Gerade wenn ich mir besonders viel vornehme geht es manchmal nach hinten los. Seit fast einem Jahr befinde ich mich mit meinem Gewicht auf Gleichstand. Die Ärzte nennen es Plateau, in meinem Fall eher Hochplateau.

Die Teilnahme an der ORF Dokuserie “Weg vom Fleisch?” (wöchentlich im Rahmen der Sendung Konkret Heute) sollte mir wieder einen neuen Kick geben. Lange hat sich nichts mehr mit dem Gewicht getan. Zwischenzeitliche Bemühungen und kurzzeitige Abnahmen wurden schnell wieder ausgeglichen. Immer trieb ich mich etwas unter oder knapp über 140 kg.

 

Anfänglich hatte ich kleine Erfolge und der mediale Druck sollte mir etwas Rückenwind geben. Nachdem ich aber schon nach 14 Tagen 4 kg abgenommen hatte, schlich sich der sogenannte Schlendrian ein. Zur Serie gab es begleitenden Unterstützung: Tipps vom Prof.Widhalm, den österreichischen Spezialisten für Stoffwechsel und Gewichtsabnahme. Coaching von der Diätologin des Rudolfinerhauses: Schulungen zu “langsam essen” und “geniessen”. Dabei hab ich mein Wissen wirklich erweitern können, geholfen hat es mir vorerst nicht. Bei den Hauptmahlzeiten hab ich diverse Praktiken anwenden können, dadurch auch meine Portionsgrössen verkleinern: Aber beim sündigen Zwischendurchessen, den Süssigkeiten vom Bäcker vis-a-vis oder den abendlichen Kühlschrankplünderungen hat es nicht geholfen.

Ärger im privaten Umfeld, Druck im Beruf und andere Belastungen haben mich immer wieder zu alten Verhaltensmustern geführt, vielfach als Frustessen bekannt. Und so lautet meine Zwischenbilanz nach 3 Monaten Dreh: 1,5 kg zugenommen! Bow. Uff. Bang. Mein Ziel waren eigentlich 6-8 kg abnehmen in diesem Zeitraum.

Aber ich bin sehr froh, wie dabei im Fernsehteam und bei den Spezialisten umgegangen wird. Es gibt keine Vorwürfe sondern Unterstützung. Man hat mir ein Fitness-Studio angeboten und ans Herz gelegt und wöchentliche Meetings mit Prof.Widhalm und der Diätologin Maddalena angeboten. Es wird zeitlich alles eng. Aber ich möchte dieses Angebot annehmen. Auf der einen Seite coache ich einige adipöse Menschen sehr erfolgreich, nun brauche ich wieder selber Hilfe um von diesem Plateau runterzukommen. Denn mein Ziel habe ich nicht aus den Augen verloren.

Was hat aber neben “Frustessen” noch diesen Rückschlag gebracht? Da gibt es ein paar einfache Erklärungen: Zum Start dieses Programmes bin ich regelmäßig Fahrrad gefahren. Fast jeden Tag die 12 km von daheim in die Arbeit und zurück. Das ist seit Ende Oktober wegen dem Wetter nicht mehr so leicht möglich. Klar, kann man bei jedem Wetter fahren. Aber in meinen Größen das passende Gewand dafür zu finden war unmöglich. Zusätzlich haben wir seit 2 Monaten keine Möglichkeit mehr im Büro zu kochen, zuletzt gab es dafür sogar ein Verbot. Das hat es mir schwerer gemacht. Hab ich zuletzt 2-3 mal in der Woche an der Kochgruppe teilgenommen, was auch der sozialen Vernetzung im Team sehr geholfen hat, suche ich mir momentan zumeist schnelle Gerichte aus den Imbissen und Supermärkten der Umgebung. Und das tut echt nicht gut, auch wenn es kurzzeitig die Bedürfnisse befriedigt.

Was sind die weiteren Massnahmen? Ab sofort notiere ich mein Essen, ja alles Essen, genau und detailiert. Damit die Diätologin ein besseres Bild über meine Portionsgrössen bekommt, werde ich alles fotografieren. Wir treffen uns nun wöchentlich in der Klinik um die Pläne durchzubesprechen und die Massnahmen zu regulieren. Dazu werde ich auch noch mein Schwimmprogramm aufnehmen. Möglichst zweimal in der Woche über 1 Stunde schnell schwimmen. Und bald wird sich auch wieder ein Orthopäde um meine Knie kümmern. Mal sehen was die nächste Zeit bringt. Ich reiss mich am Riemen und schnall den Gürtel enger. Yeah!