Bereits 2006 gab ich eine kleine Vorstellung zum Thema Abnehmen. In der Österreichischen Reality Soap DU BIST WAS DU ISST, quasi einer Art Freakshow für Dicke, hab ich in 10 Drehwochen gewaltig abgenommen.

So hat es am 19. Juli 2006 begonnen:

In der Veranstaltungsreihe QUADRIGA des österreichischen Parlaments, werden Bücher aus den Bereichen Politik und Zeitgeschichte, Recht und Wirtschaft sowie Kunst, Kultur und Literatur dem Publikum vorgestellt. Weil es bei der siebten Veranstaltung dieser Reihe um Bücher zum Thema NATÜRLICH ESSEN ging, durfte auch ich dem interessierten Auditorium im Palais Epstein beiwohnen.

Parlamentspräsidentin Barbara Prammer eröffnete den Abend bevor die beiden Moderatoren Zita Bereuter (Jugendradio FM4) und Peter Zimmermann (Radio Ö1) die hochkarätigen Gäste begrüsste. Unter Ihnen als Autoren der Gastrokritiker Wolfram Siebeck, der Journalist Hans Ulrich Grimm. Petra Lehner (Ernährungswissenschafterin und Vorsitzende der nationalen Ernährungskommision) und Werner Lampert (BioUrgestein und Entwickler der Supermarkt-Biolinien JA NATÜRLICH und ZURÜCK ZUM URSPRUNG) kommentierten auch die beiden anderen Bücher von Karen Duve und Tanja Busse.

Zita Bereuter las aus Karen Duves Buch Anständig Essen, in dem die Autorin Ihren Versuch dokumentiert, im Laufe eines Jahres verschiedene Ernährungsformen zu leben. Wolfram Siebeck auf die Frage, ob er denn auch schon mal frutarisch gelebt hat: “Ich habe einmal 2 Tage lang nur Wein getrunken und es war sehr lustig”. Werner Lampert, der ja auch in den aktuellen Fernsehspots des Diskonters Hofer wirbt, war der einzige, der an diesem Tag die Industrie vertrat und er sah sich desöfteren in Bedrängnis. Ob Bio im Supermarkt denn nun auch wirklich Bio sei, wurde aufgeworfen. “Wenn ich heute in einen kleinen Naturkostladen komme, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Hier kann ich nicht nachvollziehen, was alles wirklich Bio ist. Ein Supermarkt könnte sich das gar nicht leisten, der wird laufend kontrolliert”, meint Lampert zu den Vorwürfen. Seiner Ansicht, daß “Bio das besondere verloren hat” ist Siebeck nicht: “Die höchste Qualität ist weiterhin biologisch”.

Trotz der Präsenz einer FM4 Moderatorin ist das anwesende Publikum gesetzteren Alters, aber gerade der älteste anwesende, Wolfram Siebeck mit seinen 82 Lenzen, haut immer wieder auf die Pauke und bringt Frische in die Diskussion: “85 Prozent der Lebensmittel sind Dreck. Sie fressen alle Dreck. Aber man kann das nicht der Industrie vorwerfen. Der Konsument reitet sich da selber hinein. Er hätte es in der Hand, bessere Lebensmittel zu verlangen !”

Seine Landsleute kritisiert er an Hand der aktuellen Debatte um den Treibstoff E10 folgendermassen: “Die Deutschen kümmern sich mehr um Ihre Autos als um Ihren eigenen Körper, Sie haben mehr Angst vor einem Kolbenreiber als vor einem Leberversagen.”

Sehr humorig sind auch die Berichte von Hans Ulrich Grimm, der in seinem aktuellen Buch Der Bio-Bluff – der schöne Traum vom natürlichen Essen über die diversen Recherchen auf den Spuren der Bio-Nahrung schreibt. “Biologisches passt sich an die konventionelle Essenswelt an”, meint Grimm und zeigt Beispiele wie Bio-Kartoffelpüree auf.

Wolfram Siebeck, der wie gewohnt mit roten Socken aufgetreten ist, wundert sich über Menschen die künstliche Getränke mit Farb- und Geschmacksstoffen zu sich nehmen: “Limonaden sind verdorbenes Wasser !” Abschliessend kommentiert er noch den leider fortschreitenden Trend zu Fertig- und Conveniencenahrung trotz des anhaltenden Booms der Fernsehkochshows: “Eine TV Kochshow ist wie in der Kirche, am selben Abend hat man die 10 Gebote schon wieder vergessen”

Zuletzt bin ich multimedial auch auf andere Zeitgenossen gestossen, die sich halbieren möchten. Gerade in den letzten Tagen erreichte mich Post aus Berlin.

Die Freude ist gross nach 60 min SchwimmenDas vergangene Wochenende habe ich in Augsburg und München verbracht. Es war das erste Adventwochenende und ich kann nur sagen, die Märkte in München (Tollwood auf der Theresienwiese) und insbesondere der Christkindlesmarkt in Augsburg sind eine Reise wert. Natürlich hab ich auf solche Dinge wie Bratwurst in Semmel oder Fleischpflanzerlsemmel nicht verzichten können, bei den Getränke blieb es jedoch beim lässigen “Kinderpunsch”. Ausgeglichen hab ich das im Hallenbad, wo ich Freitag und Sonntag jeweils eine Stunde meine Längen geschwommen bin, in beiden Fällen würde ich es auch Pensionistenslalomschwimmen nennen, den Altersschnitt im Bad hab ich allemal drastisch gesenkt.

Am Samstag abend dann hab ich hier im Blog den Eintrag eines “Abnehmkollegen” entdeckt, dessen Geschichte ich auch sehr interessant finde: Thorsten aus Berlin hat in mehr als 2 Jahren fast 160 kg abgenommen ! Und er hatte eine tolle Motivation dafür: Er brachte 275 kg auf die Waage, als seine Tochter einmal fast von einem Auto überfahren wurde, nur weil er Ihr mit seinem Gewicht nicht mehr folgen konnte.

Thorsten vorher/nachherGenau wie ich, betrieb Thorsten früher sehr viel Sport, spielte aktiv American Football. Wegen einer Verletzung musste er seinen Sport aufgeben und fiel in ein gewaltiges Tief, daß vor allem mit gewaltigen Essladungen kompensiert wurde. Doch damit war 2007 entgültig schluss. Der damals 34-jährige Thorsten ging zu einer Ernährungsexpertin, die ihm eine Magenverkleinerung angeraten hat. Nach diesem Eingriff stellte Thorsten seine Nahrung komplett um, verzichtete auf Süssigkeiten und folgte einem strengen Ernährungsplan.

Ich selber lehne medizinische Eingriffe persönlich ab, habe in meinem Umkreis leider auch sehr traurige Negativbeispiele erlebt, freue mich aber für Thorsten, daß dieser Schritt genau für Ihn der richtige war und seine Lebensqualität invers zum Gewicht drastisch nach oben schraubte. Weiter so !!!

Auch Thorsten arbeitet an einem Buch über seinen Weg, daß unter dem Titel “Halbiert – eine fette Story” erscheinen wird. Nähere Details und ein paar zusätzliche Infos findet Ihr auf seiner Website.

Der österreichische alternative Jugendkultur-Radiosender FM4 widmet sich eine Woche lang den verschiedenen Aspekten aktueller Körperpolitiken. Das hat ganz viel mit Ernährung zu tun. Da wird unter dem Motto BODY ISSUES viel geredet. Und ich darf mitreden.

Langsam kommt mir das mit der 4 komisch vor. Wie bereits hier geschrieben, präsentiere ich mein Buch am 19.November des nächsten Jahres. Das ist nicht nur während der Internationalen Wiener Buchmesse, sondern auch exakt zu dem Zeitpunkt, an dem ich 44 Jahre, 4 Monate, 4 Stunden und exakt 4 Minuten alt werde. Und nun ruft mich das Radio an: Sie wollen mich als Studiogast während Ihrer Themenwoche BODY ISSUES. Wie heisst der Sender ? FM4. Und wann die Sendung beginnt wird spätestens jetzt ganz klar sein. Ja, eh: Um 4 (nachmittags). Meinen Bloglesern aus Deutschland, Schweiz und Südtirol, die österreichische Radiofrequenzen nicht in den Äther kriegen, trotzdem aber mal meine Stimme hören möchten, denen sei der FM4 Webstream empfohlen, weltweit zu empfangen. Gute Unterhaltung um 4 ! (FM4 Connected am Mi, 10.11.2010 ab 16.00 Uhr)

Hier eine Zusammenfassung des Gesprächs:

MICKY@FM4

Der österreichische Radiosender 88,6 wirbt mit dem Spruch “Wir spielen, was wir wollen”. Trotzdem hab ich heute nachmittag irrtümlich zugehört. Nicht lange. Aber lang genug um völlig verstört zu sein. Und irritiert.

Der Sprecher erzählte von einem Selbsttest und suchte noch weitere Hörer, die mit Ihm gemeinsam eine neue Diät testen. Dabei geht es um die Methode von Dr.Bernhard Ludwig, seines Zeichens insbesondere als Seminarkabarettist bekannt. Es nennt sich 10 in 2 und ist vom Prinzip genauso einfach wie absurd. Man kann essen was und soviel man will, dies aber nur jeden zweiten Tag. Den anderen Tag ist man gar nichts.

Dachte ich zuerst, es handelt sich um einen blöden Scherz (haben wir noch nicht den 11.11. ?), doch immer genauer wurde die Methode erklärt und durch Einspielungen von Ludwig selbst untermauert. Auweh. Den Mann fand ich früher sogar lustig, als Gast der Hochzeit seiner Tochter im letzten Jahr fand ich Ihn sogar sympatisch, aber dies jagt mir nun Angst ein. Widerspricht es in meinen Augen doch all den Grundsätzen der natürlichen Ernährung, die ich versuche für mich zu finden und auch zu propagieren.

Es gab auch Zuspielungen von Anrufern beim Sender, ein Mann, der die neue Methode auch gerne testen möchte, sagte: “Ich finde, Essen wird in unserer Zeit eh total überbewertet”. HaHa. Sauerstoffaufnahme vielleicht auch ? Essen bleibt doch so ziemlich das wichtigste, daß unser Leben aufrechterhält. Daß man daran verschiedenartig herangeht, soll sein.

Ich werd das kommende Wochenende dazu nützen, den medizinischen Grundlagen (Ludwig meinte, daß System sei an Tieren und auch am Wiener AKH von Fachleuten getestet worden) nachzugehen.