Langsam bin ich am Verzweifeln. Seit vielen Wochen ist mein Hals entzunden. Der herbeigesehnte Silvesterlauf, mit dem ich den zweiten Geburtstag meines Sohnes krönen wollte und das Jahr sportlich zu beenden plante wird daher wohl ohne mich stattfinden müssen.

Seit Ende November hüstel und schnupf ich so vor mich hin. Irgendwann gab es einen Ansatz von Fieber, der schnell überstanden war. Aber das Halsweh und die leichte Verlegung der Ohren setzten sich fest. Obwohl ich ob meines hohen Obst- und Gemüsekonsums dachte, durch mein intaktes Imunsystem dagegen gefeit zu sein. Voll daneben gelegen ! Irgendwann hab ich dann auch den Weg zu meiner praktischen Ärztin gefunden, die einen entzundenen Rachen und geschwollene Lymphen feststellte. Mit drei Parkemed täglich und lustigen Nasentropfen sollte dies aber bald bezwungen sein. Die Packung war nach 2 Wochen aufgebraucht, aber Änderungen im Hals gabs kaum.

Nun war ich wenige Tage vor Weihnachten wieder dort und die Vertretung meiner Ärztin hat mir ein anderes Medikament plus selbige Nasentropfen plus den Einsatz einer grünlichen Gurgelflüssigkeit namens Tantum Verde empfohlen. Diclobene retard nehm ich nun statt Parkemed. Anfänglich hat es sich besser angefühlt, aber nach 5 Tagen hat sich mein Rachen immer noch nicht wirklich gebessert und es schmerzt nachts. Unter tags ist der Schmerz wie weggeflogen und abends kann ich kaum schlucken. Schluck schwere Not !!!

Ende November hab ich kurzfristig wieder begonnen regelmäßig schwimmen zu gehen. Das war dann wegen Halsentzündung auch wieder aus. Mit den Vorbereitungen, also schnelles Gehtraining, für den Silvesterlauf war es auch vorbei. Und in 3 Tagen ist Silvester. Ich glaub, den Lauf kann ich schmeissen. Schade. Sehr Schade.

Dabei waren die Feiertage bis dato nicht so schlimm wie viele befürchtet haben. Sehr gut, aber leider auch sehr viel gegessen. Dafür aber auch reichlich Bewegung als Ausgleich gemacht. Das lohnt sich. Und in Anbetracht der nahenden Vierschanzentournee während der bevorstehenden Feiertage hab ich mal auf der Perchtoldsdorfer Heide ein Schisprung Trockentraining begonnen, damit ich daheim vor dem Fernseher und evtuell sogar live an einer der Schanzen die Tücken des Sports mitfühlen kann.

Wenn das mit den Halsschmerzen nun nicht besser wird, werd ich im neuen Jahr wohl gleich wieder zur Ärztin wandern und vielleicht sollten es dann doch auch mal Antibiotika sein. Das sind halt mal Vorsätze !!

Der Vorsatz ist da. Und die Idee “Wie” auch. Ab heute wird wieder mal Kalorien gezählt. Denn so, wie in den letzten Tagen kann es nicht weitergehen.

Generell bin ich ja kein grosser Freund von Kalorienzählen. Von totaler Kalorienreduktion auf ein Mindestmass halte ich schon gar nichts, das rächt sich bereits nach kurzer Zeit mit Heisshunger etc. Und da spreche ich aus Erfahrung, ehrlich. Ausserdem weiss ich durch das Studium vieler Bücher, insbesondere der Montignac-Methode, dass es oftmals eher auf die Zusammensetztung der kcal und nicht nur auf deren Menge ankommt.

Allerdings hilft mir das Kalorienzählen, einen Überblick zu behalten. Und es motiviert selber frisch zu kochen. Und haltet von dem einen oder anderen Snack zwischendurch ab. Denn da weiss man ja oft die kcal-Zahl nicht. Dazu habe ich mir eine Tabelle gemacht, die am Computer direkt am Küchenpult bereitsteht. Ich wiege alles ab und trage es in die Tabelle ein und sehe sofort den Brennwert.

Kalorientabelle

Wenn neue Lebensmittel dazukommen, mit denen ich koche, wird einfach eine Zeile mit den entsprechenden Formeln und Werten (aus dem Internet) ergänzt. Diese Aufstellung hat mir auch vieles klarer gemacht und half mir sinnvoll, die Kohlehydrate auf das notwendigste zu reduzieren. Während anfangs bei mir der Anteil der Haferflocken am morgentlichen Obstbrei noch sehr hoch war, und damit den Brennwert der Gesamtmahlzeit auf fast 700 kcal hochschraubte, ist heute der Anteil von Obst viel höher und die Getreideflocken maximal 70 g. Selbiger Effekt ist auch bei Nudelgerichten aufgetreten. War es zuvor ein Nudelberg mit ein bisserl Sugl und Parmesan on top, so verhält sich dies mittlerweile umgekehrt. Auch die Brotschnitten sind dünner geworden, während ich an gesunden Belag (Aufstriche, Gemüse) keineswegs spare.

Der Obstbrei, mit Leinsamen getopptMein heutiger Obstbrei hatte in etwa 450 kcal und setzte sich aus einem kleinen Apfel, viel Weintrauben und einer Kiwi, sowie Haferflocken und Wasser zusammen. Die Trauben machten das ganze recht süss. Ich koche zuerst immer eine kleine Menge an Wasser mit den Apfelstücken, gebe nach 3 Minuten die Weintrauben dazu. Und erst nachdem ich die Haferflocken ins abkühlende Wasser einrühre kommen die weichen, sensiblen Obstsorten wie zB Beeren, Kiwi oder Ananas dazu, die nicht umbedingt gekocht werden sollten. Und … sehr sehr lecker ware es !

Mancheiner denkt sich: Wui, was der Micky für eine Disziplin hat ! Und, wow, wie toll der abnimmt ! Das sieht so leicht aus. Dem ist aber leider  nicht so. Auch ich bzw gerade ich, der ja ganz viel (Frust-)Essen gewohnt ist, fällt leicht wieder in alte Verhaltensmuster. Heute war wieder so ein Tag:

Zu den eingeloggten 152 kg sind in den letzten Tagen wohl wieder ein paar dazugekommen. Obwohl ich eigentlich grad jetzt recht glücklich sein könnte, bewegen mich einige Dinge emotional so sehr, daß ich manchmal kaum einen klaren Gedanken finden kann. Daß ich in solchen Momenten nicht wieder mit Alkohol beginne, rechne ich mir hoch an und zeigt mir auch, daß dieses Thema nicht mehr so brandgefährlich ist. Aber der Lebensmittelkühlschrank muss daran glauben. Heftigst.

Am Weg vom Arzt zu einem Verlagsjourfix zum Beispiel stoppte ich beim türkischen Bäcker. Für das Mittagessen und den Nachmittag hab ich mir ein Schafkäse/Spinat Börek und zwei Plundergebäck (Topfen und Nuss) mitgenommen. Im beheizten Auto duftet das Zeug ja unglaublich verlockend. Nach 15 Minuten Autofahrt war dann auch nur mehr der Börek da. Schmatz. Zu Mittag dann neben dem Börek noch ein leckerer Tofu/Reisnudeleintopf aus der DIY-Firmenküche.

Für das Wochenende ist Neuschnee und Frost angesagt, das hat ja quasi nach Einlagerung und Bevorratung geschrien. Und weil ich schon mit dem Auto unterwegs war, hab ich mich im Supermarkt gleich mächtigst bevorratet. Das mach ich normal nicht so gerne, weil ich ja nicht “in Versuchung” kommen mag.

Und bumm: da war es auch schon. Zuerst zum Abendessen eine riesige Portion Kartoffellaibchen mit Schinken/Käse gefüllt. Ja klar, üppig Salat gab es auch. Obgleich satt, war die Gier aber noch nicht befriedigt. Es folgten zuerst Käsebrote und dann einfach Käse stückchenweise. Und weil Sie so blöd in der Gegen herumgelegen ist – einfach noch eine Topfengolatsche hinten nach. Ich glaub die Topfengolatsche war selber überrascht, daß Sie da irgendwie noch reingepasst hat. Neben dem Salat noch ein kleiner Lichtblick: Getrunken hab ich dazu nur Tee und Wasser. na also.

Blöd allemal. Kann so natürlich nicht weitergehen. Was tun ? Einmal drüber schlafen und   m o r g e n   wird sowieso alles wieder besser.

Ich kann mich noch gut erinnern, als Getränke noch mit Ihren ursprünglichen Bestimmungen beworben wurden. Basics wie “Löscht den Durst” oder vielleicht auch noch “Schmeckt Gut”. Soll ja auch wichtig sein. Aber heutzutage müssen Getränke wohl mehr können.

Man trinkt um sich wach zu halten (Energy Drinks), seine Darm Flora zu regeln (Joghurtdrinks), mutiger zu werden (siehe Spirituosenregal) oder Dinge kurzfristig zu vergessen (ebenso letzteres). 2010 ist in England nun ein Drink auf den Markt geworfen worden, der neben den 12,5 kcal, die man pro Dose zu sich nimmt, auch verspricht, innerhalb von 3 Stunden auch über 200 kcal im Körper des Trinkers wieder zu verbrennen.

ASPIRE  heisst das prickelnde Getränk aus der Dose, und soll nach Cranberry schmecken. Einer Beere, die eigentlich nur im hohen Norden (Finnland, Schweden, Kanada ..) wächst und geschmacklich immer häufiger Einzug in unsere Regale findet (und noch häufiger mit der Preiselbeere verwechselt wird).

Die Hersteller haben diese Behauptung durch Test in diversen Laboratorien untermauert, die Grundlage für diesen Prozess soll eine thermogenische Wirkung auf den Körper sein. Mein Internet behauptet, das wäre Wärmebildung durch Stoffwechselaktivität.

Ich halt trotzdem nichts davon. Mein Leitungswasser ist thermogenisch sowieso top und geschmacklich bleib ich lieber bei kräftigen winterlichen Teesorten im Moment. Geschweige denn davon, daß ich mir geschworen habe, nichts mehr aus einer Dose zu trinken. Und wer glaubt, er hätte mal 200 kcal zuviel zu sich genommen, der wage doch mal ein paar Runden um den Häuserblock zu marschieren. Das macht wirklich Spass und ist wahrscheinlich sogar noch etwas günstiger.

Es ist der Tag des Nikolo und der hat mir heute morgen grosse Freude auf der Waage gebracht. Seit dem Start meines Projektes habe ich genau 50 kg abgenommen, damit den halben Weg geschafft.

Nicht ganz im Plan läuft mein Weg, denn eigentlich wollte ich bis zum Jahreswechsel 60 kg von meinen Rippen werfen, aber der Zeitrahmen ist ja nicht das wichtigste bei der Sache und langsam abnehmen ist im Sinne der Nachhaltigkeit ohnehin der bessere Weg.

Lange Zeit hat es ziemlich gestockt und ich bin von meinem Plateau nicht runtergekommen. Bis Jahresende werd ich die geplanten weiteren 10 kg natürlich nicht schaffen, muss aber auch nicht sein, ist ja auch Weihnachten …. amen ! Aber ich bin trotzdem seeeeehr stolz und kann mich heute trotz entzündetem Rachen, verlegten Ohren und etwas Fieber so richtig freuen.