Zum letzten Jahreswechsel hab ich den Vorsätzen abgeschworen. Eigentlich ging es mir eh gerade sehr gut und alles ist in die richtige Richtung gelaufen. Aber schon den Vorsatz, keinen Vorsatz mehr zu haben, habe ich gebrochen: Zu Beginn der Fastenzeit – nach einer lang anhaltenden Phase von “Süsses reinfressen” – habe ich mir vorgenommen, für die nächsten 40 Tage mal auf Süsses zu verzichten.

Ach war ich tapfer: Schon den ersten Tag, den Aschermittwoch habe ich heldenhaft mit meinem Vorsatz überstanden. Keine Nussschnecke nach dem Mittagessen, an den Zuckerln in der Büroküche vorbei ohne nur einen Blick darauf zu werfen und in den Tee keinen Honig mehr.

Was mein Gewicht betroffen hat, war ich zuletzt ja mal gar nicht so unzufrieden. Langsam aber stetig ist es gesunken und im letzten Jahr habe ich nun schon über 45 kg verloren. Aber auf diesem, meinem hohen Niveau braucht es nicht viel Anstrengung dazu. Da nimmt man schon ab, wenn man normal ist. Aber normal habe ich halt nicht mehr gegessen. Es war zuviel Süsszeux: Faschingskrapfen, Laugengebäck, Zuckerln, Punschkrapfen und so ziemlich alles, was der Bäcker aus Maroni machen konnte.

IMG_3210

Auch am zweiten Tag, dem Donnerstag konnte ich widerstehen. Es schien alles so einfach und schwerelos zu gehen. Und die laufende Müdigkeit, die ich auch auf den hohen Zuckerkonsum zurückführte, blieb aus. Bis dann der Freitag kam. Ich habe meinen Sohn von der Schule abgeholt und dann hatten wir 90 Minuten Zeit bis zu einem Termin bei einer Fernsehaufzeichnung. Es hat sich nicht ausgezahlt, nach Hause zu fahren, so sind wir bisserl herumgebummelt und waren shoppen .Den Rest der Zeit haben wir wartend in einer Konditorei verbracht. Anfänglich nur mit Kaffee (mein Sohn Kakao). Aber das Sitzen in einer Konditorei – mit dem Blick auf die Vitrine – war meinem Vorsatz nicht zuträglich. An Tag 3 meiner Vorsätze habe ich sie mit einer Karottentorte gebrochen.

Tag 4 hab ich gleich alles draufgehauen und __ (hier bitte eine hohe Zahl einsetzen) Kalorien durch Nusskipferln und Blaubeermuffins zu mir genommen.

Immerhin: 2,5 Tage haben meine Vorsätze gehalten. Und wieder ein neuer Vorsatz: Keine Vorsätze mehr machen!

Zur Veröffentlichung meines Buches gab es die ganze Woche lang intensive Pressekontakte. Das war zusätzlich zu meinem Daytime-Job dann doch sehr intensiv und anstrengend und nun am Wochenende kann ich mich ein wenig – und durchaus stolz – zurücklehnen.

In 2 Tagen ist die offizielle Erstpräsentation in der Thalia-Buchhandlung auf der Wiener Mariahilferstrasse und es gab bis dato bereits 3 Fernsehbeiträge, diverse Artikel in der Presse im deutschsprachigen Raum und ein Interview für den deutschen STERN, das bei unseren Nachbarn schon die ersten Wellen geschlagen hat und weiteres Medieninteresse aus Deutschland nach sich gezogen hat.

Gestartet hat es letzten Samstag mit einem Bericht auf “Bewusst Gesund” im ORF:

Rechtzeitig zum Start der Fastenzeit folgte ein TV Bericht, der für das ORF Lokalprogramm SALZBURG HEUTE gedreht wurde, dann aber auch am selben Tag in ÖSTERREICH AKTUELL bundesweit ausgestrahlt wurde.

Am Freitag durfte ich dann beim Wiener Sender W24 im Rahmen der Buchvorstellung der Woche “Micky halbiert sich (nicht)” präsentieren.

<iframe src=’https://www.w24.at/embed/14010?time=1056′ frameborder=’0′ allowfullscreen></iframe>

 

 

 

 

Seit einigen Tagen lacht mich das Fast Food Unternehmen mit dem großen gelben M mit einer neuen Kampagne von den Plakaten an. Es gibt an den Theken des Selbstbedienungsrestaurants – liebevoll auch Schachtelwirt genannt – nun offenbar auch eine “Signature Collection”.

IMG_3200

Was ist eigentlich ein Signature-Gericht? Wikipedia sagt mir folgendes: Als Signature Gericht bezeichnet man im engeren Sinne eine Speise, die die unverkennbare Handschrift des verantwortlichen Kochs trägt. Im besten Fall findet sich in dieser Speise die gesamte kulinarische Philosophie und Kreativität sowie die Kunstfertigkeit eines Koches oder Konditors. Beim Schachtelwirt wäre das für mich seit jeher der Big Mäc. Aber anders als der Big Mic, so wie er in der Schachtel über die Bude gereicht wird, schaut das Ding auf den Plakaten ja wirklich nach Essen aus. Ich kann ab und an auch nicht um den Schachtelwirt umhin kommen. Sagen wir mal alle 6 Wochen falle ich mal am Heimweg auf eine Portion Pommes oder einen 1 € Cheeseburger in den Laden. Mittlerweile hat man dort die Selbstbedienung noch um Selbstbestellungsstationen erweitert. Man muss nach dem automatischen Bezahlvogang nur noch auf seine Nummer am Display warten – also quasi bis man wie beim Arzt aufgerufen wird – dann holt man sich sein Schachterl oder Sackerl. Die Schachterln und Sackerln sind in unserem Alltag noch allgegenwärtiger als das als Essen angepriesene Zeugs beim Schachtelwirt. Denn die Verpackung fliegt in ganz Liesing herum. Die Cheeseburgerpapierln an denen noch die letzten wie Kunststoff anmutenden Reste des Käses kleben, trägt der Wind am weitesten. Manchmal liegen aber auch die großen Kartons und Sackerln schon einige hunderte Meter vom Schachtelwirt entfernt am Boden. Das ist aber nicht nur der Wind. Das klassische Schachtelwirtpublikum ist es gewohnt, leere Verpackungen einfach fallen zu lassen. Die ganz sportlichen von ihnen werfen den Mist auch mit Anlauf in die Liesing. In Gruppen versammelt, werden damit auch gerne Enten gefüttert. Schachtelzeugs mit Mehrwert also. In deren Augen.

Das ist aber nur der eine Teil, der mich bei dem Laden ärgert. Die viele Verpackung. Dass der Schachtelwirt in Liesing zum sozialen Zentrum geworden ist, das mag nun komisch wirken, darüber will ich mich nicht ärgern. Viel anderes gibt es für die Jugend in der Umgebung ja leider eh nicht. Und ehrlich gesagt: Als ich so 14 oder 15 Jahre alt war, war der McDonald in der Annagasse/Innenstadt ja auch der Stützpunkt für Unternehmungen rund um die Kärntner Strasse. Etwas später hat diese Funktion dann der Donnerbrunnen übernommen.

Was mich aber an dem neuen Plakat am meisten erfreut: Der Schachtelwirt gibt offen zu, wofür das Wort Qualität in seiner Art von Gastronomiebetrieb steht. Nämlich für Gewicht. Was ein Gastrosoph also unter Quantität verstehen würde, das nennen die Leute unter dem großen gelben M also Qualität. Aha. Irgendwie muss ich jetzt kurz an meinen Großvater denken. Seine Restaurantempfehlungen richteten sich ausschliessliche nach der Größe der dortigen Portionen. Dass dieses Zeug oftmals nicht zu essen war, wurde nicht diskutiert. Hauptsache es war viel. Na gut. So sieht es der Schachtelwirt also auch. Mir ist das aber etwas zu viel. Ich mag eher gut. Und damit werde ich dort sicher nicht fündig.

Es ist nun fast 7 Jahre her, da mich Kiwi TV, die Produktionsfirma von Barbara Stöckl, einen Tag begleitet hat und als Einleitung für meinen Auftritt in der Hauptabendsendung “Bewusst Gesund: Österreich speckt ab” einen kleinen Film über mich und meinen Blog drehte (siehe: hier). Im letzten Jahr wurde der Beitrag an einem Samstag nachmittag wiederholt. Nun war es wieder soweit.

IMG_2881

Da ja aus meinem Blog und dem Versuch, mich zu halbieren nun schlussendlich doch ein Buch wurde, hat mich das Fernsehteam wieder besucht. Daheim wurde ich gefragt, welche Motivation schlussendlich zu dem Buchprojekt führte, und warum nun nach MICKY HALBIERT SICH noch das (NICHT) aufscheint. Nun, es ist mir ja auch nicht gelungen. Das Halbieren nämlich. Und Vierteln war ja auch nicht das Ziel. Ein Viertel ist nämlich schon weg. Na gut.

Dann waren wir noch etwas spazieren und schlussendlich hat mich das Team in die Aquagymnastik begleitet. Die Kolleginnen und Kollegen, die jede Woche Montag und Mittwoch mit mir das Becken teilen, hatten zu gestimmt und so konnte mich das TV Team auch bei meiner so geliebten Wassergymnastik filmen. Nun, wenn ich an die Unterwasseraufnahmen mit der GoPro denke, dann könnte das schlussendlich wie eine Naturfilmdoku über sterbende Wale aussehen. Nur Spass natürlich. Aber es war schon ungewöhnlich. Ich hoffe, die Aufnahmen sind nicht zu unappetitlich, denn nicht, daß dem ORF dann schon im Vorabendprogramm die Zuseher wegbrechen, nur weil sie solch schockierende Bilder sehen werden!

Wann? Am Samstag, 2.März 2019 um 17.30 auf ORF 2 im Rahmen von “Bewusst Gesund”.

aquagymorf1

Im Pressetext zu dieser Sendung steht:

Vor neun Jahren startet Micky Klemsch sein Projekt – er will sich halbieren. Ganze 100 Kilogramm will der Wiener abspecken und schreibt zur Motivation einen Blog darüber im Internet. Doch sein Vorhaben erweist sich als schwierig. Immer wieder fällt er in seine alten Muster und nimmt zu. Mit psychologischer Unterstützung hat der 51-Jährige mittlerweile einen Weg gefunden, mit sich und seinem Gewicht gut umzugehen.

00F3BDB9-11DC-43C5-AFB5-5CF951BE2498

Na ich bin schon gespannt!

PS.: Die grünen Flecken auf meiner Backe sind die Überbleibsel meiner Zahn OP, die 10 Tage vor dem Dreh über die Bühne gegangen ist

IMG_2887