17 Jahre ist es nun her, daß ich zuletzt auf den Skiern gestanden bin. Am 5.Jänner 1999 mit etwas weniger Speck um die Hüften, besserer Kondition und einer Materialwahl, die es heute offensichtlich gar nicht mehr gibt. Schifahren 2013 – ein Revival!

Eigentlich wollte ich in den Weihnachtsferien mit meinem Sohn in den Schnee. Zuviel Windpocken an seinem Körper und zuwenig Schnee in den Bergen vermasselten aber unseren ersten Schiversuch nach Jahrzehnten. An diesem Wochenende (diesmal ohne Junior) konnte ich es nachholen. Und es war ein Erlebnis einer neuen Art.

Im Vorfeld versuchte ich bereits Schibekleidung für meine gut 140 kg zu bekommen. Oder zumindest etwas wetterfestes. Denkste! Keine Chance. Es gab wohl ein paar wenige ausgesuchte Exponate, die über internationale Webshops zu erwerben gewesen wären, für den Versuch des Schifahrens aber mit Sicherheit zu teuer. In den 90er Jahren bin ich aber doch auch immer nur mit der Jeans und einem Pullover gewedelt, wo wollen wir es 2013 also wieder machen. Gepimpt mit einer langen Unterhose und anderer warmer Wäsch.

Früher wäre das Motto gewesen: Schi aufs Dach, alles andere in den Kofferraum … und ab in die Berge. Auto gibt es seit Herbst nicht mehr in meinem Leben und das soll auch so bleiben. Sehr gut ist auch die Verbindung mit dem Postbus in die Berge – genaugenommen ins Steirische Mariazell.

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Die Fahrt kostet hin und zurück wohlfeile € 28 und dauert knappe 3 Stunden, in denen man lesen kann, arbeiten oder eben mal abspannen. Im Auto soll einem das erstmal gelingen!

Die größere Hürde sah ich aber in der Ausrüstung. Wird mir der Verleih den Schi verweigern, wenn ich beim Bindungseinstellen mein Körpergewicht outen muss? Zahlreiche Sportgeräte haben halt Ihre maximalen Obergrenzen und in Verleihsituationen kommt ja noch die rechtliche Bürde des Verleihers hinzu. Für den Notfall habe ich mir vorgenommen einen Revers zu unterschreiben, daß ich das alles auf eigenes Risiko mache und auch für die ausgeborgten Gegenstände hafte. Aber nix da: Der netten Erika Dellinger im örtlichen Schiverleih und Schischule Rudy’s Hcool war das egal. Sie hat mir vertraut.

Aber: als ich zuletzt schigefahren bin, gab es eine Regel: Schigrösse = Körpergrösse + 10 cm. Daher hatte ich immer Latten um die 2 m. Sowas – hörte ich – haben heutzutage nur mehr Schispringer. Man fährt jetzt Carving-Ski eine Form von Bretteln, die vor 17 Jahre nur einige wenige Exoten ausprobierten. Mein Leihski misst nun 155 cm Länge.Naja. Vielleicht klappt es ja.

Mit der Ausrüstung ging es per Gondel auf die Bürgeralpe – und irgendwie dachte ich- wird es wohl mit der Gondel auch wieder runtergehen, denn langsam verließ mich der Mut und noch schneller das Selbstbewusstsein. Denn meine Freundin erklärte mir ganz stolz, daß sie einen eigenen Carvingkurs besucht hat und die Technik ja doch eine ganz andere sein. Ooops! Da hilft mein Salzburger Landesschilehrer aus dem letzten Jahrhundert wohl auch nix mehr. Ich werd mich blamieren.

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Am Berg gab es dann noch einen kräftigen Schluck Wasser und dann kamen die Carvingski an die Schuhe, die mir ob Ihrer vielfältigen Schnallen, Knöpfe, Pumpen auch wie ein Abfallprodukt der Weltraumforschung vorkamen. Gottlob – und dieser christliche Ausspruch ist in Mariazell wohl passend – gab es am Gipfel sowas wie einen Übungslift. Der Jubiläumslift mit einem Gefälle von knapp über 0 ist normalerweise für Kinder und Anfänger da. Also genau richtig für mich.

Richtig super waren die ersten Schimomenten nach 17 Jahren Abstinenz nicht, aber es ging. Immerhin sogar ein wenig bergab. Und mit jedem Meter wurde es besser. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß es mit Carvingskiern sogar einfacher ist als früher mit den konventionellen 2 m Latten. Obwohl ich mich mit dem Rest meiner Ausrüstung (Jean, Pullover, Fleecejacke, Rentiermütze) für den hefitigen Schneefall und auch modisch etwas underdressed fühlte. Aber egal. Es machte Spass.

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Ein paarmal am Übungslift und dann einige Fahrten ins Tal. Die schwarze Piste wurde es noch nicht, aber für den ersten Tag nach 17 Jahren hat es gereicht. Bei der Pause in der Hütte musste ich sogar heulen vor Freude, daß ich es wirklich noch mal auf Schi geschafft hab.

Und das Schigebiet Mariazell ist für Menschen, die öffentlich unterwegs sind und keinen Wert auf überdimensionional niedergepflasterte Pistenkilometer legen wirklich eine Reise mit dem Postbus wert. Preisgünstig zudem!

Und hier der Beweis in bewegten Bildern:

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In wenigen Tagen startet in Wien wieder die Aktion RADELT ZUR ARBEIT, und ich bin wieder gerne dabei.

Letztes Jahr bin ich ein paar mal mit dem Fahrrad zur Arbeit. Irgendwie hab ich dann aber die Lust verloren, war auch nicht die passende Kleidung vorhanden und die Strecke irgendwie zusehr mit stinkenden Autos übersät. Für heuer habe ich aber große Vorsätze und der Start ins neue Fahrradjahr war großartig.

In der ersten Woche bin ich 2 mal mit dem Radl ins Büro, mit dem schicken iPhonehalter von BioLogic und der dazugehörigen kostenlosen iPhone-App BikeBrain konnte ich alle relevanten Daten (Geschwindigkeit, Streckenlänge, Route, verbrauchte Kcal) aufzeichnein und nach einigen Fahrten optimieren.

Denn in der zweiten Woche bin ich schon an 3 von 5 Arbeitstagen ins Büro geradelt. Und diese Woche werden es wohl 4 Fahrten werden. Alle Strecken zwischen 11 und 14 km, ich bin also an jedem Tag mindestens 22 km am Drahtesel gesessen und zwar pro Richtung zwischen 32 und 45 Minuten, denn ein paarmal bin ich bewusst Abstecher zum Einkaufen oder auf die Bank gefahren. In der Zeit, in der ich sonst in der S-Bahn andere Menschen beim Gratiszeitungsschauen beobachte oder einfach nur beim Fenster rausgucke mach ich beim Radlfahren jeden Tag über 1 Stunde intensiven Sport, denn anstrengend ist es schon.

Für diesen kleinen Film, den ich gestern für das Magazin Biorama gedreht habe, bin ich übrigens den Großteil der Strecke mit der Filmkamera in der linken Hand gefahren:

In der Firma hab ich mein Radl dann immer indoor abgestellt, aber bei Kundenterminen wie zum Beispiel gestern im Museumsquartier macht sich das Teil angekettet auch ganz schick.

 

 

Grad ein paar Tage ist es her, daß die Winterzeit mit einem kleinen einstündigem Tagesverkürzungsprogramm beendet wurde, steht schon wieder das Thema Fahrradfahren weit oben auf meiner Prioritätenliste.

Mein Drahtesel an einem der noch lebenden Bäume rund um das Bahnhofsprojekt Stuttgart21

 

Der Drahtesel ist geölt und renoviert und hat schon wieder meine ersten Reisen mitgemacht. Unter anderem hab ich die Autostadt Stuttgart unsicher gemacht. Was nicht ganz einfach ist. Denn das Zentrum ist ein Talkessel und wohnen tut man quasi ringsrum. Das ist beim Fahren in die City ganz angenehm, heimwärts gehts aber zumeist immer rauf bis steil bergauf. Ein Problem, daß mich auch in Wien zumeist hemmt, in die Arbeit zu fahren. Denn bei den cirka 9 km, die ich pro Richtung zurücklegen muss, ist doch immerhin die große Schwelle rund um den Schönbrunner Schlosspark dabei, in Straßennamen gefasst: Die Grünbergstrasse.

In der Stadt selber, also im zentral gelegenen Büro, vermisse ich fast täglich mein Fahrrad, das mich bei kurzen Wegen quer über den Naschmarkt oder schnell mal zum Bäcker Gragger in die Innenstadt bringt. Zu einem Termin im Museumsquartier oder irgendwo am Donaukanal. Alles einfach, schnell und leicht zur erreichen. Aber der Weg von daheim ist für einen Geschäftstag und meine Kondition in vielen Fällen noch zu sportlich. Inbesondere, wenn ich Kundentermine hab und hier nicht duschen kann. Was also wäre die Lösung?

Die halbe Strecke den Drahtesel in den Öffis mitnehmen? In Wien zahlt man dafür in der Schnellbahn einen eigenen Fahrschein, und in der Rush-Hour ist es auch nicht so komfortabel in dem Gewirr ein Fahrrad mit sich zu führen. Oder: und das verfestigt sich immer mehr in meinem Hirn – der Hang zum Zweitrad! Vielleicht sollte ich mir einfach günstig ein zweites Fahrrad gebraucht kaufen, daß ich für solche Wege immer im oder ums Büro herum abgestellt habe. Eine Lösung dafür wäre natürlich auch ein Faltrad, daß ich noch einfacher auf Reisen mitnehmen könnte. Vor wenigen Tagen hatte ich die Möglichkeit, so ein Teil zu testen.

Auf einem Tern durch die Autostadt

Eigentlich hab ich das immer für ziemlich bescheuert gehalten. Ein Klapprad! Das ist doch nichts für richtige Radfahrer. Aber es war anders als gedacht. Das Teil ist leicht, handlich und vor allem: man kann damit wirklich Tempo machen. Es hatte eine sehr flotte Schaltung, die mit der rechten Hand am Lenker zu betätigen war und mit einem BioLogic-Fahrradprogramm & Halterung für mein iPhone konnte ich sehr schnell und einfach meine Daten verfolgen. Geschwindigkeit, Distanz, Route -> alles in einer App. Sehr praktisch. Das Fahrrad musste ich leider wieder zurückgeben, den iPhone-Halter durfte ich behalten und das Programm Bike-Brain Lite von BioLogic kann sich ohnehin jeder iPhone-Besitzer kostenlos runterladen – und ich kann das nur empfehlen.

Die Bike-Brain App für das iPhone am BioLogic Fahrradhalter.

Dieses Tern Faltrad hat mich echt begeistert und seit Tagen wäge ich meine Finanzen ab, und überlege Alternativen. Auch BMW mit Ihrer Kleinwagenmarke Mini haben nun ein Faltrad auf den Markt geworfen. Vielleicht sollte ich das auch noch mal Probefahren? Aber ich glaub die Entscheidung zum Zweitrad ist gefallen.

Auf den Gipfeln rund um Zell am Ziller und den Bergen bei Leogang hab ich wieder die Lust am Wandern gefunden.

Klar, die Vorteile der Seilbahn hab ich genutzt diesmal. Die Aufsteighilfen bis zu den Grenzen, wo der Wald aufhört. Wo man sich 360° drehen kann und in alle Richtungen schauen kann. Das Wetter hat gepasst. Die Kondition auch fast.

Von den Bergstationen kann man aber wunderbar wandern. Mit geringen Steigungen und dem wunderbaren Panorama entlang. Was mir aber immer wieder auffällt: Das talwärts Gehen ist bei weitem anstrengender und für meine Knie und Wadeln eine grössere Belastung als das bergauf steigen. Immerhin schleppe ich noch immer fast 140 kg durch die Gegend.

Auch hab ich immer noch ein wenig Angst, an Plätzen zu wandern, die nicht mit dem Automobil oder Pistenfahrzeugen erreichbar ist. Da schwingt noch die Furcht mit, daß irgendetwas passieren könnte und man kann mich kaum bergen. Denn auf einer Trage kann man 140 kg wohl kaum den Berg hinab- oder hinaufschleppen. Auch nicht mit 4 Männern, denke ich mal. Und eine Hubschrauberbergung mag ich auch nicht provozieren.

Es ist natürlich alles auch eine Frage der Ausrüstung. Denn die wirklich guten Bergklamotten, mit denen ich Wind und Wetter widerstehen kann, gibt es in meinen Grössen auch noch nicht. Aber es ist ein Ziel für den nächsten Frühling, daß vor dem XL maximal 2 andere X stehen und ich dann auch die richtigen Bergwandersachen zusammenkriege.

 

Eigentlich lebe ich ja immer schon am südlichen Wiener Stadtrand. Die Wälder, durch die ich so gerne spaziere sind eigentlich schon der Beginn der Alpen. Hoch sind die Berge hier noch nicht, aber fährt man etwas raus aus Wien, werden Sie mächtig und .. ja klar: alpin.

Schneeberg und Rax heissen die mächtigsten und man nennt sie nicht umsonst die Hausberge der Wiener. So wie der Neusiedlersee als das Meer der Wiener gilt, sind die sogenannten Wiener Alpen in Niederösterreich begehrte Ausflugsziele. Schon als Kind war ich hier öfters mit meinen Eltern auf Urlaub, insbesondere den Semmering hab ich noch in sehr guter Erinnerung. Aber so richtig geurlaubt (also quasi innerhalb einer Autostunde von Wien) hab ich hier lange nicht. Das wird sich aber ändern. Denn auf einer dreitägigen Schnupperreise wurden mir die tollen Dinge wieder nähergebracht.

Eigentlich ging es bei dieser Reise vor allem um Gesundheit und Natur. Toll. Denn letzteres fehlte mir in den stressigen letzten Wochen sehr … und ohne Natur und Bewegung lässt bei mir das gesundheitliche Wohlbefinden auch rasch nach. In der sogenannten Buckligen Welt checkte ich für eine Nacht im Gesundheitszentrum Königsberg in Bad Schönau ein. Unsere kleine Gruppe aus Journalisten durfte den Altersschnitt dort drastisch senken, jener der  Privatgäste liegt dort nämlich über 75 Jahre. Da blieb mir umso mehr Platz im Fitnessraum, der dort wirklich alle Stückchen spielt. Besonders ans Herz ist mir der Space Curl gewachsen, von dem es in Österreich nur zwei Exemplare gibt. Kein anderes Gerät kann die Schwerelosigkeit so gut simulieren. Noch nie zuvor konnte ich jeden einzelnen Teil meines Körpers so gut fühlen.

Der nächste Tag führte uns in die wunderbare Region von Payerbach und Reichenau, am Fuße der Rax. Die Vorpremiere von Arthur Schnitzlers “Fräulein Else” hab ich sehr genossen, der hinter mir schlafende ehemalige Operndirektor Ion Hollender hat nicht einmal geschnarcht. Gleich danach ging es zur Jause ins Schloss Wartholz, wo heute ein wunderbarer Gartencenter residiert mit einem Shop für Menschen die schon alles andere haben und das Besondere suchen. Wunderbar. Das angeschlossene Kaffee versprühte den dekadenten Flair der vorletzten Jahrhundertwende und es war ein Traum zwischen all den Hofratswitwen Kaffee und Kuchen zu konsumieren. Das eigentliche Schloss ist heute in Privatbesitz und ist nicht zugänglich. Für alle anderen zumindest. Unser Grüppchen genoss aber das Privileg, durch die Räume zu flanieren und das Flair von Otto Habsburgs Geburtshaus zu atmen. Sogar die Babysschuhe des letzten österreischischen Thronfolgers durfte ich berühren. Es hat übrigens keinen causalen Zusammenhang, das Otto Habsburg tags darauf verstorben ist.

Meine heisseste Empfehlung in dieser Region ist allerdings das Restaurant im Looshaus, etwas oberhalb am Kreuzberg über Payerbach. Die Wirtsfamilie hat hier in einem architektonisch bedeutenden Gebäude eine regionale, gutbürgerliche Küche etabliert, die neben Sommerfrischlern und Wanderern auch den hohen Ansprüchen der gutsituierten Reichenauer Sommergäste entspricht. Ich habe es genossen. Und empfehle es wirklich gerne weiter (nicht ohne darauf hinzuweisen, daß man hier schon sehr früh reservieren sollte.

Achja, es ging hier aber nicht nur um das Essen, obwohl es wirklich an allen Plätzen der Reise wundervoll zu speisen war. Da erwähne ich gerne auch die regionale und grossteils aus biologisch angebauten Zutaten kreierte Küche der Familie Weber in Bad Schönau. Da hat einfach alles gepasst. Aber wie gesagt, es ging auch um Bewegung und Sport. Der kam abschliessend in Bad Fischau nicht zu kurz. Obwohl die Aussentemperatur an diesem Tag nur bei etwa 15°C gelegen hat, war das Becken mit 19°C Wassertemperatur ideal für 40 Minuten schwimmen. Dass ich dabei fast alleine war, hat mich wie immer nicht sonderlich gestört. Im Gegenteil. Das Naturbecken dieses Thermalbades hat übrigens IMMER diese Temperatur. Ich freue mich jetzt schon auf das Neujahrskonzert 2012, daß man hier im Becken auf Riesenleinwand betrachten kann. Das Bild von meinem Sprung ins Damenbecken nehme ich jedoch wieder als weiteren Vorsatz, eisern an meiner Figur zu arbeiten.

Irgendwie ist mein Tag zur Zeit mit Arbeit zu voll, um morgens noch die Zeit für einen kleinen Walk oder eine Radrunde zu finden. Da mach ich jetzt eine Tugend aus der Not und fahr einfach mit dem Rad zur Arbeit.

Also ich wohne am alleräussersten südlichen Wiener Stadtrand, dort wo so viele lieber schon sagen, sie wären Perchtoldsdorfer. Mich eingeschlossen. Und mein Arbeitsplatz im Verlag ist im Herzen Wiens, unweit dem Karlsplatz. Öffentlich in feinen 35 Minuten zu erreichen, mit dem Auto genauso, die Zeit verdoppelt sich aber mit der Parkplatzsuche. Ist für mich aber eh kein Thema mehr.

Im Wiental, oder entlang der U4

Am nächsten Wochenende möchte ichmal eine längere Radtour um den Neusiedlersee machen, da hat mir die Gesundheit aber einen kleinen Streich gespielt. Beim Bücken hats geknackst und gewissen Bewegungen kann ich grad einfach nicht machen. Tut weh. Sehr weh. Aber es ist dieser unangenehme Schmerz, bei dem man eher lacht als weint. Man sagt mir, es könnte die Lendenwirbelsäule sein, und mit Geduld vergeht das. Mit weniger Geduld könnte man Wärmeflaschen anlegen oder die Verspannung gar mit Spritzen lockern. Ersteres nicht vorhanden, zweiteres kommt nicht in Frage.  Aber wird das mit dem Radfahren funktionieren ?

Das Wetter ist schön und der Entschluss schnell gefasst. Ich werf mich auf meinen Drahtesel und probiere meine sporttüchtigkeit live aus. Die 13 km ins Büro werden doch zu schaffen sein. Und die paar Gebirge (ich werfe Namen wie Rosenhügel und Grüner Berg in den Raum) sind für mich allemal bezwingbar. Das erste Teilstück war schwer aber schön zu fahren. Radwege gibts kaum aber der Verkehr ist nicht arg und notfalls die Gehwege breit. Rund um den Grünen Berg ist es aber blöd. Die Abfahrt gegen Schönbrunn nicht radtauglich und ich schiebe bergab. Aber ab dem Wiental ist es wunderschön. Radfahrer lachen und schauen freundlich. Das gemeinsame Warten an Ampeln ist eine wortlose Sympathiekundgebung und genau das Gegenteil zu den angefressenen Morgenfratzen, mit denen man täglich in der S-Bahn konfrontiert ist. Mir macht es Spass. Das nächste Mal werd ich mein Gepäck aber auf Satteltaschen statt im Rucksack transportieren, weil der macht (in meinem Fall) dann doch bisserl Schweissflecken .. und das muss nicht sein, wenn man ins Büro fährt.

Fibl-Tasting im essenz-kochstudio mit Meinrad Neukirchner

Am Abend dann ein wunderbares Verkosten von Wald- und Wiesenkräutern im Kochstudio essenz von Claudia Nichterl. Organisiert von FIBL und gekocht von Starkoch Meinrad Neukirchner und Foodbloggein Katharina Seiser. Da gab es Dinge, von denen hört ich nie: Girsch ??? aber es war soooo lecker. Brennesselspinat. Sauerampfer. In Zukunft werd ich in Wiesen immer mit dem Gesicht nach unten liegen und den Kühen mampfende Konkurrenz machen. Ich schwöre.

Irgendwie hab ich dann ganz übersehen, das es plötzlich dunkel war. Mein Rad hab ich auch in der Dunkelheit gefunden, aber ohne Licht heimzufahren war dann schon etwas grenzwertig. Aber stolz war ich. Und erschöpft. Aber das mach ich jetzt öfters.

Das Gewicht hat sich in den letzten beiden Wochen konstant knapp über 140 kg eingependelt. Fortschritte gibt es im sportlichen Bereich. Und das ist ja auch schon was !

Schwimmen im Hallenbad ist mittlerweile zu einem Fixum meiner Woche geworden, mindestens einmal in sieben Tagen spule ich über 60 Minuten in Brustlage runter. Das ist gut so und schafft einen guten Ausgleich. Dazu noch viel schnelles gehen und immer wieder kräftiges Herumtollen mit meinem Sohn. Das ist schon ein guter sportlicher Start.

Mit Beginn der wärmeren Witterung war es aber auch wieder Zeit den Drahtesel ans Tageslicht zu befördern. Und nach anfänglichen Unsicherheiten waren schon die ersten Versuche von Erfolg gekrönt. Letztes Wochenende bin ich mit dem Radl über 30 km vom burgenländischen Rust auf die ungarische Seite des Neusiedlersees geradelt, und abschliessend sogar noch 80 Minuten im Hallenbad von Eisenstadt geschwommen. Schön war das. Und voller Stolz war ich, als ich die (gering anmutende Steigung) am Weg vom See hinauf nach Fertörakos ohne Absteigen bezwungen habe. 141 kg müssen da erst mal mit Muskelkraft hinauf pedaliert werden.

Nach so einem Tag spürt man dann schon das Gesäß und ist irgendwie froh, daß das mit dem Stammbaumhalter schon abgeschlossen ist. Fühlen Frauen das eigentlich ähnlich ? Okay ich werds wohl nie nach vollziehen können.

Und gestern dann eine weitere Etappen entlang des Neusiedlersees. Diesmal war der Start in Neusiedl und durch die Pampas (ja, dort wo das Schilf den See von der Zivilisation trennt), ging es Richtung Museumsdorf in Mönchhof und zurück. Etwas über 40 km sind es diesmal geworden. Das Wetter war ja für Ostermontag eher schlecht angesagt und für zumindest 32 km hatten wir da echt Glück. Strahlender Sonnenschein und Eincremen war angesagt. Die letzten 8 km arteten dann zum Wolkenbruchradeln aus und das war wirklich ein grenzwertiges Erlebnis. Denn es war echt saukalt, nass und Sicht (ohne Scheibenwischer auf den Augengläsern) ging gegen Null. Aber irgendwie machte es total Spass. Und Angesichts dessen, daß in Neusiedl eine trockene Garnitur Wäsche und eine heiße Dusche bei Freunden wartete, war es schon irgendwie lustig.

 

Die letzten Tage hab ich all meine Vorsätze etwas schleifen lassen, die Gewichtskurve ging erstmals seit langem wieder in die falsche Richtung. Kein Grund zur Verzweiflung, denn ein wichtiges Ereignis nähert sich und mit den Vorbereitungen beginne ich genau HEUTE.

31.12.2009 kurz vor dem Star

Mein Sohn wurde punktgenau am 31.Dezember 2008 geboren. Ein Silvesterkind also. Den Silvestertag haben wir in den letzten Jahren zumeist auf der Wiener Ringstrasse begonnen, wo meine Schwester jedes Jahr den 6 km Silvesterlauf bestreitet. Ich war immer dabei – als Zuschauer. Als neidischer Zuschauer. Und jedes Jahr mit dem Vorsatz, im Folgejahr auch aktiv mitzuwirken. Von diesem Ziel trennten mich aber jedesmal dutzende von Kilos und schlussendlich auch die Motivation.

Zum letzten Jahreswechsel, als mein Sohn Florian seinen ersten Geburtstag feierte, war ich wiedermal am oberen Zenith meiner Gewichtskurve, so rund um die 200 kg. Aber bereits fest entschlossen, etwas dagegen zu tun. Diese Entschlossenheit wollte ich auch zeigen und so habe ich mich entschieden, den Silvesterlauf diesmal auch zu absolvieren. Natürlich nicht laufend, sondern feierlich Kinderwagen schiebend. Schnelles Gehen halt. Die Ringstrasse wird ja schon knapp eine Stunde vor dem Start der Teilnehmer für den Verkehr gesperrt und hier sah ich meine grosse Chance. Mit dem Kinderwagen wollte ich mich nicht in das Feld der Läufer mischen sondern entschloss mich, quasi als “Vorläufer”, bereits 30 Minuten vor dem Startschuss die Strecke in Angriff zu nehmen, mit dem Ziel, die 6 km in weniger als 70 Minuten zu absolvieren.

Ein verschwitzter Micky lässt sich lachend von Susanne Pumper überholen

Und das ist gelungen: Bei schönstem Wetter hab ich schon nach 58 Minuten die Ziellinie erschöpft aber glücklich überschritten. Der spätere Sieger hat mich erst auf der Höhe der Urania überrundet und Susanne Pumper, die Siegerin in der Damenklasse zog gar erst auf der Höhe des MAKs an mir und Florians Rennkinderwagen vorbei.

Bis zum Jahreswechsel habe ich nun noch 44 Tage Zeit (oops, da ist Sie wieder die magische Zahl) und bis zu diesem Zeitpunkt möchte ich wieder einiges erreicht haben. Ich möchte mit einem Gewicht unter 150 kg an den Start gehen und den Ring diesmal in maximal 50 Minuten bewältigen. Und ausserdem habe ich mir geschworen, daß es die letzte Fahrt für Florian in seinem Kinderwagen sein wird. Der wird noch am selben Tag feierlich an ebay übergeben. 2011 werde ich Ihn dann entweder schultern oder wir laufen gar nebeneinander. Ziel wird also nun sein täglich mindestens 60 Minuten schnell gehen und ab sofort die mittlerweile leider schon zur Institution gewordene Nachmittagsmehlspeise streichen. Denn die haben zuletzt ordentlich reingehauen und mich von grösseren Gewichtssprüngen abgehalten.

Seit Wochen quält mich mein Knie. Nach langem Zögern bin ich jetzt zum Arzt. Aber viel gescheiter bin ich auch nicht geworden.

Mitte August am FREQUENCY

Es war Mitte August am Frequency Festival in St.Pölten. Irgendwann durch eine schnelle Bewegung oder ein leichtes Umkippen spürte ich ein Knacksen in meinem Knie und hatte unverhohlen heftigen Schmerz. Nicht zum Schreien. Nicht zum Gesichtsverzerren. Aber immerhin so stark, daß ich die nächsten Tage nur humpelte. Es wurde aber wieder besser und so hoffte ich auf Linderung ohne ärztliche Hilfe. So ganz gingen die Beschwerden aber nicht weg. Vor allem nach langem Sitzen wurde das Aufstehen und die ersten Schritte beschwerlich. Manchmal wenn ich nachts aufwachte und das Bein durchstrecken wollte, machte es ein richtig lautes Knacksen. Ist es Furcht vor dem Arzt, Faul- oder Bequemlichkeit – wie immer dominierte mein Gedanke, daß eh alles von selber wieder gut wird. Nun ja. Gut ist es nicht mehr geworden. Vor ein paar Tagen sogar extrem schlechter:

Letzten Mittwoch hab ich eine Freundin mit Ihrem 8jährigen Sohn besucht, und übermütig wie ich halt war, hab ich auf einem Acker mit den Buben Fussball gespielt. Viel mehr hab ich nicht mehr gebraucht. Trotzdem hab ich noch was draufgesetzt: Am darauffolgenden Abend als DJ beim Woodman-Studentenfest als DJ bin ich dann 5 Stunden am Stück gestanden. Also eigentlich gewippt und gehupft. Denn die Musik war ja beschwingt, die ich spielte, und so auch ich.

DJ Micky & DJane SimOne am Woodman

Am nächsten Morgen konnte ich kaum mehr stehen und den Fuss hab ich das gesamte Wochenende hinter mir hergezogen. Meinen Sohn zu tragen wurde ein Ding der Unmöglichkeit, ihm auf Kinderspielplätzen hinterherzuhirschen nur mehr ein schmerzhaftes und teils erfolgloses Unterfangen. Jetzt wurde es dann doch mal Zeit für einen Arzt.

Terminfindung war nicht einfach, sämtliche Orthopäden der Umgebung hatten erst kurz vor Weihnachten für mich Zeit, die Bemerkung “akuter Schmerzpatient” zu sein, zeigte auch keinen Erfolg. Erst der Tipp einer Freundin brachte mich zu Dr.Riegler nach Rudolfsheim, dessen Sprechstundenhilfe mich telefonisch vor die Wahl stellte: “Da hätte ich entweder in einem Monat was, oder morgen um 13.45 Uhr”. Gut, da fiel die Entscheidung leicht.

Eigentlich sollten Orthopäden immer ebenerdig ordinieren, die zwei Stöcke nahm ich dann aber gewohnheitsmäßig doch zu Fuss. Der Schrecken am Empfang: Das Scannen meiner E-Card vermittelte, daß ich zur Zeit nicht versichert bin. Beunruhigte mich nicht unmäßig, da dies scheinbar eine Verzögerung der Krankenkasse ist, da ich bei der Krankenkasse viel zu spät meine Karenz gemeldet habe. Für die Behandlung hab ich nun mal mit Barem gelöhnt. Die Erkenntnis des Arztes:

Meniskus und Bänder dürften alle in Ordnung sein, die wohlige Temperierung meines Kniebereichs schliesst auch eine Entzündung aus. Sehr fein. Was fehlt mir denn dann ? Nun: Es könnte was mit der Kniescheibe sein. Vielleicht liegt Sie schlecht, findet den Weg in Ihre Verankerung nicht so leicht. Und schmerzt und knackst daher regelmäßig. Sollte sich aber wieder legen. Schonen soll ich mich halt, aber regelmäßig geordnete Bewegung (zB Hometrainer) machen. Und wenn das mit der Krankenversicherung wieder geregelt ist, sollt ich halt zum Röntgen. Das werd ich auch bald machen. Denn es könnte natürlich auch was mit übermäßiger Abnützung durch die Kombination (sehr) hohes Gewicht und trotzdem viel Bewegung zu tun haben.

Genau: Einen Tipp hat er mir noch gegeben – Abnehmen sollt ich. Ja, eh !

Mein persönliches Projekt, meinen Körper von knapp über 200 kg Lebendgewicht zu halbieren läuft nun fast 9 Monate. Einiges ist bereits geschafft, aber ein weiter Weg liegt noch vor mir.

Das einsetzende Herbstwetter und die immer kürzer werdenden Tage lösen bei mir immer etwas Nachdenklichkeit aus. Mit einem kleinen Hang zur Depression. Dazu ein paar emotional tiefergreifende Themen im privaten Umfeld und schon haben sich ein paar alte Essensgewohnheiten wieder eingeschlichen. Eine Methode, mit der ich mich dem widersetzen kann, ist: Ziele im Auge behalten und die Zeitpläne dorthin überdenken.

Daß es zu meinem abgeschlossenen Projekt auch ein Buch geben wird, wissen einige unserer Blogleser ja schon: Gemeinsam mit einer Ernährungsexpertin und einem Bewegungstherapeuten werde ich Ende 2011 meinen Weg mit all den interessanten Themen rund um Dicksein, Abnehmen und gesunde Ernährung zusammenfassen. Und weil die meisten Bücher kurz vor Weihnachten verkauft werden und es ja schade wäre, so ein “fettes” Buch in den Regalen verstauben zu lassen, hab ich mir das hehre Ziel gesetzt, das Meisterwerk Ende November 2011 auf den Markt zu bringen.

Das Datum für die Präsentation steht seit heute fest:

Sa, 19.November 2011 um 16.00 Uhr

Dieser Zeitpunkt ist nicht ganz wilkürlich gewählt: Um diese Zeit werde ich genau 44 Jahre, 4 Monate, 4 Tage, 4 Stunden und exakt 4 Minuten alt sein.

Heißt aber auch, daß ich nun nur noch 13 Monate habe, um mich von weiteren 60 überflüssigen Kilos zu trennen und der Buch- und Projekttitel keine Phantasie bleibt. Das müssen dann auch in etwa minus 1 kg pro Woche werden. Nicht ganz einfach, vor allem im fortgeschrittenem Stadium. Das muss ich dann schon sehr mit Sport unterstützen. Was die Haut dazu sagen wird kann ich noch nicht genau vorhersagen. An manchen Stellen wird Sie sich ziemlich alleine fühlen. Notfalls muss ich mich dann aber auch von Teilen der Haut trennen. Erstgespräche mit Ärzten dazu gab es schon.

Jetzt aber wieder ran an die Kilos. Die Zeit läuft !