Nachdem ich nunmehr 6 Nuller (Tage ohne Essen) über die Weihnachtsfeiertage gestemmt habe, stand eine neue Herausforderung vor der Türe. Die Silvesterfeier und der Geburtstag meines Sohnes. Jokertag oder einfach nichtessend ins neue Jahr 2016?

Nach dem abwechselnden Rhythmus der Nuller und Eingetragen wäre der 31.12.2015 nun wieder ein Tag ohne Essen. Nachdem ich das auch an den Weihnachtsfeiertagen geschafft habe, warum nicht also auch zum Jahreswechsel? Abgesehen von Silvester, an dem ich bis dato schon gewisse Rituale gepflegt habe, ist es auch der 7.Geburtstag meines Sohnes. Und Florian habe ich eben in diesem Jahr zum ersten Mal zum gemeinsamen Feiern. Dafür habe ich dem Sohnemann ein großes Burgeressen mit Pommes versprochen. Und da will ich doch nicht mit einem Glas Wasser oder Tee danebensitzen!

Auf der anderen Seite habe ich Angst, den ersten Jokertag zu nehmen, also ausnahmsweise einmal einen Nuller durch einen Einser ersetzen. Das hatte ich schon zweimal zuvor (nach kürzerer Zeit) versucht und bin sofort aus dem Rhythmus gekommen, dh ich habe danach gar nicht mehr mit dem 10in2 weitergemacht. Im Buch von Bernhard Ludwig steht auch die Empfehlung im Falle eines solchen Tages vielleicht zuvor 2 Nuller in Folge zu machen, um den Silvestertag zum Einser zu bekommen. Hmmmm. Guter Rat ist in diesem Falle gar nicht so teuer, kenne ich doch schon genug Menschen in meinem Bekanntenkreis, die dieses Lebensgefühl schon länger praktizieren. An diese habe ich mich also über die Sozialen Medien gewandt. Irgendwie konnte ich mir es nämlich nicht vorstellen, tatsächlich zwei Nuller in Folge zu schaffen. Die Conclusio der Erfahrungen von Freunden war: Besser einen zweiten Einser anhängen bzw vielleicht die beiden Feiertage inklusive 1.Jänner zu Jokertagen zu machen und erst wieder am 2.Jänner mit einem Nuller einsteigen.

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Den letzten Tag des Jahres habe ich also mit Florian beim Wiener Silvesterlauf gestartet. Als Zuseher sei gesagt. Immerhin haben wir meine Schwester und einige Kollegen anfeuern können. Es war wie jedes Jahr eine Riesengaudi den circa 4000 Läufern zuzusehen und die lustigen Kostüme zu bestaunen. Und wenn man ein klassisches Silvesterzitat nutzen darf: “Same Procedure as every Year!” -> Denn auch dieses Jahr haben wir uns (wie so oft schon) als Vorsatz genommen, im nächsten Jahr selber mitzulaufen. Immerhin habe ich das zum ersten Geburtstag von Florian schon einmal zu Fuss mit Kinderwagen gemacht.

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Das für Florian Pommes eines der Lieblingsessen ist, wird wohl niemanden überraschen. Und da muss man sagen, wird er zumindest väterlicherseits sehr verwöhnt. Denn zu Hause gibt es nur handgeschnitzte mit Fett benetzte im Ofen gegarte Pommes, und wenn wir weggehen, dann nur in vernünftige Lokale. McDoof ist für uns ein Fremdwort (wenngleich ich nicht zu dem Teil der Elternschaft gehöre, die ihm das verbieten würde). Aber der 7jährige ist halt auch zum Feinspitz geworden, und dafür hat er sich zum Geburtstag dann auch den besten Burger der Stadt verdient. Und den gibt es unseres Erachtens nach im Grillhouse Huth da Max. Das war ein Silvestermittagessen! So machen die Einser Spass!

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Zwei Stunden später dann schon die Jause daheim. Auf dem Bild sind die Weihnachtskekse und die weiteren Marzipanglücksschweine, die meine Mutter mitgebracht hat, noch gar nicht zu sehen. Und nach dem sie in meiner Nähe gestanden sind waren sie auch nicht besonders lange zu sehen. Abends gab es dann für mich noch eine gehörige Portion Nudeln. Zusammengezählt waren es an diesem Tag dann auch wohl noch ein halber Liter Wein, 3 Flaschen feines und starkes Bier und eine erwachsene Portion Metaxa. Das Glas Sekt um Mitternacht war dann nur noch die Draufgabe.

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Beim Bleigiessen habe ich diese beiden Skulpturen aus dem kalten Wasser gezogen. Oben ein Fischskelett, unten ein Schwertfisch (könnte aber auch eine Bohrmaschine sein). Zu all dem hatte ich bis dato noch keinen Bezug. Werde ich 2016 zum Fischesser und Heimwerker? Oh Graus.

Nachdem Tag war mir aber schon am Morgen des Neujahrstages klar: Ich muss jetzt und heute sofort wieder einen Nuller machen. Noch ein Esstag und ich bin aus dem Schwung herauslesen. Muss das tolle Neujahrsfrühstück mit Lachs, Roastbeef, Eiern und der angebrochenen Flasche Sekt halt noch einen weiteren Tag warten. Dazu noch einen laaaaangen Spaziergang durch den Bezirk. Das taugt am ersten Tag des Jahres.

Spezielle Erfahrung aber hier: Trotz Nuller habe ich für Frau und Kind gekocht. Und das ist eine extreme Challenge. Nicht abschmecken können, nicht die Finger abschlecken, das Reindl ausputzen etc. Trotzdem geschafft. Obwohl das mit dem fehlenden Abschmecken war wohl doch eher problematisch: Florian hat sein komplettes Süsskartoffelpüree nicht angerührt. Bäh!

 

Man kennt das fleischlose Angebot im Segment der verstaubten Gastronomie: Zumeist frittiertes Gemüse, Käse oder irgendeine Art von fettigen Convenience-Laibchen. Manchmal vielleicht noch Klassiker wie Eiernockerl, Kasspätzle und eben die traditionellen Süßspeisen. Hier im Steirischen Mariazell hat ein findiger Wirt aber noch den vegetarischen Fisch auf der Karte:

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Ernst Kerschbaumer vom Radlwirt in Mariazell dürfte mal ein begnadeter Musiker gewesen sein. Vergilbte Bilder an der Trompete zeugen von dieser wohl vergangenen Zeit. Mittlerweile gibt es im Wirtshaus der Familie Kerschbaumer, nahe der Basilika im Wallfahrtsort, Livemusik nur noch nach Bedarf. Und den hatten die beiden einzigen Gäste mit ihren Puntigamer Bierflaschen vorm Gesicht offensichtlich nicht. Auch ich hatte nicht vor, länger als einen neugierigen Blick in der Gaststube zu verbleiben, denn schon das vegetarische Angebot an der aussen proklamierten Speisekarte, schreckte mich ab:

Forelle im vegetarischen Angebot hatte ich noch nicht im Register der Absurditäten. Ebenfalls in der Steiermark erklärte mir einmal eine Wirtin in Leoben, daß die Speckwürfel in der Salatschüssel ohnehin kein Fleisch wären. Aus Texas hören wir, daß Vegetarier dort nur auf rotes Fleisch verzichten und Hühnerfleisch durchaus als vegetarische Köstlichkeit durchgeht! Daß dort einiges nicht stimmen kann, ahnte ich seit George Bush dem jüngeren.

Auch vernahm ich, daß Mönche im Mittelalter in der Fastenzeit Biber essen durften, weil das Tier im Wasser schwimmt, und daher eher eben Fisch und kein Fleisch. Wenn man vegetarisch nun also als rein fleischlos bezeichnet, könnte es hier zu Missverständnissen kommen, denn auch eine althergebrachte Frage lautet: “Fisch oder Fleisch?” (ebenso ein köstlicher Film mit Louis de Funes aus den späten 50er Jahren)

Die vegetarische Kost ist aber klar definiert: Keine Lebewesen werden gegessen, und da zählt der Fisch eben genauso dazu, wie der Speck oder das Hühnerfleisch. Und alle, die auch gleich auf gänzliche Produkte dieser Lebewesen, wie Milch, Ei oder Honig verzichten wollen, sind eben Veganer.

Wer in Mariazell, so wie ich aber nicht vegetarisch unterwegs ist – und Lust auf guten Fisch hat, der sollte ohnehin woanders essen gehen. Direkt unter der Basilika hat nämlich Alexander Quester – Spross der Autorennfahrer und Baustoffmarktdynastie – einen Shop mit kleinem Restaurant mit seinen Fischspezialitäten eröffnet: Questers feiner Fisch kommt aus nachhaltiger Süßwasserzucht im nahen Gußwerk und wird mittlerweile in der Topgastronomie serviert.

 

www.radlwirt.com

www.questers.at

 

Stefan Egger, Spitzenkoch aus dem BestWellness-Hotel Theresa in Zell am Ziller war auch einmal Übergewichtig. Bei 120 kg wollte er was ändern, und damit auch für seine Familie und die Gäste seines Betriebes.

Das Hotel Theresa zählt im Zillertal zu den besten Adressen In einem Ort, der neben Mayerhofen richtig ruhig wirkt, aber trotzdem eine wunderbare Infrastruktur für angenehmen Urlaub zu allen Jahreszeiten bietet. Als Mitglied der BestWellness-Group kann man sich hier Entspannung, Wellness und Kulinarik auf höchstem Niveau erwarten. Und das Hotel, daß schon seit den 60er-Jahren von der Familie Egger geführt wird, hat mich in den ersten Urlaubstagen nicht enttäuscht.

Einer der Gründe, warum wir uns für das Hotel entschieden haben, ist das nachhaltige Wirtschaften, wobei besonders die Energieversorgung des Hauses und die Bio-Küche von Stefan Egger hervorzuheben ist. “Ich habe selber einmal 120 kg gehabt. Da ist der Wendepunkt gekommen, wo ich dachte, ab jetzt muss ich mich besser und gesünder ernähren”, sagte der Gourmetkoch. Und da seine Familie das selbe zum Essen bekommt, wie die Gäste des Hotel Theresa, hat er schrittweise die komplette Küche des Hotels gesünder gestaltet, wobei ein Hauptaugenmerk auch auf Regionalität und – wo möglich – auch auf Bio geworfen wird.

Für das tägliche 5-gängige Abendmenü konnten wir die Hauptgänge unseren Bedürfnissen anpassen. Man konnte zwischen kalorienreduziertem Wellnessmenü, Fischmenü oder Klassiker entscheiden, spezielle Berücksichtigung wurde auch auf Schwangere oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten gerichtet.  Für uns 2 Abende voll des gesunden Genusses.

Insbesondere aber beim reichhaltigen Frühstücksbuffet ist das Bio-Sortiment aufgefallen. Von den Eiern über selbstgemachte Marmelade und den Heumilchprodukten von Zillertaler Biobauern reichte die Auswahl bis zu wunderbarem AlpenLachs.

Es war ein Segen, daß uns das wunderbare Wetter zu soviel Sport getrieben hat, daß wir uns diese kulinarischen Genüsse wirklich leisten konnten. Auf den hohen Bergen der Umgebung waren wir der Sonne noch näher und der Radweg entlang des Flusses durch das Zillertal ist ohnehin eine Empfehlung. Schön war es!