Dicksein kann manchmal sprichwörtlich richtig schwer sein. Viele Schwierigkeiten erwarten die reisenden Übergewichtigen.  In vielen Fällen auch höhere Kosten.

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Das Fliegen an sich – das ich aus ökologischen Gründen möglichst wenig nutzen möchte – ist für einen adipösen Passagier ohnehin mal sehr anstrengend. Und nicht nur für Ihn: Auch die Mitreisenden oder oft unfreiwilligen Sitznachbaren leiden oft unter Platzmangel. Ein Toilettenbesuch für Menschen über 120 kg ist an Bord eines gewöhnlichen Reiseflugzeuges aus Platzgründen schier unmöglich. Passende Anektoten möchte ich hier lieber still verschweigen.

Der dicke Passagier fragt schon beim Einstieg sehr diskret: „Can I have an extension, please“ und meint damit eine Verlängerung des Sicherheitsgurtes, der das korrekte Anschnallen erst möglich macht.

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Wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein, aber was mich besonders fertig macht: Der Weg vom Einstieg zum Sitzplatz. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass mich gerade alle bereits Sitzenden ängstlich anstarren. In ihren Gesichtern die pure Angst: „Hoffentlich sitzt er nicht neben mir“.

Die warmgehaltenen Speisen, die vielen zumindest als Pausenfüller bei längeren Strecken dienen, kann ein dicker Mensch kaum verzehren. Geht doch der Klapptisch am Vordersitz nicht wirklich in waagrechte Position. Da hilft am besten ein leerer Nachbarsitz, auf dessen Klapptisch man seine Flugnahrung ausbreiten kann.

Diesen leeren Sitz muss man bei manchen amerikanischen Fluglinien ab einem bestimmten Gewicht schon mitbuchen. Denn – ganz ehrlich – wie kommt denn ein unbescholtener Sitznachbar dazu, durch einen adipösen Mitreisenden derart in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden.

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Die Fluglinie Samoa Air ist nun sogar einen Schritt weiter gegangen. Sie will Flugpreise nach Gewicht des Passagieres staffeln. Mit dem System „Pay per Weight“ (Zahle nach Gewicht) werden schwergewichtige Fluggäste extra zur Kasse gebeten. Nun sei aber vorausgeschickt, dass die Samoa Air mit vielen sehr kleinen Maschinen operiert und ausschliesslich die kurzen Routen zwischen den einzelnen Inseln von Samoa fliegt. Und die Tatsache, dass Einwohner von Samoa eine starke Tendenz zu Übergewicht haben. Die Offiziellen der Airline begründen die gestaffelten Preise – man wird tatsächlich am Flughafen gewogen – mit Kostengründen. Man könne dadurch höhere Kerosinpreise durch schwerere Passagiere abfangen. Familien mit kleinen Kindern reisen angeblich billiger als zuvor.

Was ich aber in all der Recherche nicht herausfinden konnte: Bekommen die schwergewichtigeren Mehrzahler dann auch mehr Platz in den Flugzeugen? Gibt es ans Gewicht angepasste Sitzplätze, bei denen sich adipöse Fluggäste auch wohl fühlen können?