Die erste Woche 10in2 (nach der Idee von Bernhard Ludwig) ist um und für mich war es keine komplette. Aus aktuellem Anlass bin ich vor dem Wochenende gekippt und setze erst heute wieder fort.

Der Start am Anfang letzter Woche war recht erfolgreich. Muss dazu sogar gestehen, daß ich es mir nicht so einfach vorgestellt hätte. Einen kompletten Tag nichts zu essen und nur Wasser, Tee oder wenig Kaffee zu trinken war einfach unvorstellbar. Aber es ging. Es ging sogar gut. Es gab einige Momente, wo es tatsächlich schwer war: Zu Mittag wenn alle Kollegen zu essen beginnen und Essensdüfte aus jedem Eck kommen. Und auch gleich der Verzicht auf das Frühstück am morgen, das für mich bis jetzt immer sehr wichtig war und genussvoll zelebriert wurde. Aber täglich ab 15.00 Uhr hat sich ein sehr angenehmes Gefühl eingeschlichen.

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Der Tee am späten Vormittag war eine Wohltat. Am zweiten Tag, dem Mittwoch ist es mir noch einfacher gefallen, weil ja der Zweifel – der am Montag noch mitgeritten ist – jetzt weg war. Einen Tag hatte ich ja schon geschafft. Das einzig unangenehme an diesen ersten 5 Tagen war aber die Verdauung. Es gab zwar keine peinlichen Zwischenfälle oder ähnliches, der Körper stellte sich allerdings um: Die klassische Angewohnheit, vor dem aus dem Hause gehen noch einmal auf den Topf, funktionierte nicht. Es gab einen ganzen Tag ohne Stuhlgang und das macht mich immer etwas nervös.

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Ab Freitag hat in Wien dann die Biorama Fair Fair stattgefunden, eine nachhaltige Ausstellung, die ich mit einem tollen Team aus unserem Verlag organisierte. Die ganze Woche schon machte ich Pressearbeit. Mittwoch früh war ich zu Gast im Studio von Radio Superfly.fm. Danach mit dem Fahrrad über den Wiener Naschmarkt ins Büro zu düsen war eine recht blöde Kombination aus guten Düften zur Frühstückszeit und Nullertag. Aber geschafft.

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Donnerstag abends waren wir dann bei Guten Abend Wien beim Stadtsender W24 zu Gast, danach hab ich noch fein gegessen, denn Freitags war ja ein Nullertag angesagt. Aber genau den konnte ich nicht einhalten: Der Vormittag war dem Aufbau gewidmet: In brütender Sonne galt es zu tragen, zu schieben, herumzueilen und dabei hab ich mich nicht wirklich wohlgefühlt. Die Kombination aus großer Hitze und körperlicher Anstrengung (ich bin ohne Frühstück immerhin auch schon die 12 km mit dem Rad in die City gefahren) waren mir zuviel. Dazu noch all die verlockenden Angebote unserer kulinarischen Aussteller und meine stündliche Bühnenpräsenz als Moderator. Gegen 14 Uhr habe ich mir dann ein Brot beim Bäcker geholt und dazu Kaffee getrunken. Etwas später wurde es dann auch ein Bier. Oder eigentlich mehr Bier. Später dann auch mal Wein. Gegessen hab ich trotzdem fast nichts, aber viel zu viel getrunken. Mein dritter Nuller Tag war ein richtiger Umfaller.

Samstags durfte ich dann auf der Bühne mit Bierpapst Conrad Seidl über Bier plaudern, das ging nicht ganz ohne kühlem Getränk. IMG_1487

Ab dieser Woche will ich es wieder genau im Plan weiterführen. Der Montag als Einsertag war mein Geburtstag, das passte ja. Ab heute Dienstag steig ich wieder voll ein. Denn immerhin habe ich in der letzten Woche trotz Umfaller über 2 kg abgenommen. Und das finde ich wieder richtig gut!

Logbuch 8.Juli 2013. Der erste Tag in meinem Leben ohne Essen. Fast 36 Stunden nur Wasser, Tee und Kaffee. Ab heute nenne ich sowas einen Nuller.

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Nach monatelangem hadern und zögern versuche ich es nun entgültig. Nein, ich versuche es nicht – ich mache es einfach. Mit dem heutigen Monat starte ich in das vom Kabarettisten & Psychologen Bernhard Ludwig initiierte Programm 10in2. Kurz zusammengefasst: Ab heute werde ich abwechselnd einen Tag nichts essen, jeden zweiten Tag wiederum essen was und soviel ich will. Das Buch dazu habe ich schon vor Monaten gelesen, für meinen Start habe ich es immer in meiner Nähe, aber nocheinmal nachlesen möchte ich nicht.

Schon den ersten Ratschlag befolge ich nicht: Es wird empfohlen, einen Umstiegstag zu machen. Am Tag vor dem ersten Nuller sollte man die Speisen extra lang kauen, bis sie eigentlich schon breiig von der Mundhöhle in den Magen sausen. Darauf pfeiff ich. Weiss nicht warum, aber wahrscheinlich bin ich einfach zu faul. Hoffentlich bin ich dann am ersten Nuller auch zu faul zum Essen.

Ich zweifle eigentlich nicht mehr an diesem Programm – zu viele Bekannte in meinem Umfeld praktizieren es höchst erfolgreich – sondern ich zweifle an meiner Disziplin. Bekomme ich doch schon Zustände wenn ich mal bis Mittag keinen Bissen zu mir nehme. Der Morgen ohne Frühstück ist noch halbwegs gegangen. Hab grad vor dem wegfahren noch ein großes Glas Wasser getrunken, aber auf alles andere gänzlich verzichtet. Mit dem Fahrrad in die Firma hab ich mich einmal in die Arbeit gestürzt. Erst Mittags, als die ersten Kollegen sich Essen holten und es im Büro nach köstlicher Nahrung roch, kam das erste Unwohlsein. Zwar gab es ein kleines Zwicken im Magen das mir wohl sagen wollte: “Hallo ich brauch was!”. Aber der eigentliche Mangel war offensichtlich in der Gewohnheit verankert. Es fehlte mir einfach, eine Pause zu machen und mal etwas anderes zu tun. Die klassischen 20 Minuten mittags waren weg. Und das fühlte sich für ungefähr 90 Minuten wirklich nicht gut an. Die Gedanken kreisten nur um das eine Thema. Meine Frau meinte: “Es ist heiss, du fährst mit dem Fahrrad – ist das nicht zu viel?” Wenn es mir schlecht ginge, solle ich gleich einen Apfel oder so essen. Wann ist der Zeitpunkt, wenn es mir schlecht geht? Wenn ich das Gefühl habe, ich würde jetzt gerne was essen oder wenn ich körperliche Beschwerden habe?

Körperliche Beschwerden gab es gar keine. Nur das Unbehagen, daß ich gewöhnliche Abläufe nicht einhalte. Gegen 15 Uhr war das vorbei. In der Zwischenzeit hatte ich über einen Liter Wasser und eine große Kanne Tee getrunken. Das änderte sich auch nicht mehr. Über die sozialen Netzwerke erfuhr ich durch Austausch, daß noch mehr Bekannte bereits 10in2 praktizieren und immer mehr Erfolgserlebnisse werden mir zugetragen. Nicht nur was Abnehmen betrifft. Gesundheit und Wohlbefinden im Allgemeinen.

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Abends moderierte ich eine Quizveranstaltung und auch dort outeten sich 2 Gefährten zu diesem Ernährungsprogramm. Ich war immer mehr erstaunt, wieviele Menschen das praktizieren. Nicht umsonst ist das Buch von Bernhard Ludwig schon seit Monaten im Spitzenbereich der Sachbuchverkaufslisten. Während hier neben mir ein Burger nach dem anderen gegessen wird, und die Kellner Bier und Potatoe Wegdes im Akkord an mir vorbeitragen, bleibe ich gelassen und nuckel an meinem Mineralwasser. Bekannte berichten mir von enormen Kopfschmerzen, die sie an den ersten Nuller Tagen hatten – ich merke nichts!

Ohne einen einzigen Bissen fester Nahrung setze ich mich spätnachts auf mein Fahrrad und kurbel heim. 20 km waren es diesen Montag und es hatte zumeist um die 28°C. Trotzdem fehlt mir nachts, als ich ins Bett falle nichts. Ich vergesse sogar aufs Zähneputzen. Wozu sollte man auch Zähneputzen nach 26 Stunden “auf Wasser”. Ich werde gerügt und putze trotzdem. Eh klar.

Am nächsten Morgen habe ich nicht einmal Heisshunger. Das Frühstück (also großer Kaffee und üppige Portion Porridge mit Früchten) geniesse ich sichtlich. Meinen Vorsatz, daß Haus nicht ohne morgendlicher erfolgreicher Sitzung am Topf zu verlassen, kann ich heute auch vergessen. Wo nix ist, kann auch nix kommen. Gut so! Ich radle in die Firma und esse einen Tag wieder ganz gewöhnlich. Nicht mehr oder nicht weniger als früher auch.

Und ich bin schon irgendwie stolz: Fast 36 h waren das ohne Essen an meinem ersten Nuller. Es war leichter als ich dachte.

Im Oktober 2010, also vor fast 3 Jahren, hab ich hier über ein neues “Diät”-Programm geschrieben, daß vom Kabarettisten Bernhard Ludwig präsentiert wurde. Ich fand es lächerlich, absurd – es widersprach fast allem, was ich für natürliche Ernährung hielt.

Vor einigen Monaten war ich dann zur Buchpräsentation geladen. Bernhard Ludwig präsentierte im intimen Kreis einiger Anhänger im Wiener Stadtsaal das Buch zum Programm. Diesmal untermauert mit den Statements einiger Fachleute. Einer der Kommentatoren war auch Prof.Widhalm, der meine Untersuchungen im Rudolfsspital leitete. Diesmal klang alles recht vernünftig, trotzdem hatte ich noch große Zweifel.

Nach der Präsentation plauderte ich im Foyer mit einigen Probanden, die das 10in2 System anwenden, und damit sehr gut und glücklich leben. Aus Ihnen sprach Begeisterung für dieses System: Einen Tag nichts essen, den Tag darauf wiederum alles was man will. Den Tag ohne Essen nennen sie Nuller. Der Tag mit Essen ist der Einser. Daher der Name des Programms: Einer, Nuller in zwei Tagen: 10in2.

Das Buch befindet sich mittlerweile seit fast 5 Monaten in den Top 10 der österreichischen Sachbuch-Hitlisten. Und immer öfter höre ich von Menschen, die dieses Programm anwenden und Erfolg haben. Was heisst Erfolg? Meine Bekannten berichteten von nachhaltiger Abnahme in vernünftigen Zeiträumen. Und von weit verbesserten medizinischen Werten schon nach wenigen Monaten. (Cholesterin, Leberwerte, Blutzucker etc). Ein Bekannter hat in einigen Monaten 18 kg abgenommen un ist danach bei dem System geblieben. Mittlerweile seit fast 3 Jahren. Er fühlt sich glücklich, wohl und gesund. Und das merkt man ihm an. Auch Freunde aus seinem Umkreis haben diesen Weg mittlerweile erfolgreich gewählt.

Vor einiger Zeit berichtete mir eine Bekannte, daß sie auch damit begonnen hat: Mittlerweile sind 12 kg bei ihr gepurzelt. Hmmm, das machte mich dann nun doch neugierig. Denn irgendwas sagt mir: Das könnte auch für mich passen. Warum?

Also ich bin ja ein Mensch der Unmäßigkeit: Ich schaffe es, auf etwas zu verzichten. Wenn ich damit aber anfange, kann ich nicht aufhören. So schaffte ich früher nicht, ein gutes Glas Wein zu trinken. Wenn es geschmeckt hat, war die Flasche gleich leer. Beim Essen genauso. Aber ich hab kein Problem, komplett ohne etwas auszukommen. Siehe meine letzten 4 Jahre komplett ohne Alkohol.

Fazit daraus: Ich versuche es einmal. Genaugenommen – ich versuche es nicht, ich mache es einfach. Mal sehen wie es mir bekommt. Mal sehen, ob ich es schaffe, überhaupt einmal einen ganzen Tag ohne Essen auszukommen.

Ich werde morgen einmal nichts essen. Also fast 36 Stunden keine feste Nahrung. Nur Wasser, Tee und eventuell Kaffee. Erst Dienstag früh wieder Frühstück. Ich freu mich jetzt schon darauf. Mal sehen.