Eigentlich startete es nur als Vorsatz für ein Wochenende – nun habe ich bereits 24 aufeinanderfolgende Tage ohne Fleischprodukte in meiner Kost hinter mir. Und so kam es dazu:

Lafer's Backhendl im Steirereck

Lafer's Backhendl im Steirereck

Es war ein Donnerstag im späten Jänner. Mittags präsentierte Johann Lafer im Wiener Steirereck sein neues Buch “Meine Heimatküche” und inmitten von zahlreichen Prominenten durfte ich Kostproben seiner Rezepte probieren – allen voran: Backhendl und Wiener Schnitzel. Diese in hervorragender Qualität – so konnte ich einfach meine Finger nicht davon lassen, als die Kellner mit den Kosttellern öfters an mir vorbeistolzierten. Am Abend dann feierte unsere Firma den Einzug in ein neues Büro und das hervorragende Bio-Catering aus der Villa Berging versorgte uns mit exzellentem Fingerfood. Und wieder konnte ich nicht widerstehen. Zu oft hab ich zugelangt, zu viel Fleisch musste durch meinen Verdauungsapparat. Das spürte ich. Schon abends am Heimweg und erst recht in den Knochen und Gelenken am nächsten Morgen. Ich fühle mich dann immer etwas älter und unbeweglicher. Und das mag ich nicht. Also war der Vorsatz schnell gefällt: Über das Wochenende mal total auf Fleisch verzichten. Das fällt mir ja normal auch gar nicht schwer.

Die erste Challenge kam erst fünf Tage später, als ich im Familienkreis zum Essen eingeladen war und schon im Vorfeld signalisierte, daß ich mich beim Tafelspitz diesmal nur an die Beilagen halten werde. Und ich bin froh, daß dies an dem Abend nicht thematisiert wurde und ich frech und frei einfach nur von Spinat, Rösti und Gemüse mit Joghurt-Schnittlauch Sauce satt wurde. Was heisst eigentlich “nur”. Das war eine total leckere Mahlzeit, der es an nichts gefehlt hat.

In der Zwischenzeit gab es viel Lektüre über vegetarische Kost. Zum Beispiel Attila Hildmanns neues Buch “Vegan for Fun”. Ich entwickle mich zwar gerade in eine Richtung, in der es keinen klassischen Fleischersatz braucht (wo alles fleischliche durch zB Tofu oder Weizengluten ersetzt wird), aber ein paar interessante Rezepte habe ich auch dort gefunden. Da ich in den letzten Wochen sehr viel mit Linsen experimentiert habe und zum Teil auch Teigwaren wie Tarhonja damit supplementiere, klappte es auch mit der Verdauung wunderbar.

Irgendwie habe ich mir nicht von Tag 1 weg vorgenommen, kein Fleisch mehr zu essen. Aber desto länger diese Phase dauert, desto weniger habe ich Lust auf tierische Produkte. Bei meinen Eltern am Wochenende zu Mittag habe ich nur Reis mit gemischtem Salat gegessen, während der Rest der Familie Lungenbraten verzehrte. War nicht besonders ausgewogen meine Kost, aber das konnte ich durch vollwertiges Frühstück und reichlich Gemüse am Abend wieder wettmachen.

Am vorletzten Wochenende habe ich mit meinem kleinen Florian dann zum Einkaufen den Hofladen des Biogutes Annahof in Laab/Walde besucht. Wir durften auch die Tiere im Stall besuchen. Der Anblick all der kleinen Schweinchen, der freundlichen Rinder und gackerten Hühner war eine Freude. Ich wusste, daß diese – wenn auch ökologisch und sehr artgerecht gehalten – rein zur Fleischproduktion gehalten werden. Und irgendwie hat mir das dann ohnehin auch den Appetit auf Fleisch vermiest.

 

 

 

 

 

 

Die letzten Tage war ich dann in Deutschland. Zuerst auf der Biofach Messe in Nürnberg und dann noch ein Wochenende in Bayreuth. Die Messe war ein Genuss, an vielen Ständen gab es leckere vegetarische und vegane Gerichte zum Verkosten. Auch hier hat es für mich nicht unbedingt diese Ersatzprodukte wie “Vegarnelen” (Garnelenattrappen aus Soja) oder “Cevapcici” (aus Weizengluten) bedarft, es gab genug andere feine Gerichte.

Nur einmal bin ich von meinem unbewusst bewusstem Weg etwas abgekommen. Bei einer Einladung am Freitag abend vergass ich die Gastgeber zuvor über meine neuen Essensgewohnheiten zu informieren. ich war der einzige Gast und es wurde Fisch gekocht. Da habe ich dann ein kleines Stückchen gegessen. Es war gut, aber ich hätte auch ohne leben können, denn als Beilage gab es mit Orangenbulgur gefüllte Rote Beete. Eine Köstlichkeit für sich.

Wenn man dieses kleine Stück Fisch also übersieht, dann habe ich nun 25 Tage ohne Fleischprodukte gelebt und es geht mir sehr gut damit. Ich mag nicht ausschliessen, daß ich bald wieder mal ein Stück davon esse, aber brauchen tu ich es momentan nicht! Und das find ich gut so.

 

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