Bereits 2006 gab ich eine kleine Vorstellung zum Thema Abnehmen. In der Österreichischen Reality Soap DU BIST WAS DU ISST, quasi einer Art Freakshow für Dicke, hab ich in 10 Drehwochen gewaltig abgenommen.

So hat es am 19. Juli 2006 begonnen:

Eigentlich bin ich ja kein Fischesser. Schon Sasha Walleczek hatte dereinst nur kurzfristig Erfolg, mir den Verzehr von Thunfisch und Lachs zumindest manchmal ans Herz zu legen. Angeregt von einer Veranstaltung der österreichischen Umweltberatung startete ich gestern einen erneuten Anlauf.

Der gemeine Österreicher ist jährlich cirka 8 kg Fisch, wovon auch nur 1 kg in Süsswasser groß geworden ist. Im Verhältnis zu mediterranen Ländern, die den direkten Zugang zum Meer haben ist das nur ein Zehntel. Der österreichische Ernährungsbericht empfiehlt ca 21-31 g Fisch pro Tag, real ist der Ösi umgerechnet 13 g / Tag. Allerdings: Würde die gesamte Bevölkerung unseres blauen Planeten 15 g Fisch essen, dann würde der Bedarf den Fischbestand unserer Erde schon jetzt um 12 Millionen Tonnen übersteigen. Damit hatte ich bis jetzt eine ziemlich gute Ausrede. Muss ja nicht jeder gleich wissen, das mir Fisch nicht schmeckt und schon der Geruch, als das “fischeln” in mir den selben Ekel erregt wie Mundgeruch oder Menschen, die allzu selten Ihre Bekleidung wechseln.

Nun soll Fisch aber sehr gesund sein und einige Dinge enthalten, die ich gut brauchen kann. Das Eiweiss des Fisches hat ein sehr hohe biologische Wertigkeit: Mein Körper kann 94 von 100 aufgenommenen g Fischprotein zu körpereigenen Eiweiss umwandelnhen. Und natürlich der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken sich unter anderem positiv auf den Cholesterinspiegel, Blutdruck, Fließeigenschaften meines Blutes, Entzündungen aus. Daß die Omega-3-Fettsäuren auch Schwangere vor Frühgeburten schützt, konnte mich wiederum nicht direkt beeindrucken. Aber was solls: Fisch schmeckt mir halt nicht.

Jetzt kenn ich aber grossteils nur diese Dinger, die aus den Tiefkühltruhen der Supermärkte locken, am Naschmarkt in Auslagen vor potentiellen Käufern posieren oder in Kleinteilen zusammengewürfelt und von einem ominösen Captain zu Stäbchen panierten Fischresten. Letzteres konnte man mir zuletzt manchmal ebenso wie Modefische wie Pangasius oder Dilapa unterjubeln. Denn, und für mich war das ein Vorteil, nach Fisch schmeckt das ja ohnehin nicht mehr.

Im traumhaft frühlingshaften Rohr am Gebirge im Piestingtal trafen sich dann gestern Multiplikatoren aus den Bereichen Umwelt, Nahrung und Nachhaltigkeit, um von der Umweltberatung über die aktuellen Entwicklungen der Fischindustrie informiert zu werden und von Peter Brauchl von VielfaltFisch in die Erzeuger- und Geschmackswelt heimischer Alternativen geleitet zu werden.

Wahnsinnig interessant, was Ernährungswissenschaftlerin Gaby Wittner uns über den weltweiten Fischfang erzählte und nicht minder spannend, wie Peter Brauchl zu seiner jetzigen Leidenschaft gekommen ist: “Wenn wir in Österreich schon das beste Wasser haben, müssen wir doch auch die hochwertigsten Fische züchten können !”. Und das hat er mittlerweile geschafft. Davon konnten wir uns nicht nur sofort geschmacklich überzeugen, mit den Filets der in den heimischen Bergen gezüchteten Alpenlachse durften die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen gleich direkt in kleinen Workshop-Gruppen die richtige Verarbeitung erlernen. Wir bastelten uns selber Alpenlachstartar, Rosen aus Lachsfilets und Alpenlachs-Sushi, bevor wir von der Küche des Hotels Kaiser Franz Josef mit Alpenlachscremesuppe und mit Polenta überbackenen Alpenlachsfilets verwöhnt wurden.

Im Anschluss ging es zu den Zuchtbecken, wo wir uns von der biozertifizierten Fütterung und der artgerechten Haltung der Tiere überzeugen konnten. Hier gibt es keine badewannengroßen Becken in denen in millimeter-Abstand Fische qualvoll japsen. Nein, hier wollte auch ich gerne länger verweilen.

Ich hab an dem Tag wohl mehr Fisch gegessen, als in den letzten 5 Jahren zusammen. Und es war wirklich äusserst lecker. Guter Fisch hat übrigens auch seinen Preis und für nachhaltig produziertes Lachsfilet zahlt man seine 50 Euronen pro kilogramm. Das ist es aber mehr als wert. Zumindest optisch ähnliche Produkte in Supermarktregalen und den Kühltruhen schwedischer Möbelhäuser werden in mir auch weiterhin keinen Käufer mehr finden, zum Alpenlachs werd ich jedoch öfters greifen.

Hier abschliessend noch ein paar appetitanregende Bilder unserer geschaffenen Kreationen:

Rose vom Alpenlachs mit Dijonsenf/Honig-Sauce

Sushi vom Alpenlachs ("Der Trick mit dem Eierbecher")

Alpenlachs-Tartar (mit Oliven/Zitronen-Öl und Kren)

Lang genug hab ich mitangesehen, wie ich gegen mein natürliches Verständnis jeden Nachmittag unmäßig süsses Zeug in mich hineingestopft habe. Zuletzt wurde es etwas zuviel. Daher habe ich gestern einen Strich gemacht. Denn bei mir geht leider immer nur: Ganz oder gar nicht

Schwieriger als der Elchtest: Micky Ohne Mehlspeisen

Als ich vor cirka 14 Monaten den Weg begonnen habe, mich zu halbieren, habe ich in den ersten Wochen rasant abgenommen. Zu schnell, nach Ansicht der Ärzte. Und natürlich auch aus eigener Erfahrung weiss ich, daß der JoJo dann ganz schnell zuschlagen kann. Februar 2010 habe ich jede Woche 3-4 kg abgenommen. Das ist anfangs natürlich schön für die Motivation, aber natürlich auch extrem ungesund. Nach Meinung von Fachleuten und Ärzten ist ein halbes Kilo Abnahme pro Woche ein vernünftiges Mass. Okay, so tiefstapeln wollte ich nun auch nicht. Meine temporäre Lösung daher: Ich esse neben meinen 4 gesunden Mahlzeiten am Nachmittag noch aussertourlich eine Mehlspeise zum Kaffee. Das waren dann täglich so cirka 800 kcal in Form einer Riesenzimtschnecke oder einer Topfentorte. Eh klar: Unmengen von Butter, Zucker, Topfen etc, die meinem übrigen Ernährungsverhalten total widersprachen. Aber ich wollte halt auch nicht päpstlicher als dieser Ratzinger sein.

Nun gut: Ein Jahr ist nun ins Land gestrichen und ich habe ordentlich abgenommen. Viel abgenommen. Aber es wird natürlich immer langsamer. Und schwieriger. Insbesondere konzentriert sich das Fett, das überbleibt nun gerade und direkt am und um den Bauch. Und dagegen muss ich nun was tun. Mein Mehlspeisenkonsum wurde mittlerweile zur Sucht .. und ich glaub sogar, daß dies schon vor ein paar Monaten hier ein Thema war. Offensichtlich nicht erfolgreich.

Tag 2: Hinter Sonnenbrillen versteck ich mich vor Zimtschneckenattacken

Gestern war Tag 1 ohne Süssigkeiten. Nicht einfach am Nachmittag. Aber im Umfeld des Wochenendes etwas einfacher als in der Firma unter der Woche, Tür an Tür mit dem Bäcker und in Nachbarschaft zum Kaffeeautomaten. Aber geschafft ist der erste Tag allemal und auch heute, Sonntag, blieb bislang ohne Süssigkeiten. Alternativ dazu gab es gestern einen Apfel und heute eine Banane. Mahlzeit. Auf das es so bleibe.

In der Veranstaltungsreihe QUADRIGA des österreichischen Parlaments, werden Bücher aus den Bereichen Politik und Zeitgeschichte, Recht und Wirtschaft sowie Kunst, Kultur und Literatur dem Publikum vorgestellt. Weil es bei der siebten Veranstaltung dieser Reihe um Bücher zum Thema NATÜRLICH ESSEN ging, durfte auch ich dem interessierten Auditorium im Palais Epstein beiwohnen.

Parlamentspräsidentin Barbara Prammer eröffnete den Abend bevor die beiden Moderatoren Zita Bereuter (Jugendradio FM4) und Peter Zimmermann (Radio Ö1) die hochkarätigen Gäste begrüsste. Unter Ihnen als Autoren der Gastrokritiker Wolfram Siebeck, der Journalist Hans Ulrich Grimm. Petra Lehner (Ernährungswissenschafterin und Vorsitzende der nationalen Ernährungskommision) und Werner Lampert (BioUrgestein und Entwickler der Supermarkt-Biolinien JA NATÜRLICH und ZURÜCK ZUM URSPRUNG) kommentierten auch die beiden anderen Bücher von Karen Duve und Tanja Busse.

Zita Bereuter las aus Karen Duves Buch Anständig Essen, in dem die Autorin Ihren Versuch dokumentiert, im Laufe eines Jahres verschiedene Ernährungsformen zu leben. Wolfram Siebeck auf die Frage, ob er denn auch schon mal frutarisch gelebt hat: “Ich habe einmal 2 Tage lang nur Wein getrunken und es war sehr lustig”. Werner Lampert, der ja auch in den aktuellen Fernsehspots des Diskonters Hofer wirbt, war der einzige, der an diesem Tag die Industrie vertrat und er sah sich desöfteren in Bedrängnis. Ob Bio im Supermarkt denn nun auch wirklich Bio sei, wurde aufgeworfen. “Wenn ich heute in einen kleinen Naturkostladen komme, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Hier kann ich nicht nachvollziehen, was alles wirklich Bio ist. Ein Supermarkt könnte sich das gar nicht leisten, der wird laufend kontrolliert”, meint Lampert zu den Vorwürfen. Seiner Ansicht, daß “Bio das besondere verloren hat” ist Siebeck nicht: “Die höchste Qualität ist weiterhin biologisch”.

Trotz der Präsenz einer FM4 Moderatorin ist das anwesende Publikum gesetzteren Alters, aber gerade der älteste anwesende, Wolfram Siebeck mit seinen 82 Lenzen, haut immer wieder auf die Pauke und bringt Frische in die Diskussion: “85 Prozent der Lebensmittel sind Dreck. Sie fressen alle Dreck. Aber man kann das nicht der Industrie vorwerfen. Der Konsument reitet sich da selber hinein. Er hätte es in der Hand, bessere Lebensmittel zu verlangen !”

Seine Landsleute kritisiert er an Hand der aktuellen Debatte um den Treibstoff E10 folgendermassen: “Die Deutschen kümmern sich mehr um Ihre Autos als um Ihren eigenen Körper, Sie haben mehr Angst vor einem Kolbenreiber als vor einem Leberversagen.”

Sehr humorig sind auch die Berichte von Hans Ulrich Grimm, der in seinem aktuellen Buch Der Bio-Bluff – der schöne Traum vom natürlichen Essen über die diversen Recherchen auf den Spuren der Bio-Nahrung schreibt. “Biologisches passt sich an die konventionelle Essenswelt an”, meint Grimm und zeigt Beispiele wie Bio-Kartoffelpüree auf.

Wolfram Siebeck, der wie gewohnt mit roten Socken aufgetreten ist, wundert sich über Menschen die künstliche Getränke mit Farb- und Geschmacksstoffen zu sich nehmen: “Limonaden sind verdorbenes Wasser !” Abschliessend kommentiert er noch den leider fortschreitenden Trend zu Fertig- und Conveniencenahrung trotz des anhaltenden Booms der Fernsehkochshows: “Eine TV Kochshow ist wie in der Kirche, am selben Abend hat man die 10 Gebote schon wieder vergessen”

Gescheit herumreden habe ich nun schon lange genug geübt. Mit Informationen aus Büchern, Magazinen und den unendlichen Wiki-Weiten des Internets habe ich mich bis jetzt weitergebildet. Und immer mehr Menschen fragen mich nach meiner Methode und nach Tipps, denn mittlerweile ist es wohl auch nicht mehr zu übersehen, daß ich schon über 50 kg abgenommen habe. Für handfeste Antworten habe ich nun eine fundierte Ausbildung gestartet.

Schon seit 7 Monaten krebst der Gedanke an eine Ausbildung rund um das Fachgebiet Ernährung / Beratung / Coaching in meinen wirren Gehirngängen und beinahe hätte ich im September schon spontan damit begonnen. Da war ich aber noch in Karenz mit meinem Sohn, zu vieles musste noch abgeschlossen werden und besser überdacht sollte die Sache auch sein. So hatte ich ausreichend Zeit mich über Bildungsangebote und auch die entsprechenden Arbeitsmöglichkeiten danach zu informieren. Zu meinen Favoriten zählte von Beginn an ein Kurs am WiFi Wien, dem Fortbildungsinstitut der Wirtschaftskammer.

An einem Informationsabend  im WiFi konnte ich mich schon im Jänner über den Ablauf des Kurses, den Stoff, die Lehrer und die Berufsmöglichkeiten danach informieren. Gerade der letzte Punkt hat vielen Interessierten den Kurs wieder abspenstig gemacht. Denn hier sind die rechtlichen Möglichkeiten wirklich sehr eingeschränkt. Der Kurs heisst “Ausbildung zum Ernährungsvorsorgecoach”. Und als solcher darf man danach Kranken nicht direkt helfen. Die Beratung von krankhaft Übergewichtigen, die Erstellung von Ernährungsplänen und andere therapeutische Maßnahmen müssen den Ärzten und Diätologen (Ernährungsberatern) vorbehalten bleiben. Die machen dafür akademische Ausbildungen die weit länger dauern als mein Kurs. Der Ernährungsvorsorgecoach arbeitet wie sein Titel schon sagt präventiv. In der Gesundheitsvorsorge. Das kann betrieblich sein, für Kindergärten oder Schulen oder als Begleitung von Kranken, die von Ärzten oder Ernährungsberatern ein Programm vorgeschrieben bekamen, dies aber nicht allein umsetzen können.

Obwohl die Ausbildung am WiFi die bei weitem teuerste im deutschsprachigen Raum ist, habe ich mich für diesen Kurs entschieden. Warum ? Bei genauerem Hinsehen sieht man deutlich, wie sich die Ausbildung von anderen Angeboten stark abhebt. Das zeigt sich im breiten Umfang der behandelten Themen und der Qualifikation der namhaften Lehrkräfte.

Was mich aber letztendlich auch überzeugte, war der nachhaltige Ansatz, mit dem an das Thema “Gesunde Ernährung” herangegangen wird. Umweltrelevante Themen wie biologischer Anbau und Tierhaltung werden ebenso schwerpunktmäßig behandelt wie die ökonomisch nachhaltigen Bereiche wie Fairtrade-Welthandel.

Anfang Februar begann der Kurs, der an 2 bis 3 Abenden in der Woche über ein ganzes Jahr abgehalten wird und mit einer Diplomprüfung Anfang 2012 beendet sein wird. Anfängliche Sorgen, daß mich der Kurs vielleicht inhaltlich unterfordern wird oder Themen oberflächlich abhandelt, die mir auf Grund meines langjährigen Interesses am Thema hinlänglich bekannt sind, wurden bald ausgeräumt: Es sind sehr lehrreiche Abende und der Stoff wird intensiv gemeinsam erarbeitet.

In der Gruppe von 9 Kursteilnehmern in diesem Modul bleibe ich der einzige Mann unter den Teilnehmern, liebevoll auch Quotenmann genannt. Es ist eine illustre Runde, zusammengewürfelt mit Damen aus den unterschiedlichsten Bildungsrichtungen und sehr unterschiedlichen Wissensstand. Das macht aber den gewissen Reiz aus und endet dadurch nicht in Monologen der Lehrkräfte sondern ergibt nachhaltige Gespräche, die uns die Thematik leichter verinnerlichen.

In den ersten Wochen wurde schon viel in den Bereichen Lebensmittelkunde (Gemüse & Obst) sowie Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes durchgekaut. Interessant – eher unangenehm sogar – dass in den Pausen gerade eines solchen Kurses vor allem Keks als abendliche Pausenverpflegung offeriert werden. Aber dies wird auf den Caterer des Hauses abgewälzt. Aber für solche Momente hab ich ja dann doch was leckeres im Handgepäck.

Und .. was besonders spassig war … wir hatten schon unseren ersten Freitag mit Küchenpraxis. In einer Grossküche eines wirtschaftlichen Gymnasiums am anderen Ende der Stadt wurden wir mit 12 hervorragenden Gerichten mit den Grundlagen des gesünderen Kochens konfrontiert. Die Tatsache, daß eine Mitstudentin an Zöliakie leidet, brachte uns viel Abwechslung und interessante Alternativen zu den konventionellen Kohlehydratquellen wie Weissmehl.

Selber durfte ich mich am ersten Abend an einer Linsen-Kohlsuppe mit Kokosmilch und (viel) Chili versuchen, die uns allen zur vollmundigen (scharfen) Freude gereichte. Bereits am nächsten Tag widerstand ich der Versuchung nicht, dieses Gericht für Gäste zu Hause nachzukochen und am kommenden Montag dürfen sich meine Bürokollegen im Rahmen meines betrieblichen Küchendienstes auf diese leckere Suppe freuen.

Eine ausführlichere Bildergalerie unserer ersten Küchenpraxis gibts bei Micky Halbiert Sich auf Facebook.

Wenn ich mir die Zutaten der verfügbaren Lebensmittel in den Supermärkten so ansehe, finde ich ganz viele Dinge, die da besser nicht drin sein sollten. Oder einfach nur in geringeren Dosen. Der österreichische Gesundheitsminister macht sich aber jetzt mal Sorgen wegen Salz im Brot … und wird mit einigen Bäckern initiativ.

Gemeinsam mit einem Kardiologen und Vertretern des backenden Gewerbes hat uns Gesundheitsminister Stöger gestern in der Bäckerei Mann – oder besser gesagt in der Brotfabrik Mann – die neue Kampagne zur Reduzierung des Salzgehaltes vorgestellt. Denn offenbar nimmt der durchschnittliche Österreicher zuviel Salz zu sich. Und gefährdet damit das funktionierende Herz-Kreislaufsystem. Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer meinte: “Was die medizinische Forschung in den letzten Jahrzehnten erreichte, macht der heutige Lebensstil der Menschen wieder zunichte”. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine maximale Tageszufuhr von 5 g Salz. Österreicher nehmen, sowie in den meisten anderen Industrieländern, täglich im Durchschnitt mehr als 8 g Salz zu sich. Das ist zuviel.

Jede Reduktion des überhöhten Salzkonsums ist ein Beitrag zur Gesundheit. „Zwischen der Aufnahme von Salz durch die Nahrung und dem Blutdruck besteht eine direkte Beziehung“, erläutert der Wiener Kardiologe Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer, „wie zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt haben, erhöht sich bei einem Salzverzehr von mehr als 5,8 g pro Tag der durchschnittliche systolische Blutdruck innerhalb kürzester Zeit um 3 bis 6 mmHg, der diastolische Blutdruck steigt um 2 bis 3 mmHg. Und Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten.“ Herz-Kreislauf-Krankheiten stellen nach wie vor die Todesursache Nummer 1 in Österreich.

Innungsmeister Josef Schrott (c) ÖBäZ Verlag Almer

„Wenn wir weniger Salz zu uns nehmen verringern wir das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen drastisch. Es freut mich sehr, dass die Bäcker gemeinsam mit mir die Initiative ergriffen haben und den Salzgehalt in ihren Produkten schrittweise reduzieren.“ meint Gesundheitsminister Stöger. Der Innungsmeister der Bäcker hat damit bereits begonnen: Josef Schrott führt in Wien eine Bäckerei mit fünf Filialen. Und im Gegensatz zu Gastgeber Kurt Mann steht Schrott sicherlich frühmorgens selber noch in der Backstube und weiss, wie sich das Salz im Teig beim Kneten anfühlt. Sein Aktionsplan sieht vor, den Salzgehalt im Brot bis 2015 schrittweise um insgesamt 15 Prozent zu senken. Dies wird auch mit entsprechender Info an den Konsumenten konsumiert. Das man das geschmacklich merkt, kann ich mir kaum vorstellen. Wird Brot ja selten alleine verzehrt. Und irgendwo denk ich die ganze Zeit an das beliebte Schmalzbrot beim Heurigen ! Da ist der Salzanteil im Brot wohl das geringste Gesundheitsrisiko.

Die Aktion “Weniger Salz ist g’sünder” wird übrigens vorerst von 113 Bäckern mit insgesamt 350 Filialen umgesetzt, was einen etwas schwachen Marktanteil von 20 Prozent beträgt. Aber es ist natürlich auch als erster Schritt zu sehen, in der Bewusstseinsmachung beim Konsumenten. Der möglicherweise andere mitreisst und als Initialzündung wirkt. Ich freu mich jetzt schon auf ähnliche Pressekonferenzen über Zuckergehalt, Verwendung von Geschmacksverstärkern und vielem anderen wirren Zeugs in unserer Industrienahrung.