Als ich genau vor einem Jahr zum ersten Mal mit der Ernährungform 10in2 begonnen hab, währte es kaum eine Woche. Trotzdem ich in den wenigen Tagen eigentlich begeistert war und es bald wieder starten wollte, hat es ein Jahr für den ReStart gebraucht.

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10in2 – eine Methode nach Bernhard Ludwig – wirkt eigentlich recht seltsam und vor allem unnatürlich. Aber ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, denen diese Ernährungsform ein schöneres Leben gebracht hat. Einen Tag essen was man will, am nächsten Tag dafür absolut nichts essen. Gerade mal viel Wasser trinken an den sogenannten Nullern. Damals im Juni 2013 war ich schon sehr überrascht, daß es funktioniert hat. Hatte so gut wie keine Beschwerden an den beiden Nullern. Als dann der dritte Nuller-Tag kam, musste ich aufgeben. Es war Freitag und der erste Tag der Biorama Fair Fair, einer Messe die ich für meinen Verlag organisiere. Es hatte über 30 Grad Celsius, ich bin mit dem Fahrrad in die Stadt gekommen und ich war ob meiner Bühnenauftritte angespannt. Es wurde mir schon gegen 13.00 Uhr sehr schlecht und ich spürte, daß mein Kreislauf mehr als nur Wasser benötigt. Hab dann ein bisserl was gegessen und im Laufe des Tages dann alle Regeln gebrochen. Aber ich wollte bald wieder ins 10in2 Programm einsteigen. Habe es aber – trotz anfänglicher Begeisterung – fast wie einen Zahnarztbesuch immer wieder hinausgeschoben. Viele nennen es das “Aber morgen beginn ich …”-Syndrom.

Und nun, 13 Monate später hab ich endlich wieder begonnen. Montag war der erste Nuller und es viel mir genauso wie der Mitwoch eigentlich sehr einfach. Und abends hat sich an den beiden Tagen wieder die bekannte Euphorie eingestellt. An beiden Tagen habe ich viel Wasser getrunken, im Laufe des Vormittags mal einen halben Liter Tee und auf den Tag verteilt noch 2-3 Kaffee. Die ich aber ohnehin immer ohne Milch und Zucker trinke.

An den beiden anderen Tagen habe ich viel gegessen. Aber wohl nicht mehr soviel, wie ich früher normal an einem Tag gegessen habe. Weil irgendwie ist auch der große Appetit weg. Nach einem Tag Abstinenz will der Körper zwar dringend was, aber er will nicht mehr so viel.

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Beide Tage waren aber auch ein wenig Sonderfälle. Dienstag hatte ich Geburtstag. Wir hatten schon ein schönes Frühstück mit frischem Gebäck, mittags gab es eine kalte Platte mit 2 Gläsern Aperolsprizz und abends waren wir beim Griechen essen. Aber auch in meinem griechischen Lieblingslokal in Brunn hatte ich weniger als normal gegessen. Und am Donnerstag, dem zweiten “Einser” in dieser Woche war ich abends bei meinen Eltern eingeladen. Wir haben den Geburtstag nachgefeiert und sie hatten neben dem üppigen Essen auch noch guten Wein aufgetischt. Mit einfachen Worten: Ich habe es mir gut gehen lassen.

Richtig schwierig wurde es dann gestern. Es war der dritte “Nuller”. Es hatte in Wien etwa 33°C, ich hatte ausnahmsweise meinen Sohn- und dadurch einen Urlaubstag. Am Vormittag waren wir auf unserem Selbsterntefeld wo wir einige Zucchini, Karotten und Mangold ernteten. Das Feld schaut schon sehr wild aus und irgendwie wächst uns gerade alles davon. Dort wo ich normalerweise gerne eine kleine Karotte aus der Erde ziehe und gleich verkoste, blieb mir diesmal nur: Meinen Sohn dabei zu beobachten. Mittags hab ich dann für ihn gekocht. Und ihm beim Essen zugesehen. Noch nie viel mir sowas so schwer wie gestern.

Nachmittags sind wir dann zum Parklife-Fest der Grünen Mödling gefahren. Die hatten neben Kinderkarussell, Eselreiten, Live-Bands und OpenAir-Kino natürlich auch tolle Gastrostände. Insbesondere der Saftladen hat es mir angetan. Auf einer Fahrradbar wurden frische Bio-Fruchtsäfte gemixt. Florian hatte einen Apfel-Ingwer-Mango-Saft: Und ich hab ihm dabei zugesehen und am nächsten Brunnen gaaaaanz viel Wasser geschlürft.

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Abends daheim hatte ich nur noch das Bedürfnis ganz schnell schlafen zu gehen und kurz vor einem üppigen Frühstück erst wieder aufzuwachen. Was mir dann auch beinahe gelungen ist. Heute esse ich wieder was ich will!

 

 

Nach den letzten Befunden in der Magnetresonanz sitzt der Schock noch tief. Aber auch der Ärger – über mich selbst. Denn anstatt den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, stagniere ich nun seit fast 2 Jahren mit dem Gewicht. Sicherlich auch ein Grund, warum es mit dem Knie so weit gekommen ist.

Natürlich dominierte anfänglich die Wut über den Orthopäden, der vor 2 Jahren nur durch ein Röntgen eine Diagnose erstellte. Ich bekam Einlagen verordnet (“Das wird schon wieder, sie werden sehen”). Schön damals war mein Meniskus lädiert und durch einen schnellen Eingriff wäre der heutige Schaden und die Gelenksabnützung zu vermeiden gewesen. Grrrr.

Aber natürlich liegt auch ein großer Teil der Schuld an mir. Die Gelenke hätten sich nicht so abgenützt, der fortgeschrittene Stand der Arthrose wäre nicht so bedenklich, wenn ich früher geschafft hätte, auf ein normales Gewicht zu kommen. Da muss ich mich vor allem auch selber an den Haaren nehmen. Klar, kurz vor meiner Hochzeit im Juni hab ich noch mal ein paar Kilos purzeln lassen, damit ich in meine Wunschkleidung passe, aber danach war es schon wieder flau mit all den Vorsätzen:

Es ist zum verzweifeln

In den Flitterwochen hab ich es mir einfach gut gehen lassen, da gehört üppiges Essen und Alkohol dazu, aber daran will ich nicht verzweifeln, denn es war einfach schön in Irland und wir haben genossen. Und das soll auch so sein. Aber nachher hätte ich mich einfach wieder ein wenig zusammenreissen müssen. Aber statt abzunehmen habe ich von Juli bis jetzt wieder ein paar Kilo zugenommen. Und das hätte wirklich nicht sein müssen.

Jetzt, wo ich vermutlich kurz vor einer größeren Operation am Knie stehe wünsche ich mir folgendes: Eiserne Disziplin für die nächsten Wochen. Morgen bin ich dann beim Arzt, der mir alles genau erklären wird. Vielleicht irre ich auch in meiner Annahme und es ist gar nicht so schlimm. Wenn aber eine große Operation ansteht, dann werde ich um Aufschub bitten. Würde echt noch gerne einiges an Gewicht verlieren, um die Strapazen der OP und insbesondere die Reha danach leichter zu überstehen. Also … die Spannung steigt. Das Gewicht mit Sicherheit nicht mehr.