Für die Tage ohne Essen habe ich nun das ideale Getränk gefunden. Eine gute Abwandlung meines Sommerklassikers.

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Im Sommer habe ich mir immer schon gerne ein paar kleine Stücke Ingwerwurzel in das Mineralwasser geschnitten. Wenn die Flasche dann einige Stunden im Kühlschrank gestanden ist, dann hat das Wasser ein angenehmes Aroma gehabt. Oder einfach in ein Mineralwasserglas ein paar Blätter Minze. Da kommt schon Geruch beim Ansetzen in die Nase. Der Traum vom Mojito an einem Tag ohne Kalorien und Alkohol.

Nun habe ich aber in einem Forum vom sogenannten “Schrankwasser” gelesen, das in seiner Zusammensetzung den Stoffwechsel stark anregen soll: Und gleich probiert. Ich verwende ja seit Monaten schon den SodaStream Automaten mit den Glasflaschen (fürwahr die beste Invention der letzten Jahre) um mir das Schleppen von Mineralwasserflaschen zu ersparen. Und gerade in der warmen bis heissen Jahreszeit mag ich Kohlensäure in meinen Getränken.

So sprudle ich mir eine Flasche kaltes Wasser auf und schneide dann hinein:  ein paar kleine Stücke Zitrone (ohne Schale), Feldgurkenstücke (natürlich mit Schale!), ein paar kleine Stücke Ingwerwurzel und ein paar Minzeblätter. Nach mindestens einer Stunde hat das Wasser einen sehr angenehmen Geschmack und haltet so zumindest 2 Tage. Die 2 Tage sind theoretisch, denn bei mir ist das schnell weggetrunken. Bei längerer Lagerung dreht der Minzgeschmack etwas ins Negative und wird unangenehm.

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Überhaupt habe ich einige Male herum experimentiert um die für mich ideale Geschmacksbalance zwischen Gurken, Minze und Zitrone zu finden. Dabei hab ich auch einmal alternativ eine Limette versucht, kommt aber geschmacklich nicht so gut in die Balance wie eine Zitrone.

Und was den Stoffwechsel betrifft: Ja, es wirkt! Sehr sogar. Und den Durst stillt es ungemein.

 

 

Nun sind insgesamt 18 Nuller verstrichen. Dabei war ich auch schon mal inkonsequent. Aber es wird zur Normalität. Und das ist gut so.

Über mein Gewicht darf ich momentan nicht unzufrieden sein. 10 kg sind seit der ersten Weihnachtswoche gepurzelt. In der letzten Woche blieb es aber konstant. Das liegt zum Teil daran, daß ich in der vorigen Woche so schwach war und einen Nuller storniert habe, also 3 Tage hintereinander gegessen habe, aber auch durch die Intensität der Einser. Da hab ich dann zum Ausgleich schon extrem viel gegessen und getrunken. Da wirkt der darauffolgende Nuller wie ein idealer Ausgleich, der quasi alles wieder gut macht.

Eine irrsinnige Challenge habe ich übrigens überstanden. Letzten Freitag, ich hatte endlich wieder Balance mit 10in2 gefunden, kam ein junger Bäcker in unsere Redaktionsräume. Hatte den jungen Mann in der Slow Food Bewegung entdeckt und die Kollegin gebeten für unseren Foodblog “Richtig Gut Essen” ein Interview mit ihm zu machen. Echt spannender Typ, mit tollen Bioprodukten. Er ist mit vollen Händen gekommen. Für die Redaktion hat er zahlreiche Brotwecken und ein volles Blech mit Buchteln gebracht. Kollegin Silvia hat daraus einen tollen Artikel gemacht.

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Jetzt hat es nicht nur gut gerochen im Büro. Obendrauf sind noch alle Kollegen wie aufgeschreckt mit Zuckerbestäubten Mundwinkeln durch das Büro gelaufen und haben im Einklang geschworen, noch nie im Leben so gute Buchteln gegessen zu haben. Uff. Das war beinahe zu viel für mich. Das sind die Sekunden wo man ein wenig wankt. Ich hab mir dann neben einem Wecken Biobrot auch noch 2 Buchteln eingepackt und sie für den nächsten Tag mit nach Hause genommen. Die tollen Backwaren haben den ganzen Heimweg in U- und S-Bahn so aus der Tasche gerochen, daß auch die SitznachbarInnen Freude daran hatten. Erst nächsten Tag konnte ich dann in die vollen langen. Aber die besten Buchteln sind halt auch einen Tag später nur noch die zweitbesten. Egal. Gut waren sie trotzdem, und ich mächtig stolz, diese Probe bestanden zu haben.

An einem anderen Einser war ich dann wieder in alte Gewohnheiten verfallen und habe ungestoppt süsses Zeug in mich gelehrt. Die Lakritzevorräte meiner Frau mussten daran glauben. Leider hatte sie es schon bemerkt, bevor ich Nachschub besorgen konnte.

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Immerhin hatte ich es dann geschafft, in der Lakritzewüste Wien sowas zu bekommen. Dies war ebenso eine Challenge!

Im Moment bin ich stark verkühlt und wache jeden Morgen mit der Hoffnung auf, weiterhin fieberfrei zu bleiben und einer Verschlechterung zu trotzen. Am Nuller bin ich dann verunsichert, weil ich ja auch keine Medikamente zu mir nehmen mag bzw nicht weiss, wie Körper ohne anderes festes Zeugs im Magen auf die Wirkstoffe reagiert. Im schlimmsten Fall, die Nuller halt wieder aussetzen. Derweil habe ich abends halt doch ein Lutschbonbon genommen. Mehr war es bis dato nicht. Und heute – juhu – esse ich ja auch wieder.

Als ich genau vor einem Jahr zum ersten Mal mit der Ernährungform 10in2 begonnen hab, währte es kaum eine Woche. Trotzdem ich in den wenigen Tagen eigentlich begeistert war und es bald wieder starten wollte, hat es ein Jahr für den ReStart gebraucht.

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10in2 – eine Methode nach Bernhard Ludwig – wirkt eigentlich recht seltsam und vor allem unnatürlich. Aber ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, denen diese Ernährungsform ein schöneres Leben gebracht hat. Einen Tag essen was man will, am nächsten Tag dafür absolut nichts essen. Gerade mal viel Wasser trinken an den sogenannten Nullern. Damals im Juni 2013 war ich schon sehr überrascht, daß es funktioniert hat. Hatte so gut wie keine Beschwerden an den beiden Nullern. Als dann der dritte Nuller-Tag kam, musste ich aufgeben. Es war Freitag und der erste Tag der Biorama Fair Fair, einer Messe die ich für meinen Verlag organisiere. Es hatte über 30 Grad Celsius, ich bin mit dem Fahrrad in die Stadt gekommen und ich war ob meiner Bühnenauftritte angespannt. Es wurde mir schon gegen 13.00 Uhr sehr schlecht und ich spürte, daß mein Kreislauf mehr als nur Wasser benötigt. Hab dann ein bisserl was gegessen und im Laufe des Tages dann alle Regeln gebrochen. Aber ich wollte bald wieder ins 10in2 Programm einsteigen. Habe es aber – trotz anfänglicher Begeisterung – fast wie einen Zahnarztbesuch immer wieder hinausgeschoben. Viele nennen es das “Aber morgen beginn ich …”-Syndrom.

Und nun, 13 Monate später hab ich endlich wieder begonnen. Montag war der erste Nuller und es viel mir genauso wie der Mitwoch eigentlich sehr einfach. Und abends hat sich an den beiden Tagen wieder die bekannte Euphorie eingestellt. An beiden Tagen habe ich viel Wasser getrunken, im Laufe des Vormittags mal einen halben Liter Tee und auf den Tag verteilt noch 2-3 Kaffee. Die ich aber ohnehin immer ohne Milch und Zucker trinke.

An den beiden anderen Tagen habe ich viel gegessen. Aber wohl nicht mehr soviel, wie ich früher normal an einem Tag gegessen habe. Weil irgendwie ist auch der große Appetit weg. Nach einem Tag Abstinenz will der Körper zwar dringend was, aber er will nicht mehr so viel.

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Beide Tage waren aber auch ein wenig Sonderfälle. Dienstag hatte ich Geburtstag. Wir hatten schon ein schönes Frühstück mit frischem Gebäck, mittags gab es eine kalte Platte mit 2 Gläsern Aperolsprizz und abends waren wir beim Griechen essen. Aber auch in meinem griechischen Lieblingslokal in Brunn hatte ich weniger als normal gegessen. Und am Donnerstag, dem zweiten “Einser” in dieser Woche war ich abends bei meinen Eltern eingeladen. Wir haben den Geburtstag nachgefeiert und sie hatten neben dem üppigen Essen auch noch guten Wein aufgetischt. Mit einfachen Worten: Ich habe es mir gut gehen lassen.

Richtig schwierig wurde es dann gestern. Es war der dritte “Nuller”. Es hatte in Wien etwa 33°C, ich hatte ausnahmsweise meinen Sohn- und dadurch einen Urlaubstag. Am Vormittag waren wir auf unserem Selbsterntefeld wo wir einige Zucchini, Karotten und Mangold ernteten. Das Feld schaut schon sehr wild aus und irgendwie wächst uns gerade alles davon. Dort wo ich normalerweise gerne eine kleine Karotte aus der Erde ziehe und gleich verkoste, blieb mir diesmal nur: Meinen Sohn dabei zu beobachten. Mittags hab ich dann für ihn gekocht. Und ihm beim Essen zugesehen. Noch nie viel mir sowas so schwer wie gestern.

Nachmittags sind wir dann zum Parklife-Fest der Grünen Mödling gefahren. Die hatten neben Kinderkarussell, Eselreiten, Live-Bands und OpenAir-Kino natürlich auch tolle Gastrostände. Insbesondere der Saftladen hat es mir angetan. Auf einer Fahrradbar wurden frische Bio-Fruchtsäfte gemixt. Florian hatte einen Apfel-Ingwer-Mango-Saft: Und ich hab ihm dabei zugesehen und am nächsten Brunnen gaaaaanz viel Wasser geschlürft.

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Abends daheim hatte ich nur noch das Bedürfnis ganz schnell schlafen zu gehen und kurz vor einem üppigen Frühstück erst wieder aufzuwachen. Was mir dann auch beinahe gelungen ist. Heute esse ich wieder was ich will!

 

 

Nach den letzten Befunden in der Magnetresonanz sitzt der Schock noch tief. Aber auch der Ärger – über mich selbst. Denn anstatt den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, stagniere ich nun seit fast 2 Jahren mit dem Gewicht. Sicherlich auch ein Grund, warum es mit dem Knie so weit gekommen ist.

Natürlich dominierte anfänglich die Wut über den Orthopäden, der vor 2 Jahren nur durch ein Röntgen eine Diagnose erstellte. Ich bekam Einlagen verordnet (“Das wird schon wieder, sie werden sehen”). Schön damals war mein Meniskus lädiert und durch einen schnellen Eingriff wäre der heutige Schaden und die Gelenksabnützung zu vermeiden gewesen. Grrrr.

Aber natürlich liegt auch ein großer Teil der Schuld an mir. Die Gelenke hätten sich nicht so abgenützt, der fortgeschrittene Stand der Arthrose wäre nicht so bedenklich, wenn ich früher geschafft hätte, auf ein normales Gewicht zu kommen. Da muss ich mich vor allem auch selber an den Haaren nehmen. Klar, kurz vor meiner Hochzeit im Juni hab ich noch mal ein paar Kilos purzeln lassen, damit ich in meine Wunschkleidung passe, aber danach war es schon wieder flau mit all den Vorsätzen:

Es ist zum verzweifeln

In den Flitterwochen hab ich es mir einfach gut gehen lassen, da gehört üppiges Essen und Alkohol dazu, aber daran will ich nicht verzweifeln, denn es war einfach schön in Irland und wir haben genossen. Und das soll auch so sein. Aber nachher hätte ich mich einfach wieder ein wenig zusammenreissen müssen. Aber statt abzunehmen habe ich von Juli bis jetzt wieder ein paar Kilo zugenommen. Und das hätte wirklich nicht sein müssen.

Jetzt, wo ich vermutlich kurz vor einer größeren Operation am Knie stehe wünsche ich mir folgendes: Eiserne Disziplin für die nächsten Wochen. Morgen bin ich dann beim Arzt, der mir alles genau erklären wird. Vielleicht irre ich auch in meiner Annahme und es ist gar nicht so schlimm. Wenn aber eine große Operation ansteht, dann werde ich um Aufschub bitten. Würde echt noch gerne einiges an Gewicht verlieren, um die Strapazen der OP und insbesondere die Reha danach leichter zu überstehen. Also … die Spannung steigt. Das Gewicht mit Sicherheit nicht mehr.