Ich bin schwach. Sehr schwach! Sonst würde ich momentan nicht so sinnloses zeug in mich reinschaufeln manchmal. Es gibt Tage, da passt weder Menge noch Inhalt. Mit Inhalt mein ich Junk. Ich schreibe es jetzt auf – vielleicht hilft das!

Seit fast einem Jahr bin ich jetzt auf einem Gewichtsplateau, mit dem ich nicht zufrieden bin. Natürlich mag man meinen: Ja super – nach soviel Abnahme ist gewichthalten ja auch mal super – anstatt dem JoJo-Effekt zu unterliegen. Aber rein objektiv bin ich noch immer viel zu dick – nämlich ungesund zu dick.

Trotz vieler Vorsätze halte ich mich an die nämlichen nur selten. Ich labere und schreibe von tollen Lebensmitteln und hoher Wertigkeit, und wie ich das alles schätze. Und dann geh ich aus Zeitmangel und anderen Gründen doch schnell zum Hühnerimbiss zu mittag und kauf mir einen reichlich schlechten Döner. Von dem mir dann danach ohnehin nur schlecht wird. Oder ich geh zur Ankerfiliale und hol mir was Süsses. Gefühlte 100.000 mal hab ich die letzten 12 Monate beim rausgehen geschworen, daß ich diese Schwelle nie wieder überschreiten werde. Und am nächsten Tag hol ich wieder was. Grrrrr.

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Momentan schau ich mit Freude das Videotagebuch “Gültige Stimme” von Roland Düringer. Ein spannendes Projekt mit vielen Parallelen zu meinem, wenngleich ich seine Inhalte nicht immer für gut befinden kann. Aber der Mann erregt Aufmerksamkeit für eine gute Sache und das ist auch gut so.

Also was nehme ich mir jetzt kurzfristig vor: Solange ich noch öffentlich fahren muss (also solange das Wetter gegen meine 12 km Fahrradstrecke von daheim in die Arbeit spricht), gehe ich vom Hauptbahnhof ins Büro zu Fuss – anstatt der letzten U-Bahnstation. Am Weg liegt ein Bioladen: Dort kaufe ich jetzt täglich meine Jause und nehme Sie unverpackt ins Büro. (Täglich sagte ich der Verkäuferin beim Anker, sie soll meine gefüllte Semmel nicht zweimal in Papier wickeln und nachher nochmal in ein Papiersackerl stecken für die 25 m von Anker zu Arbeitsplatz – täglich hat sie es ignoriert). Und ich kauf mir gleich Teigwaren, Gemüse und ähnliches, das ich jetzt täglich zu Mittag frisch kochen werde. Vielleicht mag ja noch wer mitessen im Büro. Also kein Hühnerimbiss, FastFoodChinese oder Leberkäsesemmel-Supermarkt mehr für mich.

Micky bleib stark. Wehre dich gegen alle Versuchen. Iss keinen Junk. DAS MUSS ICH MIR WERT SEIN!!

Man kennt das fleischlose Angebot im Segment der verstaubten Gastronomie: Zumeist frittiertes Gemüse, Käse oder irgendeine Art von fettigen Convenience-Laibchen. Manchmal vielleicht noch Klassiker wie Eiernockerl, Kasspätzle und eben die traditionellen Süßspeisen. Hier im Steirischen Mariazell hat ein findiger Wirt aber noch den vegetarischen Fisch auf der Karte:

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Ernst Kerschbaumer vom Radlwirt in Mariazell dürfte mal ein begnadeter Musiker gewesen sein. Vergilbte Bilder an der Trompete zeugen von dieser wohl vergangenen Zeit. Mittlerweile gibt es im Wirtshaus der Familie Kerschbaumer, nahe der Basilika im Wallfahrtsort, Livemusik nur noch nach Bedarf. Und den hatten die beiden einzigen Gäste mit ihren Puntigamer Bierflaschen vorm Gesicht offensichtlich nicht. Auch ich hatte nicht vor, länger als einen neugierigen Blick in der Gaststube zu verbleiben, denn schon das vegetarische Angebot an der aussen proklamierten Speisekarte, schreckte mich ab:

Forelle im vegetarischen Angebot hatte ich noch nicht im Register der Absurditäten. Ebenfalls in der Steiermark erklärte mir einmal eine Wirtin in Leoben, daß die Speckwürfel in der Salatschüssel ohnehin kein Fleisch wären. Aus Texas hören wir, daß Vegetarier dort nur auf rotes Fleisch verzichten und Hühnerfleisch durchaus als vegetarische Köstlichkeit durchgeht! Daß dort einiges nicht stimmen kann, ahnte ich seit George Bush dem jüngeren.

Auch vernahm ich, daß Mönche im Mittelalter in der Fastenzeit Biber essen durften, weil das Tier im Wasser schwimmt, und daher eher eben Fisch und kein Fleisch. Wenn man vegetarisch nun also als rein fleischlos bezeichnet, könnte es hier zu Missverständnissen kommen, denn auch eine althergebrachte Frage lautet: “Fisch oder Fleisch?” (ebenso ein köstlicher Film mit Louis de Funes aus den späten 50er Jahren)

Die vegetarische Kost ist aber klar definiert: Keine Lebewesen werden gegessen, und da zählt der Fisch eben genauso dazu, wie der Speck oder das Hühnerfleisch. Und alle, die auch gleich auf gänzliche Produkte dieser Lebewesen, wie Milch, Ei oder Honig verzichten wollen, sind eben Veganer.

Wer in Mariazell, so wie ich aber nicht vegetarisch unterwegs ist – und Lust auf guten Fisch hat, der sollte ohnehin woanders essen gehen. Direkt unter der Basilika hat nämlich Alexander Quester – Spross der Autorennfahrer und Baustoffmarktdynastie – einen Shop mit kleinem Restaurant mit seinen Fischspezialitäten eröffnet: Questers feiner Fisch kommt aus nachhaltiger Süßwasserzucht im nahen Gußwerk und wird mittlerweile in der Topgastronomie serviert.

 

www.radlwirt.com

www.questers.at

 

Über die Weihnachtsfeiertage ist mir wieder einmal so richtig bewusst geworden, wie viel Müll wir unnötig produzieren. Ganz besonders bei den Lebensmittelverpackungen war es heuer extrem. Die verschiedenen Käsesorten abgepackt zu 80 g in transparenten Kunststoff verschweisst. Zwischen jedem Käseblatt nochmal eine Folie. Die Über- und Zwischenverpackungen, das ganze Papier: Mir wurde es einfach zuviel.

Dann hab ich mir vor ein paar Tagen nochmal Werner Bootes Dokufilm Plastic Planet angesehen. (Seit November steht er – bis heute – übrigens in der ZDF Mediathek. Volle 95 Minuten wertvolle Information. Für unseren Haushalt war das wieder ein wichtiger Anstoss. Seit 2 Monaten verzichten wir auf ein Auto, nun kommt ein weiterer Schritt: Wir wollen Plastik daheim vermeiden. Wurst und Käse wird seit Jahresbeginn nicht mehr verpackt im Supermarkt gekauft, sondern frisch von der Theke im Biomarkt. Dafür nehme ich meine Transportgefäße von daheim mit, so wandern die Lebensmittel direkt in den Kühlschrank.

Der nächste Schritt, und das ist bei uns eine ganze Menge, sind die Mineralwasserflaschen. Wir mögen brickelnde Getränke und so fliesst das perlende Wasser hier in Strömen. Bis dato großteils aus PET Flaschen, zum Teil sogar Mehrweg. Das hört sich auf. Aber: es gibt kaum mehr Mineralwasserflaschen in Haushaltsgrößen in der klassischen Glasflasche. Und ohne Auto eininge Kisten Wasser nach Hause zu bringen ist ja auch nicht ganz ohne. Daher: Erstmals hab ich mir Lebensmittel zustellen lassen. Die Ware kostet genausoviel wie im Supermarkt, allerdings kommen ca € 8 Zustellgebühr dazu. Das ist nicht wenig, aber die Zustellung von 4 Kisten Mineralwasser in den 3.Stock durchaus wert.

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Und das Wiedersehen mit der Vöslauer Glasflasche war ein freudiges. Weckte Jugenderinnerungen. Ich kannte ja zuletzt nur mehr diese hellblau eingefärbten kleinen Gastroflaschen. Diese alte Grüne Klassikform hab ich mir nicht erwartet.

Bei Zustellungen von Merkur-Direkt bekommt man übrigens zumeist noch kostenlose Warenproben von neuen Produkten als Werbung mitgeliefert. Bei meiner ersten Glasflaschen Lieferung war das übrigens ein Softdrink in einer Plastikflasche. Grmmml!

Dem Verpackungstextleser ist wieder mal etwas aufgefallen. Das mag ich Euch nicht vorenthalten. Ein neues “Mineralwasser mit Geschmack”, das anpreist, ohne Süßstoffe auszukommen.

In unser Büro bekommen wir periodisch Lieferungen von Waldquelle Mineralwasser. Für dieses Produkt hat sich die Geschäftsführung entschieden, weil es in Mehrweg Glasflaschen geliefert wird, was man heutzutage leider nur noch sehr selten bekommt, für unseren Spirit aber wichtig ist. Wir arbeiten ja auch mit Oekostrom, trennen Müll striktest und trinken zukünftig auch nur noch Fairtradekaffee (und das nicht zu knapp).

Bei der heutigen Lieferung waren dann ein paar kostenlose Musterflaschen eines neuen Waldquelle-Produkts aus Kobersdorf dabei. Und da schau her, sowas hab ich noch nie gesehen: Während Süßsprudelerzeuger im letzten Jahrzehnt nicht oft genug darauf hinweisen wollten, daß Ihre Produkte Ihren wohligen Geschmack ganz ohne Zucker, also zuckerfrei, erzielen, lobt man nun “NEU: OHNE SÜßSTOFFE” aus. Wow. Jetzt bin ich aber baff.

Schnell die Flasche gedreht und auf die Zutaten gesehen: Hier werden gleich nach dem Hauptbestandteil Wasser zwei verschiedene Zuckerarten angeführt: Zucker und Traubenzucker. Auf Platz 2 und 3 der Zutatenliste (die ja mengenmäßig absteigend geordnet ist). Ganz auf den hinteren Rängen dann etwas Ribiselsaft, mengenmäßig noch hinter Zitronensäure und Apfelsäure. Dahinter kommt dann nur noch “Aroma” und wahrscheinlich ist das die künstliche Substanz, die dem Konsumenten dann tatsächlich die Ribisel glaubwürdig machen möchte, die er am Etikett groß abgebildet sieht.

Trotzdem hat man das Getränk Waldquelle Ribisel genannt. Nicht etwa “Waldquelle Traubenzucker Zitronensäure Apfelsäure”. Dem Konsumenten wäre vielleicht auch ein Label lieber, welches sagt: Mit vielen Zuckerarten! Wäre auch fair. Denn genauso wahr wie “ohne Süßstoffe” wäre ja ein Label wie “Hundekotfrei” oder “Ohne radioaktiv-verseuchtes Schwermetall”. Klingt aber wohl auch nicht so sexy.

Vor wenigen Wochen erreichte mich schon über Presseaussendungen die Nachricht, daß der Fleischfabrikant Landhof nun auch ein Sortiment an fleischloser Extrawurst anbietet. Nun konnte ich das neue Produkt auch mal probieren.

Seit einigen Wochen darf ich ja als Protagonist der ORF Doku “Weg vom Fleisch?” mitwirken. Ich bin ja einer der noch gerne Fleisch isst, dabei aber schon ein schlechtes Gewissen spürt. Daher versuche ich weniger Fleisch zu konsumieren und dies auch nur in bester – also Bio-Qualität. Wurst war nie mein Ding. Wenn schon, dann richtiger Schinken. Also kein Formfleisch, zerlegt und wieder zusammengesetzt, mit diversen künstlichen Zutaten haltbar gemacht und mehr so grausiges Zeug.

Die “Feine Extra ohne Fleisch” hat mich nicht besonders neugierig gemacht. Denn, wie gesagt, esse ich auch keine konventionelle Extrawurst. Und ich halte “fleischlose Ersatzprodukte” für entbehrlich. Brauche also keine Cevapcici aus Tofu oder Schnitzel aus Seitan oder Leberkäse aus texturierten Sojaeiweiß. Als ich aber gestern im Markt Getränke holte gab es eine Verkostung der neuen Landhof Produkte. Das Logo sieht ja vielversprechend aus. Grüne Wiesen mit Hecken und einem Baum. Eine Kuh grast vor einem Vierkanthof. Und die kleine Kostprobe in einem Stück Semmel schmeckte tatsächlich so, wie es schon dem Kommisar Rex geschmeckt hätte. Zur genaueren Begutachtung wanderte sogleich ein Päckchen in meinen Einkaufskorb.

Natürlich bin ich ein neugieriger Mensch und darum hab ich mir im Internet gleich angesehen, wo denn dieser Vierkantbauernhof vom Logo liegt, also wo denn diese Produkte gefertigt werden. Gefunden hab ich dann das:

Was ich aber eigentlich an der ganzen Sache so richtig blöd finde: Die Verpackung. Eine extrem kleine Menge an Extra (80 g) ist in sehr viel Plastikfolie eingeschweisst. 80 Gramm. Zwei gescheite Extrawurstsemmeln gehen sich damit nicht aus. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere: Damals wurde man von der Thekenkraft sehr seltsam angesehen, wenn man irgendwas unter 100 g wünschte. Der Klassiker damals: Die Extrawurstsemmel um 5 Schilling (das sind heute so cirka 40 Cent). Der Betrag wurde damals noch mit Bleistift auf das Papier gekritzelt. Dort wo heute ein Klebeetikett draufkommt. Vor zwei Jahren startete ich ja den Versuch, mir Obst und Frischwaren im Supermarkt in mitgebrachte Behältnisse geben zu lassen. Ich erntete Erstaunen, Verwunderung … und zumeist Ablehnung. Die Klebeetiketten klebte ich bis zur Kassa zumeist auf meine Kleidung oder den Unterarm.

Aber egal: Soviel Kunststoff für eine lächerliche Wurstmenge ist mir einfach zuviel. Viel zuviel. Und pur – also ohne Semmel – schmeckt dieses Ersatzprodukt nicht wirklich gut. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe sagt mir auch: Da sind zu viele Dinge drinnen, die ich eigentlich nicht in meinem Essen drinnen haben will.

Danke liebe Landhof-Leute: War ein guter Versuch, leider nicht gelungen.

 

 

Heute morgen fand ein weiterer Dreh für die Doku-Serie “Weg vom Fleisch” im Rahmen der ORF Sendung “Heute Konkret” statt. Im Rudolfinerhaus in Wien/Döbling analysierte die zuständige Diätologin Maddalena meinen Ernährungsplan der letzten zwei Wochen und gab mir wertvolle Tipps. In erster Linie geht es bei meinem Essverhalten um die Reduzierung der Portionsgrössen und um Vermeidung von sinnlosen Dingen. Für letzteres ist aber wohl eher ein Psychologe, denn ein Ernährungsberater zuständig.

In dem Zusammenhang wurde (wahrscheinlich von einer Schar an Haubenköchen) ein Menü gekocht, daß die ideale Zusammensetzung und Kalorienanzahl für einen Tagesspeiseplan haben sollte. Das sah für mich sehr viel aus:

Eigentlich nicht schlecht, konnte ich zudem kaum glauben, daß all dies in Summe nur 1500 kcal haben soll. Für mich selber passen da einige Dinge aber nicht. In der Früh würde ich diesen Magerquarkaufstrich durch ein veganes Produkt von Hiel (Orientalischer Aufstrich oder ähnliches) ersetzen und 4 Scheiben Brot würde ich wohl auch nicht essen. Da könnte ich mir eventuell etwas für die erste Jause aufheben.

Generell wäre ja auch zu sagen, daß nach Diagnose des Ernährungsmediziners Dr.Widhalm, mein Körper einen Ruheumsatz von 2900 kcal hat. Ruheumsatz heisst: Soviel Energie benötigt mein Körper zur Aufrechterhaltung des Betriebs bei quasi Nichtbetrieb (also in Ruhelage ohne Bewegung). Er meinte, ich sollte einfach 300 kcal weniger pro Tag essen und mehr Bewegung machen! Wieso also nur 1500 kcal pro Tag essen. Da würde ich wohl viel zu schnell abnehmen.

Übrigens: Zur Jause würde ich dann aber definitiv Obste essen. Das fehlt mir hier gänzlich. Mir wurde zwar verständlich gemacht, daß die bisherige Menge an Obst zum Frühstück (1 Apfel, 1 Banane und einige Weintrauben oder Trockenobst in meinem Porridge) viel zu viel Zucker hat, aber darauf ganz verzichten? Ein Apfel am Tag sollte schon sein.

Das tut übrigens auch unseren Kindern gut. Wenn ich die morgendlichen Schlangen vor dem McDoof in Liesing sehe, dann sollte wirklich viel getan werden, damit ich die Kleinen in der Schule besser ernähren. Eine feine Aktion finde ich daher die Verteilung von 50.000 Äpfeln an Wiener Schulen durch Ja!Natürlich, der österreichischen Bio-Marke des REWE-Konzerns.

Und falls Ja!NAtürlich Chefin Martina Hörmer bei euch persönlich nicht vorbeigeschaut hat: Holt euch einfach irgendwo einen heimischen BioApfel und rundet euer gesundes Tagesmenü (siehe Bild oben) damit ab. Mahlzeit!

 

 

 

Der Herbst hat Einzug gehalten und es locken mich neue Versuche in der Küche. Aus einem gerade neu erschienenen Kochbuch versuche ich mal was neues. Und nicht alles was ich hier publiziert schmeckt mir dann auch wirklich!

Vor wenigen Tagen sind wieder einige neue Kochbücher in meinem Kochbücherregal gelandet. Um einfache schnelle Küche für meinen Sohn zu kochen habe ich zu Beginn sofort “Vegetarisch für Faule” (von Martin Kintrup bei Verlag Gräfe und Unzer) durchgeblättert und bin auf einige interessante Rezepte gestossen. Für die nächste Woche habe ich mir dann die Lauch-Birnen-Tarte,  die Spinat-Kichererbsen-Wraps und das grüne Püree aus Knollensellerie und Erbsen vorgenommen.

Als ich beim samstäglichen Wocheneinkauf am Laaber Annahof dann gleich die Sellerie entdeckte, war der Fahrplan klar:

1 großes Stück Knollensellerie mit einer Zwiebel kleinschneiden und mit einer Knoblauchzehe in Milch cirka 20 Minuten weichkochen. Bereits nach 8 Minuten noch 100 g Tiefkühlerbsen dazu. Die Flüssigkeit am Schluss abgiessen. Die Gemüsemasse hab ich unter hinzufügen von etwas Olivenöl und einem Schuss Saft aus der Zitrone mit dem Pürierstab bearbeitet. Eine lustige grüne Creme entsteht dabei, die mich vorderhand einmal an Pistazieneis erinnert. Abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer, eh klar.

Das ganze hab ich dann mit etwas frischer Kresse garniert und mit gebratenem Chili-Haloumi serviert:

Die Optik war eigentlich super, aber aus vollem Herzen: Man muss Sellerie schon sehr mögen, damit man dieses Pürree einem guten Erdäpfelpüree vorzieht. Übrigens hab ich beinahe 2 ganze Portionen essen dürfen -> mein Sohn hat das ganze schon beim Anblick verweigert.

Mein Versuch, mich möglichst gesund zu ernähren beinhaltet natürlich vorderhand auch biologisch gewachsene Lebensmittel. Hier gibt es viele tolle Erzeuger, herausragende Persönlichkeiten aber leider auch viel Trittbrettfahrer.

Gestern abend ging ich beschwingt zur Eröffnung der neuen Sonnentor-Filiale in der Wiener Wollzeile. Wieder mal eine Gelegenheit über die Kärntner- und Rotenturmstrasse durch die Innenstadt zu bummeln. Bei letzterer Adresse komme ich natürlich nicht umhin einen kleinen Stopp beim Eis Greissler zu machen. Neben den Sorten aus dem neuen Lepantos für mich das beste Eis der Stadt.

Der Eis Greissler deklariert sich nicht als Bio-Eis, verwendet jedoch ausschliessliche Bio-Milch vom eigenen Hof in der Buckligen Welt (Region der Wiener Alpen in Niederösterreich, ca 70 km südlich der Hauptstadt) und zumeist regionales Obst, das meiste sogar vom eigenen Hof. Aber eben nicht alles Bio – und das wurde auch nie behauptet.

Umsomehr hat mich gestern ein kleines Outlet des benachbarten Eisriesen Zanoni & Zanoni überrascht. Der Eissalon, der nur wenige Meter vom Eisgreissler entfernt liegt und zur Sommerzeit im Sekundentakt die eishungrigen Massen versorgt hat nun vis-a-vis ein kleines Outlet mit dem angesagten Frozen Yoghurt geöffnet.

Und – da schau her – von weitem schon blitzt mir PUR BIO ins Auge. Da kommt ja Freude auf. Noch jemand, der die Zeichen der Zeit sieht und auf das richtige Pferd setzt. Dachte ich allerdings nur. Auf die Frage von wo denn das Joghurt herkommt konnte der Verkäufer – vielleicht auch mangels Sprachverständnis – nur auf den Automaten hinter sich zeigen.

Auf meine Frage, welche Bio-Toppings denn angeboten werden zeigte er auf die Tafel hinter sich: Da kann ich sie lesen – alle die “bio”-toppings: Nutella und Eierlikör stechen mir besonders hervor. Also wieder nix mit Bio bei den Toppings. Ich fühl mich verarscht, und im Gegensatz zu den wahrscheinlich meisten Konsumenten, merke ich es auch. Da kann es eigentlich nur eine Konsequenz geben: Ohne Konsumation runter zum Eis Greissler, denn da wollte ich ohnehin ein Eis holen.

Und zu meiner Freude gab es ein Eis der Sorte “Zotter weisse Schokolade”. Schmunzelnd erklärte mir die nette junge Verkäuferin noch, daß sie in der Schokolademanufaktur Zotter auf Betriebsausflug waren. Ist immer gut, wenn man weiss wo all die Sachen auch herkommen.

Und hiermit ist das neue Sonnentor Geschäft eröffnet. Das kann man sogar auf meinem schlechten Handybild erkennen!

Und hiermit ist das neue Sonnentor Geschäft eröffnet. Das kann man sogar auf meinem schlechten Handybild erkennen!

Witzigerweise hab ich Andrea und Georg Ploberger, Biobauern aus Krumbach und Betreiber der Eis Greisslerei später noch bei der Eröffnung des Sonnentor Shops getroffen. Und da musste ich fast genauso lachen wie Sonnentor-Gründer Hannes Gutmann es immer tut. Der übrigens gestern die selben roten Waldviertler Schuhe wie ich getragen hat.

Andere Menschen jammerten nach ihrer Heimkehr immer vom übermäßigen Essen und von den dazugekommenen Kilos im Urlaub. Das war für mich bis jetzt noch selten ein Problem. Und heuer?

Viele Menschen essen im Urlaub gleich viel mehr als daheim. Weil es eben dieses zumindest aus quantitativen Aspekten gute All-You-Can-Eat Buffet gibt, oder weil man viel später am Abend noch isst und so weiter und so fort. Nachdem ich aber ohnehin auch zu Hause recht viel gegessen habe, hat sich die Veränderung im Urlaub nie zu Buche dh zur Waage geschlagen. Im Gegenteil: Durch kontrolliertere und geregeltere Essenszeiten und insbesondere viel mehr Bewegung habe ich zu Urlaubszeiten zumeist abgenommen. Und auch in diesem Jahr war es so, trotz wahrlich schwerwiegender Prüfungen:

Begonnen hat es im Biohotel Ulrichshof im bayrischen Wald. Ein Paradies für Familien mit Babies und Kleinkindern. Und ein Paradies für Schlemmer, insbesondere Freunde der deftigen Kost. Natürlich war hier alles biologisch – aber die Tatsache, daß mein Schweinebraten von einem glücklichen Schwein stammte und der Käsekuchen aus Biosahne fabriziert wurde, heisst halt noch lange nicht, daß man davon nicht runder wird. Und weil das ganze noch frei portionierbar von einem üppigen Buffet kam, hab ich mit Sicherheit mehr gegessen, als ich es normal gewohnt bin. Wie auch beim Kuchenbuffet am Nachmittag (siehe Bild).

Aber der Ulrichshof ist eben ein Kinderhotel – und das heisst nicht, daß hier nur die Kinder herumtollen. Erstens hatte ich genug damit zu tun, meinem Sohn nachzuhirschen und all seine Unternehmungen mitzumachen (Irgendwer muss das Pony ja führen, oder mit dem Kleinen auf die Wasserrutsche). Und zweitens hab ich alle Momente, in denen die Kinder in Gruppen beschäftigt waren (Piratenfest, Kinderdisco usw) genutzt um Sport zu machen. Schwimmen, Tennis und Radfahren – Und wer schon mal durch den bayrischen Wald geradelt ist, der weiss wie hügelig es dort werden kann.

Die zweite Hälfte des Urlaubs fand dann in Oberfranken statt, einer Region die auch nicht gerade für Gemüseküche oder gesunde Salate bekannt wurde. Und mittendrin war ich auf einer Hochzeit geladen. Auch dort war ich in der Schlange zum Schnitzel- und Bratenbuffet wieder in vorderster Position dabei:

Der Vorabend der Hochzeit wurde in einem Biergarten zelebriert und der Tag danach wurde (zumindest von mir) dazu genutzt, die Kuchenreste verschwinden zu lassen. Alles in allem auch nicht unbedingt der Klassiker für Abnehmwillige!

Aber auch hier bin ich öfters in die Radpedale getreten, machte große Spaziergänge oder bin mit meinem Sohn herumgerudert. Es ermangelte also neben gutem Essen auch nicht an Bewegung.

Und so kam es, daß ich nach 11 Tagen Urlaub in Deutschland tatsächlich mit fast 2 kg weniger wieder nach Hause gekommen bin. Leider hab ich diese 2 kg in den restlichen 4 Tagen daheim wieder eingebüßt. Der nächste Urlaub kommt aber bestimmt!

Heute ist es genau 3 Jahre her, daß ich aufhörte, Alkohol zu trinken. So weit, so gut: Aber es gibt immer noch Situationen wo ich alkoholische Getränke vermisse.

Einige Zeit nachdem mein Sohn zur Welt kam, habe ich mich entschlossen, nie wieder Alkohol zu trinken. Ich machte damals alkoholische Getränke zu einem hohen Prozentsatz verantwortlich für mein extrem hohes Gewicht. Nicht zu Unrecht. Und natürlich hatte ich Angst, daß die großen Mengen des Konsums irgendwann auch zu Krankheit oder Abhängigkeit führen würden. Mein Arzt unterstrich diese Vermutung uns so stoppte ich im Juli 2009 für mich den Alkohol.

Es war leichter als ich dachte. Und hatte kaum schwer eingreifenden Verzicht zur Folge. Mir wurde bald bewusst: Es funktioniert für mich sehr leicht ohne Bier, Vodka und Wein. Ich merkte nur deutlich, daß ich einige Verhaltensmuster massiv umstellen muss. Ich fand mittlerweile auch sehr gutes alkoholfreies Bier, daß mir manchmal noch den vermissten Biergeschmack gibt.

Damit trotze ich allerdings der Meinung meines Arztes, der mir empfohlen hat auf alkoholfreie Biere zu verzichten. In Kreisen von Alkoholikern spricht man im Fall von diesen Produkten vom “sanften Rückfall”. Es gibt Menschen, die dann in kurzer Zeit 8-10 Flaschen alkoholfreier Biere trinken! Warum? Auch hinter dem Namen “alkoholfrei” steckt produktionbedingt noch immer eine Restmenge Alkohol, die gesetzlich bis 0,5 Prozent liegen darf. In einigen Ländern Europas, so auch in Spanien, haben Verbraucherschutzorganisationen durchsetzen können, daß diese Produkte gar nicht mehr als alkoholfrei tituliert werden dürfen.

Aber ich glaube ich übertreibe nicht. Mein Maximum an einem Abend verteilt waren einmal 4 Flaschen alkoholfreies Bier. Das entspricht auf vielleicht 2-3 Stunden aufgeteilt dem Alkohol, den man mit einem Pfiff Bier (=0,2 liter) zu sich nimmt. Und natürlich trinke ich auch nicht täglich alkoholfreies Bier, denn schlußendlich geht es in meinem Fall ja auch um Kalorien und – obwohl AF-Bier stark kalorienreduziert ist, und von vielen als gesundes isotonisches Getränk angepriesen wird- hat es noch immer ausreichend Potential zum Dickmacher.

Vor wenigen Tagen hatte ich aber wieder so eine Situation. Entspannende Radtage am ungarischen Plattensee. Große Radrunde am Ufer entlang. Danach etwas Schwimmen und dann das große Abendessen im Ort. Danach zurück in die Ferienwohnung und vom Balkon aus auf den See blicken. Wonach schreit das? Für mich sind das die Momente, wo eine schöne Flasche Wein geöffnet wurde und ruhig und langsam genossen wurde. Was mach ich bloss? Mit Mineralwasser, Saft oder alkoholfreien Bier krieg ich dieses Gefühl nicht. In diesem Fall könnte ich mir noch alkoholfreien Sekt vorstellen. Den hab ich schon mal an Silvester versucht . In solchen Momenten wahrscheinlich ein guter Ersatz. Aber eben gerade nicht zur Hand – den gibt es nur sehr selten zu kaufen! Aber mit Sicherheit noch lange nicht der Genuss, den ich früher mit einem runden, vollen, süssen ungarischen Wein in diesen Momenten hatte.

Aber ein bisserl Verzicht gehört in meiner Situation halt immer noch dazu. Mindestens.