Der österreichische Radiosender 88,6 wirbt mit dem Spruch “Wir spielen, was wir wollen”. Trotzdem hab ich heute nachmittag irrtümlich zugehört. Nicht lange. Aber lang genug um völlig verstört zu sein. Und irritiert.

Der Sprecher erzählte von einem Selbsttest und suchte noch weitere Hörer, die mit Ihm gemeinsam eine neue Diät testen. Dabei geht es um die Methode von Dr.Bernhard Ludwig, seines Zeichens insbesondere als Seminarkabarettist bekannt. Es nennt sich 10 in 2 und ist vom Prinzip genauso einfach wie absurd. Man kann essen was und soviel man will, dies aber nur jeden zweiten Tag. Den anderen Tag ist man gar nichts.

Dachte ich zuerst, es handelt sich um einen blöden Scherz (haben wir noch nicht den 11.11. ?), doch immer genauer wurde die Methode erklärt und durch Einspielungen von Ludwig selbst untermauert. Auweh. Den Mann fand ich früher sogar lustig, als Gast der Hochzeit seiner Tochter im letzten Jahr fand ich Ihn sogar sympatisch, aber dies jagt mir nun Angst ein. Widerspricht es in meinen Augen doch all den Grundsätzen der natürlichen Ernährung, die ich versuche für mich zu finden und auch zu propagieren.

Es gab auch Zuspielungen von Anrufern beim Sender, ein Mann, der die neue Methode auch gerne testen möchte, sagte: “Ich finde, Essen wird in unserer Zeit eh total überbewertet”. HaHa. Sauerstoffaufnahme vielleicht auch ? Essen bleibt doch so ziemlich das wichtigste, daß unser Leben aufrechterhält. Daß man daran verschiedenartig herangeht, soll sein.

Ich werd das kommende Wochenende dazu nützen, den medizinischen Grundlagen (Ludwig meinte, daß System sei an Tieren und auch am Wiener AKH von Fachleuten getestet worden) nachzugehen.

Ein Wink aus dem TATORT und ein Buch in meinem Postkasten brachten mich wiedereinmal zu einem meiner Lieblingsthemen: Die Lügen der Nahrungsmittelindustrie. Dazu gleich ein Fernsehtipp für heute abend:

Axel Milberg als Kommisar Borowski

In den Fernsehkrimis der TATORT Reihe ist immer wieder viel Sozialkritik verpackt, so auch in der gestrigen Folge mit Axel Milberg als Kommisar in Kiel. Als er in seiner Rolle als Borowski mit einem Wissenschaftler aus der Nahrungsmittelindustrie diniert, fragte er, warum denn heute in den Lebensmitteln soviel Chemie drinnen sei. Antwort: “Die Menschen wollen immer weniger Geld für Lebensmittel ausgeben, da muss die Chemie vieles wettmachen”

Gerade zu diesem Thema ist mir dieser Tage ein wunderbares Buch in die Hand gefallen, dessen Inhalt viele Menschen wachrütteln könnte, sollten Sie es jemals wagen zu lesen: DIE ESSENSFÄLSCHER von Thilo Bode. Bevor der Author, promovierter Soziologe und Volkswirt, den unabhängigen Verbraucherschutzverein foodwatch gründete war er jahrelang Chef von Greenpeace International. In seinem neuen Buch erzählt er ganz persönlich von seinen Erfahrungen in der Lebensmittelbranche und zieht frappierende Parallelen: Wie die Banken, die durch immer riskantere Geschäfte versuchten immer mehr Rendite zu erwirtschaften, geht es den Lebensmittelkonzernen inzwischen nicht mehr darum, die Menschen mit guten, gesunden Lebensmitteln zu versorgen – im Vordergrund steht der Gewinn um jeden Preis. Auch wenn das Körperverletzung durch Irreführung heißt. Und die Politik agiert als Dienstleister der Industrie und setzt auf Konsens und Runde Tische statt auf wirksame Gesetze. „Die Essensfälscher“ ist ein Appell an die Politiker, sich endlich stark zu machen gegen die Partikularinteressen von Weltkonzernen und Branchen. Und an jeden Leser, sich die alltägliche Irreführung nicht länger gefallen zu lassen: Protest lohnt sich.

In dem Buch werden viele mittlerweile gerade durch foodwatch propagierte Verpackungslügen aufgezeigt: Die Verwirrung um den tatsächlichen Fruchtanteil in Fruchtjoghurten. Die Täuschungen über Gesundheits- und Wellnessextras von Functional Food. Die Irreführung mit den Begriffen “Bio” und “Light”. Zu diesem Thema gibt es auch eine feine foodwatch-Kampagne mit dem schönen Titel “Abgespeist”, zB zur Irreführung über die Lutschbonbons Nimm2.

Thilo Bode ist übrigens heute abend um 20.15 Uhr zu Gast bei Reinhold Beckmann (ARD “Was steckt wirklich in unseren Lebensmitteln“). Mit dabei auch Andreas Hoppe, der über seinen Versuch berichtet, sich über ein Jahr nur von regionalen Lebensmitteln zu ernähren. Hoppe ist übrigens der italienischstämmige TATORT Kommisar an der Seite von Lena Odenthal in Ludwigshafen. So schliesst sich der Kreis wieder.

Seit Wochen quält mich mein Knie. Nach langem Zögern bin ich jetzt zum Arzt. Aber viel gescheiter bin ich auch nicht geworden.

Mitte August am FREQUENCY

Es war Mitte August am Frequency Festival in St.Pölten. Irgendwann durch eine schnelle Bewegung oder ein leichtes Umkippen spürte ich ein Knacksen in meinem Knie und hatte unverhohlen heftigen Schmerz. Nicht zum Schreien. Nicht zum Gesichtsverzerren. Aber immerhin so stark, daß ich die nächsten Tage nur humpelte. Es wurde aber wieder besser und so hoffte ich auf Linderung ohne ärztliche Hilfe. So ganz gingen die Beschwerden aber nicht weg. Vor allem nach langem Sitzen wurde das Aufstehen und die ersten Schritte beschwerlich. Manchmal wenn ich nachts aufwachte und das Bein durchstrecken wollte, machte es ein richtig lautes Knacksen. Ist es Furcht vor dem Arzt, Faul- oder Bequemlichkeit – wie immer dominierte mein Gedanke, daß eh alles von selber wieder gut wird. Nun ja. Gut ist es nicht mehr geworden. Vor ein paar Tagen sogar extrem schlechter:

Letzten Mittwoch hab ich eine Freundin mit Ihrem 8jährigen Sohn besucht, und übermütig wie ich halt war, hab ich auf einem Acker mit den Buben Fussball gespielt. Viel mehr hab ich nicht mehr gebraucht. Trotzdem hab ich noch was draufgesetzt: Am darauffolgenden Abend als DJ beim Woodman-Studentenfest als DJ bin ich dann 5 Stunden am Stück gestanden. Also eigentlich gewippt und gehupft. Denn die Musik war ja beschwingt, die ich spielte, und so auch ich.

DJ Micky & DJane SimOne am Woodman

Am nächsten Morgen konnte ich kaum mehr stehen und den Fuss hab ich das gesamte Wochenende hinter mir hergezogen. Meinen Sohn zu tragen wurde ein Ding der Unmöglichkeit, ihm auf Kinderspielplätzen hinterherzuhirschen nur mehr ein schmerzhaftes und teils erfolgloses Unterfangen. Jetzt wurde es dann doch mal Zeit für einen Arzt.

Terminfindung war nicht einfach, sämtliche Orthopäden der Umgebung hatten erst kurz vor Weihnachten für mich Zeit, die Bemerkung “akuter Schmerzpatient” zu sein, zeigte auch keinen Erfolg. Erst der Tipp einer Freundin brachte mich zu Dr.Riegler nach Rudolfsheim, dessen Sprechstundenhilfe mich telefonisch vor die Wahl stellte: “Da hätte ich entweder in einem Monat was, oder morgen um 13.45 Uhr”. Gut, da fiel die Entscheidung leicht.

Eigentlich sollten Orthopäden immer ebenerdig ordinieren, die zwei Stöcke nahm ich dann aber gewohnheitsmäßig doch zu Fuss. Der Schrecken am Empfang: Das Scannen meiner E-Card vermittelte, daß ich zur Zeit nicht versichert bin. Beunruhigte mich nicht unmäßig, da dies scheinbar eine Verzögerung der Krankenkasse ist, da ich bei der Krankenkasse viel zu spät meine Karenz gemeldet habe. Für die Behandlung hab ich nun mal mit Barem gelöhnt. Die Erkenntnis des Arztes:

Meniskus und Bänder dürften alle in Ordnung sein, die wohlige Temperierung meines Kniebereichs schliesst auch eine Entzündung aus. Sehr fein. Was fehlt mir denn dann ? Nun: Es könnte was mit der Kniescheibe sein. Vielleicht liegt Sie schlecht, findet den Weg in Ihre Verankerung nicht so leicht. Und schmerzt und knackst daher regelmäßig. Sollte sich aber wieder legen. Schonen soll ich mich halt, aber regelmäßig geordnete Bewegung (zB Hometrainer) machen. Und wenn das mit der Krankenversicherung wieder geregelt ist, sollt ich halt zum Röntgen. Das werd ich auch bald machen. Denn es könnte natürlich auch was mit übermäßiger Abnützung durch die Kombination (sehr) hohes Gewicht und trotzdem viel Bewegung zu tun haben.

Genau: Einen Tipp hat er mir noch gegeben – Abnehmen sollt ich. Ja, eh !

Mein persönliches Projekt, meinen Körper von knapp über 200 kg Lebendgewicht zu halbieren läuft nun fast 9 Monate. Einiges ist bereits geschafft, aber ein weiter Weg liegt noch vor mir.

Das einsetzende Herbstwetter und die immer kürzer werdenden Tage lösen bei mir immer etwas Nachdenklichkeit aus. Mit einem kleinen Hang zur Depression. Dazu ein paar emotional tiefergreifende Themen im privaten Umfeld und schon haben sich ein paar alte Essensgewohnheiten wieder eingeschlichen. Eine Methode, mit der ich mich dem widersetzen kann, ist: Ziele im Auge behalten und die Zeitpläne dorthin überdenken.

Daß es zu meinem abgeschlossenen Projekt auch ein Buch geben wird, wissen einige unserer Blogleser ja schon: Gemeinsam mit einer Ernährungsexpertin und einem Bewegungstherapeuten werde ich Ende 2011 meinen Weg mit all den interessanten Themen rund um Dicksein, Abnehmen und gesunde Ernährung zusammenfassen. Und weil die meisten Bücher kurz vor Weihnachten verkauft werden und es ja schade wäre, so ein “fettes” Buch in den Regalen verstauben zu lassen, hab ich mir das hehre Ziel gesetzt, das Meisterwerk Ende November 2011 auf den Markt zu bringen.

Das Datum für die Präsentation steht seit heute fest:

Sa, 19.November 2011 um 16.00 Uhr

Dieser Zeitpunkt ist nicht ganz wilkürlich gewählt: Um diese Zeit werde ich genau 44 Jahre, 4 Monate, 4 Tage, 4 Stunden und exakt 4 Minuten alt sein.

Heißt aber auch, daß ich nun nur noch 13 Monate habe, um mich von weiteren 60 überflüssigen Kilos zu trennen und der Buch- und Projekttitel keine Phantasie bleibt. Das müssen dann auch in etwa minus 1 kg pro Woche werden. Nicht ganz einfach, vor allem im fortgeschrittenem Stadium. Das muss ich dann schon sehr mit Sport unterstützen. Was die Haut dazu sagen wird kann ich noch nicht genau vorhersagen. An manchen Stellen wird Sie sich ziemlich alleine fühlen. Notfalls muss ich mich dann aber auch von Teilen der Haut trennen. Erstgespräche mit Ärzten dazu gab es schon.

Jetzt aber wieder ran an die Kilos. Die Zeit läuft !

Für Zeitgenossen mit Sinn für Genuss und gesunde, insbesondere nachhaltige Ernährung ist die Firma Sonnentor natürlich ein Begriff. Seit ich mein Leben bewusster gestalte, zählen Ihre Kräuter, Gewürze und Teesorten aus dem Waldviertel zu meinen Standards. Gestern hatte ich erstmals die Möglichkeit, die Firma näher kennezulernen.

Höchst angenehm, berufliches mit privaten Interessen zu verbinden, so freute ich mich auf den Besuch beim Sonnentor Firmensitz im Waldviertler Sprögnitz, im Rahmen meiner Tätigkeit für das Nachhaltigkeitsmagazin Biorama. Ich weiss nicht, wie der Tag verlaufen wäre, wenn es regnerisch und nebelverhangen gewesen wäre, aber dieser ach so passende Sonnentag tat das seinige zu meiner Freude.

Beginnend vom gemeinsamen Mittagessen in der Betriebskantine, über die Führung durch die duftenden Hallen und insbesondere das kurze Treffen mit Gründer Johannes Gutmann liess mich  gute Energie spüren. Apropos Hallen. Jede der Hallen hat einen witzigen Namen, der Ihr von Mitarbeitern gegeben wurde. Mein Favorit: Die Halle LUJA.

Auch wenn durch den anhaltende Erfolg des Unternehmens die betrieblichen Strukturen laufend vergrössert werden und die Hallen richtig industriell anmuten, so hat man hier noch durchaus das Gefühl, das alles mit Sorgfalt, Liebe und auch Handarbeit gefertigt wird. Vornehmlich in der Region. Eh klar.

Neben ein paar Geschenken der freundlichen Gastgeber startete ich im angeschlossenen SONNENTOR Shop quasi meine Weihnachtseinkäufe: Schutzengelkekse, Lavendelsäckchen, Teegeschenksboxen, Kräuterdosen und vieles mehr. Klar, daß ich die Schutzengel Gewürz-Blüten-Zubereitung heute gleich zum Mittagessen austestete. Zum Biokartoffelpürre gabs Hühnergeschnetzeltes mit Champignon & Zucchini, die allesamt in einer Marinade mit der Schutzengelgewürzmischung (Karottenstücke, Ingwer, Kurkuma, Gelbsenf u.v.m.) eingelegt waren. Sehr lecker !

Bei mir im Büro wird täglich gekocht, zumeist sogar gesund. Immer aber vegetarisch. Gestern gabs Schwammerlsauce mit Semmelknödel(n) und Gurkensalat. Durchaus lecker, aber in meinen Augen mit einem Manko: Die Gurken waren geschält.

Professor Hademar Bankhofer hatte mir mal durch den Fernseher erzählt, daß Gurken immer ungeschält durch die menschliche Verdauung geschickt werden sollten. Denn in der Schale gibt es Inhaltsstoffe, ohne die der Rest der Gurke nur schwer verdaut werden kann.

Ähnlich wie bei Äpfel und Tomaten hat auch die Gurke die meisten Nährstoffe und Vitamine in bzw. knapp unter der Schale. Was ohne Schale verbleibt, besteht vor allem aus Wasser. Und sollte eine Gurke durch chemische Düngung mit Pestiziden belastet sein, dann finden sich diese genau in der Gurke und nicht in deren Schale. Daher, und dieser Tipp gilt ohnehin allgemein, empfehle ich auch Biogurken.

Eine Antwort der Ernährungsexpertin der Wiener Gemüsevermarktungsgenossenschaft LGV, die zuletzt Ihren Aktionsgurken einen Gurkenschäler beilegte, steht zu diesem Thema noch aus.

Für meinen 22 monate alten Sohn und seiner noch kargen Wortwahl ist alles was aufs Brot gestrichen wird “Butter”. Und das obwohl in meinem Haushalt seit Monaten keine Butter mehr im Eisschrank steht

Butter hat mich lange Jahre begleitet und war sowohl als Brotaufstrich als auch als Fett zum Kochen ein beinahe täglicher Begleiter. Der klassiker der schnellen Küche überhaupt: Gekochte Kartoffel mit Butter und Salz. Auch heute rinnt mir noch das Wasser im Mund zusammen wenn ich an diese Fett/Kohlehydrate-Explosion denke.

Mittlerweile denke ich aber auch daran, daß Butter fast 800 kcal auf 100 g enthält und in diesen wiederum fast 90 % Fett. Tierisches Fett wohlgemerkt. Butter wurde für mich ein absolutes NoGo ! Und die Dinge, die ich als Alternativen gefunden habe, sind viel mehr als eine Alternative sondern vollwertige, leckere Aufstriche, ohne die ich eigentlich nicht mehr in den Tag starten möchte.

Die Aufstriche von “HIEL-vegetarische Feinkost” aus dem Wiener Marchfeld hören z.B. auf die Namen “Linsenpeter” (delikater Brotaufstrich) oder “Aladin” (Orientalischer Brotaufstrich). Schau ich mir die Zutaten an, lacht mein gesundes Herz: Kichererbsen, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Sesammus, Kräuter, Gewürze, Meersalz und Zitrone (alles ausser  Salz aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft). Und mit 176 kcal auf 100 g kann man gerne mal ein wenig dicker auftragen.

Gesunde