Schon bei der Abnahme der Orthese hatte ich gehofft, gleich wieder radeln zu können. Die Ärzte haben mich aber noch gebremst. Nun war es endlich wieder soweit.

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Fahrradfahren ist für mich weniger ein Sport, sondern mein Fortbewegungsmittel. Damit bin ich schnell beim Einkaufen, flott im Bezirk unterwegs und manchmal fahre ich sogar die 12 km in die Arbeit damit. Da fehlt mir aber im Moment noch die Kondition. Aber es war wirklich schon höchste Zeit, daß ich nach fast 4 Monaten Pause wieder auf dem Drahtesel herumgedüst bin.

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Gedüst ist wohl ein wenig übertrieben, weil ich bin es natürlich vorsichtig angegangen. Gerade beim Bremsen und Absteigen spüre ich noch mein Armgelenk extrem. Die Bewegungsfreiheit ist ja noch sehr eingeschränkt, die Kraft kommt aber langsam zurück. Mit meinem Sohn, der ja zu Ostern erst sein neues Radl bekommen hat, sind wir auf den kleinen Bikepark nach Perchtoldsdorf geradelt. Ich hab mich dort entspannt und er hat sich ausgetobt. Fahrradsaison, du bist für uns hiermit eröffnet!

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In den letzten Wochen seit dem Unfall hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Auch über Abnehmen. Leider waren es nur Gedanken. Denn bei über 8 Wochen Krankenstand fällt einem die Decke schon auf den Schädel. Und Nahrungsaufnahme zählt da zu den wenigen Glücksmomenten.

Nach 10 Tagen kam ich aus dem Krankenhaus und schon davor plagten mich große Ängste. In vielen Lebenssituationen bin ich auf beide Hände angewiesen. Wie werde ich vom Sofa oder aus dem Bett aufstehen. Dort stützte ich mein Gewicht immer auf beide Hände. Wird sich das auch mit einer ausgehen? Wie manipuliere ich mit nur einer Hand? Gut, diese Befürchtungen waren unbegründet und vieles hat funktioniert. Anfangs war ich einfach einmal froh wieder zu Hause zu sein. Meine Frau, die sich von mir trennen wollte blieb noch einige Zeit und war anfänglich natürlich eine große Hilfe.

3 Wochen nach der Operationen hatte ich einen steifen Gips bis zur Schulter. Für weitere 4 Wochen bekam ich eine Orthese, mit der man im Ellbogen schon etwas Beweglichkeit hatte. Wirkte irgendwie wie Robocop. War aber wirklich schon viel angenehmer, da man sie auch selber öffnen konnte im Notfall und auch zum Duschen runternehmen konnte.

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Erschrocken bin ich allerdings, als ich die beiden langen Narben an beiden Seiten der Beugung gesehen habe. Bin ohnehin ein kleiner Schisser was sowas betrifft und kann auch kein Blut sehen, dieses frankensteinesque Bild hat mich aber besonders geschockt.

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Trotz Krankenstand habe ich daheim natürlich viel gearbeitet, mein Craft Bier Magazin fast im Alleingang fertiggestellt, und auch alles getan, was man mit so bisserl Einschränkung daheim tun kann. Allerdings war es doch sehr sehr langweilig. Dem wurde durch kräftiges zulangen im Kühlschrank oder den Vorratskästen abgeholfen. In diesen Wochen ist mein Gewicht leider wieder enorm hochgeschossen, Bewegung war ja nicht wirklich viel drinnen (Bis zu den Vorräten sind es nur paar Schritte).

Die Physiotherapie wird nun nach endgültiger Abnahme der Orthese noch 10 Wochen dauern. Aber ich werde sukzessive immer mehr machen können, besonders auf das Radfahren freue ich mich wieder. Nach der Trennung lebe ich in meinem Haushalt alleine, da gibt es jetzt mal genug anzupacken.