Dem Verpackungstextleser ist wieder mal etwas aufgefallen. Das mag ich Euch nicht vorenthalten. Ein neues “Mineralwasser mit Geschmack”, das anpreist, ohne Süßstoffe auszukommen.

In unser Büro bekommen wir periodisch Lieferungen von Waldquelle Mineralwasser. Für dieses Produkt hat sich die Geschäftsführung entschieden, weil es in Mehrweg Glasflaschen geliefert wird, was man heutzutage leider nur noch sehr selten bekommt, für unseren Spirit aber wichtig ist. Wir arbeiten ja auch mit Oekostrom, trennen Müll striktest und trinken zukünftig auch nur noch Fairtradekaffee (und das nicht zu knapp).

Bei der heutigen Lieferung waren dann ein paar kostenlose Musterflaschen eines neuen Waldquelle-Produkts aus Kobersdorf dabei. Und da schau her, sowas hab ich noch nie gesehen: Während Süßsprudelerzeuger im letzten Jahrzehnt nicht oft genug darauf hinweisen wollten, daß Ihre Produkte Ihren wohligen Geschmack ganz ohne Zucker, also zuckerfrei, erzielen, lobt man nun “NEU: OHNE SÜßSTOFFE” aus. Wow. Jetzt bin ich aber baff.

Schnell die Flasche gedreht und auf die Zutaten gesehen: Hier werden gleich nach dem Hauptbestandteil Wasser zwei verschiedene Zuckerarten angeführt: Zucker und Traubenzucker. Auf Platz 2 und 3 der Zutatenliste (die ja mengenmäßig absteigend geordnet ist). Ganz auf den hinteren Rängen dann etwas Ribiselsaft, mengenmäßig noch hinter Zitronensäure und Apfelsäure. Dahinter kommt dann nur noch “Aroma” und wahrscheinlich ist das die künstliche Substanz, die dem Konsumenten dann tatsächlich die Ribisel glaubwürdig machen möchte, die er am Etikett groß abgebildet sieht.

Trotzdem hat man das Getränk Waldquelle Ribisel genannt. Nicht etwa “Waldquelle Traubenzucker Zitronensäure Apfelsäure”. Dem Konsumenten wäre vielleicht auch ein Label lieber, welches sagt: Mit vielen Zuckerarten! Wäre auch fair. Denn genauso wahr wie “ohne Süßstoffe” wäre ja ein Label wie “Hundekotfrei” oder “Ohne radioaktiv-verseuchtes Schwermetall”. Klingt aber wohl auch nicht so sexy.