Heute morgen fand ein weiterer Dreh für die Doku-Serie “Weg vom Fleisch” im Rahmen der ORF Sendung “Heute Konkret” statt. Im Rudolfinerhaus in Wien/Döbling analysierte die zuständige Diätologin Maddalena meinen Ernährungsplan der letzten zwei Wochen und gab mir wertvolle Tipps. In erster Linie geht es bei meinem Essverhalten um die Reduzierung der Portionsgrössen und um Vermeidung von sinnlosen Dingen. Für letzteres ist aber wohl eher ein Psychologe, denn ein Ernährungsberater zuständig.

In dem Zusammenhang wurde (wahrscheinlich von einer Schar an Haubenköchen) ein Menü gekocht, daß die ideale Zusammensetzung und Kalorienanzahl für einen Tagesspeiseplan haben sollte. Das sah für mich sehr viel aus:

Eigentlich nicht schlecht, konnte ich zudem kaum glauben, daß all dies in Summe nur 1500 kcal haben soll. Für mich selber passen da einige Dinge aber nicht. In der Früh würde ich diesen Magerquarkaufstrich durch ein veganes Produkt von Hiel (Orientalischer Aufstrich oder ähnliches) ersetzen und 4 Scheiben Brot würde ich wohl auch nicht essen. Da könnte ich mir eventuell etwas für die erste Jause aufheben.

Generell wäre ja auch zu sagen, daß nach Diagnose des Ernährungsmediziners Dr.Widhalm, mein Körper einen Ruheumsatz von 2900 kcal hat. Ruheumsatz heisst: Soviel Energie benötigt mein Körper zur Aufrechterhaltung des Betriebs bei quasi Nichtbetrieb (also in Ruhelage ohne Bewegung). Er meinte, ich sollte einfach 300 kcal weniger pro Tag essen und mehr Bewegung machen! Wieso also nur 1500 kcal pro Tag essen. Da würde ich wohl viel zu schnell abnehmen.

Übrigens: Zur Jause würde ich dann aber definitiv Obste essen. Das fehlt mir hier gänzlich. Mir wurde zwar verständlich gemacht, daß die bisherige Menge an Obst zum Frühstück (1 Apfel, 1 Banane und einige Weintrauben oder Trockenobst in meinem Porridge) viel zu viel Zucker hat, aber darauf ganz verzichten? Ein Apfel am Tag sollte schon sein.

Das tut übrigens auch unseren Kindern gut. Wenn ich die morgendlichen Schlangen vor dem McDoof in Liesing sehe, dann sollte wirklich viel getan werden, damit ich die Kleinen in der Schule besser ernähren. Eine feine Aktion finde ich daher die Verteilung von 50.000 Äpfeln an Wiener Schulen durch Ja!Natürlich, der österreichischen Bio-Marke des REWE-Konzerns.

Und falls Ja!NAtürlich Chefin Martina Hörmer bei euch persönlich nicht vorbeigeschaut hat: Holt euch einfach irgendwo einen heimischen BioApfel und rundet euer gesundes Tagesmenü (siehe Bild oben) damit ab. Mahlzeit!

 

 

 

Der Herbst hat Einzug gehalten und es locken mich neue Versuche in der Küche. Aus einem gerade neu erschienenen Kochbuch versuche ich mal was neues. Und nicht alles was ich hier publiziert schmeckt mir dann auch wirklich!

Vor wenigen Tagen sind wieder einige neue Kochbücher in meinem Kochbücherregal gelandet. Um einfache schnelle Küche für meinen Sohn zu kochen habe ich zu Beginn sofort “Vegetarisch für Faule” (von Martin Kintrup bei Verlag Gräfe und Unzer) durchgeblättert und bin auf einige interessante Rezepte gestossen. Für die nächste Woche habe ich mir dann die Lauch-Birnen-Tarte,  die Spinat-Kichererbsen-Wraps und das grüne Püree aus Knollensellerie und Erbsen vorgenommen.

Als ich beim samstäglichen Wocheneinkauf am Laaber Annahof dann gleich die Sellerie entdeckte, war der Fahrplan klar:

1 großes Stück Knollensellerie mit einer Zwiebel kleinschneiden und mit einer Knoblauchzehe in Milch cirka 20 Minuten weichkochen. Bereits nach 8 Minuten noch 100 g Tiefkühlerbsen dazu. Die Flüssigkeit am Schluss abgiessen. Die Gemüsemasse hab ich unter hinzufügen von etwas Olivenöl und einem Schuss Saft aus der Zitrone mit dem Pürierstab bearbeitet. Eine lustige grüne Creme entsteht dabei, die mich vorderhand einmal an Pistazieneis erinnert. Abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer, eh klar.

Das ganze hab ich dann mit etwas frischer Kresse garniert und mit gebratenem Chili-Haloumi serviert:

Die Optik war eigentlich super, aber aus vollem Herzen: Man muss Sellerie schon sehr mögen, damit man dieses Pürree einem guten Erdäpfelpüree vorzieht. Übrigens hab ich beinahe 2 ganze Portionen essen dürfen -> mein Sohn hat das ganze schon beim Anblick verweigert.

Mein Versuch, mich möglichst gesund zu ernähren beinhaltet natürlich vorderhand auch biologisch gewachsene Lebensmittel. Hier gibt es viele tolle Erzeuger, herausragende Persönlichkeiten aber leider auch viel Trittbrettfahrer.

Gestern abend ging ich beschwingt zur Eröffnung der neuen Sonnentor-Filiale in der Wiener Wollzeile. Wieder mal eine Gelegenheit über die Kärntner- und Rotenturmstrasse durch die Innenstadt zu bummeln. Bei letzterer Adresse komme ich natürlich nicht umhin einen kleinen Stopp beim Eis Greissler zu machen. Neben den Sorten aus dem neuen Lepantos für mich das beste Eis der Stadt.

Der Eis Greissler deklariert sich nicht als Bio-Eis, verwendet jedoch ausschliessliche Bio-Milch vom eigenen Hof in der Buckligen Welt (Region der Wiener Alpen in Niederösterreich, ca 70 km südlich der Hauptstadt) und zumeist regionales Obst, das meiste sogar vom eigenen Hof. Aber eben nicht alles Bio – und das wurde auch nie behauptet.

Umsomehr hat mich gestern ein kleines Outlet des benachbarten Eisriesen Zanoni & Zanoni überrascht. Der Eissalon, der nur wenige Meter vom Eisgreissler entfernt liegt und zur Sommerzeit im Sekundentakt die eishungrigen Massen versorgt hat nun vis-a-vis ein kleines Outlet mit dem angesagten Frozen Yoghurt geöffnet.

Und – da schau her – von weitem schon blitzt mir PUR BIO ins Auge. Da kommt ja Freude auf. Noch jemand, der die Zeichen der Zeit sieht und auf das richtige Pferd setzt. Dachte ich allerdings nur. Auf die Frage von wo denn das Joghurt herkommt konnte der Verkäufer – vielleicht auch mangels Sprachverständnis – nur auf den Automaten hinter sich zeigen.

Auf meine Frage, welche Bio-Toppings denn angeboten werden zeigte er auf die Tafel hinter sich: Da kann ich sie lesen – alle die “bio”-toppings: Nutella und Eierlikör stechen mir besonders hervor. Also wieder nix mit Bio bei den Toppings. Ich fühl mich verarscht, und im Gegensatz zu den wahrscheinlich meisten Konsumenten, merke ich es auch. Da kann es eigentlich nur eine Konsequenz geben: Ohne Konsumation runter zum Eis Greissler, denn da wollte ich ohnehin ein Eis holen.

Und zu meiner Freude gab es ein Eis der Sorte “Zotter weisse Schokolade”. Schmunzelnd erklärte mir die nette junge Verkäuferin noch, daß sie in der Schokolademanufaktur Zotter auf Betriebsausflug waren. Ist immer gut, wenn man weiss wo all die Sachen auch herkommen.

Und hiermit ist das neue Sonnentor Geschäft eröffnet. Das kann man sogar auf meinem schlechten Handybild erkennen!

Und hiermit ist das neue Sonnentor Geschäft eröffnet. Das kann man sogar auf meinem schlechten Handybild erkennen!

Witzigerweise hab ich Andrea und Georg Ploberger, Biobauern aus Krumbach und Betreiber der Eis Greisslerei später noch bei der Eröffnung des Sonnentor Shops getroffen. Und da musste ich fast genauso lachen wie Sonnentor-Gründer Hannes Gutmann es immer tut. Der übrigens gestern die selben roten Waldviertler Schuhe wie ich getragen hat.

Andere Menschen jammerten nach ihrer Heimkehr immer vom übermäßigen Essen und von den dazugekommenen Kilos im Urlaub. Das war für mich bis jetzt noch selten ein Problem. Und heuer?

Viele Menschen essen im Urlaub gleich viel mehr als daheim. Weil es eben dieses zumindest aus quantitativen Aspekten gute All-You-Can-Eat Buffet gibt, oder weil man viel später am Abend noch isst und so weiter und so fort. Nachdem ich aber ohnehin auch zu Hause recht viel gegessen habe, hat sich die Veränderung im Urlaub nie zu Buche dh zur Waage geschlagen. Im Gegenteil: Durch kontrolliertere und geregeltere Essenszeiten und insbesondere viel mehr Bewegung habe ich zu Urlaubszeiten zumeist abgenommen. Und auch in diesem Jahr war es so, trotz wahrlich schwerwiegender Prüfungen:

Begonnen hat es im Biohotel Ulrichshof im bayrischen Wald. Ein Paradies für Familien mit Babies und Kleinkindern. Und ein Paradies für Schlemmer, insbesondere Freunde der deftigen Kost. Natürlich war hier alles biologisch – aber die Tatsache, daß mein Schweinebraten von einem glücklichen Schwein stammte und der Käsekuchen aus Biosahne fabriziert wurde, heisst halt noch lange nicht, daß man davon nicht runder wird. Und weil das ganze noch frei portionierbar von einem üppigen Buffet kam, hab ich mit Sicherheit mehr gegessen, als ich es normal gewohnt bin. Wie auch beim Kuchenbuffet am Nachmittag (siehe Bild).

Aber der Ulrichshof ist eben ein Kinderhotel – und das heisst nicht, daß hier nur die Kinder herumtollen. Erstens hatte ich genug damit zu tun, meinem Sohn nachzuhirschen und all seine Unternehmungen mitzumachen (Irgendwer muss das Pony ja führen, oder mit dem Kleinen auf die Wasserrutsche). Und zweitens hab ich alle Momente, in denen die Kinder in Gruppen beschäftigt waren (Piratenfest, Kinderdisco usw) genutzt um Sport zu machen. Schwimmen, Tennis und Radfahren – Und wer schon mal durch den bayrischen Wald geradelt ist, der weiss wie hügelig es dort werden kann.

Die zweite Hälfte des Urlaubs fand dann in Oberfranken statt, einer Region die auch nicht gerade für Gemüseküche oder gesunde Salate bekannt wurde. Und mittendrin war ich auf einer Hochzeit geladen. Auch dort war ich in der Schlange zum Schnitzel- und Bratenbuffet wieder in vorderster Position dabei:

Der Vorabend der Hochzeit wurde in einem Biergarten zelebriert und der Tag danach wurde (zumindest von mir) dazu genutzt, die Kuchenreste verschwinden zu lassen. Alles in allem auch nicht unbedingt der Klassiker für Abnehmwillige!

Aber auch hier bin ich öfters in die Radpedale getreten, machte große Spaziergänge oder bin mit meinem Sohn herumgerudert. Es ermangelte also neben gutem Essen auch nicht an Bewegung.

Und so kam es, daß ich nach 11 Tagen Urlaub in Deutschland tatsächlich mit fast 2 kg weniger wieder nach Hause gekommen bin. Leider hab ich diese 2 kg in den restlichen 4 Tagen daheim wieder eingebüßt. Der nächste Urlaub kommt aber bestimmt!

Heute ist es genau 3 Jahre her, daß ich aufhörte, Alkohol zu trinken. So weit, so gut: Aber es gibt immer noch Situationen wo ich alkoholische Getränke vermisse.

Einige Zeit nachdem mein Sohn zur Welt kam, habe ich mich entschlossen, nie wieder Alkohol zu trinken. Ich machte damals alkoholische Getränke zu einem hohen Prozentsatz verantwortlich für mein extrem hohes Gewicht. Nicht zu Unrecht. Und natürlich hatte ich Angst, daß die großen Mengen des Konsums irgendwann auch zu Krankheit oder Abhängigkeit führen würden. Mein Arzt unterstrich diese Vermutung uns so stoppte ich im Juli 2009 für mich den Alkohol.

Es war leichter als ich dachte. Und hatte kaum schwer eingreifenden Verzicht zur Folge. Mir wurde bald bewusst: Es funktioniert für mich sehr leicht ohne Bier, Vodka und Wein. Ich merkte nur deutlich, daß ich einige Verhaltensmuster massiv umstellen muss. Ich fand mittlerweile auch sehr gutes alkoholfreies Bier, daß mir manchmal noch den vermissten Biergeschmack gibt.

Damit trotze ich allerdings der Meinung meines Arztes, der mir empfohlen hat auf alkoholfreie Biere zu verzichten. In Kreisen von Alkoholikern spricht man im Fall von diesen Produkten vom “sanften Rückfall”. Es gibt Menschen, die dann in kurzer Zeit 8-10 Flaschen alkoholfreier Biere trinken! Warum? Auch hinter dem Namen “alkoholfrei” steckt produktionbedingt noch immer eine Restmenge Alkohol, die gesetzlich bis 0,5 Prozent liegen darf. In einigen Ländern Europas, so auch in Spanien, haben Verbraucherschutzorganisationen durchsetzen können, daß diese Produkte gar nicht mehr als alkoholfrei tituliert werden dürfen.

Aber ich glaube ich übertreibe nicht. Mein Maximum an einem Abend verteilt waren einmal 4 Flaschen alkoholfreies Bier. Das entspricht auf vielleicht 2-3 Stunden aufgeteilt dem Alkohol, den man mit einem Pfiff Bier (=0,2 liter) zu sich nimmt. Und natürlich trinke ich auch nicht täglich alkoholfreies Bier, denn schlußendlich geht es in meinem Fall ja auch um Kalorien und – obwohl AF-Bier stark kalorienreduziert ist, und von vielen als gesundes isotonisches Getränk angepriesen wird- hat es noch immer ausreichend Potential zum Dickmacher.

Vor wenigen Tagen hatte ich aber wieder so eine Situation. Entspannende Radtage am ungarischen Plattensee. Große Radrunde am Ufer entlang. Danach etwas Schwimmen und dann das große Abendessen im Ort. Danach zurück in die Ferienwohnung und vom Balkon aus auf den See blicken. Wonach schreit das? Für mich sind das die Momente, wo eine schöne Flasche Wein geöffnet wurde und ruhig und langsam genossen wurde. Was mach ich bloss? Mit Mineralwasser, Saft oder alkoholfreien Bier krieg ich dieses Gefühl nicht. In diesem Fall könnte ich mir noch alkoholfreien Sekt vorstellen. Den hab ich schon mal an Silvester versucht . In solchen Momenten wahrscheinlich ein guter Ersatz. Aber eben gerade nicht zur Hand – den gibt es nur sehr selten zu kaufen! Aber mit Sicherheit noch lange nicht der Genuss, den ich früher mit einem runden, vollen, süssen ungarischen Wein in diesen Momenten hatte.

Aber ein bisserl Verzicht gehört in meiner Situation halt immer noch dazu. Mindestens.

Jedes Jahr das gleiche: Da wartet man wochenlang im Schweisse seines Erd- und Sonnegegerbten Hobbygärtnergesichtes auf die ersten zu erntenten Früchte im Selbsterntegarten – und dann wachsen die Zucchini innerhalb von 4 Tagen in alle Richtungen.

Vor wenigen Tagen sind die ersten kleinen Zucchini gerade mal unter den Blüten aufgetaucht. Am Donnerstag haben wir die ersten beiden “in Handelsgröße” schon geerntet und fröhlich ins Essen geschnippselt. Gestern aber bin ich wieder raus: Schock schwere Not! Die Zucchini sind in Ihrer Größe explodiert.

Den Nachbarn ist es bereits zuviel geworden und einige Riesenexemplare gipfeln am Komposthaufen des Selbsterntegartens. Am Gemeinschaftstisch, gleich neben dem Eingang liegen weitere Prachtexemplare zur freien Entnahme. Aber meine möchte ich verwerten. Wegwerfen geht nicht. Die Verwandtschaft gerade alle auf Urlaub, die Nachbarn mögen Zucchini nicht – also wird gekocht, eingekocht und experimentiert.

Die hätten eigentlich nicht auf den Kompost sollen!

Die hätten eigentlich nicht auf den Kompost sollen!

Teil 1. Aus dem heute geplanten Erdäpfelgratin zum Lachssteak wird nun ein Erdäpfel/Zucchinigratin mit geringem Erdäpfelanteil.

Teil 2. Während im Rohr das Gratin vor sich hin gart, koche ich in zwei großen Töpfen die restlichen Zucchinimonster. In ersterem Topf mit Zwiebel, Chilipulver zu einem Pesto, in zweiteren kommt noch etwas Ingwer dazu: das ganze wird flüssiger eingekocht und wird in etwas kürzerer Zeit zu einer Suppe. Ein Experiment – zuvor noch nie probiert. Der Lachs (erstmals mit Limette statt mit Zitrone eingeträufelt) war mit dem Gratin eine Sensation. Hat wirklich gut geschmeckt und war nach einem sehr geschäftigen sportlichen Sonntag ein Highlight.

Die Kombination Zucchini/Ingwer kann nicht begeistern. Experiment gescheitert – das werde ich morgen mit wenig Begeisterung essen.

Ihr Kind mag auch gerne Fruchtjoghurt? Im Regal im Supermarkt stehen ja genug! Oder seien wir ehrlich: Es stehen dort ganz viele gezuckerte Joghurtprodukte mit Fruchtabbildungen am Deckel.

Innen drinnen gibt es zumeinst Aromastoffe. Und wenn darauf die Bezeichnung “mit echten Früchten” steht, gilt das schon als hervorzuhebendes Qualitätsmerkmal. Echt noch mit Früchten – wow! Was aber gar nicht so bekannt ist: Oft sind es gar nicht die eigentlichen Früchte. Von einem Kürbisbauer in Niederösterreich hörte ich, daß er den Großteil seiner Produktion an eine Molkereigenossenschaft verkauft, die das Kürbisfleisch dann als Fruchtstücke dem aromatisierten “Erdbeerjoghurt” beimischt.

Daher machen mein Sohn und ich uns das Fruchtjoghurt selber. Mit richtigen Früchten, eh klar! Und ganz ohne Zucker: selbstverständlich.

Wir schneiden einen Apfel, eine Banane und heute auch mal ein Stück Mango und werfen es in eine große Schüssel.

Gemeinsam mit einem Becher Ziegen- oder Schafjoghurt pürieren wir das ganze mit dem Mixstab. Das Ding ist schon irgendwie das Lieblingsspielzeug von meinem Sohn geworden.

Und was rausgekommen ist, war ein wirklich leckeres Joghurt, wobei der Fruchtanteil weit über 50 Prozent gelegen ist. Damit kann kein konventionelles Industrieprodukt aus dem Regal mithalten. Geschmacklich ja sowieso nicht.

Regen, Nieseln, Wolken. So war der Juni 2012 bis gestern. Nun aber – plötzlich von gestern auf heute – wurde Sommer. Kein Wölkchen ziert den Himmel und das Thermometer wandert fast an die 30°C. Endlich mal Zeit für Eis!

Aber da bin ich wählerisch. Ich mag die Frucht im Eis. Mag den natürlichen Geschmack erkennen – pur und ohne jegliche Hilfsmittel. Achja, allzu süss und fett sollte es halt auch nicht sein. Da bleiben mir nicht viel Alternativen. Und wie sooft bedeutet das für mich: Selbermachen. Denn nur bei Speisen, die ich selber zubereite, kann ich kontrollieren, was dann wirklich drinnen ist. Im Kühlschrank (als Schutz vor den Fruchtfliegen) hatte ich noch den Rest von burgenländischen Erdbeeren, die ich vor wenigen Tagen beim Berber am Naschmarkt erstanden habe.

Genau so kleingeschnitten stelle ich die Beeren für längere Zeit in den Tiefkühler, bis sie so richtig hart gefroren sind. Heute hab ich das nach dem Frühstück erledigt und bin dann zum Annahof für meine Wochenendeinkäufe gefahren. Heimgekommen, also vielleicht 90 Minuten später, hatten die Früchte die richtige Konsistenz.

Mit etwas mehr als 120 g Biojoghurt und ein paar Tropfen Stevia lass ich dann den Pürierstab ran. Die ersten Sekunden mutet der Sound eher einer Zahnarztpraxis an, die Angst steht im Raum, die scharfe Kante des Pürierers zerbricht an den hartgefrorenen Erdbeeren. Aber binnen 40 Sekunden entwickelt sich die Masse zu einer  fruchtigen Eiscreme, die den Vergleich mit konventionellem Saloneis nicht zu scheuen braucht.

Meinen Garten hab ich ja jetzt bekommen, die ersten Arbeiten sind getan. Jetzt hoffe ich, daß uns die Eisheiligen nichts böses wollen.

Freitag morgen bin ich schon 5.45 Uhr in meinem Selbsterntegarten in Siebenhirten gekniet. Die Jungpflanzen, die sich 2 Wochen auf meinem Balkon entwickeln konnten, sollten nun auf meine Parzelle gepflanzt werden. Supersache, so früh am morgen. Man ist beinahe allein am Feld. Gerade am Nachbarfeld, das kommerziell bestellt wird, tummelt sich schon eine Gruppe Ungarn und die Ketzergasse dröhnt im ersten Morgenverkehr.

Erst zum Frühstück daheim hab ich dann meine nächtlichen mails und blogeinträge gelesen. Dabei kam mir eine Nachricht unter, die mich etwas erblassen liess: Frau B. meinte, es wäre noch zu früh, die Jungpflanzen auszusetzen. Auch die zuständige Gutsverwaltung gibt daher die Gemüsepflanzen erst in 10 Tagen an die Parzellenpächter aus. Der Grund: Dieses Wochenende kommen ja noch die Eisheiligen, eine mitteleuropäische meteorologische Singularität (Witterunsregelfälle). Zwischen 11.Mai (Mamertus) und 15.Mai (Sophie) könnte es demnach noch einmal so richtig kalt werden. Meine armen Pflanzerln! Was tun? Mit Vlies abdecken? Wieder auf den Balkon zurückholen?

Karl Ploberger & Michaela Bartl am Biomarkt Freyung

Karl Ploberger & Michaela Bartl am Biomarkt Freyung

Etwas nervös bin ich dann vormittags zum Sushi-Frühstück auf den Biomarkt Freyung gegangen (Der WWF präsentierte Journalisten gemeinsam mit der ARGE BioFisch sogenannte Bio-Sushi). Dort habe ich dann auch den aus dem österreichischen TV bekannten grünen Bio-Gärtner Karl Ploberger getroffen und Ihm meine Sorgen erzählt. Die hat er aber sofort abgeschwächt und gemeint, da bräuchte ich mir keine Sorgen machen. Nun gut.

Die Temperaturen sind dann ab Samstag mittag tatsächlich um gut 15°C gesunken. Die Witterungsregelfälle sind also tatsächlich wahr. Den Pflanzen geht es aber noch gut, grad der Wind hat ein paar Spuren hinterlassen. Aber heute morgen wahr alles eitel Wonne. Und so soll es auch bleiben.

 

 

Im letzten Jahr hatte ich mit meiner Schwester gemeinsam eine Parzelle im Selbsterntegarten in Erlaa. Heuer haben wir uns offensichtlich zu spät angemeldet. Alles war schon besetzt. Möglicherweise wird es morgen bei der Übergabe noch Restplätze geben, derweil versuche ich am Balkon mein Glück.

Am Wochenende besuchte ich mit meinem Sohn die Gartenfreuden Schau in Perchtoldsdorf. Dort konnten wir uns schon mit Bio-Jungpflanzen vom Biohof Rapf und Saatgut von Reinsaat eindecken, die ersten Exemplare haben wir gleich am Balkon ausgepflanzt. Wenn mein Sohn neben mir aufwachst ist mir unheimlich wichtig, daß er einen vernünftigen Umgang mit gesunden Lebensmitteln bekommt und auch selbst sieht und mithilft, wie Obst und Gemüse wächst und gedeiht.

Platz haben wir da nicht viel, die Pflanzen müssen sich die 4 m2 derweilen noch mit 2 Fahrrädern und einigen Mineralwasserkisten teilen. Aber es kommt Licht von 2 Seiten und für uns ist die Pflege recht leicht. Motiviert wurden wir durch das Buch über Bio-Balkongärten von Andrea Heistinger, dessen Präsentation in der Wiener Hauptbücherei ich vor einiger Zeit besuchen durfte.

Ein Funken Hoffnung ist aber noch da, daß wir eine Restparzelle im Selbsterntegarten bekommen, dann werden die nicht mehr ganz so jungen Jungpflanzen noch einmal umgesetzt.