In den letzten beiden Jahren habe ich immer mehr Abstand von Südfrüchten genommen und bemühe mich untertags nur noch mit heimischen Obst zu versorgen. Ausnahme ist weiterhin mein Morgenporridge. Dort dienen im Winter so exotische Früchte wie Ananas oder Banane zum Süssen.

Eigentlich bemühe ich mich redlich, daß mein Obst und Gemüse nicht so weit reisen muss. Und beim Obst war es bisher auf wenige Sorten und Anlässe beschränkt. Seit wenigen Tagen aber bin ich den Datteln verfallen. Sie sind für mich der ideale süsse Snack zwischendurch.

Bis vor kurzem habe ich diese Früchte, gemeinsam mit den Feigen, als lästiges Beiwerk in Nikolaus-Säckchen für Kinder gesehen. In den eigenen Erinnerungen ist das irgendwie auch so abgespeichert. Damals als Kind wäre mir glaube ich auch noch viel mehr Schokolade lieb gewesen, statt den Erdnüssen, Datteln und Feigen. Irgendwer hat das dann aber doch gegessen – allerdings mit Sicherheit nicht ich.

Nun ist aber so ein Päckchen in der Küche herumgelegen und ich habe einfach mal so probiert. Lecker war das. Und mein Weg führte mich die nächsten Minuten immer öfters dort in der Küche vorbei. Und kaum war eine Stunde vergangen, war die Packung auch leer. Meine ersten Recherchen im Netz ergaben einen frappant niedrigen Kaloriengehalt, das war aber nur ein Irrtum. Da läßt sich manchereiner von Stück bzw 100 g Angaben verunsichern. Eine Dattel (also eine Frucht) hat so an die 16 kcal, für 100 g schlägt der Energiewert dieser getrockneten exotischen Frucht mit ca 280 kcal zu Buche, oder besser gesagt zu Bauche.

Die Dattelpalme stammt ursprünglich aus dem Iran. Früchte, die in unseren Breitengraden vermarktet werden, kommen vornehmlich aus Nordafrika. Da ich gehört habe, daß sehr viele Früchte mit Glukosesirup überzogen werden, greife ich wie in sovielen anderen Fällen hier ausnahmslos zu Bio-Qualität.

Und als Snack für unterwegs sind getrocknete Datteln einfach super. Sie geben dem körper sehr schnell die erforderliche Energie und sind ein natürlicher Kraftspender. Auch für Leistungssportler sehr zu empfehlen. Aber wie bei sovielen anderen Sachen auch, muss ich mich mäßigen. Ich laufe Gefahr, gleich viel zu viel davon zu essen.

 

Kurz vor den Feiertagen ist es vielleicht Zeit, das Jahr zusammenzufassen:

da haben wir den Salat. Bin eigentlich fast schon am Ende des Zeitrahmens angekommen, in dem ich mich halbieren wollte. Statt der 100 kg sind jetzt gerade mal 70 kg weg. Naja, ich weiss: Auch nicht schlecht – aber eben -> Knapp vorbei ist auch daneben.
Klingt jetzt etwas resignierend, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Ich sehe, daß ich mir meine Ziele einfach zu hoch gesteckt habe. Ich bin nun mit meinem Gewicht so tief, wie ich es die letzten 12 Jahre nicht mehr war. Und ich tendiere weiter in die richtige Richtung.

Meine psychotherapeutische Betreuung habe ich vor wenigen Wochen aus Kostengründen aufgeben müssen. Dafür ist meine Ausbildung zum Ernährungsvorsorgecoach bald zu Ende, die Weihnachtszeit muss ich extrem viel für die Prüfungen lernen.

In der Theorie war ich vorher schon Weltmeister, jetzt bin ich auch noch Olympiasieger. Das ganze gilt es aber erst in die Praxis umzusetzen, das wird gar nicht so leicht. Bei mir selber mangelt es ja weiterhin eher am psychologischen. Und ich weiss: das Problem heisst UNMÄSSIGKEIT. Ich habe kein Problem damit, NICHTS zu essen. Aber ich schaffe es nicht WENIG zu essen. Und ich kann kaum einem Angebot widerstehen. Daran muss ich arbeiten.

Und im Gegensatz zu anderen Suchtverhalten wie Nikotin, härtere illegale Drogen, Alkohol, Spiel, Fernsehen, Computerspiele etc ist dieser meiner Sucht nicht ganz so leicht beizukommen. Warum? In allen anderen Fällen geht das NICHTS. Nicht so aber beim Essen. Essen muss man. Ein Spielsüchtiger muss lernen auf das Spielen zu verzichten. Wenig Spielen wär nicht sinnvoll und auch nicht nötig. Das geht eben beim Essen nicht. Ist auch gut so. Aber ich arbeite daran.

Ich werde die nächsten 35 kg auch schaffen. Vermutlich sogar im nächsten Jahr. Wenn nicht: Auch kein Problem. Vielleicht fühle ich mich ja mit 108 kg irgendwie rundum super und es braucht die letzten 9 kg dann gar nicht mehr. Mal sehen. Druck mache ich mir keinen mehr, denn es geht mir jetzt schon recht gut. Nur das Knie macht mir weiterhin bzw wieder sehr grosse Sorgen. Das ist der größte Antrieb, etwas schneller wieder ein gutes Paket Gewicht abzugeben. Und dieses Jahr wird das sogar über Weihnachten funktionieren. Warum auch nicht.