Wenn ich mir die Zutaten der verfügbaren Lebensmittel in den Supermärkten so ansehe, finde ich ganz viele Dinge, die da besser nicht drin sein sollten. Oder einfach nur in geringeren Dosen. Der österreichische Gesundheitsminister macht sich aber jetzt mal Sorgen wegen Salz im Brot … und wird mit einigen Bäckern initiativ.

Gemeinsam mit einem Kardiologen und Vertretern des backenden Gewerbes hat uns Gesundheitsminister Stöger gestern in der Bäckerei Mann – oder besser gesagt in der Brotfabrik Mann – die neue Kampagne zur Reduzierung des Salzgehaltes vorgestellt. Denn offenbar nimmt der durchschnittliche Österreicher zuviel Salz zu sich. Und gefährdet damit das funktionierende Herz-Kreislaufsystem. Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer meinte: “Was die medizinische Forschung in den letzten Jahrzehnten erreichte, macht der heutige Lebensstil der Menschen wieder zunichte”. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine maximale Tageszufuhr von 5 g Salz. Österreicher nehmen, sowie in den meisten anderen Industrieländern, täglich im Durchschnitt mehr als 8 g Salz zu sich. Das ist zuviel.

Jede Reduktion des überhöhten Salzkonsums ist ein Beitrag zur Gesundheit. „Zwischen der Aufnahme von Salz durch die Nahrung und dem Blutdruck besteht eine direkte Beziehung“, erläutert der Wiener Kardiologe Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer, „wie zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt haben, erhöht sich bei einem Salzverzehr von mehr als 5,8 g pro Tag der durchschnittliche systolische Blutdruck innerhalb kürzester Zeit um 3 bis 6 mmHg, der diastolische Blutdruck steigt um 2 bis 3 mmHg. Und Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten.“ Herz-Kreislauf-Krankheiten stellen nach wie vor die Todesursache Nummer 1 in Österreich.

Innungsmeister Josef Schrott (c) ÖBäZ Verlag Almer

„Wenn wir weniger Salz zu uns nehmen verringern wir das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen drastisch. Es freut mich sehr, dass die Bäcker gemeinsam mit mir die Initiative ergriffen haben und den Salzgehalt in ihren Produkten schrittweise reduzieren.“ meint Gesundheitsminister Stöger. Der Innungsmeister der Bäcker hat damit bereits begonnen: Josef Schrott führt in Wien eine Bäckerei mit fünf Filialen. Und im Gegensatz zu Gastgeber Kurt Mann steht Schrott sicherlich frühmorgens selber noch in der Backstube und weiss, wie sich das Salz im Teig beim Kneten anfühlt. Sein Aktionsplan sieht vor, den Salzgehalt im Brot bis 2015 schrittweise um insgesamt 15 Prozent zu senken. Dies wird auch mit entsprechender Info an den Konsumenten konsumiert. Das man das geschmacklich merkt, kann ich mir kaum vorstellen. Wird Brot ja selten alleine verzehrt. Und irgendwo denk ich die ganze Zeit an das beliebte Schmalzbrot beim Heurigen ! Da ist der Salzanteil im Brot wohl das geringste Gesundheitsrisiko.

Die Aktion “Weniger Salz ist g’sünder” wird übrigens vorerst von 113 Bäckern mit insgesamt 350 Filialen umgesetzt, was einen etwas schwachen Marktanteil von 20 Prozent beträgt. Aber es ist natürlich auch als erster Schritt zu sehen, in der Bewusstseinsmachung beim Konsumenten. Der möglicherweise andere mitreisst und als Initialzündung wirkt. Ich freu mich jetzt schon auf ähnliche Pressekonferenzen über Zuckergehalt, Verwendung von Geschmacksverstärkern und vielem anderen wirren Zeugs in unserer Industrienahrung.

One Comment

  1. Kay
    9:38 pm on March 8th, 2011

    Hallo Micky, ich finde leider keine Mailadresse, daher hier über einen Kommi… ich habe selber 50 Kilo abgenommen und einen Blog, auf dem ich über meine Erfahrungen und die anderer berichte. Nun wollte Dich fragen, ob Du auch Lust hättest, mir ein paar Fragen für meinen Blog zu beantworten. Lust? Liebe Grüße! Kay // kay (at) abnehmen-minus50 (punkt) de