In den letzten Wochen seit dem Unfall hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Auch über Abnehmen. Leider waren es nur Gedanken. Denn bei über 8 Wochen Krankenstand fällt einem die Decke schon auf den Schädel. Und Nahrungsaufnahme zählt da zu den wenigen Glücksmomenten.

Nach 10 Tagen kam ich aus dem Krankenhaus und schon davor plagten mich große Ängste. In vielen Lebenssituationen bin ich auf beide Hände angewiesen. Wie werde ich vom Sofa oder aus dem Bett aufstehen. Dort stützte ich mein Gewicht immer auf beide Hände. Wird sich das auch mit einer ausgehen? Wie manipuliere ich mit nur einer Hand? Gut, diese Befürchtungen waren unbegründet und vieles hat funktioniert. Anfangs war ich einfach einmal froh wieder zu Hause zu sein. Meine Frau, die sich von mir trennen wollte blieb noch einige Zeit und war anfänglich natürlich eine große Hilfe.

3 Wochen nach der Operationen hatte ich einen steifen Gips bis zur Schulter. Für weitere 4 Wochen bekam ich eine Orthese, mit der man im Ellbogen schon etwas Beweglichkeit hatte. Wirkte irgendwie wie Robocop. War aber wirklich schon viel angenehmer, da man sie auch selber öffnen konnte im Notfall und auch zum Duschen runternehmen konnte.

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Erschrocken bin ich allerdings, als ich die beiden langen Narben an beiden Seiten der Beugung gesehen habe. Bin ohnehin ein kleiner Schisser was sowas betrifft und kann auch kein Blut sehen, dieses frankensteinesque Bild hat mich aber besonders geschockt.

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Trotz Krankenstand habe ich daheim natürlich viel gearbeitet, mein Craft Bier Magazin fast im Alleingang fertiggestellt, und auch alles getan, was man mit so bisserl Einschränkung daheim tun kann. Allerdings war es doch sehr sehr langweilig. Dem wurde durch kräftiges zulangen im Kühlschrank oder den Vorratskästen abgeholfen. In diesen Wochen ist mein Gewicht leider wieder enorm hochgeschossen, Bewegung war ja nicht wirklich viel drinnen (Bis zu den Vorräten sind es nur paar Schritte).

Die Physiotherapie wird nun nach endgültiger Abnahme der Orthese noch 10 Wochen dauern. Aber ich werde sukzessive immer mehr machen können, besonders auf das Radfahren freue ich mich wieder. Nach der Trennung lebe ich in meinem Haushalt alleine, da gibt es jetzt mal genug anzupacken.

In den letzten Monaten ist es mit meinem Gewicht leider wieder stark nach oben gegangen. Private Sorgen, beruflichen Stress und ähnliches habe ich zu oft mit Essen und Trinken kompensiert. Und gerade das Trinken im alkoholischen Bereich hat mein Gewand wieder enger erscheinen lassen. Immer wieder habe ich in den letzten Monaten kleine Versuche unternommen, das zu stoppen. Gelungen ist es bis Mitte Dezember nicht.

Dabei habe ich mit dem ersten Schiurlaub mit meinem Sohn Anfang Februar 2016 wirklich ein sehr kurzfristiges Ziel vor Augen. In die Schihose, die ich letzte Weihnachten bekommen habe, mag ich auf alle Fälle wieder rein passen. Und beweglicher muss ich auch wieder werden. Also 6 Wochen mal Zeit bis zum ersten Ziel und da hilft für mich aus Erfahrung nur die 10in2-Methode nach Bernhard Ludwig.

Ich will wieder doppelt so viel Spass haben und nicht mehr doppelt so viel Kinn!

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Also ab jetzt nur noch jeden zweiten Tag etwas essen. An allen anderen Tagen auf die Aufnahme von Kalorien verzichten. Das heisst dann: Nur noch Wasser, Tee und Kaffee trinken und nichts essen. Im Regelfall sind das dann inklusive der Nacht davor und danach um die 36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme. Und das besondere diesmal: Ich starte kurz vor Weihnachten und berücksichtige dabei die Feiertage nicht, dh es wird keine sogenannten Jokertage geben. Nach meinem Rhythmus kann ich am 24.Dezember essen, auch am zweiten Weihnachtsfeiertag. Nicht aber bei einigen großen Familientreffen in diesen Tagen. Aber ich schaffe das, ganz bestimmt!

Das ist jetzt in der Tat der erste Blogeintrag seit 9 Monaten. Nicht nur höchste Zeit sondern wirklich allerhöchste Eisenbahn, daß hier wieder passiert. Und mit hier meine ich natürlich den Blog als Spiegel meines Weges. Denn der war in den letzten 12 Monaten genau in die falsche Richtung. Aber es war nicht alles für die Fisch!

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Ein kurzes Update: Im vergangenen Juni, als ich freudig in den Hafen der Ehe segelte, habe ich mich nach über 4 Jahren auch dazu entschlossen wieder einmal Alkohol zu trinken. Wollte doch zumindest bei meiner Hochzeit wieder einmal mit einem Glaserl Wein anstossen können. Und ja … es hat mir geschmeckt. Und es blieb auch nicht bei diesem einen Glaserl. Speziell beim Bier – wo ich meine alkoholische Kernkompetenz sehe – hat sich in der Zeit meiner Abstinenz eine Menge getan. Da gab es sehr viel zum nachverkosten, bis ich wieder am aktuellen Stand der Biertrends war. Ich sag nur Craftbier. Handwerklich gebraute Biere, denen ich sofort verfallen war. Daraus resultierte dann zum Beispiel auch das von mir organisierte Craft Bier Fest Wien, das im Mai über 4000 Wiener an zwei Tagen besuchten.

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In meinem Leben habe ich auch andere Prioritäten gesetzt. Vorbei mit fast 47 Jahren die Abend- und Eventjobs. Das bedeutet, daß ich nach genau 10 Jahren Tätigkeit als Musikquizmaster diesen Juni mein letztes Quiz moderierte. Und schon vor Monaten aufgehört habe DJ-Jobs anzunehmen. Das passte einfach nicht mehr in dem Alter. Und hat zumeist auch gar keinen Spass mehr gemacht. Im Gegenzug habe ich schon vor Monaten begonnen, aus meinem politischen Interesse auf Bezirksebene auch Aktivitäten zu setzen und unterstütze seitdem DIE GRÜNEN im Bezirk auch aktiv. Parallel dazu habe ich die Ausbildung zum Urbanen Klimaschutzbeauftragten gemacht. In diese Richtung möchte ich mich noch mehr bewegen.

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Apropos bewegen: Mit der Bewegung ist das auch so eine Sache. Im Februar bin ich dann am rechten Meniskus operiert worden. Das bedeutete Einschränkung für längere Zeit und fast 2 Monate keine richtige fettverbrennende Bewegung. Danach begann es daheim am Hometrainer wieder mit Radeln, ins Schwimmbad habe ich es seitdem leider noch überhaupt nicht geschafft.

Auf den Punkt gebracht. Ich habe in diesem letzten Jahr sicher wieder 15 kg zugenommen. Nach all dem, was ich bereits geschafft hatte, eigentlich ein Debakel. Ein Debakel, daß mich persönlich natürlich sehr unglücklich macht. Und offensichtlich damit auch die Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung. Unglücklicher Micky ist ja auch unleidlicher Micky. Und ja, natürlich kann man das unmittelbar mit der Tatsache in Verbindung bringen, daß ich wieder gerne Alkohol trinke. Damit muss ich weiterhin aufpassen, ich möchte es aber nicht ganz aus meinem Leben streichen und mich weiterhin bemühen, damit vernünftig umzugehen. Also im Genussbereich da und dort mal ein Achterl Wein oder ein gutes Glas Craftbier trinken, aber das ganze nicht zu übertreiben. Und dazu neige ich ja leider.

Für einen Neustart habe ich mir den 14.Juli 2014 ausgesucht. Den Tag nachdem Deutschland zum vierten Mal Fussballweltmeister wurde. Wie ich konkret neu durchstarten werde und was meine Ziele sind, darüber bin ich mir noch nicht so ganz im klaren. Aber dazu bediene ich mal ein altes Sprichwort: Der Weg ist das Ziel! Und auf diesen Weg begebe ich mich. Und zwar nicht morgen oder nächste Woche – sondern jetzt und heute.

 

 

Logbuch 8.Juli 2013. Der erste Tag in meinem Leben ohne Essen. Fast 36 Stunden nur Wasser, Tee und Kaffee. Ab heute nenne ich sowas einen Nuller.

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Nach monatelangem hadern und zögern versuche ich es nun entgültig. Nein, ich versuche es nicht – ich mache es einfach. Mit dem heutigen Monat starte ich in das vom Kabarettisten & Psychologen Bernhard Ludwig initiierte Programm 10in2. Kurz zusammengefasst: Ab heute werde ich abwechselnd einen Tag nichts essen, jeden zweiten Tag wiederum essen was und soviel ich will. Das Buch dazu habe ich schon vor Monaten gelesen, für meinen Start habe ich es immer in meiner Nähe, aber nocheinmal nachlesen möchte ich nicht.

Schon den ersten Ratschlag befolge ich nicht: Es wird empfohlen, einen Umstiegstag zu machen. Am Tag vor dem ersten Nuller sollte man die Speisen extra lang kauen, bis sie eigentlich schon breiig von der Mundhöhle in den Magen sausen. Darauf pfeiff ich. Weiss nicht warum, aber wahrscheinlich bin ich einfach zu faul. Hoffentlich bin ich dann am ersten Nuller auch zu faul zum Essen.

Ich zweifle eigentlich nicht mehr an diesem Programm – zu viele Bekannte in meinem Umfeld praktizieren es höchst erfolgreich – sondern ich zweifle an meiner Disziplin. Bekomme ich doch schon Zustände wenn ich mal bis Mittag keinen Bissen zu mir nehme. Der Morgen ohne Frühstück ist noch halbwegs gegangen. Hab grad vor dem wegfahren noch ein großes Glas Wasser getrunken, aber auf alles andere gänzlich verzichtet. Mit dem Fahrrad in die Firma hab ich mich einmal in die Arbeit gestürzt. Erst Mittags, als die ersten Kollegen sich Essen holten und es im Büro nach köstlicher Nahrung roch, kam das erste Unwohlsein. Zwar gab es ein kleines Zwicken im Magen das mir wohl sagen wollte: “Hallo ich brauch was!”. Aber der eigentliche Mangel war offensichtlich in der Gewohnheit verankert. Es fehlte mir einfach, eine Pause zu machen und mal etwas anderes zu tun. Die klassischen 20 Minuten mittags waren weg. Und das fühlte sich für ungefähr 90 Minuten wirklich nicht gut an. Die Gedanken kreisten nur um das eine Thema. Meine Frau meinte: “Es ist heiss, du fährst mit dem Fahrrad – ist das nicht zu viel?” Wenn es mir schlecht ginge, solle ich gleich einen Apfel oder so essen. Wann ist der Zeitpunkt, wenn es mir schlecht geht? Wenn ich das Gefühl habe, ich würde jetzt gerne was essen oder wenn ich körperliche Beschwerden habe?

Körperliche Beschwerden gab es gar keine. Nur das Unbehagen, daß ich gewöhnliche Abläufe nicht einhalte. Gegen 15 Uhr war das vorbei. In der Zwischenzeit hatte ich über einen Liter Wasser und eine große Kanne Tee getrunken. Das änderte sich auch nicht mehr. Über die sozialen Netzwerke erfuhr ich durch Austausch, daß noch mehr Bekannte bereits 10in2 praktizieren und immer mehr Erfolgserlebnisse werden mir zugetragen. Nicht nur was Abnehmen betrifft. Gesundheit und Wohlbefinden im Allgemeinen.

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Abends moderierte ich eine Quizveranstaltung und auch dort outeten sich 2 Gefährten zu diesem Ernährungsprogramm. Ich war immer mehr erstaunt, wieviele Menschen das praktizieren. Nicht umsonst ist das Buch von Bernhard Ludwig schon seit Monaten im Spitzenbereich der Sachbuchverkaufslisten. Während hier neben mir ein Burger nach dem anderen gegessen wird, und die Kellner Bier und Potatoe Wegdes im Akkord an mir vorbeitragen, bleibe ich gelassen und nuckel an meinem Mineralwasser. Bekannte berichten mir von enormen Kopfschmerzen, die sie an den ersten Nuller Tagen hatten – ich merke nichts!

Ohne einen einzigen Bissen fester Nahrung setze ich mich spätnachts auf mein Fahrrad und kurbel heim. 20 km waren es diesen Montag und es hatte zumeist um die 28°C. Trotzdem fehlt mir nachts, als ich ins Bett falle nichts. Ich vergesse sogar aufs Zähneputzen. Wozu sollte man auch Zähneputzen nach 26 Stunden “auf Wasser”. Ich werde gerügt und putze trotzdem. Eh klar.

Am nächsten Morgen habe ich nicht einmal Heisshunger. Das Frühstück (also großer Kaffee und üppige Portion Porridge mit Früchten) geniesse ich sichtlich. Meinen Vorsatz, daß Haus nicht ohne morgendlicher erfolgreicher Sitzung am Topf zu verlassen, kann ich heute auch vergessen. Wo nix ist, kann auch nix kommen. Gut so! Ich radle in die Firma und esse einen Tag wieder ganz gewöhnlich. Nicht mehr oder nicht weniger als früher auch.

Und ich bin schon irgendwie stolz: Fast 36 h waren das ohne Essen an meinem ersten Nuller. Es war leichter als ich dachte.

Im Oktober 2010, also vor fast 3 Jahren, hab ich hier über ein neues “Diät”-Programm geschrieben, daß vom Kabarettisten Bernhard Ludwig präsentiert wurde. Ich fand es lächerlich, absurd – es widersprach fast allem, was ich für natürliche Ernährung hielt.

Vor einigen Monaten war ich dann zur Buchpräsentation geladen. Bernhard Ludwig präsentierte im intimen Kreis einiger Anhänger im Wiener Stadtsaal das Buch zum Programm. Diesmal untermauert mit den Statements einiger Fachleute. Einer der Kommentatoren war auch Prof.Widhalm, der meine Untersuchungen im Rudolfsspital leitete. Diesmal klang alles recht vernünftig, trotzdem hatte ich noch große Zweifel.

Nach der Präsentation plauderte ich im Foyer mit einigen Probanden, die das 10in2 System anwenden, und damit sehr gut und glücklich leben. Aus Ihnen sprach Begeisterung für dieses System: Einen Tag nichts essen, den Tag darauf wiederum alles was man will. Den Tag ohne Essen nennen sie Nuller. Der Tag mit Essen ist der Einser. Daher der Name des Programms: Einer, Nuller in zwei Tagen: 10in2.

Das Buch befindet sich mittlerweile seit fast 5 Monaten in den Top 10 der österreichischen Sachbuch-Hitlisten. Und immer öfter höre ich von Menschen, die dieses Programm anwenden und Erfolg haben. Was heisst Erfolg? Meine Bekannten berichteten von nachhaltiger Abnahme in vernünftigen Zeiträumen. Und von weit verbesserten medizinischen Werten schon nach wenigen Monaten. (Cholesterin, Leberwerte, Blutzucker etc). Ein Bekannter hat in einigen Monaten 18 kg abgenommen un ist danach bei dem System geblieben. Mittlerweile seit fast 3 Jahren. Er fühlt sich glücklich, wohl und gesund. Und das merkt man ihm an. Auch Freunde aus seinem Umkreis haben diesen Weg mittlerweile erfolgreich gewählt.

Vor einiger Zeit berichtete mir eine Bekannte, daß sie auch damit begonnen hat: Mittlerweile sind 12 kg bei ihr gepurzelt. Hmmm, das machte mich dann nun doch neugierig. Denn irgendwas sagt mir: Das könnte auch für mich passen. Warum?

Also ich bin ja ein Mensch der Unmäßigkeit: Ich schaffe es, auf etwas zu verzichten. Wenn ich damit aber anfange, kann ich nicht aufhören. So schaffte ich früher nicht, ein gutes Glas Wein zu trinken. Wenn es geschmeckt hat, war die Flasche gleich leer. Beim Essen genauso. Aber ich hab kein Problem, komplett ohne etwas auszukommen. Siehe meine letzten 4 Jahre komplett ohne Alkohol.

Fazit daraus: Ich versuche es einmal. Genaugenommen – ich versuche es nicht, ich mache es einfach. Mal sehen wie es mir bekommt. Mal sehen, ob ich es schaffe, überhaupt einmal einen ganzen Tag ohne Essen auszukommen.

Ich werde morgen einmal nichts essen. Also fast 36 Stunden keine feste Nahrung. Nur Wasser, Tee und eventuell Kaffee. Erst Dienstag früh wieder Frühstück. Ich freu mich jetzt schon darauf. Mal sehen.

Vor einem halben Jahr, genaugenommen am Heiligen Abend, hab ich meine Freundin gefragt, ob sie meine Frau werden möchte. Nun, am 1.Juni war es endlich soweit. Unsere Hochzeit war ein wunderschönes Fest mit allen wichtigen Freunden und Verwandten:

Obwohl das Wetter seit Tagen nur verregnet war und sogar die Wetterprognose einen wolkigen, kalten 1.Juni versprochen hat, wurde dieser wunderbare Tag noch von andauerndem Sonnenschein gekrönt.

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Unsere zum Teil von weither gereisten Gäste haben Perchtoldsdorf als Kulisse von seiner schönsten Seite erlebt.

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Wir sind sehr glücklich! Auf diesem Weg möchte ich mich auch für die vielen Glückwünsche bedanken, die wir über diese Seite von euch bekommen haben. Vielen Dank!

Bin ich zu fett, oder manch andere zu blöd? Ein ärgerliches Erlebnis in der Wiener Strassenbahn:

Gemeinsam mit meiner Freundin sind wir nach einem langen Spaziergang durch die Stadt beim Burgring in den 1er-Wagen Richtung Matzleinsdorfer Platz gestiegen. Sie fand sofort einen freien Platz. Ihr gegenüber ist eine ältere Dame gesessen, die trotz vollem Wagen Ihre Einkaufstasche auf den Platz neben sich gestellt hat.

Mit freundlichen Worten habe ich um diesen Sitz gebeten, denn die Tasche muss ja nicht unbedingt den letzten freien Sitz in der Bahn blockieren. Voll angewidert blickte mich die Dame an und erquickte sich dann doch langsam, ihre Einkäufe zu sich zu nehmen. Als ich mich dann hingesetzt habe, habe ich sie seitlich gestreift und ihrer bösen Zunge – noch immer angefressen, daß ich ihrer Einkaufstasche nun den Platz wegnehmen mag – entfuhren folgende Worte:

“Heans setzn’s Ihna net auf andere Leut! Wenn’s so fett san!!!!”

Hmmm. Das hat gesessen. Auch wenn die Worte von einer sehr molligen, grantigen alten Furie kamen, war ich erbost. Also eigentlich nicht beleidigt. Denn, das ich noch fett bin, das weiss ich ja. Und das sieht auch jeder. Aber die Plätze waren geräumig genug auch für 2 beleibte Menschen.

Meine Freundin hat der Dame auch etwas empörtes erwidert, dafür bin ich ihr dankbar. Es hat mich einfach geärgert, daß sich diese dumme alte Frau die Frechheit herausgenommen hat, mich “fett” zu nennen. In meiner returnierenden Wortwahl blieb ich keinesfalls sanft, obgleich ich die Grenzen der anständigen Wortwahl nicht überschritten habe. Sobald ein anderer Platz im Wagen frei wurde hat sich die Dame umgesetzt. War ihr dann auch etwas unangenehm, daß sich andere Mitfahrende über Ihren Kommentar mokierten.

Halbieren in 2 Jahren. Von über 200 kg zum UHU (Unter HUndert kg). Das war das Ziel. Ergebnis zumindest in dieser Zeitspanne verfehlt. Das Ziel jedoch bleibt. Und wird jetzt genauer anvisiert denn je.

Kick Off war eine Gesundenuntersuchung im Wiener Rudolfinerhaus. Geleitet vom bekannten Universitätsprofessor Dr.Widhalm – Spezialist für Ernährungsmedizin und Stoffwechsel.

Blut wurde abgenommen, Harn abgegeben und die Körperzusammensetzung analysiert. Dazu noch ein EKG, eine Echokardiographie und ein Ultraschall der wichtigsten Organe.

Die detailierten Ergebnisse bekomme ich nächste Woche, das wichtigste aber vorab: Zur Überraschung der Ärzte gibt es trotz des vormals sehr hohen Gewichts kaum relevante Unregelmäßigkeiten. Herz arbeitet tadellos, die Leber nur gering vergrößert. Allerdings wurde ein Gallenstein von 15mm gefunden, der zur Zeit aber noch keine Probleme bereitet.

Nächste Woche bekomme ich mehr Ergebnisse, mein Programm habe ich aber bereits gestern gestartet. Details folgen.

Da ist es wieder mein großes Problem. Und dem geneigten Leser meines Blogs wird das Thema nicht ganz unbekannt vorkommen. Viel zu oft versuchte ich es anzugehen und immer wieder hielten meine Vorsätze nur kurz. Ich esse noch immer viel zu viel süsses Zeug!

Heute morgen auf der Waage hatte ich das Glücksgefühl, mit 132 kg wieder auf einem Tiefstand zu sein. Als ich den dann in die Tabelle meiner Abnehmgruppe im Internet eingetragen habe, bemerkte ich, daß ich genau dieses Gewicht schon am ersten Wiegetag nach Weihnachten hatte. Es ist zwar ein Gewicht, daß ich davor irgendwann zur Jahrtausendwende hatte, aber trotztdem fühlt es sich blöd an. Wenngleich mein Weg ja ein langsamer und daher nachhaltiger sein soll fühlt es sich irgendwie nutzlos an, wenn der Gewichtsverlust in genau 2 Monaten genau 0 Kilogramm ist. Warum aber eigentlich?

So sieht er aus, mein Feind!

So sieht er aus, mein Feind!

Zwei wichtige Faktoren sehe ich: Zuwenig effiziente Bewegung und das eigentliche Übel – noch immer, oder schon wieder viel zu viel Süssigkeiten. Und wie mir zuletzt offen vorgeworfen wurde: Es ist wohl eine Sucht. Für die Bewegung zeichnet in den letzten beiden Monaten vielleicht auch das Wetter verantwortlich, hinzu kam diese dämliche Gürtelrose auf der Kopfhaut, die mich für 3 Wochen auch etwas eingeschränkt hat. Und wann war ich zum letzten Mal im Hallenbad? Sehr nachlässig, sehr sehr nachlässig!

Zum nächsten Schwimmtreff hab ich bereits aufgerufen. Meine Ernährung im allgemeinen ist auch viel besser geworden (seit über 4 Wochen nun auch fleischlos), der Knackpunkt ist aber immer noch der Zucker, insbesondere meine sogenannte “Jause” nach dem Mittagessen und manchmal auch schon ein Vormittagssnack.

Da kam mir das folgende Buch sehr gelegen, denn wie auch der Autor Andreas Schweinbenz selber meint: Fundiertes Wissen ist das wichtigste und erfolgreichste Mittel gegen Übergewicht.

Zucker ist ein grosses Thema für mich. Daher möchte ich mich noch stärker hier damit auseinandersetzen und Euch ein paar verschiedene Varianten, die für mich als Alternativen gelten, vorstellen:

 

 

Ich habe erst einige Kapitel des Buches durch, aber viele Fakten haben mich wieder ein wenig aufgerüttelt. Na klar, ganz neu war das nicht, aber es hilft mir und ist frische Motivation:

– die vielen Zuckermengen verursachen nicht nur eine äusserst schlechte Energiebilanz

– Sie belasten zudem meinen Insulinhaushalt und provozieren Diabetes

– von den kariogenen Auswirkungen ganz zu schweigen

– Zucker ist es, der mich oft schon so früh müde werden lässt

Obwohl es mich im privaten Bereich wieder mal sehr emotionell beutelt und ich mich gerade in diesen Situationen oft an meine “Suchtmittel” halte, hab ich am gestrigen Sonntag mal versucht, meine “Jause” zu stoppen. Es war gar nicht so leicht. Immer ist mir die Lust auf was Süsses durch den Kopf geschossen. Gerade in der Zeit nach dem Mittagessen, wo mein Sohn für fast 2 Stunden schlafen geht, ist normal die Zeit für diese Jause. Zum Kaffee ein Plundergebäck, ein Stück Torte oder Unmengen von Keksen. Gestern dann eben nicht. Gleich den Kaffee auch weggelassen, denn alleine würde der auch ganz blöd dastehen. Am Abend dann ein üppiger Salat mit Tofuwürstchen. Da hab ich mal das Brot auch weggelassen. Und es ging gut.

Heute droht aber im Büro die nächste Herausforderung. Zusehr hat sich nach dem Mittagessen schon der Gang zum Bäcker institutionalisiert bzw der Griff in den Schrank mit den Süssigkeiten, die den Mitarbeitern unseres Unternehmens kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Der Gang vorbei wird mir heute nicht leicht fallen. Aber ich werde es versuchen.

Literaturhinweis: SCHATZ, MEINE HOSE RUTSCHT! (Vibono Books) von Dr. Andreas Schweinbenz

 

Eigentlich startete es nur als Vorsatz für ein Wochenende – nun habe ich bereits 24 aufeinanderfolgende Tage ohne Fleischprodukte in meiner Kost hinter mir. Und so kam es dazu:

Lafer's Backhendl im Steirereck

Lafer's Backhendl im Steirereck

Es war ein Donnerstag im späten Jänner. Mittags präsentierte Johann Lafer im Wiener Steirereck sein neues Buch “Meine Heimatküche” und inmitten von zahlreichen Prominenten durfte ich Kostproben seiner Rezepte probieren – allen voran: Backhendl und Wiener Schnitzel. Diese in hervorragender Qualität – so konnte ich einfach meine Finger nicht davon lassen, als die Kellner mit den Kosttellern öfters an mir vorbeistolzierten. Am Abend dann feierte unsere Firma den Einzug in ein neues Büro und das hervorragende Bio-Catering aus der Villa Berging versorgte uns mit exzellentem Fingerfood. Und wieder konnte ich nicht widerstehen. Zu oft hab ich zugelangt, zu viel Fleisch musste durch meinen Verdauungsapparat. Das spürte ich. Schon abends am Heimweg und erst recht in den Knochen und Gelenken am nächsten Morgen. Ich fühle mich dann immer etwas älter und unbeweglicher. Und das mag ich nicht. Also war der Vorsatz schnell gefällt: Über das Wochenende mal total auf Fleisch verzichten. Das fällt mir ja normal auch gar nicht schwer.

Die erste Challenge kam erst fünf Tage später, als ich im Familienkreis zum Essen eingeladen war und schon im Vorfeld signalisierte, daß ich mich beim Tafelspitz diesmal nur an die Beilagen halten werde. Und ich bin froh, daß dies an dem Abend nicht thematisiert wurde und ich frech und frei einfach nur von Spinat, Rösti und Gemüse mit Joghurt-Schnittlauch Sauce satt wurde. Was heisst eigentlich “nur”. Das war eine total leckere Mahlzeit, der es an nichts gefehlt hat.

In der Zwischenzeit gab es viel Lektüre über vegetarische Kost. Zum Beispiel Attila Hildmanns neues Buch “Vegan for Fun”. Ich entwickle mich zwar gerade in eine Richtung, in der es keinen klassischen Fleischersatz braucht (wo alles fleischliche durch zB Tofu oder Weizengluten ersetzt wird), aber ein paar interessante Rezepte habe ich auch dort gefunden. Da ich in den letzten Wochen sehr viel mit Linsen experimentiert habe und zum Teil auch Teigwaren wie Tarhonja damit supplementiere, klappte es auch mit der Verdauung wunderbar.

Irgendwie habe ich mir nicht von Tag 1 weg vorgenommen, kein Fleisch mehr zu essen. Aber desto länger diese Phase dauert, desto weniger habe ich Lust auf tierische Produkte. Bei meinen Eltern am Wochenende zu Mittag habe ich nur Reis mit gemischtem Salat gegessen, während der Rest der Familie Lungenbraten verzehrte. War nicht besonders ausgewogen meine Kost, aber das konnte ich durch vollwertiges Frühstück und reichlich Gemüse am Abend wieder wettmachen.

Am vorletzten Wochenende habe ich mit meinem kleinen Florian dann zum Einkaufen den Hofladen des Biogutes Annahof in Laab/Walde besucht. Wir durften auch die Tiere im Stall besuchen. Der Anblick all der kleinen Schweinchen, der freundlichen Rinder und gackerten Hühner war eine Freude. Ich wusste, daß diese – wenn auch ökologisch und sehr artgerecht gehalten – rein zur Fleischproduktion gehalten werden. Und irgendwie hat mir das dann ohnehin auch den Appetit auf Fleisch vermiest.

 

 

 

 

 

 

Die letzten Tage war ich dann in Deutschland. Zuerst auf der Biofach Messe in Nürnberg und dann noch ein Wochenende in Bayreuth. Die Messe war ein Genuss, an vielen Ständen gab es leckere vegetarische und vegane Gerichte zum Verkosten. Auch hier hat es für mich nicht unbedingt diese Ersatzprodukte wie “Vegarnelen” (Garnelenattrappen aus Soja) oder “Cevapcici” (aus Weizengluten) bedarft, es gab genug andere feine Gerichte.

Nur einmal bin ich von meinem unbewusst bewusstem Weg etwas abgekommen. Bei einer Einladung am Freitag abend vergass ich die Gastgeber zuvor über meine neuen Essensgewohnheiten zu informieren. ich war der einzige Gast und es wurde Fisch gekocht. Da habe ich dann ein kleines Stückchen gegessen. Es war gut, aber ich hätte auch ohne leben können, denn als Beilage gab es mit Orangenbulgur gefüllte Rote Beete. Eine Köstlichkeit für sich.

Wenn man dieses kleine Stück Fisch also übersieht, dann habe ich nun 25 Tage ohne Fleischprodukte gelebt und es geht mir sehr gut damit. Ich mag nicht ausschliessen, daß ich bald wieder mal ein Stück davon esse, aber brauchen tu ich es momentan nicht! Und das find ich gut so.