“Hast Du noch Sex oder spielst Du schon Golf ?”, ist eine beliebte Ansage von Nichtgolfern. Ich habe wieder Sex und heute wollte ich das mit dem Golf auch wieder wissen !

Klar dachte ich früher auch, das wär was für die Reichen und Privilegierten. Aber irgendwann hat mich der Golfvirus infiziert und nicht mehr losgelassen.  Und zwar schon vor über 15 Jahren, als noch nicht jeder Hausmeister seinen Feierabend im Klubhaus verbrachte.  In all den Jahren gab es aber auch Pausen, wo ich schon mal 1-2 Jahre nicht zum Golfbag gegriffen habe.

Warum ? Keine Frage: Fast 200 kg muss man mal per Pedes fast 4 Stunden über 12 km Distanz schleppen. Und das geht halt einfach nicht. Zudem muss man ja auch Gewand tragen, das a) elegant aussieht und der Golfetikette entspricht (bääääh!!!!)  und b) auch noch Bewegungsfreiheit zulässt, den schwingen und schlagen muss man damit ja auch. Nachdem ich über die letzten 18 Monate aber schon froh sein konnte, daß ich noch in irgendwelche Hüllen passe, hab ich mit diesem schönen Sport wieder mal pausiert. Heute war es aber wieder mal soweit. Unter den spöttischen Blicken der anwesenden Pensionisten wagte ich mich auf die Driving Range meines Heimatclubs GC Leopoldsdorf und holte mir 2 Kübeln mit 80 Bällen. Um den Blicken der anderen auszuweichen, bin ich auf das gegenüberliegende Ende der Driving Range ausgewichen, wo ich alleine und ungestört üben konnte. (Ich weiss, diese Blicke gibt es wahrscheinlich gar nicht und wahrscheinlich starren die mich alle nur so an, weil ich so toll ungeputzte Golfschuhe trage).

Zu meiner größten Überraschung gingen die beinahe 2 Jahre Golfpause wie spurlos an mir vorbei und die Bälle flogen wie Einser in die Ferne. Ich bin begeistert, euphorisch und hab mir gleich für übermorgen eine Golfrunde mit Freunden in Süssenbrunn vereinbart. Das mit dem Golf klappt also wieder … jetzt mal schauen, was mit dem Sex so heute geht!

Die Scheu, sich in der Öffentlichkeit gar in Badehose zu zeigen ist nach wie vor sehr groß. Doch wenn mein Freund der Balaton ruft, dann kann mich kaum was halten.

Seit Jahrzehnten liebe ich den Plattensee, genaugenommen das malerische Walfahrtsörtchen Tihany, in das es mich seitdem jeden Sommer öfters verschlägt. Während der Ort selber unter tags überlaufen ist, tummle ich mich am familiären Seestrand, der immer noch ein Geheimtipp nebst all den prallgefüllten Seeabschnitten ist. Und am Abend, wenn all die Tagestouristen wieder in Ihre Hotelburgen zurück sind, geniesse ich die Ruhe auf dem kleinen Hügel auf der Halbinsel.

Aber so richtig als Badeerlebnis würde ich es noch nicht titulieren. Für mich ist Schwimmengehen noch immer ein “an den anderen unbemerkt ins Wasser schleichen”. So hab ich am See auch nicht den Weg ins Strandbad genommen, sondern den kleinen Steg, nur wenige Meter entfernt, wo sich eher nur einheimische Pensionisten tummeln um ohne Eintritt in Ihren Balaton zu können. Wenn ich dann aber mal im Wasser bin, dann bringt mich so schnell auch niemand mehr raus. Der Abgeschiedenheit wegen sind wir gleich morgens um 7.00 zum See runter, dort dann 80 Minuten schwimmen und als die ersten Badegäste auftauchten, waren wir schon von Frottee getrocknet am Weg zurück in unsere Pension um ein reichliches und durchaus verdientes Frühstück zu geniessen.

Der Tag diente dann aber mehr zum Seele baumeln lassen. Und bei 35°C ist auch das nur neben bzw in dem Pool möglich, karelgottlob hatten wir ein eigenes vor unserem Balkon. Nicht sehr gross, aber zum Abkühlen hat es allemal gereicht. Und auch das Foto beweist es wiedermal: Fett schwimmt ganz oben.