Mein Bücherschrank biegt sich. Nein ! Ich sitz nicht drauf. Aber mittlerweile hat sich äusserst viel Literatur über Dicksein und Abnehmen gesammelt. Einiges davon ist sehr lehrreich, oft auch amüsant. Das folgende Buch vereint beides. Und das auch noch toll verpackt.

Ob meines Kaufverhaltens und meinen speziellen Interessen wurde mir dieses Buch irgendwann mal vom Onlineshop meines Vertrauens empfohlen. DICKE STERBEN. DÜNNE AUCH. (Umschau Verlag) Schon der Titel inspirierte meinen Zeigefinger, der für die finale Bewegung “Bestellung absenden” verantwortlich ist. Der Untertitel “Vom Verdruss zum Genuss” irritierte mich etwas. Vielleicht wieder so ein Buch, bei dem sich dicke Menschen einreden, daß Sie eh super sind und daß Genuss halt wichtiger ist als körperliches Wohlbefinden etc. Dem ist aber nicht so.

Anfänglich liesst sich das Buch wie ein autobiografisch geschriebenes Werk der 32jährigen Coralie, eingebettet in feinste Illustrationen mit plakativen Leitsätzen. Ist es aber nicht. Die Leiterin einer Stiftung für gesunde Ernährung, Dr.Gesa Schönberger entwickelte das Konzept und lieferte den fachlichen Hintergrund, den die freie Autorin Sigrid Krekel in eine witzige Geschichte einbindet. Sie gibt der Protagonistin Coralie mit Ihrer lebendigen Sprache Persönlichkeit.

Eine Maxime steht schon zu Beginn des Buches als Motto:

  • Wenn ich iim Übermaß und ständig falsch esse, sterbe ich.
  • Wenn ich hunger und nie genug esse, sterbe ich.
  • Ich sterbe so oder so.
  • Ich sterbe sogar, wenn ich mich gesund ernähre
  • Die Frage ist also: Wie esse ich, solange ich noch essen kann ?
  • Oder anders: Wie schmeckt ein gutes Leben ? Ich habe nur eins. Und das will ich genießen.

Das Buch ist kein trockener Ernährungsratgeber, verpackt aber witzig viel wertvolle Information. Die Hauptfigur Coralie steht stellvertretend für viele Frauen, die unzufrieden mit ihrem Körper sind und die doch so gerne geniessen. Coralie will sich den Spaß an guten Sachen aber nicht verderben lassen. Da sie sich aber ein Leben ganz ohne Taille nicht vorstellen will, sucht Coralie begleitet von ihrem Hund Hermann ihren Weg zu einem gesunden, genussvollen Essstil.
Beim Lesen der sehr informativen Kapitel habe ich viel über unsere Esskultur, die Rolle der Gene, Vorlieben und Abneigungen, Werbe- und Diätversprechen, Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Selbstbetrügereien und mehr gelernt und dabei auch viel gelacht.

Das dieses Buch von der oberösterreicherin Ellen “Ellenaar” Zimmer wundervoll illustriert wurde und von Verena Lorenz in Typographie und Design wunderbar umgesetzt wurde, gibt dem ganzen Werk einen wunderbaren Rahmen. Nicht umsonst hab ich es schon oft weiterempfohlen und hergeliehen. Eine glasklare 1a-Empfehlung !

Das Frühstück ist für mich die wichtigste Mahlzeit geworden. Alles andere lässt sich verschieben, kompensieren oder manchmal gar streichen. Aber der energiereiche Start in den Tag ist für mich unerlässlich.

Frühstück hatte immer schon eine grosse Bedeutung. Die Zeit habe ich mir genommen und da hab ich an nichts gespart. Lange Zeit wurde täglich eine Avocado mit Tomaten und Gewürzen gemischt, auf Semmeln/Brötchen geschmiert und das Glas frisch gepressten Orangensaft neben der grossen Schale Filterkaffee war Standard. Natürlich war auch Butter und Käse dabei. Also eigentlich gar nicht so schlecht. Trotzdem hat sich in den letzten Monaten einiges geändert.

Meine Freundin Madeleine hat mich mit einem Buchgeschenk auf die chinesische Lehre der Fünf Elemente Küche gebracht. Ich habe mich mit den verschiedenen Stoffwechseltypen beschäftigt und herausgefunden, was mir gut tun sollte. Natürlich auch prompt geteste – und na bumm – es hat gewirkt: Warmer Brei am Morgen ! Vor wenigen Wochen hätte ich mir das gar nicht vorstellen können. Es hat mich immer schon gewundert wie zum Beispiel mein Kollege zum Frühstück im Büro eine warme Suppe essen kann. Igitt ! Heute verstehe ich es. Und ich brauche es. Und ich mag gar nicht mehr darauf verzichten. Es tut mir gut und es gibt mir wahnsinnig viel Energie. Das spür ich.

Mein Porridge am Morgen ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Ich variiere täglich mit Obst und Kornflocken. Ausnahmslos verarbeite ich aber immer 3 verschiedene Obstsorten, die Basis ist täglich ein ganzer Apfel. Wenig heisses Wasser wird aufgesetzt und der kleingeschnittene Apfel (natürlich mit Schale) wird einige Minuten gekocht, dann schneide ich immer ein zweites Obst nach Saison (am liebsten süsse Weintrauben) dazu.  Nach insgesamt cirka 5 Minuten nehme ich das ganze von der Hitze, giesse das meiste Wasser ab und verrühre den Rest mit 2-3 Esslöffeln feinen Haferflocken und/oder Hirse- bzw Dinkelflocken aus dem Bioregal. Am Schluss kommen dann noch die frischen Früchte dazu, die geschmacklich nicht gekocht werden sollten bzw kaum Hitze brauche, wie Erdbeeren oder Banane. Zumeist ist bei den Früchten ein hoher Fructose-Anteil, so daß ich das ganze in keiner Weise süssen muss. Wenn das Obst etwas säuerlich tendiert ergänze ich mein Porridge manchmal mit einem Tropfen flüssigem Stevia, der für mich besten und natürlich gesündesten, kalorienfreien Süssungsmethode.

Und als ob das nicht jetzt schon vor wohlschmeckender Energie- und Gesundheit strotzt werf ich zu guter Letzt noch ein paar getrocknete Aronjas und einen Teelöffel Leinsamen dazu. Da sagen die Nieren und Verdauung ganz laut DANKE. By the way sei ergänzt, daß so ein Brei je nach Menge der beigemischten Flocken auch bis zu 500 kcal haben kann.