Ja, ich bin glücklich, fühle mich grad ein bisserl in Balance, aber trotzdem gibt es Tage … Da könnte man…. (hier bitte die Lieblings-Schimpftiraden reindenken)

Wien ist gerade kalt, sehr kalt. Und das sogar relativ spät im Winter, zu einem Zeitpunkt wo man meteorologisch bald vom Frühling spricht. In wenigen Tagen dürfen sogar die Schanigärten wieder aufmachen. Sei es drum. Es hat grad – 12°C und ich bin trotzdem gerne draussen. Obwohl ich mir gerade mit dem Gehen ein wenig schwer tu. Letzte Woche nach 2 Stunden im Wasser (Schwimmen und Aquagym) bin ich wohl zu lange nachher bei Minusgraden auf der Metallbank der Bushaltestelle gesessen. Vielleicht hab ich auch einfach zu viel Bewegung gemacht (ja, das kanns auch bei mir geben). Am nächsten Tag war ich auf alle Fälle sehr in meiner Bewegung eingeschränkt. Zwischen Becken und linken Knie gab es Schmerzen, die mich zeitweise beinahe zum Heulen gebracht haben. Zumindest haben sie die Tränen in die Augen schiessen lassen.

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Dadurch ist der Blutdruck fast durch die Decke geschossen. 17o zu 130 waren in der Früh dann doch etwas zu hoch. Am Weg in die Firma wegen Schwindel dann doch gleich ins Ambulatorium. Seither darf ich ein blutdrucksenkendes Präparat einnehmen, Alkohol ist zeitgleich verpönt. Ungewohnt, aber wohl gut. Heute, also 7 Tage später – 7 Tage mit stetig fallenden Schmerzen und Blutdruck und gänzlich ohne Alkohol, war ich zur Kontrolle beim Doc. Er war zufrieden. Wenngleich auch die Aktien mancher Brauereien und Destillerien deswegen fallen, meine steigen jetzt gerade ernorm – sagt zumindest der Doc. Und den mag ich.

9 kg sind in den letzen Wochen runtergepurzelt, bin grad recht glücklich, trotzdem waren die Stunden danach keine leichten. Die Tabletten machen mich sehr müde und teilweise fühle ich ich auch körperlich etwas schwächer. Als ich nach dem Arzttermin zum Büro kam, hatte ich schon über 8000 Schritte in den Beinen (7500 ist das aktuelle Ziel pro Tag). Ufff. Und dann geht der Lift nicht. Paar Stockwerke höher höre ich den Elektriker/Servicetechniker, der mir zuruft, dass es sicher noch Stunden dauert. Heute hab ich aber absolut keine Kraft, meinen Körper die 3 Stockwerke im Altbau hochzuziehen. Das ging einfach nicht mehr. Auf zur U-Bahn, nach Hause und Homeoffice. Am Weg dorthin dann ein älterer unfreundlicher Knilch mit einem Hund. Schon aus der Ferne starrt er mich kopfschüttelnd an und je näher er mir kommt, hör ich auch seine leise gemurmelten Worte. “So blad, des gibts ja net. Oida, sowas gibts ja net”. Ich hab mich umgedreht, bin einige Meter mit ihm zurück und forderte ihn auf, sich zu entschuldigen. Er hat weiter und immer lauter geschimpft. Unglaublich. Manchmal fühle ich mich so stark und lass die verachtenden Blicke der Passanten an mir runterfallen. Heute hat es richtig weh getan. So richtig weh.

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Am Weg heim bin ich einfach nur traurig. Das ich grad 3 Stöcke nicht schaffe, dass mich Passanten anpöbeln. Und das beste kommt noch: Daheim in Liesing angekommen geht der Lift in meine Wohnung auch nicht. Also nun doch 3 Stöcke per pedes gegangen. Langsam, aber geschafft. 2 Stunden später bin ich dann nochmal übermütig geworden. Toll motiviert, mehr Bewegung, raus mit mir! Also nochmal anziehen und zur Bücherei ein Buch zurückbringen. Mit dem Risiko, die 3 Stockwerke nochmal hinaufgehen zu müssen. Hinunter gehe ich sie auf alle Fälle mal. Am Weg dann 3 Mütter mit ihren kleinen Kindern. Im vorbeigehen sagt dann ein etwa 3-4 jähriges Mädchen: “Uh, der Mann ist aber dick”. Ich gehe weiter, diesmal finde ich es aber lustig, bei Kids verstehe ich das, die sagen einfach was sie denken. Auch gut so. Ich gehe weiter, dreh mich nicht mehr um aber rufe laut:”Sogar sehr dick”. Beim Heimgehen mache ich noch mal eine Extrarunde von 1000 Schritten und bin dann aber doch froh, dass der Lift doch wieder funktioniert daheim.

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