Zuletzt bin ich multimedial auch auf andere Zeitgenossen gestossen, die sich halbieren möchten. Gerade in den letzten Tagen erreichte mich Post aus Berlin.

Die Freude ist gross nach 60 min SchwimmenDas vergangene Wochenende habe ich in Augsburg und München verbracht. Es war das erste Adventwochenende und ich kann nur sagen, die Märkte in München (Tollwood auf der Theresienwiese) und insbesondere der Christkindlesmarkt in Augsburg sind eine Reise wert. Natürlich hab ich auf solche Dinge wie Bratwurst in Semmel oder Fleischpflanzerlsemmel nicht verzichten können, bei den Getränke blieb es jedoch beim lässigen “Kinderpunsch”. Ausgeglichen hab ich das im Hallenbad, wo ich Freitag und Sonntag jeweils eine Stunde meine Längen geschwommen bin, in beiden Fällen würde ich es auch Pensionistenslalomschwimmen nennen, den Altersschnitt im Bad hab ich allemal drastisch gesenkt.

Am Samstag abend dann hab ich hier im Blog den Eintrag eines “Abnehmkollegen” entdeckt, dessen Geschichte ich auch sehr interessant finde: Thorsten aus Berlin hat in mehr als 2 Jahren fast 160 kg abgenommen ! Und er hatte eine tolle Motivation dafür: Er brachte 275 kg auf die Waage, als seine Tochter einmal fast von einem Auto überfahren wurde, nur weil er Ihr mit seinem Gewicht nicht mehr folgen konnte.

Thorsten vorher/nachherGenau wie ich, betrieb Thorsten früher sehr viel Sport, spielte aktiv American Football. Wegen einer Verletzung musste er seinen Sport aufgeben und fiel in ein gewaltiges Tief, daß vor allem mit gewaltigen Essladungen kompensiert wurde. Doch damit war 2007 entgültig schluss. Der damals 34-jährige Thorsten ging zu einer Ernährungsexpertin, die ihm eine Magenverkleinerung angeraten hat. Nach diesem Eingriff stellte Thorsten seine Nahrung komplett um, verzichtete auf Süssigkeiten und folgte einem strengen Ernährungsplan.

Ich selber lehne medizinische Eingriffe persönlich ab, habe in meinem Umkreis leider auch sehr traurige Negativbeispiele erlebt, freue mich aber für Thorsten, daß dieser Schritt genau für Ihn der richtige war und seine Lebensqualität invers zum Gewicht drastisch nach oben schraubte. Weiter so !!!

Auch Thorsten arbeitet an einem Buch über seinen Weg, daß unter dem Titel “Halbiert – eine fette Story” erscheinen wird. Nähere Details und ein paar zusätzliche Infos findet Ihr auf seiner Website.

Zur Zeit plätschert mein Gewicht nur langsam hinunter. In den letzten 3 Wochen hab ich grad mal 1,5 kg verloren, da hab ich mir eigentlich mehr erwartet.

Leider ist meine private Situation gerade recht unzufriedenstellend. Obwohl ich gerade wirklich tolle Zeiten mit meinem Sohn verbringe, immerhin bin ich seit September für 4 Monate in Karenz, plagt mich ein Streit mit Florians Mutter. Die Tatsache, daß Sie mir nicht das gemeinsame Sorgerecht gewährt, macht mich sehr traurig. Und auch wütend. Aber die Diskussion läuft zur Zeit viel zu emotional und ich muss einige Tage verstreichen lassen, um wieder eine vernünftige Gesprächsbasis zu finden. Das wichtigste dabei bleibt natürlich mein Sohn. Und dem geht es, mit Ausnahme einer gerade verstärkt einsetzenden Neurodermitis, ausgesprochen gut. Gerade heute waren meine Eltern zu Mittag bei mir und wir hatten eine tolle Familienzeit zusammen.

Ich bin sehr froh und auch stolz auf mich, daß ich mich in so emotional schwierigen Zeiten nicht in alte Verhaltensmuster verkrieche und dem Frust mit Alkohol beikommen zu versuche. Auch das Essen liegt im guten Bereich, gerade bei der aktiven Bewegung könnt ich grad ein bisserl mehr anschieben. Dabei habe ich es letzten Sonntag dann tatsächlich geschafft noch schwimmen zu gehen. Mein Facebook-Aufruf hat gefruchtet, und ich musste nicht alleine meine Längen im Hallenbad ziehen. Das schreit nach einem da capo und mittlerweile haben sich auch schon mehrere Sportfreunde für weitere Aktivitäten gemeldet.

Vor mir steht ein sehr aktives Wochenende, auch die Schwimmsachen sind im Gepäck und auf den anstehenden Weihnachtsmärkten werd ich mich wohl zu beherrschen wissen. Bis zum nächsten Wiegetermin am kommenden Montag möchte ich unbeschwert 1,5 weitere Kilos abwerfen. Das wird zu machen sein.

Die letzten Tage hab ich all meine Vorsätze etwas schleifen lassen, die Gewichtskurve ging erstmals seit langem wieder in die falsche Richtung. Kein Grund zur Verzweiflung, denn ein wichtiges Ereignis nähert sich und mit den Vorbereitungen beginne ich genau HEUTE.

31.12.2009 kurz vor dem Star

Mein Sohn wurde punktgenau am 31.Dezember 2008 geboren. Ein Silvesterkind also. Den Silvestertag haben wir in den letzten Jahren zumeist auf der Wiener Ringstrasse begonnen, wo meine Schwester jedes Jahr den 6 km Silvesterlauf bestreitet. Ich war immer dabei – als Zuschauer. Als neidischer Zuschauer. Und jedes Jahr mit dem Vorsatz, im Folgejahr auch aktiv mitzuwirken. Von diesem Ziel trennten mich aber jedesmal dutzende von Kilos und schlussendlich auch die Motivation.

Zum letzten Jahreswechsel, als mein Sohn Florian seinen ersten Geburtstag feierte, war ich wiedermal am oberen Zenith meiner Gewichtskurve, so rund um die 200 kg. Aber bereits fest entschlossen, etwas dagegen zu tun. Diese Entschlossenheit wollte ich auch zeigen und so habe ich mich entschieden, den Silvesterlauf diesmal auch zu absolvieren. Natürlich nicht laufend, sondern feierlich Kinderwagen schiebend. Schnelles Gehen halt. Die Ringstrasse wird ja schon knapp eine Stunde vor dem Start der Teilnehmer für den Verkehr gesperrt und hier sah ich meine grosse Chance. Mit dem Kinderwagen wollte ich mich nicht in das Feld der Läufer mischen sondern entschloss mich, quasi als “Vorläufer”, bereits 30 Minuten vor dem Startschuss die Strecke in Angriff zu nehmen, mit dem Ziel, die 6 km in weniger als 70 Minuten zu absolvieren.

Ein verschwitzter Micky lässt sich lachend von Susanne Pumper überholen

Und das ist gelungen: Bei schönstem Wetter hab ich schon nach 58 Minuten die Ziellinie erschöpft aber glücklich überschritten. Der spätere Sieger hat mich erst auf der Höhe der Urania überrundet und Susanne Pumper, die Siegerin in der Damenklasse zog gar erst auf der Höhe des MAKs an mir und Florians Rennkinderwagen vorbei.

Bis zum Jahreswechsel habe ich nun noch 44 Tage Zeit (oops, da ist Sie wieder die magische Zahl) und bis zu diesem Zeitpunkt möchte ich wieder einiges erreicht haben. Ich möchte mit einem Gewicht unter 150 kg an den Start gehen und den Ring diesmal in maximal 50 Minuten bewältigen. Und ausserdem habe ich mir geschworen, daß es die letzte Fahrt für Florian in seinem Kinderwagen sein wird. Der wird noch am selben Tag feierlich an ebay übergeben. 2011 werde ich Ihn dann entweder schultern oder wir laufen gar nebeneinander. Ziel wird also nun sein täglich mindestens 60 Minuten schnell gehen und ab sofort die mittlerweile leider schon zur Institution gewordene Nachmittagsmehlspeise streichen. Denn die haben zuletzt ordentlich reingehauen und mich von grösseren Gewichtssprüngen abgehalten.

Erst letzten Mittwoch in der Radiosendung bei FM4 wurde ich auf die gesundheitliche Notwendigkeit des Abnehmens angesprochen. Ich selber habe aber neben der eigentlichen “morbiden adipositas” (schwerste Fettleibigkeit) kaum Beschwerden.

Leider wurde ich aber schon am nächsten Tag von einer Nachricht überrascht, die mich schwer betroffen machte und natürlich nochmal die gesundheitlichen Aspekte des Dickseins ins Zentrum rückte. In meinem Abnehm-Forum, in dem ich schon seit 2006 Erfahrungen mit Mitstreitern austausche erfuhr ich vom Tod einer anderen Posterin. Mit gerade mal 25 Jahren verlor Sie den jahrelang geführten Kampf gegen Ihr Übergewicht. Während eines Spitalsaufenthaltes erlag Sie einer Thrombose. Völlig überraschend wurde Sie aus dem Kreis Ihrer Liebsten gerissen. Die Nachricht erfuhr ich durch ein Posting Ihres Freundes, den Sie selbst in jenem Forum kennen und lieben gelernt hat. Die letzten Nachrichten auf Facebook und die aktuellen Postings Ihrer Freunde stürzten mich selber in eine tiefe Trauer. Für den März 2011 hatte Sie sich bereits für eine Magenoperation angemeldet, in der Sie einen letzten Ausweg aus Ihrem langjährigen Gewichtskampf sah. Ihre Beiträge im Forum und die schönen ästhetischen Portraitbilder aus Ihrer Kamera werde ich immer in guter Erinnerung halten.

Erst gestern nacht erhielt ich dann die traurige Nachricht eines weiteren Todesfalles. Eine gleichaltrige Bekannte, mit der ich an lauen Sommerabenden über die Perchtoldsdorfer Heide walkte (nur Sie mit Stöcken, ich old school style) ist schon vor wenigen Wochen an einer Lithium Vergiftung gestorben. Ihre Schwester informierte mich, weil Sie mein Glückwunsch SMS zu Ihrem Geburtstag auf dem Handy sah. Zudem Zeitpunkt hatte Sie sich schon von uns verabschiedet. Sie wollte auch etwas an Ihrem Gewicht arbeiten und freute sich immer über Motivation von mir, obgleich es sich bei Ihr vielleicht um ein paar wenige Kilo handelte.

Irgendwie sind dieser Tage alle anderen tagesaktuellen Themen in den Hintergrund gerückt, der Focus auf die Ernährung etwas verschleiert worden, die Motivation jedoch bleibt. Oder nein: Sie wurde bestärkt

Der österreichische alternative Jugendkultur-Radiosender FM4 widmet sich eine Woche lang den verschiedenen Aspekten aktueller Körperpolitiken. Das hat ganz viel mit Ernährung zu tun. Da wird unter dem Motto BODY ISSUES viel geredet. Und ich darf mitreden.

Langsam kommt mir das mit der 4 komisch vor. Wie bereits hier geschrieben, präsentiere ich mein Buch am 19.November des nächsten Jahres. Das ist nicht nur während der Internationalen Wiener Buchmesse, sondern auch exakt zu dem Zeitpunkt, an dem ich 44 Jahre, 4 Monate, 4 Stunden und exakt 4 Minuten alt werde. Und nun ruft mich das Radio an: Sie wollen mich als Studiogast während Ihrer Themenwoche BODY ISSUES. Wie heisst der Sender ? FM4. Und wann die Sendung beginnt wird spätestens jetzt ganz klar sein. Ja, eh: Um 4 (nachmittags). Meinen Bloglesern aus Deutschland, Schweiz und Südtirol, die österreichische Radiofrequenzen nicht in den Äther kriegen, trotzdem aber mal meine Stimme hören möchten, denen sei der FM4 Webstream empfohlen, weltweit zu empfangen. Gute Unterhaltung um 4 ! (FM4 Connected am Mi, 10.11.2010 ab 16.00 Uhr)

Hier eine Zusammenfassung des Gesprächs:

MICKY@FM4

Jetzt glauben ganz viele Menschen, daß ich radikal mein Essen in GUT und BÖSE unterteile und mich quasi nur noch von Körndln und Wasser ernähr. Dem ist nicht so, wie das letzte Wochenende eindrucksvoll gezeigt hat.

Wenn ich ausländische Gäste durch Wien führe, suche ich gerne die stillen Wege, die Wien von einer etwas anderen, authentischeren Seite zeigen. Eine deftige Schnitzeleinkehr “nach Wiener Art” muss aber dabei sein, und da präferiere ich immer die Gastwirtschaft “Zu den 2 Lieserln” in Wien-Neubau. Die Küche des originellen Beisls ist von der urigen Gaststube sogar durch das öffentliche Stiegenhaus getrennt. Und der Grant der Kellner mutet teils schon derartig unfreundlich an, daß es schon wieder lustig wirkt. Aber des Pudels Kern und Grund jedes Abstechers in die Burggasse sind die phänomenalen Schnitzelvariationen, die zuletzt aber leider nur mehr durch Quantität, denn durch Qualität bestachen. Also komplett konträr zu meinen sonstigen Ernährungsgewohnheiten. Und über die +/- Nahrungsbilanz eines Schnitzels gibts leider eh nix zu streiten, das sieht gaaaaaanz mies aus (Stichwort Schweinefleisch, Brösel, Frittieren etc).

Und was mach ich vor den Augen meiner verwunderten Gäste ? Ich bestell mir das grösste Ding, namens “Hausschnitzel”. Als fettes Extra noch mit Gorgonzola und Zwiebel in Cordon-Bleu-Style gefüllt und begleitet von Bratkartoffel und einem Hauch von Vitaminen in Form eines grünen Salates.

Und ich gestehe: Bis zum letzten Brösel hab ich alles aufgegessen, als letzter Rest zierten danach nur noch die beiden Zitronenspalten den geleerten Teller.

Sowas passiert nicht oft, aber es passiert.

Das wahrlich wunderhafte an diesem Tag. Wahrscheinlich durch die langen touristischen Spaziergänge durch die Stadt und eine blendend arbeitende Verdauung zeigte meine Waage am nächsten Tag trotzdem ein Minus von 0,5 kg. Seltsam, das !

Bänke aus Stein gemeisselt, bieten einen sicheren Sitz am Münchner Südfriedhof

Letztes Wochenende war ich in München zu Gast und musste meine häuslichen Essensgewohnheiten unterbrechen. Schön wars trotzdem. Oder gerade deswegen.

Ein paar Tage in einem anderen Haushalt verpflegt werden und die häuslichen Gewohnheiten nicht einhalten zu können, ist eine Herausforderung. Eine Herausforderung, der ich diesmal nicht ganz gewachsen war. Die Unmässigkeit hat zugeschlagen. Und auch nachdenklich gemacht.

Buffets oder vollgedeckte Tische sind meine Basis zu zügellosem Essen und unmässigen zulangen. Das habe ich diesmal wieder gemerkt. Am Frühstückstisch, wo ich halt noch ein Stückerl Käse runterschneide, und dann noch eines, und dann noch eines, und dann ….. . Am Abend beim leckeren indischen Buffet, wo die Gastgeber nichtmal auf die Idee kommen, mich zu fragen, ob es schmeckt. Zu offensichtlich ist dies. Immer wieder langte ich zu. Und solange noch was in den üppigen Schüsseln da war, hätten mich wahrhaft nur Handschellen vom Nachfassen abhalten können.

Daheim hab ich ein gutes Rezept dagegen: Ich kaufe keinen großen Vorräte ein, aus dem Kühlschrank kann ich also nur beschränkt naschen. Meine Mahlzeiten portioniere ich schon vor. Falls Käse am Speiseplan steht, wird der also schon in der Küche geschnitten und auf den Teller gelegt und nicht als Ganzes zum Runterhobeln auf dem Esstisch platziert.

Da muss ich schon beim Kochen mit dem Portionieren beginnen. Bei Teigwaren zum Beispiel. Die sehen als trockener natürlich immer viel weniger aus und entfalten all Ihre Pracht erst im Wasser kochend. Da verschätzt man sich leicht und hat nachher einen Riesenberg von Nudeln. … und wegwerfen will man dann ja auch nichts. HaHa. Immer dasselbe. Ich habe aber nun gelernt Nudeln zu portionieren und gekocht wird seitdem nur mehr, was wirklich gegessen werden soll/darf.

Münchner Halloween Dekoration

Wie ich aber ausserhalb meiner 4 Wände damit umgehen soll, weiss ich nicht. Noch nicht. Kann ja nicht immer nur daheim essen bzw meine Wohnung nicht mehr verlassen. Wie komm ich zu der Disziplin ?

Nachdem eh alle anderen vorgestern auf Halloween dekorierten, wurde der Tisch für unser indisches Essen dann nach dem Motto “Who killed Santa” dekoriert. Und wie man sich denken kann, waren die Schokokugeln im Hintergrund durch meine Anwesenheit schon nach kurzer Zeit verschwunden. Ausreichend Bewegung (zB Stufensteigen im Karl Valentin Musäum) machten meine genussreichen Ausritte allerdings wieder weg und die Waage bewegte sich nicht retour in die unerwünschte Richtung. Yeah Baby Yeah.