Am “Aktionstag Gesundheit” der Wiener Volkshochschulen präsentierte das Wiener Programm für Frauengesundheit einen interessanten Vortrag: “Das Leiden am unperfekten Körper und seine Folgen”. Univ.Prof.Dr.Beate Wimmer-Puchinger referierte im Dachgeschoss der Urania über den Einfluss des aktuellen medialen Schönheitsbildes auf unsere Gesundheit, insbesondere auf Esstörungen. Und auch ich als Mann durfte zuhören.

Univ.Prof.Dr.Beate Wimmer-Puchinger

Univ.Prof.Dr.Beate Wimmer-Puchinger

Leider fanden nur wenig Interessierte an diesem Abend  zum Aktionstag der VHS. Im Vortragssaal fanden sich vielleicht gerade 20 Zuhörer ein und auch die zahlreichen Informationsstände im Foyer waren ziemlich vereinsamt. Von der Veranstaltung habe ich gerade erst morgens bei der Lektüre der Gratis U-Bahnpostille HEUTE erfahren. Die Zahl der Anwesenheit bestätigte meine Vermutung, daß dieses Medium wenn überhaupt, dann nur angeschaut aber kaum gelesen wird. Seis drum. Hauptsache ich war da und das war gut so, denn der Vortrag der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten, einer Gesundheitspsychologen war durchaus informativ und auch unterhaltsam. Kernpunkt war das Schönheitsbild, das uns durch die Medien vermittel wird und die Ernährungsgewohnheiten, insbesondere der Frauen, nachhaltig beeinflusst hat. Eine historische Rolle dabei spielte die uns allbekannte Kinderpuppe: “Mit BARBIE hat das alles erst begonnen”.

Die erschreckenden Ausmaße auf die Befindlichkeiten insbesondere junger Mädchen und der daraus resultierenden Esstörungen wie Anorexie, aber auch psychische Störungen durch Übergewicht wurden eingehend aufgeführt.

Besonders interessant aber fand ich die Fidji-Studie: Dr.Anne Becker, Anthropologin  der medizinischen Fakultät Harvard zeigte die Veränderung im Erscheinungsbild der Frauen auf dieser Inselgruppe im Südpazifik. Die traditionelle Fiji Dame war eine robuste, füllige und muskulöse Person. Dies änderte sich signifikant, als 1995 die erste Fernsehstation auf der Inselgruppe auf Sendung ging. (Dies klingt jetzt sehr seltsam, man muss allerdings bedenken, daß es dort auch erst seit 1985 elektrischen Strom gibt !).

Der neue Sender brachte diverse Fernsehserien, vor allem bekannte Formate aus den USA wie Seinfeld, Emergency Room, Xena oder Melrose Place. Bereits 38 Monate später bezeugte eine Umfrage auf den Fidji-Inseln, daß sich über 70 % der jungen Mädchen viel zu dick finden. Mittlerweile gibt es eine alarmierend hohe Zahl von Teenagern, die bereits Diät halten und auch zahlreiche Fälle von Anorexie, die es bis 1995 auf Fidji nicht gegeben hat.

Eine durchaus interessante Studie. Immerhin sind wir laut deutscher Studie mindestens 17 mal am Tag mit dem Anblick eines Models konfrontiert. Wenn man dies aber ins andere Extrem denkt, gerate ich ein wenig ins Grübeln: Denn mir gefielen Schauspieler wie John Belushi, Ottfried Fischer, Marianne Sägebrecht oder John Candy.

Auch das werd ich jetzt wohl überdenken.

Mit meiner Band Danke für den Fisch war ich zwischen den Feiertagen im Studio. Für den Protestsongcontest im Wiener Rabenhof haben wir eine neue Nummer aufgenommen.

Singen oder Schreien ?

Der Titel heisst Mahlzeit und hat ausnahmsweise mal überhaupt nichts mit meinen oder den Essgewohnheiten im Allgemeinen zu tun. Sondern eher mit der österreichischen, oder eher Wiener Eigenart der Beamten, sich von morgens bis abends mit dem Gruss “Mahlzeit” zu salutieren.

Der Text stammt von mir, die Strophe rappe (oder wie man das nennt) sogar auch ich selbst. Da mir das Singen nicht wirklich gegeben ist, haben wir dafür unseren sagenhaften Potti, der so manchen schon an die Wand gesungen hat. Er trällert hier den Refrain.

Traditionellerweise wird unsere Einreichung wohl auch heuer nicht unter die besten und auserwählten Songs kommen, damit beweisen wir zumindest Konstanz. Wer das Teil trotzdem hören möchte, dem sei MAHLZEIT hier zur Verfügung gestellt:

Danke für den Fisch – Mahlzeit (Final Master)

“Ich bin nicht zu dick, ich bin nur untergroß” sagt schon der lasagneverrückte Comic-Kater Garfield. Ob ich das mit meinen 190 cm Höhe auch behaupten darf ?

Um das Gewicht eines Menschen in einer vernünftigen Relation zur Körpergröße beurteilen zu können gibt es den sogenannten Body Mass Index (BMI). Von Adolphe Quetelet entwickelt und erstmals 1871 veröffentlicht, bezieht der BMI die Körpermasse auf die Körperoberfläche, die näherungsweise aus der Quadrat der Körpergrösse berechnet wird. Das errechnete Ergebnis dient jedoch lediglich als grober Richtwert, da hierbei weder die Statur noch das Geschlecht, geschweige denn die individuelle Zusammensetzung der Körpermasse aus Fett- und Muskelgewebe berücksichtigt werden. Dabei fällt mir so nebenbei auch wieder die häufige Gewichtsausrede “ich habe so schwere Knochen” ein.

Zur Kontrolle wollte ich wieder mal meinen BMI messen, um zu sehen um welche ferne Wege ich noch vom Durchschnitt abweiche und erlebte den ersten Schock. Die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet auf Ihrer Website einen BMI-Rechner an. Nach Eingabe meiner Werte erhielt ich folgendes Ergebnis:

Mein Gewicht liegt also noch immer “außerhalb des möglichen Bereiches”. Das heißt also für mich: ich bin nicht nur DICK, nein ich bin auch so dick, daß es gar nicht möglich ist. Gut. Betrachten wir das als weiteren Ansporn für meinen neuen gesunden Lebensweg.

Die Menschen vom NESTLE Ernährungsstudio sind ob Ihrer Produkte nun wohl auch dickere Menschen gewohnt, daher komme ich auf Ihrem BMI Rechner dann doch noch zu einem Ergebnis, obgleich es meinen Wert von 42,9 noch als “liegt deutlich über dem Normalwert” beurteilt. Zumindest dies ist von Ihnen nicht gelogen. Wenn ich auf einen vernünftigen BMI kommen mag, sollte ich bei meiner Größe einen Wert von 95 kg eingeben. Nächstes Jahr dann !

Gestern habe ich dann im Wiener Naturhistorischen Museum eine kleine  Dame getroffen, die mit einem ähnlichen Schicksal weltweite Bewunderung erfährt. Laut Ausstellungskatalog ist die Venus von Willendorf “die einzige Frau mit einem BMI von über 50, die weltweite Verehrung und Bewunderung geniesst”. Dies ist jedoch nicht mein Ziel, daher werde ich wohl nun zu Beginn des neuen Jahres wieder meinen Crosstrainer aus der Versenkung fischen. Mahlzeit.