Etwas mehr als 3 Wochen hab ich nun meinen gesünderen Lebensweg eingeschlagen. Die ersten 13 kg sind laut meiner Waage schon verschwunden. Das klingt natürlich imposant, ist aber bei einem so hohen Gewicht auch klar, daß das anfänglich mal gewaltig rutscht.

Sehr verändert hat sich natürlich auch mein diesbezügliches Einkaufsverhalten. Das Förderband an der Kasse sieht heute ganz anders aus, als noch vor 4 Wochen und noch dazu kommt es mir sehr viel billiger. Für den hier fotografierten Wochenendeinkauf hab ich gerade mal 10 Euro ausgelegt.

In Wien schneit es nun schon seit 3 Tagen sehr heftig. Ich habe mich entschlossen, heute meinen Wagen stehen zu lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nehmen. Lange Zeit habe ich Schnellbahn, Strassenbahn und Bus gemieden. Hab mich halt mit meiner Dickheit wahnsinnig angeklotzt gefühlt und dazu noch immer sehr stark geschwitzt. Irgendwie komisch, wenn es draussen – 10°C hat und ich schwitze dennoch irrsinnig, weil es halt doch schwer fällt, fast 200 kg durch die Gegend zu bewegen.
Gestern abend hatte ich einen netten Abend vor dem Fernseher verbracht. Am Programm stand der Society Event Opernball. Das mußte auch von zu Hause gebührend gefeiert werden und so holte ich mir sogar extra im Feinkostladen noch 5 dag Roastbeef , um meinem nächtlichen Mahl einen festlichen Anstrich zu geben.
Die beiden schon seit fast 3 Wochen am eisigen Balkon vorgekühlten Flaschen alkoholfreien Sekt blieben tapfererweise unangetastet, aber auch mein Mineralwasser sprudelte edel.
Ich habe mir mal vorgenommen, nicht mehr täglich auf die Waage zu stellen, sondern das nur mehr im 3 Tages bzw Wochenrythmus zu machen.

Seit 10 Tagen gehe ich nun meinen neuen Wege und erfreulich berichtete mir die Waage, daß tatsächlich schon 6 kg weg sind. Das ist sehr viel für diese kurze Zeit, aber mit diesem hohen Gewicht und den massiven Veränderungen war das möglich.


So hurtig kann es natürlich nicht weitergehen, erstes Ziel waren ja innert 14 Tagen die 7 kg. Und man kann gar nicht sagen, dass ich zuwenig esse, gerade gestern war das ganz ordentlich, gerade im Verhältnis zur Bewegung sogar ordentlich viel.

Heut morgen gleich wieder per pedes zum Bäcker um ein Frühstück, das werde ich mir jetzt angewöhnen, bringt a) bisserl Luxus mit dem frischen Vollkorngebäck und b) so ein kleiner Morgenmarsch kickt mal ein bisschen.Es ist unglaublich, auch wenn ich nach aussen hin natürlich noch immer ein sehr sehr dicker Mensch bin, wie gut die verlorenen 6 kg schon für das Selbstbewusstsein sind. Ich bewege mich tatsächlich viel sicherer und hatte auch gestern einen sehr schönen Abend in einem meiner Lieblingslokale, der indischen “Curryinsel”, wo ich mir mal keine Sorgen machte, daß der Sessel zusammenbricht, mich alle nur anstarren etc.

Ich bin froh, daß ich mit meiner Band DANKE FÜR DEN FISCH noch Anfang Jänner ein Video am Zentralfriedhof gedreht habe:

Das Video ist ein eindrucksvolles Dokument, wie ich mit cirka 200 kg aussehe und wie ich mich bewege

Schon einmal war ich ein sehr dicker Mensch. Und schon einmal habe ich in kurzer Zeit sehr viel an Gewicht verloren. Mit eiserner Disziplin und motiviert als Kandidat in Österreichs populärster Abnehm TV Show. Aber der Erfolg währte nicht lange. Und daraus habe ich gelernt.

Im Juni 2006 hatte ich erstmals die Möglichkeit, an einem Montag abend die TV Show DU BIST WAS DU ISST zu sehen. Das Format mit der Ernährungsberaterin Sasha Walleczek lief zu dem Zeitpunkt schon fast ein Jahr im Fernsehen. Im Abspann brachte man eine mailadresse, bei der man sich als Kandidat bewerben konnte. Meine Waage (reichte bis 180 kg) zeigte schon lange Error und der heisse Sommer setzte mir sehr zu. Passendes Gewand war kaum mehr zu finden und mein Unbehagen sagte: MELDE DICH.

Mit den Worten “190 kg auf 190 cm Körpergrösse unappetitlich verteilt” habe ich meine Bewerbung an die Produktionsfirma gesandt. Mein angegebener Beruf mit “Luftgitarrist und Handyweitwerfer” (war wirklich nicht gelogen) tat das seinige, die Produktionsassistentin meldete sich telefonisch innerhalb von Minuten und nach einem kurzen persönlichen Kennenlernen am nächsten Tag, wurde mir die Teilnahme in der TV Show bestätigt.

Der erste Drehtag (ohne Sasha Walleczek) war ein Horror. In verschiedensten Einstellungen sollte übertrieben meine komplette Woche mit allen Essens und Trinkenssünden dargestellt werden. Nach 9 Stunden voller Bier, Schnitzel- und Leberkäsesemmeln, Parmesanbergen und Cheeseburgern verabschiedete sich das Produktionsteam mit den Worten: “So, jetzt kannst abnehmen, wir sehen uns dann in cirka 2 Wochen wieder”. Beim nächsten Dreh hab ich dann auch die Ernährungsberaterin zum ersten Mal gesehen und bereits nach 4 Wochen erhielt ich Tipps und Ernährungsplan. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon alleine 15 kg abgenommen. Allein die Motivation, daß ich nach dem Dreh im Fernsehen sein werde, schaffte das Notwendige.

Bis zum Ende der 12 wöchigen Dreharbeiten (im Fernsehen stellte man die Zeit dann als 8 Wochen dar) hatte ich insgesamt 38 kg abgenommen. Bis Jänner 2007 habe ich dann fast 60 kg an Gewicht verloren.