Bier ist wohl nicht das richtige Rezept um sich zu halbieren. Da es aber doch einen beträchtlichen Teil zu meiner aktuellen Körperform beigetragen hat, hab ich mal einen anderen Zugang zu diesem Genussmittel gesucht. Und hab mal mit ein paar Freunden selber gebraut.

Wenn man bedenkt, daß es Bier schon bei den alten Ägyptern gegeben haben soll, dann ist die Technik, mit der wir da am letzten Sonntag gearbeitet haben doch schon etwas fortschrittlich, zum Teil sogar digital. Die Ägypter haben wohl altes Brot im Wasser vergessen und nach Tagen oder Wochen soll es dann Bier geworden sein. Mag vielleicht nicht so köstlich geschmeckt haben, wie die Stammsorte beim Lieblingswirt … aber es berauschte auch irgendwie.

Ich habe schon seit Wochen dieses Gerät namens Speidel Braumeister am Balkon stehen, sieht aus wie ein großer Glühweinkocher am Weihnachtsmarkt ist aber bei genauem Hinsehen und Hantieren ein Wunderwuzzi zum Heimbrauen. Das Gerät hab ich mit so einem Starterset (Malzmühle, Gärbottich, Kühlspindel etc) erstanden, die Zutaten im Beer Store Vienna gekauft, dort bekommt man neben Malz, Hopfen und Hefe vor allem auch echt fundierte Beratung.

_DSC0101

 

Den ersten Teil des Tages verbrachten wir mit Malzschroten (das Gerstenkorn in der Mühle brechen) in der Wohnung und dem Brauvorgang am Balkon. Das dauert mehrere Stunden, bei dem wir natürlich auch viel Zeit hatten, daneben andere Biere zu verkosten, plaudern und sogar ein Quiz zu spielen.

_DSC0055

Am Nachmittag haben wir dann das Bier im Kessel in die Waschküche gebracht, wo es aufgrund der Wasseranschlüsse mit Schläuchen einfacher war, das Bier von einer Kochtemperatur von 75°C auf ca 25°C runterzukühlen. Danach wurde es in den Gärbottich aus Kunststoff umgefüllt und lagert nun für etwa eine Woche im Keller bei ungefähr 18 Grad. Dann fülle ich es in Flaschen und in etwa 3 Wochen wird wohl das erste American Pale Ale aus eigener Produktion verkostet.

Brautag02

 

Was aber ganz irre an dieser Sache ist: Wir haben für die Rohstoffe etwa € 19 ausgegeben. Wir haben etwa 8 Stunden Zeit investiert (gut, Arbeit war davon vielleicht 3-4 Stunden, den Rest hat die Maschine alleine erledigt). Und wahrscheinlich schafft man das auch alleine, obgleich es da nicht so viel Spass machen würde. Aber aus dieser Investition an Zeit und Geld werden schlussendlich 18 Liter hausgemachtes Bier herauskommen. Das kann man natürlich nicht mit dem Preis vergleichen, den man im Supermarkt für die gleiche Menge an teilweise sogar gutem Bier ausgibt.

Für mich hebt das nun aber die Wertigkeit für dieses Genussmittel. Es ist immer gut, wenn man weiss, wie so etwas hergestellt wird. Ist irgendwie eine ähnliche Erfahrung wie das erstemal am Feld draussen Radieschen und Tomaten selber zu ziehen. Unglaublich toll. Ich freu mich schon auf das Bier.

Wahrscheinlich fällt es kategorisch unter “Lebensmittel”, ist aber dann eher Genussmittel, wenn überhaupt. Ich will es nicht überprüfen, weil mich so ein Marketing ohnehin schon auf die Palme bringt.

cookie

Die neuen Keks von DeBeukelaer gehen mir wortwörtlich auf den Keks. Vieleicht schmecken sie sogar, darüber mag ich gar nicht urteilen, denn so ein Produkt kommt mir nicht ins Haus! Warum eigentlich? Worüber ärgert er sich denn schon wieder?.

Ich mag diese Art nicht, mag nicht, wie dafür geworben wird. Und Dinge, die ich für ein NoGo halte, werden extra noch als Qualitätsmerkmal hervorgehoben. Diese Dinge werden einzeln verpackt. Jedes dieser Kekse ist also einzeln nochmal verpackt. Grauslich, was da an Material verschwendet wird. Nachhaltig sicher nicht. Da kann auch nicht das “UTZ-Certified” Label hinwegtäuschen, daß manchen sowas ähnliches wie Fairtrade suggerieren will, aber von glaubwürdigen Organisationen eher nicht ernst genommen wird. Oder vielleicht besser gesagt: Aufgrund seiner Kritierien wird das UTZ Label von Konsumentenschützern eher am unteren Ende der Qualitätsskala angesiedelt.

Und was für ein toller Spruch auf der Einzelverpackung oben steht:

“A balanced Diet is a Cookie in Each Hand”

Gut, dieses Inserat ist im Standard erschienen, und dessen Leser trau ich schon mal zu, daß sie das als originellen Gag abhaken. Aber stellen sie sich vor, sowas erscheint in den grenzdebilen Gratiszeitungen wie HEUTE oder ÖSTERREICH. Die unreflektierten Leser dieser Grausampostillen nehmen das vielleicht doch ernst und betrachten solche Cookies als ausgewogene Diet. In dem Fall vielleicht eh ganz gut, daß dieser Wortwitz in einer Fremdsprache verfasst ist und es nur wenige aus derer Leserschar verstehen.

Von den Nährwerten kann man sich übrigens sogar auf der Produktwebsite informieren. Na Mahlzeit!

 

Ich bin schwach. Sehr schwach! Sonst würde ich momentan nicht so sinnloses zeug in mich reinschaufeln manchmal. Es gibt Tage, da passt weder Menge noch Inhalt. Mit Inhalt mein ich Junk. Ich schreibe es jetzt auf – vielleicht hilft das!

Seit fast einem Jahr bin ich jetzt auf einem Gewichtsplateau, mit dem ich nicht zufrieden bin. Natürlich mag man meinen: Ja super – nach soviel Abnahme ist gewichthalten ja auch mal super – anstatt dem JoJo-Effekt zu unterliegen. Aber rein objektiv bin ich noch immer viel zu dick – nämlich ungesund zu dick.

Trotz vieler Vorsätze halte ich mich an die nämlichen nur selten. Ich labere und schreibe von tollen Lebensmitteln und hoher Wertigkeit, und wie ich das alles schätze. Und dann geh ich aus Zeitmangel und anderen Gründen doch schnell zum Hühnerimbiss zu mittag und kauf mir einen reichlich schlechten Döner. Von dem mir dann danach ohnehin nur schlecht wird. Oder ich geh zur Ankerfiliale und hol mir was Süsses. Gefühlte 100.000 mal hab ich die letzten 12 Monate beim rausgehen geschworen, daß ich diese Schwelle nie wieder überschreiten werde. Und am nächsten Tag hol ich wieder was. Grrrrr.

IMG_3447

Momentan schau ich mit Freude das Videotagebuch “Gültige Stimme” von Roland Düringer. Ein spannendes Projekt mit vielen Parallelen zu meinem, wenngleich ich seine Inhalte nicht immer für gut befinden kann. Aber der Mann erregt Aufmerksamkeit für eine gute Sache und das ist auch gut so.

Also was nehme ich mir jetzt kurzfristig vor: Solange ich noch öffentlich fahren muss (also solange das Wetter gegen meine 12 km Fahrradstrecke von daheim in die Arbeit spricht), gehe ich vom Hauptbahnhof ins Büro zu Fuss – anstatt der letzten U-Bahnstation. Am Weg liegt ein Bioladen: Dort kaufe ich jetzt täglich meine Jause und nehme Sie unverpackt ins Büro. (Täglich sagte ich der Verkäuferin beim Anker, sie soll meine gefüllte Semmel nicht zweimal in Papier wickeln und nachher nochmal in ein Papiersackerl stecken für die 25 m von Anker zu Arbeitsplatz – täglich hat sie es ignoriert). Und ich kauf mir gleich Teigwaren, Gemüse und ähnliches, das ich jetzt täglich zu Mittag frisch kochen werde. Vielleicht mag ja noch wer mitessen im Büro. Also kein Hühnerimbiss, FastFoodChinese oder Leberkäsesemmel-Supermarkt mehr für mich.

Micky bleib stark. Wehre dich gegen alle Versuchen. Iss keinen Junk. DAS MUSS ICH MIR WERT SEIN!!

Man kennt das fleischlose Angebot im Segment der verstaubten Gastronomie: Zumeist frittiertes Gemüse, Käse oder irgendeine Art von fettigen Convenience-Laibchen. Manchmal vielleicht noch Klassiker wie Eiernockerl, Kasspätzle und eben die traditionellen Süßspeisen. Hier im Steirischen Mariazell hat ein findiger Wirt aber noch den vegetarischen Fisch auf der Karte:

IMG_3552

 

Ernst Kerschbaumer vom Radlwirt in Mariazell dürfte mal ein begnadeter Musiker gewesen sein. Vergilbte Bilder an der Trompete zeugen von dieser wohl vergangenen Zeit. Mittlerweile gibt es im Wirtshaus der Familie Kerschbaumer, nahe der Basilika im Wallfahrtsort, Livemusik nur noch nach Bedarf. Und den hatten die beiden einzigen Gäste mit ihren Puntigamer Bierflaschen vorm Gesicht offensichtlich nicht. Auch ich hatte nicht vor, länger als einen neugierigen Blick in der Gaststube zu verbleiben, denn schon das vegetarische Angebot an der aussen proklamierten Speisekarte, schreckte mich ab:

Forelle im vegetarischen Angebot hatte ich noch nicht im Register der Absurditäten. Ebenfalls in der Steiermark erklärte mir einmal eine Wirtin in Leoben, daß die Speckwürfel in der Salatschüssel ohnehin kein Fleisch wären. Aus Texas hören wir, daß Vegetarier dort nur auf rotes Fleisch verzichten und Hühnerfleisch durchaus als vegetarische Köstlichkeit durchgeht! Daß dort einiges nicht stimmen kann, ahnte ich seit George Bush dem jüngeren.

Auch vernahm ich, daß Mönche im Mittelalter in der Fastenzeit Biber essen durften, weil das Tier im Wasser schwimmt, und daher eher eben Fisch und kein Fleisch. Wenn man vegetarisch nun also als rein fleischlos bezeichnet, könnte es hier zu Missverständnissen kommen, denn auch eine althergebrachte Frage lautet: “Fisch oder Fleisch?” (ebenso ein köstlicher Film mit Louis de Funes aus den späten 50er Jahren)

Die vegetarische Kost ist aber klar definiert: Keine Lebewesen werden gegessen, und da zählt der Fisch eben genauso dazu, wie der Speck oder das Hühnerfleisch. Und alle, die auch gleich auf gänzliche Produkte dieser Lebewesen, wie Milch, Ei oder Honig verzichten wollen, sind eben Veganer.

Wer in Mariazell, so wie ich aber nicht vegetarisch unterwegs ist – und Lust auf guten Fisch hat, der sollte ohnehin woanders essen gehen. Direkt unter der Basilika hat nämlich Alexander Quester – Spross der Autorennfahrer und Baustoffmarktdynastie – einen Shop mit kleinem Restaurant mit seinen Fischspezialitäten eröffnet: Questers feiner Fisch kommt aus nachhaltiger Süßwasserzucht im nahen Gußwerk und wird mittlerweile in der Topgastronomie serviert.

 

www.radlwirt.com

www.questers.at

 

Über die Weihnachtsfeiertage ist mir wieder einmal so richtig bewusst geworden, wie viel Müll wir unnötig produzieren. Ganz besonders bei den Lebensmittelverpackungen war es heuer extrem. Die verschiedenen Käsesorten abgepackt zu 80 g in transparenten Kunststoff verschweisst. Zwischen jedem Käseblatt nochmal eine Folie. Die Über- und Zwischenverpackungen, das ganze Papier: Mir wurde es einfach zuviel.

Dann hab ich mir vor ein paar Tagen nochmal Werner Bootes Dokufilm Plastic Planet angesehen. (Seit November steht er – bis heute – übrigens in der ZDF Mediathek. Volle 95 Minuten wertvolle Information. Für unseren Haushalt war das wieder ein wichtiger Anstoss. Seit 2 Monaten verzichten wir auf ein Auto, nun kommt ein weiterer Schritt: Wir wollen Plastik daheim vermeiden. Wurst und Käse wird seit Jahresbeginn nicht mehr verpackt im Supermarkt gekauft, sondern frisch von der Theke im Biomarkt. Dafür nehme ich meine Transportgefäße von daheim mit, so wandern die Lebensmittel direkt in den Kühlschrank.

Der nächste Schritt, und das ist bei uns eine ganze Menge, sind die Mineralwasserflaschen. Wir mögen brickelnde Getränke und so fliesst das perlende Wasser hier in Strömen. Bis dato großteils aus PET Flaschen, zum Teil sogar Mehrweg. Das hört sich auf. Aber: es gibt kaum mehr Mineralwasserflaschen in Haushaltsgrößen in der klassischen Glasflasche. Und ohne Auto eininge Kisten Wasser nach Hause zu bringen ist ja auch nicht ganz ohne. Daher: Erstmals hab ich mir Lebensmittel zustellen lassen. Die Ware kostet genausoviel wie im Supermarkt, allerdings kommen ca € 8 Zustellgebühr dazu. Das ist nicht wenig, aber die Zustellung von 4 Kisten Mineralwasser in den 3.Stock durchaus wert.

IMG_3504

 

Und das Wiedersehen mit der Vöslauer Glasflasche war ein freudiges. Weckte Jugenderinnerungen. Ich kannte ja zuletzt nur mehr diese hellblau eingefärbten kleinen Gastroflaschen. Diese alte Grüne Klassikform hab ich mir nicht erwartet.

Bei Zustellungen von Merkur-Direkt bekommt man übrigens zumeist noch kostenlose Warenproben von neuen Produkten als Werbung mitgeliefert. Bei meiner ersten Glasflaschen Lieferung war das übrigens ein Softdrink in einer Plastikflasche. Grmmml!

Dem Verpackungstextleser ist wieder mal etwas aufgefallen. Das mag ich Euch nicht vorenthalten. Ein neues “Mineralwasser mit Geschmack”, das anpreist, ohne Süßstoffe auszukommen.

In unser Büro bekommen wir periodisch Lieferungen von Waldquelle Mineralwasser. Für dieses Produkt hat sich die Geschäftsführung entschieden, weil es in Mehrweg Glasflaschen geliefert wird, was man heutzutage leider nur noch sehr selten bekommt, für unseren Spirit aber wichtig ist. Wir arbeiten ja auch mit Oekostrom, trennen Müll striktest und trinken zukünftig auch nur noch Fairtradekaffee (und das nicht zu knapp).

Bei der heutigen Lieferung waren dann ein paar kostenlose Musterflaschen eines neuen Waldquelle-Produkts aus Kobersdorf dabei. Und da schau her, sowas hab ich noch nie gesehen: Während Süßsprudelerzeuger im letzten Jahrzehnt nicht oft genug darauf hinweisen wollten, daß Ihre Produkte Ihren wohligen Geschmack ganz ohne Zucker, also zuckerfrei, erzielen, lobt man nun “NEU: OHNE SÜßSTOFFE” aus. Wow. Jetzt bin ich aber baff.

Schnell die Flasche gedreht und auf die Zutaten gesehen: Hier werden gleich nach dem Hauptbestandteil Wasser zwei verschiedene Zuckerarten angeführt: Zucker und Traubenzucker. Auf Platz 2 und 3 der Zutatenliste (die ja mengenmäßig absteigend geordnet ist). Ganz auf den hinteren Rängen dann etwas Ribiselsaft, mengenmäßig noch hinter Zitronensäure und Apfelsäure. Dahinter kommt dann nur noch “Aroma” und wahrscheinlich ist das die künstliche Substanz, die dem Konsumenten dann tatsächlich die Ribisel glaubwürdig machen möchte, die er am Etikett groß abgebildet sieht.

Trotzdem hat man das Getränk Waldquelle Ribisel genannt. Nicht etwa “Waldquelle Traubenzucker Zitronensäure Apfelsäure”. Dem Konsumenten wäre vielleicht auch ein Label lieber, welches sagt: Mit vielen Zuckerarten! Wäre auch fair. Denn genauso wahr wie “ohne Süßstoffe” wäre ja ein Label wie “Hundekotfrei” oder “Ohne radioaktiv-verseuchtes Schwermetall”. Klingt aber wohl auch nicht so sexy.

Vor wenigen Wochen erreichte mich schon über Presseaussendungen die Nachricht, daß der Fleischfabrikant Landhof nun auch ein Sortiment an fleischloser Extrawurst anbietet. Nun konnte ich das neue Produkt auch mal probieren.

Seit einigen Wochen darf ich ja als Protagonist der ORF Doku “Weg vom Fleisch?” mitwirken. Ich bin ja einer der noch gerne Fleisch isst, dabei aber schon ein schlechtes Gewissen spürt. Daher versuche ich weniger Fleisch zu konsumieren und dies auch nur in bester – also Bio-Qualität. Wurst war nie mein Ding. Wenn schon, dann richtiger Schinken. Also kein Formfleisch, zerlegt und wieder zusammengesetzt, mit diversen künstlichen Zutaten haltbar gemacht und mehr so grausiges Zeug.

Die “Feine Extra ohne Fleisch” hat mich nicht besonders neugierig gemacht. Denn, wie gesagt, esse ich auch keine konventionelle Extrawurst. Und ich halte “fleischlose Ersatzprodukte” für entbehrlich. Brauche also keine Cevapcici aus Tofu oder Schnitzel aus Seitan oder Leberkäse aus texturierten Sojaeiweiß. Als ich aber gestern im Markt Getränke holte gab es eine Verkostung der neuen Landhof Produkte. Das Logo sieht ja vielversprechend aus. Grüne Wiesen mit Hecken und einem Baum. Eine Kuh grast vor einem Vierkanthof. Und die kleine Kostprobe in einem Stück Semmel schmeckte tatsächlich so, wie es schon dem Kommisar Rex geschmeckt hätte. Zur genaueren Begutachtung wanderte sogleich ein Päckchen in meinen Einkaufskorb.

Natürlich bin ich ein neugieriger Mensch und darum hab ich mir im Internet gleich angesehen, wo denn dieser Vierkantbauernhof vom Logo liegt, also wo denn diese Produkte gefertigt werden. Gefunden hab ich dann das:

Was ich aber eigentlich an der ganzen Sache so richtig blöd finde: Die Verpackung. Eine extrem kleine Menge an Extra (80 g) ist in sehr viel Plastikfolie eingeschweisst. 80 Gramm. Zwei gescheite Extrawurstsemmeln gehen sich damit nicht aus. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere: Damals wurde man von der Thekenkraft sehr seltsam angesehen, wenn man irgendwas unter 100 g wünschte. Der Klassiker damals: Die Extrawurstsemmel um 5 Schilling (das sind heute so cirka 40 Cent). Der Betrag wurde damals noch mit Bleistift auf das Papier gekritzelt. Dort wo heute ein Klebeetikett draufkommt. Vor zwei Jahren startete ich ja den Versuch, mir Obst und Frischwaren im Supermarkt in mitgebrachte Behältnisse geben zu lassen. Ich erntete Erstaunen, Verwunderung … und zumeist Ablehnung. Die Klebeetiketten klebte ich bis zur Kassa zumeist auf meine Kleidung oder den Unterarm.

Aber egal: Soviel Kunststoff für eine lächerliche Wurstmenge ist mir einfach zuviel. Viel zuviel. Und pur – also ohne Semmel – schmeckt dieses Ersatzprodukt nicht wirklich gut. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe sagt mir auch: Da sind zu viele Dinge drinnen, die ich eigentlich nicht in meinem Essen drinnen haben will.

Danke liebe Landhof-Leute: War ein guter Versuch, leider nicht gelungen.

 

 

Heute morgen fand ein weiterer Dreh für die Doku-Serie “Weg vom Fleisch” im Rahmen der ORF Sendung “Heute Konkret” statt. Im Rudolfinerhaus in Wien/Döbling analysierte die zuständige Diätologin Maddalena meinen Ernährungsplan der letzten zwei Wochen und gab mir wertvolle Tipps. In erster Linie geht es bei meinem Essverhalten um die Reduzierung der Portionsgrössen und um Vermeidung von sinnlosen Dingen. Für letzteres ist aber wohl eher ein Psychologe, denn ein Ernährungsberater zuständig.

In dem Zusammenhang wurde (wahrscheinlich von einer Schar an Haubenköchen) ein Menü gekocht, daß die ideale Zusammensetzung und Kalorienanzahl für einen Tagesspeiseplan haben sollte. Das sah für mich sehr viel aus:

Eigentlich nicht schlecht, konnte ich zudem kaum glauben, daß all dies in Summe nur 1500 kcal haben soll. Für mich selber passen da einige Dinge aber nicht. In der Früh würde ich diesen Magerquarkaufstrich durch ein veganes Produkt von Hiel (Orientalischer Aufstrich oder ähnliches) ersetzen und 4 Scheiben Brot würde ich wohl auch nicht essen. Da könnte ich mir eventuell etwas für die erste Jause aufheben.

Generell wäre ja auch zu sagen, daß nach Diagnose des Ernährungsmediziners Dr.Widhalm, mein Körper einen Ruheumsatz von 2900 kcal hat. Ruheumsatz heisst: Soviel Energie benötigt mein Körper zur Aufrechterhaltung des Betriebs bei quasi Nichtbetrieb (also in Ruhelage ohne Bewegung). Er meinte, ich sollte einfach 300 kcal weniger pro Tag essen und mehr Bewegung machen! Wieso also nur 1500 kcal pro Tag essen. Da würde ich wohl viel zu schnell abnehmen.

Übrigens: Zur Jause würde ich dann aber definitiv Obste essen. Das fehlt mir hier gänzlich. Mir wurde zwar verständlich gemacht, daß die bisherige Menge an Obst zum Frühstück (1 Apfel, 1 Banane und einige Weintrauben oder Trockenobst in meinem Porridge) viel zu viel Zucker hat, aber darauf ganz verzichten? Ein Apfel am Tag sollte schon sein.

Das tut übrigens auch unseren Kindern gut. Wenn ich die morgendlichen Schlangen vor dem McDoof in Liesing sehe, dann sollte wirklich viel getan werden, damit ich die Kleinen in der Schule besser ernähren. Eine feine Aktion finde ich daher die Verteilung von 50.000 Äpfeln an Wiener Schulen durch Ja!Natürlich, der österreichischen Bio-Marke des REWE-Konzerns.

Und falls Ja!NAtürlich Chefin Martina Hörmer bei euch persönlich nicht vorbeigeschaut hat: Holt euch einfach irgendwo einen heimischen BioApfel und rundet euer gesundes Tagesmenü (siehe Bild oben) damit ab. Mahlzeit!

 

 

 

Der Herbst hat Einzug gehalten und es locken mich neue Versuche in der Küche. Aus einem gerade neu erschienenen Kochbuch versuche ich mal was neues. Und nicht alles was ich hier publiziert schmeckt mir dann auch wirklich!

Vor wenigen Tagen sind wieder einige neue Kochbücher in meinem Kochbücherregal gelandet. Um einfache schnelle Küche für meinen Sohn zu kochen habe ich zu Beginn sofort “Vegetarisch für Faule” (von Martin Kintrup bei Verlag Gräfe und Unzer) durchgeblättert und bin auf einige interessante Rezepte gestossen. Für die nächste Woche habe ich mir dann die Lauch-Birnen-Tarte,  die Spinat-Kichererbsen-Wraps und das grüne Püree aus Knollensellerie und Erbsen vorgenommen.

Als ich beim samstäglichen Wocheneinkauf am Laaber Annahof dann gleich die Sellerie entdeckte, war der Fahrplan klar:

1 großes Stück Knollensellerie mit einer Zwiebel kleinschneiden und mit einer Knoblauchzehe in Milch cirka 20 Minuten weichkochen. Bereits nach 8 Minuten noch 100 g Tiefkühlerbsen dazu. Die Flüssigkeit am Schluss abgiessen. Die Gemüsemasse hab ich unter hinzufügen von etwas Olivenöl und einem Schuss Saft aus der Zitrone mit dem Pürierstab bearbeitet. Eine lustige grüne Creme entsteht dabei, die mich vorderhand einmal an Pistazieneis erinnert. Abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer, eh klar.

Das ganze hab ich dann mit etwas frischer Kresse garniert und mit gebratenem Chili-Haloumi serviert:

Die Optik war eigentlich super, aber aus vollem Herzen: Man muss Sellerie schon sehr mögen, damit man dieses Pürree einem guten Erdäpfelpüree vorzieht. Übrigens hab ich beinahe 2 ganze Portionen essen dürfen -> mein Sohn hat das ganze schon beim Anblick verweigert.

Mein Versuch, mich möglichst gesund zu ernähren beinhaltet natürlich vorderhand auch biologisch gewachsene Lebensmittel. Hier gibt es viele tolle Erzeuger, herausragende Persönlichkeiten aber leider auch viel Trittbrettfahrer.

Gestern abend ging ich beschwingt zur Eröffnung der neuen Sonnentor-Filiale in der Wiener Wollzeile. Wieder mal eine Gelegenheit über die Kärntner- und Rotenturmstrasse durch die Innenstadt zu bummeln. Bei letzterer Adresse komme ich natürlich nicht umhin einen kleinen Stopp beim Eis Greissler zu machen. Neben den Sorten aus dem neuen Lepantos für mich das beste Eis der Stadt.

Der Eis Greissler deklariert sich nicht als Bio-Eis, verwendet jedoch ausschliessliche Bio-Milch vom eigenen Hof in der Buckligen Welt (Region der Wiener Alpen in Niederösterreich, ca 70 km südlich der Hauptstadt) und zumeist regionales Obst, das meiste sogar vom eigenen Hof. Aber eben nicht alles Bio – und das wurde auch nie behauptet.

Umsomehr hat mich gestern ein kleines Outlet des benachbarten Eisriesen Zanoni & Zanoni überrascht. Der Eissalon, der nur wenige Meter vom Eisgreissler entfernt liegt und zur Sommerzeit im Sekundentakt die eishungrigen Massen versorgt hat nun vis-a-vis ein kleines Outlet mit dem angesagten Frozen Yoghurt geöffnet.

Und – da schau her – von weitem schon blitzt mir PUR BIO ins Auge. Da kommt ja Freude auf. Noch jemand, der die Zeichen der Zeit sieht und auf das richtige Pferd setzt. Dachte ich allerdings nur. Auf die Frage von wo denn das Joghurt herkommt konnte der Verkäufer – vielleicht auch mangels Sprachverständnis – nur auf den Automaten hinter sich zeigen.

Auf meine Frage, welche Bio-Toppings denn angeboten werden zeigte er auf die Tafel hinter sich: Da kann ich sie lesen – alle die “bio”-toppings: Nutella und Eierlikör stechen mir besonders hervor. Also wieder nix mit Bio bei den Toppings. Ich fühl mich verarscht, und im Gegensatz zu den wahrscheinlich meisten Konsumenten, merke ich es auch. Da kann es eigentlich nur eine Konsequenz geben: Ohne Konsumation runter zum Eis Greissler, denn da wollte ich ohnehin ein Eis holen.

Und zu meiner Freude gab es ein Eis der Sorte “Zotter weisse Schokolade”. Schmunzelnd erklärte mir die nette junge Verkäuferin noch, daß sie in der Schokolademanufaktur Zotter auf Betriebsausflug waren. Ist immer gut, wenn man weiss wo all die Sachen auch herkommen.

Und hiermit ist das neue Sonnentor Geschäft eröffnet. Das kann man sogar auf meinem schlechten Handybild erkennen!

Und hiermit ist das neue Sonnentor Geschäft eröffnet. Das kann man sogar auf meinem schlechten Handybild erkennen!

Witzigerweise hab ich Andrea und Georg Ploberger, Biobauern aus Krumbach und Betreiber der Eis Greisslerei später noch bei der Eröffnung des Sonnentor Shops getroffen. Und da musste ich fast genauso lachen wie Sonnentor-Gründer Hannes Gutmann es immer tut. Der übrigens gestern die selben roten Waldviertler Schuhe wie ich getragen hat.