Nach den letzten Befunden in der Magnetresonanz sitzt der Schock noch tief. Aber auch der Ärger – über mich selbst. Denn anstatt den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, stagniere ich nun seit fast 2 Jahren mit dem Gewicht. Sicherlich auch ein Grund, warum es mit dem Knie so weit gekommen ist.

Natürlich dominierte anfänglich die Wut über den Orthopäden, der vor 2 Jahren nur durch ein Röntgen eine Diagnose erstellte. Ich bekam Einlagen verordnet (“Das wird schon wieder, sie werden sehen”). Schön damals war mein Meniskus lädiert und durch einen schnellen Eingriff wäre der heutige Schaden und die Gelenksabnützung zu vermeiden gewesen. Grrrr.

Aber natürlich liegt auch ein großer Teil der Schuld an mir. Die Gelenke hätten sich nicht so abgenützt, der fortgeschrittene Stand der Arthrose wäre nicht so bedenklich, wenn ich früher geschafft hätte, auf ein normales Gewicht zu kommen. Da muss ich mich vor allem auch selber an den Haaren nehmen. Klar, kurz vor meiner Hochzeit im Juni hab ich noch mal ein paar Kilos purzeln lassen, damit ich in meine Wunschkleidung passe, aber danach war es schon wieder flau mit all den Vorsätzen:

Es ist zum verzweifeln

In den Flitterwochen hab ich es mir einfach gut gehen lassen, da gehört üppiges Essen und Alkohol dazu, aber daran will ich nicht verzweifeln, denn es war einfach schön in Irland und wir haben genossen. Und das soll auch so sein. Aber nachher hätte ich mich einfach wieder ein wenig zusammenreissen müssen. Aber statt abzunehmen habe ich von Juli bis jetzt wieder ein paar Kilo zugenommen. Und das hätte wirklich nicht sein müssen.

Jetzt, wo ich vermutlich kurz vor einer größeren Operation am Knie stehe wünsche ich mir folgendes: Eiserne Disziplin für die nächsten Wochen. Morgen bin ich dann beim Arzt, der mir alles genau erklären wird. Vielleicht irre ich auch in meiner Annahme und es ist gar nicht so schlimm. Wenn aber eine große Operation ansteht, dann werde ich um Aufschub bitten. Würde echt noch gerne einiges an Gewicht verlieren, um die Strapazen der OP und insbesondere die Reha danach leichter zu überstehen. Also … die Spannung steigt. Das Gewicht mit Sicherheit nicht mehr.

Eigentlich mag ich Fotos von mir. Also gute Fotos. Es gibt sie nicht oft, aber es gibt sie. Mit gute Fotos meine ich übrigens keine Bilder hoher künstlerischer Qualität, sondern Aufnahmen, auf denen ich nicht zu dick aussehe und es so wirkt, als hätte ich einen Restbestand an Haar am Schädel. Es gibt aber auch Aufnahmen von mir, die ich hasse.

Ein aktuelles Foto vom Oktober 2013!

Ein aktuelles Foto vom Oktober 2013!

Zu den ungeliebten Aufnahmen zählen natürlich sämtliche Automatenbilder, die von kleinen grauen Kästchen entlang der europäischen Autobahnen gemacht wurden. Ich finde man zahlt für solche Aufnahmen einen unverschämt hohen Preis. Vergleicht  man sie mit herkömmlichen Automatenbildern in Bahnstationen oder Supermärkten sind sie qualitativ auch nur unwesentlich besser. Mittlerweile bin ich schon 1 Jahr ohne Auto, diese teuren Bilder gehören also ohnehin der Vergangenheit an. Die andere Art von Aufnahmen, die ich nicht mag, sind die Röntgenbilder. Gerade eben habe ich wieder ein paar Schnappschüsse bekommen, die gar keine Freude bereitet haben. Genaugenommen stürzten sie mich kurzfristig in schwere Verzweiflung.

MRT

Es war gar nicht so die Art, wie die Bilder geknippst wurden, die mich störte. Die Technik der Magnetresonanz fand ich sogar höchst spannend. Irgendwie ist es sogar lustig, in so eine Röhre geschoben zu werden und für 15 Minuten mit einem Kopfhörer schallgeschützt absolut ruhig daliegen zu müssen (im Nachhinein fühlt sich das zumindest lustig an). Klingt vielleicht auch daher etwas entspannter, weil der Kopf in meinem Fall ausserhalb der Röhre blieb – Wirklich ganz drinnen möchte ich das eigentlich niemals erleben müssen. So richtig blöd fand ich die Aufnahmen, als ich sie einen Tag später abgeholt hab. Normal mag ich ja schwarz-weiss Bilder. Sie haben eine Stimmung in die man noch selber viel hineinfantasieren kann. Aber bei Knochen, Bändern und Sehnen?

Foto-2

 

So also schaut mein rechtes Knie aus, und der Verdacht meines Facharztes bestätigte sich laut dem Befund wohl:

Verdacht auf Meniskusläsion mit relativ ausgeprägtem Kniegelenkserguss.

Varusgonarthrose Grad 3

Chondrommalazie Grad 2 retropatellar

ausgedehnte Bursitis präpatellaris

Gut, ich hatte Latein in der Schule. Hab darin sogar meine Matura bzw Abitur bestanden. Aber alles was ich heute davon noch in Erinnerung habe wurde gerade mal durch Asterix-Lektüre warmgehalten. Veni, Vidi, Vici … und so. Aber all das kam in dem Befund nicht vor. Also hab ich ein bisserl gegoogelt und ich rate jedem anderen Patienten: Tun sie das nicht. Es kann nur beunruhigen und bis zum eigentlichen Arzttermin schlaflose Nächte bereiten. Denn folgendes hab ich nun übersetzen lassen: Der Innenmeniskus ist wahrscheinlich gerissen und auf der rechten Seite werd ich wohl ein neues Kniegelenk brauchen.

Ich hasse solche Fotos.