Für heute hatte ich eigentlich Teigwaren mit Shrimps geplant. Ein Gericht, daß ich immer mit Zucchini verfeinert hab und mit viel Knoblauch und Parmesan gewürzt. Und wie halt immer üblich, habe ich zumeist viel zu viel Teigwaren gekocht und die natürlich auch selber weggegessen. Daher ab nun wieder abwiegen das ganze.

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Gut, im Nachhinein gesehen waren auch 160 g um genau 60 g zuviel. Denn 100 g werden generell für eine gute Mahlzeit pro Person empfohlen. Aber es hat halt so wenig ausgesehen. Man darf halt nicht vergessen, daß sich die Penne beim Kochen etwas ausdehnen und getrocknet viel kleiner aussehen.

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Die Shrimps hatte ich schon eingekauft, aber nachdem ich mir vorgenommen habe, diese Woche Fleisch zu reduzieren, hab ich sie kurzfristig weggelassen und durch Champignons und Gemüse ersetzt. Im Gegensatz zu den Teigwaren werden diese Dinge (vor allem die Zucchini und Champignons) in der Pfanne viel kleiner. Das was ich hier geschnitten habe ist also wirklich nur eine gute Portion. Was ich übrigens auch mache: Nur sehr wenig Olivenöl in die Pfanne und wenn es aufgebraucht ist, etwas Wasser von den kochenden Penne dazugiessen.

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Die Shrimps sind durch die Lake immer sehr salzig, dh viel Gewürze braucht das normal nicht mehr. Ohne Shrimps hab ich halt etwas Salz dazu und auch drei  große Knoblauchzehen dazugeschnitten.

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Es war sehr angenehm im Geschmack, aber gegen die Version mit den Shrimps etwas fad. Das konnte dann reichlich Parmesan noch retten.  Das nächste Mal aber mit etwas weniger Teigwaren. Mahlzeit.

 

Man kennt das fleischlose Angebot im Segment der verstaubten Gastronomie: Zumeist frittiertes Gemüse, Käse oder irgendeine Art von fettigen Convenience-Laibchen. Manchmal vielleicht noch Klassiker wie Eiernockerl, Kasspätzle und eben die traditionellen Süßspeisen. Hier im Steirischen Mariazell hat ein findiger Wirt aber noch den vegetarischen Fisch auf der Karte:

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Ernst Kerschbaumer vom Radlwirt in Mariazell dürfte mal ein begnadeter Musiker gewesen sein. Vergilbte Bilder an der Trompete zeugen von dieser wohl vergangenen Zeit. Mittlerweile gibt es im Wirtshaus der Familie Kerschbaumer, nahe der Basilika im Wallfahrtsort, Livemusik nur noch nach Bedarf. Und den hatten die beiden einzigen Gäste mit ihren Puntigamer Bierflaschen vorm Gesicht offensichtlich nicht. Auch ich hatte nicht vor, länger als einen neugierigen Blick in der Gaststube zu verbleiben, denn schon das vegetarische Angebot an der aussen proklamierten Speisekarte, schreckte mich ab:

Forelle im vegetarischen Angebot hatte ich noch nicht im Register der Absurditäten. Ebenfalls in der Steiermark erklärte mir einmal eine Wirtin in Leoben, daß die Speckwürfel in der Salatschüssel ohnehin kein Fleisch wären. Aus Texas hören wir, daß Vegetarier dort nur auf rotes Fleisch verzichten und Hühnerfleisch durchaus als vegetarische Köstlichkeit durchgeht! Daß dort einiges nicht stimmen kann, ahnte ich seit George Bush dem jüngeren.

Auch vernahm ich, daß Mönche im Mittelalter in der Fastenzeit Biber essen durften, weil das Tier im Wasser schwimmt, und daher eher eben Fisch und kein Fleisch. Wenn man vegetarisch nun also als rein fleischlos bezeichnet, könnte es hier zu Missverständnissen kommen, denn auch eine althergebrachte Frage lautet: “Fisch oder Fleisch?” (ebenso ein köstlicher Film mit Louis de Funes aus den späten 50er Jahren)

Die vegetarische Kost ist aber klar definiert: Keine Lebewesen werden gegessen, und da zählt der Fisch eben genauso dazu, wie der Speck oder das Hühnerfleisch. Und alle, die auch gleich auf gänzliche Produkte dieser Lebewesen, wie Milch, Ei oder Honig verzichten wollen, sind eben Veganer.

Wer in Mariazell, so wie ich aber nicht vegetarisch unterwegs ist – und Lust auf guten Fisch hat, der sollte ohnehin woanders essen gehen. Direkt unter der Basilika hat nämlich Alexander Quester – Spross der Autorennfahrer und Baustoffmarktdynastie – einen Shop mit kleinem Restaurant mit seinen Fischspezialitäten eröffnet: Questers feiner Fisch kommt aus nachhaltiger Süßwasserzucht im nahen Gußwerk und wird mittlerweile in der Topgastronomie serviert.

 

www.radlwirt.com

www.questers.at

 

Der Herbst hat Einzug gehalten und es locken mich neue Versuche in der Küche. Aus einem gerade neu erschienenen Kochbuch versuche ich mal was neues. Und nicht alles was ich hier publiziert schmeckt mir dann auch wirklich!

Vor wenigen Tagen sind wieder einige neue Kochbücher in meinem Kochbücherregal gelandet. Um einfache schnelle Küche für meinen Sohn zu kochen habe ich zu Beginn sofort “Vegetarisch für Faule” (von Martin Kintrup bei Verlag Gräfe und Unzer) durchgeblättert und bin auf einige interessante Rezepte gestossen. Für die nächste Woche habe ich mir dann die Lauch-Birnen-Tarte,  die Spinat-Kichererbsen-Wraps und das grüne Püree aus Knollensellerie und Erbsen vorgenommen.

Als ich beim samstäglichen Wocheneinkauf am Laaber Annahof dann gleich die Sellerie entdeckte, war der Fahrplan klar:

1 großes Stück Knollensellerie mit einer Zwiebel kleinschneiden und mit einer Knoblauchzehe in Milch cirka 20 Minuten weichkochen. Bereits nach 8 Minuten noch 100 g Tiefkühlerbsen dazu. Die Flüssigkeit am Schluss abgiessen. Die Gemüsemasse hab ich unter hinzufügen von etwas Olivenöl und einem Schuss Saft aus der Zitrone mit dem Pürierstab bearbeitet. Eine lustige grüne Creme entsteht dabei, die mich vorderhand einmal an Pistazieneis erinnert. Abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer, eh klar.

Das ganze hab ich dann mit etwas frischer Kresse garniert und mit gebratenem Chili-Haloumi serviert:

Die Optik war eigentlich super, aber aus vollem Herzen: Man muss Sellerie schon sehr mögen, damit man dieses Pürree einem guten Erdäpfelpüree vorzieht. Übrigens hab ich beinahe 2 ganze Portionen essen dürfen -> mein Sohn hat das ganze schon beim Anblick verweigert.

Zu einem Samstagvormittag an einem Papawochenende gehört für meinen Sohn schon fast obligatorisch der Einkauf am Biobauernhof Breitenfurt. Dort ist nicht nur gut einkaufen, dort kann Florian auch viele Tiere sehen und alte Traktoren bestaunen. Noch schöner ist es aber, wenn mit den erstandenen Sachen danach auch selber gekocht wird.

Für Kinder, die ungerne essen oder kaum neue Sachen probieren, ist gemeinsam kochen immer eine große Hilfe. Für Florian zählt das nicht. Er isst oft, viel und gerne. Und durch den sorgsamen Umgang von seiner Mutter und mir zumindest auch ausserhalb des Kindergartens sehr gesund. Trotzdem versuche ich Ihm schon sehr früh die  Vollwerternährung schmackhaft zu machen und einen gesunden Umgang mit guten Nahrungsmitteln nahebringen. Mein Sohn war immer schon in die Einkäufe am Bauernhof oder im Biomarkt eingebunden, das Pflanzen, Hegen und Ernten im Selbsterntegarten letzten Sommer war der nächste Schritt. In 5 Wochen wird der Zwerg jetzt 3 Jahre alt, da können wir es mit dem Kochen ja jetzt auch ein mal probieren.

Einen halben Muskatkürbis haben wir geschält und kleine Stücke gemeinsam mit einer halben Zucchini und 2 Paradeisern in sehr wenig Gemüsesuppe gekocht. Daraus wir dann das Sugo, das wir zu unseren selbstgemachten Dinkelvollkornnudeln essen.

300 g Spielberger Dinkelvollkornmehl mischen wir mit 2 Eiern, 100 ml Wasser, einem Löffel Olivenöl sowie etwas Salz. Alle Zutaten mit Ausnahme von Wasser und Salz natürlich in Bioqualität.

Der Teig wird cirka 8 min heftig geknetet, und danach für 20 min kühl gestellt. In dieser Zeit können wir das gekochte Gemüse einstweilen zu einem leckeren Sugo pürieren. Der Mixstab ist neben Papa’s iPhone ohnehin das Lieblingsspielzeug des angehenden Koches.

Nach einiger Zeit holen wir den Teig aus dem Eisschrank und drucken aus klein geformten Bällchen Teigplatten mit der Nudelmaschine. Diese werden dann mit einer weiteren Drehung in breite Nudeln geschnitten.

Der Teig ist heute etwas zu klebrig, läßt sich daher schwer in Nudelform ins kochende Salzwasser bringen. Das Ergebnis schmeckt sehr gut, könnte in seiner Konsistenz aber auch ein geschnittener Pfannkuchen sein.

Aber es schmeckt. Gemeinsam mit dem Sugo und angebratenem Käse serviert sind das herrliche DIY-Delikatessen. Mahlzeit!

 

Heute ist bereits Tag 5 meines etwas geradlinigeren Plans zur Gewichtsreduktion bis zum Urlaub. Und statt groß zu Verzichten stand der letzte Abend im Zeichen des Genusses.

Die letzten Tage sind zum größtenteil sehr gut gelaufen. In wenigen Fällen habe ich den Verzicht auf zum Beispiel Süsses noch wirklich als Entbehrung empfunden. Denn ich will ja trotzdem geniessen und mich nicht kasteien. Trotzdem ist es in den ersten Tagen immer etwas schwierig von bestehenden Gewohnheiten abzurücken. Das hat oft mehr etwas mit Suchtverhalten oder motorischen Tätigkeiten zu tun, als mit dem tatsächlichen Lustgewinn durch zB meine bis dato fast obligatorische Nachmittagsmehlspeise.

Und auf Grund einer Nachfrage in meinem Facebook-Profil: Mit Süssem meine ich jetzt vor allem Mehl- und Süßspeisen, insbesondere alles aus raffiniertem Zucker. Zudem verzichte ich auch auf meine natürliche Süße durch Stevia in meinem Morgenporridge. Daß ich Zucker /Fructose durch süße Früchte wie Bananen oder Weintrauben trotzdem zu mir nehme ist für mich keine Sache mit Augenzwinkern sondern ausdrücklich erwünscht. Gerade am Morgen tut dies Wunder, am Abend würde ich diese Intensität auf keinen Fall mehr zu mir nehmen.

Am Wochenende war es leichter ohne meine Süßspeise auszukommen, da sind die Abläufe nicht so in einem gewohnten Drill wie vielleicht im Büro. Dort bin ich es einfach gewohnt am frühen Nachmittag mit etwas Abstand zum Mittagessen einen Espresso zu trinken und dazu etwas Süsses zu essen. Nachwievor ist es für mich kaum vorstellbar Kaffee alleine oder auch eine Jause ohne Kaffee zu nehmen. Über diese Zeit drüber zu kommen war zum Beispiel gestern nicht ganz leicht. Es hilft mir aber, viel Wasser zu trinken.

Mein lecker, lecker Teller im Yamm!

Am Abend folgte die nächste Versuchung. Mit einem guten Bekannten traf ich mich wieder nach langer Zeit und wir wählten das relativ neue vegetarische Restaurant YAMM in der Wiener Innenstadt. Nach einem sehr vollen Tag, der mit einem Pressefrühstück mit Joschka Fischer begann, zahlreichen Aussenterminen und ein paar Ärgernissen fortgesetzt wurde, wollte ich mir quasi zur Belohnung auch abseits meiner Vorsätze was Gutes tun. (da ist wieder dieses blöde “Belohnungs-Motiv”).

Und was gutes tun hat in diesem Fall ein alkoholfreies Bier bedeutet, daß ich zu dem wirklich guten Essen vom Yamm-Buffet schlürfen wollte. Allein die Tatsache, daß Sie sowas gar nicht in Ihrer Karte führen, festigte und untermauerte meine Vorsätze. Quasi höhere Fügung.

Bei dieser Gelegenheit sei für unsere Wiener Leser das Lokal YAMM wirklich sehr zu empfehlen. Daß Sie, wie vom Personal erwähnt ausschliesslich biologisch zertifizierte Zutaten verwenden und auf Regionalität wert legen, kann ich Ihnen nur zum Teil glauben. Die Speisen sind für Geniesser und Menschen, deren Geschmacksnerven durch Chemie und Fastfood noch nicht  vollkommen abgetötet wurden, eine grosse Freude. Es gilt übrigens das Prinzip der Selbstbedienung: Man holt mit einem Teller vom abwechslungsreichen, bunten vegetarischen Buffet und zahlt einen Preis von € 2,90 per 100 an der Kasse gewogenen Gramm. Bei der Getränkeauswahl könnte man etwas mehr auf biologische, nachhaltige Produktion achten, die Qualität ist jedoch Top, die Preise – insbesondere bei den Weinen – jedoch gehobenes Innenstadtniveau.

 

Vorab sei mal erwähnt: Ich ernähre mich nicht vegetarisch. Aber es ist mir klar, daß Fleisch essen zu einem grossen Problem geworden ist. Und ich möchte es eigentlich meiden. Nicht immer gelingt es.

“Nichts wird die Gesundheit des Menschen und die Chancen auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.” (Albert Einstein)

Es wird so um mein neunzehntes Lebensjahr gewesen sein, als ich in der damals wirklich noch guten Zeitschrift WIENER einen Artikel über das Buch “10 Gründe, warum ich kein Fleisch mehr esse” von Volker Eilis Pilgrim gelesen habe. Es machte mich irgendwie neugierig und ich kaufte mir das Teil. Der Inhalt hat mich so ergriffen und mitgerissen, daß ich die Vorteile der fleischlosen Ernährung selber an mir austesten wollte.

Der deutsche Author schrieb über seine Beweggründe auf Fleisch zu verzichten und die vielen positiven Auswirkungen auf sein Bewusstsein und die Gesundheit, insbesondere die Leistungsfähigkeit. Ungern erinnert sich meine Umgebung an diese Zeit, denn ich praktizierte den Fleischverzicht nicht nur an mir selbst, sondern versuchte in prophetischer Art und Weise allen meinen Zeitgenossen den Verzehr desselben Leid zu machen.

Immer seltener wird der Appetit auf SchweinsschnitzelZu dieser Zeit betrieb ich intensiv Sport. Meine Ausdauer und Kraft wurde in kürzester Zeit gesteigert, ich verlor an Gewicht (Fett) und konnte traumhaft gut schlafen. Meine Haut wurde besser und ich steigerte meine sexuelle Aktivität. Sogar meine Fäkalien haben weniger gestunken. Ich war begeistert. Über einen Zeitraum von ungefähr 16 Monaten verzichtete ich damals komplett auf Fleisch und stellte mich dazu jeder Diskussion.

Erst als ich in das Berufsleben eingetreten bin und den größten Teil meiner Zeit in einem Bürohaus mit traditionellem Mittagstisch und “Wurstsemmel”-Kantine verbrachte, begann ich wieder langsam Fleisch zu essen.

Seit diesem Zeitpunkt aber zumeist mit schlechtem Gewissen. Und wenn ich mich für Fleisch entschieden habe, dann (mit Ausnahme des abgebildeten Wiener Schnitzels) kein Schwein. Sogar als Kandidat der Sendung “Du bist was du isst” wurde ich von der moderierenden Ernährungsberaterin gelobt, daß ich hier fast nur die weniger bedenklichen Varianten (damit mein ich weniger bedenklich für MEINE Gesundheit) zu mir genommen habe, wie Hühnerfleisch oder Rindersteak.

Aber ich möchte den Fleischverzehr auch jetzt wieder auf ein Minimum reduzieren.