aufgeschreckt mit Zuckerbestäubten Mundwinkeln durch das Büro gelaufen und haben im Einklang geschworen, noch nie im Leben so gute Buchteln gegessen zu haben. Uff. Das war beinahe zu viel für mich. Das sind die Sekunden wo man ein wenig wankt. Ich hab mir dann neben einem Wecken Biobrot auch noch 2 Buchteln eingepackt und sie für den nächsten Tag mit nach Hause genommen. Die tollen Backwaren haben den ganzen Heimweg in U- und S-Bahn so aus der Tasche gerochen, daß auch die SitznachbarInnen Freude daran hatten. Erst nächsten Tag konnte ich dann in die vollen langen. Aber die besten Buchteln sind halt auch einen Tag später nur noch die zweitbesten. Egal. Gut waren sie trotzdem, und ich mächtig stolz, diese Probe bestanden zu haben.

An einem anderen Einser war ich dann wieder in alte Gewohnheiten verfallen und habe ungestoppt süsses Zeug in mich gelehrt. Die Lakritzevorräte meiner Frau mussten daran glauben. Leider hatte sie es schon bemerkt, bevor ich Nachschub besorgen konnte.

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Immerhin hatte ich es dann geschafft, in der Lakritzewüste Wien sowas zu bekommen. Dies war ebenso eine Challenge!

Im Moment bin ich stark verkühlt und wache jeden Morgen mit der Hoffnung auf, weiterhin fieberfrei zu bleiben und einer Verschlechterung zu trotzen. Am Nuller bin ich dann verunsichert, weil ich ja auch keine Medikamente zu mir nehmen mag bzw nicht weiss, wie Körper ohne anderes festes Zeugs im Magen auf die Wirkstoffe reagiert. Im schlimmsten Fall, die Nuller halt wieder aussetzen. Derweil habe ich abends halt doch ein Lutschbonbon genommen. Mehr war es bis dato nicht. Und heute – juhu – esse ich ja auch wieder.

Gestern war also mein 12.Nuller. Der 12.Tag innerhalb von 25 Tagen, an denen ich absolut nichts gegessen habe. Energieaufnahme an diesen Tagen 0 (=Null) Kalorien. Die Waage verrät mir ein Minus von 9 kg in diesen 25 Tagen (inklusive Weihnachtsfeiertage und Silvester…). Voraussichtlich werde ich mein Ziel von 10 kg im ersten Monat also erreichen.

Meine Handyapp, die mit der CRANE Diagnosewaage verbunden ist und die Veränderungen (auch von Körperfett, Wasseranteil etc) aufzeichnen sollte, funktioniert weiterhin nicht, weil sie mir die Zahlen nicht glaubt. Blödes Elektronikding! Gestern Abend waren wir im Kino. “Wie auf Erden”, die Fortsetzung des schwedischen Films “Wie im Himmel”. Soviel wie ich weinen musste, konnte ich gestern gar nicht trinken, glaub ich. Großteils ob des Filmes, die Qualität im Wiener Top-Kino war auch das mieseste, was ich seit langem erlebt habe. Klar mag ich Retro-Kinos und finde den Charme alter Kinosäle toll, vor allem wenn sie noch als Programmkino dienen. Allerdings blieb der Film zweimal hängen, was den Flow eines solchen Schinkens schon ziemlich bremst. Und ausserdem dient der kleine Saal, oder sagen wir Raum, im Top-Kino offensichtlich auch als Abluft für die Küche. Und da die Gastronomie dort immer mehr Gäste als das Kino hat, war uns der Filmgenuss über 120 m durch den Geruch von gebratenem Huhn verdorben. Meiner Frau als Vegetarierin und mir als “Nichtesser”. Zum Weinen eigentlich, genauso wie der Film, den ich aber liebte.

Was mir an diesen Nullern diesmal aber besonders auffällt. Ich friere viel leichter und habe abends immer kalte Hände und Füsse. Nach dem Kino sind wir zu Fuss von der Rahlgasse zum Matzleinsdorfer Platz spaziert, an solchen Tagen ohne Energiezufuhr habe ich immer viel mehr Energie als an “essenden” Tagen. Komisch eigentlich.

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Trotzdem freue ich mich an jedem Nuller abends im Bett schon auf das Frühstück am kommenden Tag. Und nach etwa 36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme gönne ich mir dann ein wirklich schönes Frühstück wie heute morgen. Mit Ei und frisch gepresstem Orangensaft.

Nebenbei sei auch erwähnt, daß man sich mit 10in2 natürlich auch ganz schön viel Geld spart. Also nicht nur Zeit und Nerven, sondern tatsächlich auch viel weniger Geld ausgiebt. Für Menschen wie mich, die gerne und regelmäßig auch auswärts essen bzw  in der Firma an den Bestellungen bei irgendwelchen Zustelldiensten partizipieren, kommt da in einem Monat ganz schön was zusammen. An die € 200 werden das schon sein! Das Sparschwein jubelt.

In den letzten Jahren habe ich immer wieder das 10in2 System angefangen, aber noch nie mehr al 7 “Nuller” in Folge gemacht. Mittlerweile ist heute der 11. Nuller und es geht mir sehr gut dabei. In diesen 21 Tagen habe ich jetzt einmal 8 kg verloren. Das ist leider 1 kg weniger als geplant. Aber irgendwie auch verständlich. Da waren ein paar “Einser” dabei, wo ich wieder einmal masslos übertrieben habe. Besonders an Silvester und dann noch gestern.

Gestern gab es Eiernockerlparty für meinen Vater. Sein Lieblingsessen. Gemeinsam mit meinem Sohn haben wir quasi 3 verschiedene Arten von Notkerl gemacht und für meine Mama sogar eine glutunfreie Version. Dazu habe ich ein paar Bockbier getrunken. Unmengen von Kalorien in kurzer Zeit. Heute aber wieder gar nichts am Speiseplan.

Seltsam hat meine Diagnosewaage auf die Abnahme reagiert. Vor ein paar Tagen habe ich mal interessenmäßig in der Früh und am Abend eines Nullers und am Folgemorgen nach dem Stuhlgang gewogen. Davor übrigens auch am Abend des “Einsers”. Die Differenz war da innerhalb von 48 Stunden knapp über 2 kg. Und das wollte die Handy-App zur Diagnosewaage nicht glauben. Sie hat sich geweigert, das Ergebnis zu speichern. Errormeldung:” +/- 2 kg in dieser Zeitspanne ist unmöglich – bitte geben sie eine andere Person ein.” Egal. Ich glaub es.

Was mir aktuell ein wenig fehlt ist die Bewegung. Ich gehe extra viel und verbringe öfters 10-15 min am Hometrainer. Aber für längere Fussmärsche oder Radtouren hat es gerade nicht das richtige Wetter. Schwimmen werde ich bald wieder beginnen. Und darauf freue ich mich schon!

 

Nachdem ich nunmehr 6 Nuller (Tage ohne Essen) über die Weihnachtsfeiertage gestemmt habe, stand eine neue Herausforderung vor der Türe. Die Silvesterfeier und der Geburtstag meines Sohnes. Jokertag oder einfach nichtessend ins neue Jahr 2016?

Nach dem abwechselnden Rhythmus der Nuller und Eingetragen wäre der 31.12.2015 nun wieder ein Tag ohne Essen. Nachdem ich das auch an den Weihnachtsfeiertagen geschafft habe, warum nicht also auch zum Jahreswechsel? Abgesehen von Silvester, an dem ich bis dato schon gewisse Rituale gepflegt habe, ist es auch der 7.Geburtstag meines Sohnes. Und Florian habe ich eben in diesem Jahr zum ersten Mal zum gemeinsamen Feiern. Dafür habe ich dem Sohnemann ein großes Burgeressen mit Pommes versprochen. Und da will ich doch nicht mit einem Glas Wasser oder Tee danebensitzen!

Auf der anderen Seite habe ich Angst, den ersten Jokertag zu nehmen, also ausnahmsweise einmal einen Nuller durch einen Einser ersetzen. Das hatte ich schon zweimal zuvor (nach kürzerer Zeit) versucht und bin sofort aus dem Rhythmus gekommen, dh ich habe danach gar nicht mehr mit dem 10in2 weitergemacht. Im Buch von Bernhard Ludwig steht auch die Empfehlung im Falle eines solchen Tages vielleicht zuvor 2 Nuller in Folge zu machen, um den Silvestertag zum Einser zu bekommen. Hmmmm. Guter Rat ist in diesem Falle gar nicht so teuer, kenne ich doch schon genug Menschen in meinem Bekanntenkreis, die dieses Lebensgefühl schon länger praktizieren. An diese habe ich mich also über die Sozialen Medien gewandt. Irgendwie konnte ich mir es nämlich nicht vorstellen, tatsächlich zwei Nuller in Folge zu schaffen. Die Conclusio der Erfahrungen von Freunden war: Besser einen zweiten Einser anhängen bzw vielleicht die beiden Feiertage inklusive 1.Jänner zu Jokertagen zu machen und erst wieder am 2.Jänner mit einem Nuller einsteigen.

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Den letzten Tag des Jahres habe ich also mit Florian beim Wiener Silvesterlauf gestartet. Als Zuseher sei gesagt. Immerhin haben wir meine Schwester und einige Kollegen anfeuern können. Es war wie jedes Jahr eine Riesengaudi den circa 4000 Läufern zuzusehen und die lustigen Kostüme zu bestaunen. Und wenn man ein klassisches Silvesterzitat nutzen darf: “Same Procedure as every Year!” -> Denn auch dieses Jahr haben wir uns (wie so oft schon) als Vorsatz genommen, im nächsten Jahr selber mitzulaufen. Immerhin habe ich das zum ersten Geburtstag von Florian schon einmal zu Fuss mit Kinderwagen gemacht.

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Das für Florian Pommes eines der Lieblingsessen ist, wird wohl niemanden überraschen. Und da muss man sagen, wird er zumindest väterlicherseits sehr verwöhnt. Denn zu Hause gibt es nur handgeschnitzte mit Fett benetzte im Ofen gegarte Pommes, und wenn wir weggehen, dann nur in vernünftige Lokale. McDoof ist für uns ein Fremdwort (wenngleich ich nicht zu dem Teil der Elternschaft gehöre, die ihm das verbieten würde). Aber der 7jährige ist halt auch zum Feinspitz geworden, und dafür hat er sich zum Geburtstag dann auch den besten Burger der Stadt verdient. Und den gibt es unseres Erachtens nach im Grillhouse Huth da Max. Das war ein Silvestermittagessen! So machen die Einser Spass!

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Zwei Stunden später dann schon die Jause daheim. Auf dem Bild sind die Weihnachtskekse und die weiteren Marzipanglücksschweine, die meine Mutter mitgebracht hat, noch gar nicht zu sehen. Und nach dem sie in meiner Nähe gestanden sind waren sie auch nicht besonders lange zu sehen. Abends gab es dann für mich noch eine gehörige Portion Nudeln. Zusammengezählt waren es an diesem Tag dann auch wohl noch ein halber Liter Wein, 3 Flaschen feines und starkes Bier und eine erwachsene Portion Metaxa. Das Glas Sekt um Mitternacht war dann nur noch die Draufgabe.

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Beim Bleigiessen habe ich diese beiden Skulpturen aus dem kalten Wasser gezogen. Oben ein Fischskelett, unten ein Schwertfisch (könnte aber auch eine Bohrmaschine sein). Zu all dem hatte ich bis dato noch keinen Bezug. Werde ich 2016 zum Fischesser und Heimwerker? Oh Graus.

Nachdem Tag war mir aber schon am Morgen des Neujahrstages klar: Ich muss jetzt und heute sofort wieder einen Nuller machen. Noch ein Esstag und ich bin aus dem Schwung herauslesen. Muss das tolle Neujahrsfrühstück mit Lachs, Roastbeef, Eiern und der angebrochenen Flasche Sekt halt noch einen weiteren Tag warten. Dazu noch einen laaaaangen Spaziergang durch den Bezirk. Das taugt am ersten Tag des Jahres.

Spezielle Erfahrung aber hier: Trotz Nuller habe ich für Frau und Kind gekocht. Und das ist eine extreme Challenge. Nicht abschmecken können, nicht die Finger abschlecken, das Reindl ausputzen etc. Trotzdem geschafft. Obwohl das mit dem fehlenden Abschmecken war wohl doch eher problematisch: Florian hat sein komplettes Süsskartoffelpüree nicht angerührt. Bäh!

 

Die Tage waren eigentlich gar nicht so schwierig. Die Bahnfahrt am 23.Dezember von Wien nach Bayreuth war der dritte Nullen (Tag an dem ich nichts esse) in Folge und so eine lange Bahnfahrt ist ob des kulinarischen Angebots an Bord ohnehin nicht so schwierig Essenslos zu bewältigen. Schwieriger war da natürlich der Christtag, also der erste Weihnachtsfeiertag.

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Der Heilige Abend war also ein sogenannter Einser (Tag an dem ich esse) und da habe ich ordentlich zugeschlagen. Zu Mittag schon hatte ich in einem kleinen Brauwirtshaus eine Portion Leberkäse mit Brot und dazu zwei starke Bockbier. Zwar habe ich davor ordentlich Bewegung gemacht, aber das war schon mal ein starker Einstieg in einem Tag, von dem man ja weiss, daß auch der Abend üppig sein wird. Vor allem, wenn man sich in solchen Situationen nicht im Griff hat, und dazu gehöre ich ja bekanntlich.

Zur Vorspeise gab es diverse leckere Aufstriche mit viel Brot, danach dreierlei Arten von Lasagne (mit Faschiertem/Hack, mit Lachs und Spinat sowie eine rein vegetarische Variante). Klar habe ich von überall probiert, von der Fleischvariante sogar öfters. Und zum Desert noch köstliches mit Kuchen und Eierlikör im Glas. Dazu natürlich auch noch einiges an Bier und Wein. Klar. Ist halt so. Aber es war ja auch ein Einser.

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Aber nach so einem üppigen Abend ist ein Nuller am nächsten Tag natürlich schwerer. Es ist nämlich nicht so, daß man dann am Morgen noch immer voll ist. Die Erfahrung zeigt, daß man gerade nach solchen Abenden in der Früh wieder massig Hunger bzw Appetit hat. Der Magen wurde halt extrem gedehnt und verlangt wieder nach Füllung. Uff. Aber geschafft habe ich es trotzdem. Dem Mittagessen am ersten Feiertag bin ich dann gänzlich ferngeblieben und hab mich mit Zeitungen beschäftigt. So wurden einmal die ersten Tage gut überstanden, die Kilos purzeln trotz Weihnachten weiter – das merke ich zur Zeit einfach am Gewand. Da brauche ich gar keine Waage dazu. 5 Nuller waren das bis jetzt. Chapeau! Stolz bin!

In den letzten Monaten ist es mit meinem Gewicht leider wieder stark nach oben gegangen. Private Sorgen, beruflichen Stress und ähnliches habe ich zu oft mit Essen und Trinken kompensiert. Und gerade das Trinken im alkoholischen Bereich hat mein Gewand wieder enger erscheinen lassen. Immer wieder habe ich in den letzten Monaten kleine Versuche unternommen, das zu stoppen. Gelungen ist es bis Mitte Dezember nicht.

Dabei habe ich mit dem ersten Schiurlaub mit meinem Sohn Anfang Februar 2016 wirklich ein sehr kurzfristiges Ziel vor Augen. In die Schihose, die ich letzte Weihnachten bekommen habe, mag ich auf alle Fälle wieder rein passen. Und beweglicher muss ich auch wieder werden. Also 6 Wochen mal Zeit bis zum ersten Ziel und da hilft für mich aus Erfahrung nur die 10in2-Methode nach Bernhard Ludwig.

Ich will wieder doppelt so viel Spass haben und nicht mehr doppelt so viel Kinn!

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Also ab jetzt nur noch jeden zweiten Tag etwas essen. An allen anderen Tagen auf die Aufnahme von Kalorien verzichten. Das heisst dann: Nur noch Wasser, Tee und Kaffee trinken und nichts essen. Im Regelfall sind das dann inklusive der Nacht davor und danach um die 36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme. Und das besondere diesmal: Ich starte kurz vor Weihnachten und berücksichtige dabei die Feiertage nicht, dh es wird keine sogenannten Jokertage geben. Nach meinem Rhythmus kann ich am 24.Dezember essen, auch am zweiten Weihnachtsfeiertag. Nicht aber bei einigen großen Familientreffen in diesen Tagen. Aber ich schaffe das, ganz bestimmt!