Vor wenigen Wochen erreichte mich schon über Presseaussendungen die Nachricht, daß der Fleischfabrikant Landhof nun auch ein Sortiment an fleischloser Extrawurst anbietet. Nun konnte ich das neue Produkt auch mal probieren.

Seit einigen Wochen darf ich ja als Protagonist der ORF Doku “Weg vom Fleisch?” mitwirken. Ich bin ja einer der noch gerne Fleisch isst, dabei aber schon ein schlechtes Gewissen spürt. Daher versuche ich weniger Fleisch zu konsumieren und dies auch nur in bester – also Bio-Qualität. Wurst war nie mein Ding. Wenn schon, dann richtiger Schinken. Also kein Formfleisch, zerlegt und wieder zusammengesetzt, mit diversen künstlichen Zutaten haltbar gemacht und mehr so grausiges Zeug.

Die “Feine Extra ohne Fleisch” hat mich nicht besonders neugierig gemacht. Denn, wie gesagt, esse ich auch keine konventionelle Extrawurst. Und ich halte “fleischlose Ersatzprodukte” für entbehrlich. Brauche also keine Cevapcici aus Tofu oder Schnitzel aus Seitan oder Leberkäse aus texturierten Sojaeiweiß. Als ich aber gestern im Markt Getränke holte gab es eine Verkostung der neuen Landhof Produkte. Das Logo sieht ja vielversprechend aus. Grüne Wiesen mit Hecken und einem Baum. Eine Kuh grast vor einem Vierkanthof. Und die kleine Kostprobe in einem Stück Semmel schmeckte tatsächlich so, wie es schon dem Kommisar Rex geschmeckt hätte. Zur genaueren Begutachtung wanderte sogleich ein Päckchen in meinen Einkaufskorb.

Natürlich bin ich ein neugieriger Mensch und darum hab ich mir im Internet gleich angesehen, wo denn dieser Vierkantbauernhof vom Logo liegt, also wo denn diese Produkte gefertigt werden. Gefunden hab ich dann das:

Was ich aber eigentlich an der ganzen Sache so richtig blöd finde: Die Verpackung. Eine extrem kleine Menge an Extra (80 g) ist in sehr viel Plastikfolie eingeschweisst. 80 Gramm. Zwei gescheite Extrawurstsemmeln gehen sich damit nicht aus. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere: Damals wurde man von der Thekenkraft sehr seltsam angesehen, wenn man irgendwas unter 100 g wünschte. Der Klassiker damals: Die Extrawurstsemmel um 5 Schilling (das sind heute so cirka 40 Cent). Der Betrag wurde damals noch mit Bleistift auf das Papier gekritzelt. Dort wo heute ein Klebeetikett draufkommt. Vor zwei Jahren startete ich ja den Versuch, mir Obst und Frischwaren im Supermarkt in mitgebrachte Behältnisse geben zu lassen. Ich erntete Erstaunen, Verwunderung … und zumeist Ablehnung. Die Klebeetiketten klebte ich bis zur Kassa zumeist auf meine Kleidung oder den Unterarm.

Aber egal: Soviel Kunststoff für eine lächerliche Wurstmenge ist mir einfach zuviel. Viel zuviel. Und pur – also ohne Semmel – schmeckt dieses Ersatzprodukt nicht wirklich gut. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe sagt mir auch: Da sind zu viele Dinge drinnen, die ich eigentlich nicht in meinem Essen drinnen haben will.

Danke liebe Landhof-Leute: War ein guter Versuch, leider nicht gelungen.

 

 

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