Dicksein kann manchmal sprichwörtlich richtig schwer sein. Viele Schwierigkeiten erwarten die reisenden Übergewichtigen.  In vielen Fällen auch höhere Kosten.

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Das Fliegen an sich – das ich aus ökologischen Gründen möglichst wenig nutzen möchte – ist für einen adipösen Passagier ohnehin mal sehr anstrengend. Und nicht nur für Ihn: Auch die Mitreisenden oder oft unfreiwilligen Sitznachbaren leiden oft unter Platzmangel. Ein Toilettenbesuch für Menschen über 120 kg ist an Bord eines gewöhnlichen Reiseflugzeuges aus Platzgründen schier unmöglich. Passende Anektoten möchte ich hier lieber still verschweigen.

Der dicke Passagier fragt schon beim Einstieg sehr diskret: „Can I have an extension, please“ und meint damit eine Verlängerung des Sicherheitsgurtes, der das korrekte Anschnallen erst möglich macht.

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Wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein, aber was mich besonders fertig macht: Der Weg vom Einstieg zum Sitzplatz. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass mich gerade alle bereits Sitzenden ängstlich anstarren. In ihren Gesichtern die pure Angst: „Hoffentlich sitzt er nicht neben mir“.

Die warmgehaltenen Speisen, die vielen zumindest als Pausenfüller bei längeren Strecken dienen, kann ein dicker Mensch kaum verzehren. Geht doch der Klapptisch am Vordersitz nicht wirklich in waagrechte Position. Da hilft am besten ein leerer Nachbarsitz, auf dessen Klapptisch man seine Flugnahrung ausbreiten kann.

Diesen leeren Sitz muss man bei manchen amerikanischen Fluglinien ab einem bestimmten Gewicht schon mitbuchen. Denn – ganz ehrlich – wie kommt denn ein unbescholtener Sitznachbar dazu, durch einen adipösen Mitreisenden derart in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden.

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Die Fluglinie Samoa Air ist nun sogar einen Schritt weiter gegangen. Sie will Flugpreise nach Gewicht des Passagieres staffeln. Mit dem System „Pay per Weight“ (Zahle nach Gewicht) werden schwergewichtige Fluggäste extra zur Kasse gebeten. Nun sei aber vorausgeschickt, dass die Samoa Air mit vielen sehr kleinen Maschinen operiert und ausschliesslich die kurzen Routen zwischen den einzelnen Inseln von Samoa fliegt. Und die Tatsache, dass Einwohner von Samoa eine starke Tendenz zu Übergewicht haben. Die Offiziellen der Airline begründen die gestaffelten Preise – man wird tatsächlich am Flughafen gewogen – mit Kostengründen. Man könne dadurch höhere Kerosinpreise durch schwerere Passagiere abfangen. Familien mit kleinen Kindern reisen angeblich billiger als zuvor.

Was ich aber in all der Recherche nicht herausfinden konnte: Bekommen die schwergewichtigeren Mehrzahler dann auch mehr Platz in den Flugzeugen? Gibt es ans Gewicht angepasste Sitzplätze, bei denen sich adipöse Fluggäste auch wohl fühlen können?

Zeitliche Ziele zu setzen war im Zusammenhang mit Abnehmen für mich immer kontraproduktiv. Wenn es um meine eigene Hochzeit geht, verschärft sich die Situation immens. Oder ich feiere halt in einer arabischen Soutane.

Einen riesengroßen Körper kann Frau gut kaschieren. Auch bei Männern ist das möglich, aber nicht so einfach. Insbesondere wenn es um festliche Anlässe geht. Da trägt Mann halt zumeist einen Anzug. Insbesondere bei Hochzeiten geht kaum was anderes. Ich war auf ungefähr 15 Hochzeiten in den letzten 3 Jahren: Da konnte ich mich immer durchschummeln. Mit weiten Hemden und Gilet. Zumeist hatte ich halt auch den DJ Bonus, da kann man etwas lockererer herumlaufen.

Aber auf der eigenen Hochzeit? Ich habe nur noch wenige Wochen Zeit um was passendes zu finden für den wahrscheinlich schönsten Tag meines Lebens. Mein Sohn hatte gestern Anprobe. Die schwarze Hose und das Hemd, das er letzten Sommer bei der Hochzeit meines Schwagers anhatte, ist bereits zu klein. Kein Problem – für Ihn sind schnell schöne, passende Sachen gefunden.

Momentan denke ich an eine schöne dunkle Hose, ein weites Hemd und ein offenes Gilet. Eventuell sogar eine Krawatte. Was für mich gar nicht geht: Etwas, was rein für den einen Moment gekauft wird. Auch beim Hochzeitskleid haben wir es so gehalten. Meine Zukünftige hat ein wunderschönes Kleid gefunden, daß sie danach auch bein anderen feinen Veranstaltungen tragen kann. Es steht Ihr wunderbar!

Jetzt brauchts halt noch für mich was passendes, aber ein paar Wochen Zeit ist ja noch.

Ich bin schwach. Sehr schwach! Sonst würde ich momentan nicht so sinnloses zeug in mich reinschaufeln manchmal. Es gibt Tage, da passt weder Menge noch Inhalt. Mit Inhalt mein ich Junk. Ich schreibe es jetzt auf – vielleicht hilft das!

Seit fast einem Jahr bin ich jetzt auf einem Gewichtsplateau, mit dem ich nicht zufrieden bin. Natürlich mag man meinen: Ja super – nach soviel Abnahme ist gewichthalten ja auch mal super – anstatt dem JoJo-Effekt zu unterliegen. Aber rein objektiv bin ich noch immer viel zu dick – nämlich ungesund zu dick.

Trotz vieler Vorsätze halte ich mich an die nämlichen nur selten. Ich labere und schreibe von tollen Lebensmitteln und hoher Wertigkeit, und wie ich das alles schätze. Und dann geh ich aus Zeitmangel und anderen Gründen doch schnell zum Hühnerimbiss zu mittag und kauf mir einen reichlich schlechten Döner. Von dem mir dann danach ohnehin nur schlecht wird. Oder ich geh zur Ankerfiliale und hol mir was Süsses. Gefühlte 100.000 mal hab ich die letzten 12 Monate beim rausgehen geschworen, daß ich diese Schwelle nie wieder überschreiten werde. Und am nächsten Tag hol ich wieder was. Grrrrr.

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Momentan schau ich mit Freude das Videotagebuch “Gültige Stimme” von Roland Düringer. Ein spannendes Projekt mit vielen Parallelen zu meinem, wenngleich ich seine Inhalte nicht immer für gut befinden kann. Aber der Mann erregt Aufmerksamkeit für eine gute Sache und das ist auch gut so.

Also was nehme ich mir jetzt kurzfristig vor: Solange ich noch öffentlich fahren muss (also solange das Wetter gegen meine 12 km Fahrradstrecke von daheim in die Arbeit spricht), gehe ich vom Hauptbahnhof ins Büro zu Fuss – anstatt der letzten U-Bahnstation. Am Weg liegt ein Bioladen: Dort kaufe ich jetzt täglich meine Jause und nehme Sie unverpackt ins Büro. (Täglich sagte ich der Verkäuferin beim Anker, sie soll meine gefüllte Semmel nicht zweimal in Papier wickeln und nachher nochmal in ein Papiersackerl stecken für die 25 m von Anker zu Arbeitsplatz – täglich hat sie es ignoriert). Und ich kauf mir gleich Teigwaren, Gemüse und ähnliches, das ich jetzt täglich zu Mittag frisch kochen werde. Vielleicht mag ja noch wer mitessen im Büro. Also kein Hühnerimbiss, FastFoodChinese oder Leberkäsesemmel-Supermarkt mehr für mich.

Micky bleib stark. Wehre dich gegen alle Versuchen. Iss keinen Junk. DAS MUSS ICH MIR WERT SEIN!!

17 Jahre ist es nun her, daß ich zuletzt auf den Skiern gestanden bin. Am 5.Jänner 1999 mit etwas weniger Speck um die Hüften, besserer Kondition und einer Materialwahl, die es heute offensichtlich gar nicht mehr gibt. Schifahren 2013 – ein Revival!

Eigentlich wollte ich in den Weihnachtsferien mit meinem Sohn in den Schnee. Zuviel Windpocken an seinem Körper und zuwenig Schnee in den Bergen vermasselten aber unseren ersten Schiversuch nach Jahrzehnten. An diesem Wochenende (diesmal ohne Junior) konnte ich es nachholen. Und es war ein Erlebnis einer neuen Art.

Im Vorfeld versuchte ich bereits Schibekleidung für meine gut 140 kg zu bekommen. Oder zumindest etwas wetterfestes. Denkste! Keine Chance. Es gab wohl ein paar wenige ausgesuchte Exponate, die über internationale Webshops zu erwerben gewesen wären, für den Versuch des Schifahrens aber mit Sicherheit zu teuer. In den 90er Jahren bin ich aber doch auch immer nur mit der Jeans und einem Pullover gewedelt, wo wollen wir es 2013 also wieder machen. Gepimpt mit einer langen Unterhose und anderer warmer Wäsch.

Früher wäre das Motto gewesen: Schi aufs Dach, alles andere in den Kofferraum … und ab in die Berge. Auto gibt es seit Herbst nicht mehr in meinem Leben und das soll auch so bleiben. Sehr gut ist auch die Verbindung mit dem Postbus in die Berge – genaugenommen ins Steirische Mariazell.

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Die Fahrt kostet hin und zurück wohlfeile € 28 und dauert knappe 3 Stunden, in denen man lesen kann, arbeiten oder eben mal abspannen. Im Auto soll einem das erstmal gelingen!

Die größere Hürde sah ich aber in der Ausrüstung. Wird mir der Verleih den Schi verweigern, wenn ich beim Bindungseinstellen mein Körpergewicht outen muss? Zahlreiche Sportgeräte haben halt Ihre maximalen Obergrenzen und in Verleihsituationen kommt ja noch die rechtliche Bürde des Verleihers hinzu. Für den Notfall habe ich mir vorgenommen einen Revers zu unterschreiben, daß ich das alles auf eigenes Risiko mache und auch für die ausgeborgten Gegenstände hafte. Aber nix da: Der netten Erika Dellinger im örtlichen Schiverleih und Schischule Rudy’s Hcool war das egal. Sie hat mir vertraut.

Aber: als ich zuletzt schigefahren bin, gab es eine Regel: Schigrösse = Körpergrösse + 10 cm. Daher hatte ich immer Latten um die 2 m. Sowas – hörte ich – haben heutzutage nur mehr Schispringer. Man fährt jetzt Carving-Ski eine Form von Bretteln, die vor 17 Jahre nur einige wenige Exoten ausprobierten. Mein Leihski misst nun 155 cm Länge.Naja. Vielleicht klappt es ja.

Mit der Ausrüstung ging es per Gondel auf die Bürgeralpe – und irgendwie dachte ich- wird es wohl mit der Gondel auch wieder runtergehen, denn langsam verließ mich der Mut und noch schneller das Selbstbewusstsein. Denn meine Freundin erklärte mir ganz stolz, daß sie einen eigenen Carvingkurs besucht hat und die Technik ja doch eine ganz andere sein. Ooops! Da hilft mein Salzburger Landesschilehrer aus dem letzten Jahrhundert wohl auch nix mehr. Ich werd mich blamieren.

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Am Berg gab es dann noch einen kräftigen Schluck Wasser und dann kamen die Carvingski an die Schuhe, die mir ob Ihrer vielfältigen Schnallen, Knöpfe, Pumpen auch wie ein Abfallprodukt der Weltraumforschung vorkamen. Gottlob – und dieser christliche Ausspruch ist in Mariazell wohl passend – gab es am Gipfel sowas wie einen Übungslift. Der Jubiläumslift mit einem Gefälle von knapp über 0 ist normalerweise für Kinder und Anfänger da. Also genau richtig für mich.

Richtig super waren die ersten Schimomenten nach 17 Jahren Abstinenz nicht, aber es ging. Immerhin sogar ein wenig bergab. Und mit jedem Meter wurde es besser. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß es mit Carvingskiern sogar einfacher ist als früher mit den konventionellen 2 m Latten. Obwohl ich mich mit dem Rest meiner Ausrüstung (Jean, Pullover, Fleecejacke, Rentiermütze) für den hefitigen Schneefall und auch modisch etwas underdressed fühlte. Aber egal. Es machte Spass.

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Ein paarmal am Übungslift und dann einige Fahrten ins Tal. Die schwarze Piste wurde es noch nicht, aber für den ersten Tag nach 17 Jahren hat es gereicht. Bei der Pause in der Hütte musste ich sogar heulen vor Freude, daß ich es wirklich noch mal auf Schi geschafft hab.

Und das Schigebiet Mariazell ist für Menschen, die öffentlich unterwegs sind und keinen Wert auf überdimensionional niedergepflasterte Pistenkilometer legen wirklich eine Reise mit dem Postbus wert. Preisgünstig zudem!

Und hier der Beweis in bewegten Bildern:

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Man kennt das fleischlose Angebot im Segment der verstaubten Gastronomie: Zumeist frittiertes Gemüse, Käse oder irgendeine Art von fettigen Convenience-Laibchen. Manchmal vielleicht noch Klassiker wie Eiernockerl, Kasspätzle und eben die traditionellen Süßspeisen. Hier im Steirischen Mariazell hat ein findiger Wirt aber noch den vegetarischen Fisch auf der Karte:

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Ernst Kerschbaumer vom Radlwirt in Mariazell dürfte mal ein begnadeter Musiker gewesen sein. Vergilbte Bilder an der Trompete zeugen von dieser wohl vergangenen Zeit. Mittlerweile gibt es im Wirtshaus der Familie Kerschbaumer, nahe der Basilika im Wallfahrtsort, Livemusik nur noch nach Bedarf. Und den hatten die beiden einzigen Gäste mit ihren Puntigamer Bierflaschen vorm Gesicht offensichtlich nicht. Auch ich hatte nicht vor, länger als einen neugierigen Blick in der Gaststube zu verbleiben, denn schon das vegetarische Angebot an der aussen proklamierten Speisekarte, schreckte mich ab:

Forelle im vegetarischen Angebot hatte ich noch nicht im Register der Absurditäten. Ebenfalls in der Steiermark erklärte mir einmal eine Wirtin in Leoben, daß die Speckwürfel in der Salatschüssel ohnehin kein Fleisch wären. Aus Texas hören wir, daß Vegetarier dort nur auf rotes Fleisch verzichten und Hühnerfleisch durchaus als vegetarische Köstlichkeit durchgeht! Daß dort einiges nicht stimmen kann, ahnte ich seit George Bush dem jüngeren.

Auch vernahm ich, daß Mönche im Mittelalter in der Fastenzeit Biber essen durften, weil das Tier im Wasser schwimmt, und daher eher eben Fisch und kein Fleisch. Wenn man vegetarisch nun also als rein fleischlos bezeichnet, könnte es hier zu Missverständnissen kommen, denn auch eine althergebrachte Frage lautet: “Fisch oder Fleisch?” (ebenso ein köstlicher Film mit Louis de Funes aus den späten 50er Jahren)

Die vegetarische Kost ist aber klar definiert: Keine Lebewesen werden gegessen, und da zählt der Fisch eben genauso dazu, wie der Speck oder das Hühnerfleisch. Und alle, die auch gleich auf gänzliche Produkte dieser Lebewesen, wie Milch, Ei oder Honig verzichten wollen, sind eben Veganer.

Wer in Mariazell, so wie ich aber nicht vegetarisch unterwegs ist – und Lust auf guten Fisch hat, der sollte ohnehin woanders essen gehen. Direkt unter der Basilika hat nämlich Alexander Quester – Spross der Autorennfahrer und Baustoffmarktdynastie – einen Shop mit kleinem Restaurant mit seinen Fischspezialitäten eröffnet: Questers feiner Fisch kommt aus nachhaltiger Süßwasserzucht im nahen Gußwerk und wird mittlerweile in der Topgastronomie serviert.

 

www.radlwirt.com

www.questers.at

 

Über die Weihnachtsfeiertage ist mir wieder einmal so richtig bewusst geworden, wie viel Müll wir unnötig produzieren. Ganz besonders bei den Lebensmittelverpackungen war es heuer extrem. Die verschiedenen Käsesorten abgepackt zu 80 g in transparenten Kunststoff verschweisst. Zwischen jedem Käseblatt nochmal eine Folie. Die Über- und Zwischenverpackungen, das ganze Papier: Mir wurde es einfach zuviel.

Dann hab ich mir vor ein paar Tagen nochmal Werner Bootes Dokufilm Plastic Planet angesehen. (Seit November steht er – bis heute – übrigens in der ZDF Mediathek. Volle 95 Minuten wertvolle Information. Für unseren Haushalt war das wieder ein wichtiger Anstoss. Seit 2 Monaten verzichten wir auf ein Auto, nun kommt ein weiterer Schritt: Wir wollen Plastik daheim vermeiden. Wurst und Käse wird seit Jahresbeginn nicht mehr verpackt im Supermarkt gekauft, sondern frisch von der Theke im Biomarkt. Dafür nehme ich meine Transportgefäße von daheim mit, so wandern die Lebensmittel direkt in den Kühlschrank.

Der nächste Schritt, und das ist bei uns eine ganze Menge, sind die Mineralwasserflaschen. Wir mögen brickelnde Getränke und so fliesst das perlende Wasser hier in Strömen. Bis dato großteils aus PET Flaschen, zum Teil sogar Mehrweg. Das hört sich auf. Aber: es gibt kaum mehr Mineralwasserflaschen in Haushaltsgrößen in der klassischen Glasflasche. Und ohne Auto eininge Kisten Wasser nach Hause zu bringen ist ja auch nicht ganz ohne. Daher: Erstmals hab ich mir Lebensmittel zustellen lassen. Die Ware kostet genausoviel wie im Supermarkt, allerdings kommen ca € 8 Zustellgebühr dazu. Das ist nicht wenig, aber die Zustellung von 4 Kisten Mineralwasser in den 3.Stock durchaus wert.

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Und das Wiedersehen mit der Vöslauer Glasflasche war ein freudiges. Weckte Jugenderinnerungen. Ich kannte ja zuletzt nur mehr diese hellblau eingefärbten kleinen Gastroflaschen. Diese alte Grüne Klassikform hab ich mir nicht erwartet.

Bei Zustellungen von Merkur-Direkt bekommt man übrigens zumeist noch kostenlose Warenproben von neuen Produkten als Werbung mitgeliefert. Bei meiner ersten Glasflaschen Lieferung war das übrigens ein Softdrink in einer Plastikflasche. Grmmml!

Gerade wenn ich mir besonders viel vornehme geht es manchmal nach hinten los. Seit fast einem Jahr befinde ich mich mit meinem Gewicht auf Gleichstand. Die Ärzte nennen es Plateau, in meinem Fall eher Hochplateau.

Die Teilnahme an der ORF Dokuserie “Weg vom Fleisch?” (wöchentlich im Rahmen der Sendung Konkret Heute) sollte mir wieder einen neuen Kick geben. Lange hat sich nichts mehr mit dem Gewicht getan. Zwischenzeitliche Bemühungen und kurzzeitige Abnahmen wurden schnell wieder ausgeglichen. Immer trieb ich mich etwas unter oder knapp über 140 kg.

 

Anfänglich hatte ich kleine Erfolge und der mediale Druck sollte mir etwas Rückenwind geben. Nachdem ich aber schon nach 14 Tagen 4 kg abgenommen hatte, schlich sich der sogenannte Schlendrian ein. Zur Serie gab es begleitenden Unterstützung: Tipps vom Prof.Widhalm, den österreichischen Spezialisten für Stoffwechsel und Gewichtsabnahme. Coaching von der Diätologin des Rudolfinerhauses: Schulungen zu “langsam essen” und “geniessen”. Dabei hab ich mein Wissen wirklich erweitern können, geholfen hat es mir vorerst nicht. Bei den Hauptmahlzeiten hab ich diverse Praktiken anwenden können, dadurch auch meine Portionsgrössen verkleinern: Aber beim sündigen Zwischendurchessen, den Süssigkeiten vom Bäcker vis-a-vis oder den abendlichen Kühlschrankplünderungen hat es nicht geholfen.

Ärger im privaten Umfeld, Druck im Beruf und andere Belastungen haben mich immer wieder zu alten Verhaltensmustern geführt, vielfach als Frustessen bekannt. Und so lautet meine Zwischenbilanz nach 3 Monaten Dreh: 1,5 kg zugenommen! Bow. Uff. Bang. Mein Ziel waren eigentlich 6-8 kg abnehmen in diesem Zeitraum.

Aber ich bin sehr froh, wie dabei im Fernsehteam und bei den Spezialisten umgegangen wird. Es gibt keine Vorwürfe sondern Unterstützung. Man hat mir ein Fitness-Studio angeboten und ans Herz gelegt und wöchentliche Meetings mit Prof.Widhalm und der Diätologin Maddalena angeboten. Es wird zeitlich alles eng. Aber ich möchte dieses Angebot annehmen. Auf der einen Seite coache ich einige adipöse Menschen sehr erfolgreich, nun brauche ich wieder selber Hilfe um von diesem Plateau runterzukommen. Denn mein Ziel habe ich nicht aus den Augen verloren.

Was hat aber neben “Frustessen” noch diesen Rückschlag gebracht? Da gibt es ein paar einfache Erklärungen: Zum Start dieses Programmes bin ich regelmäßig Fahrrad gefahren. Fast jeden Tag die 12 km von daheim in die Arbeit und zurück. Das ist seit Ende Oktober wegen dem Wetter nicht mehr so leicht möglich. Klar, kann man bei jedem Wetter fahren. Aber in meinen Größen das passende Gewand dafür zu finden war unmöglich. Zusätzlich haben wir seit 2 Monaten keine Möglichkeit mehr im Büro zu kochen, zuletzt gab es dafür sogar ein Verbot. Das hat es mir schwerer gemacht. Hab ich zuletzt 2-3 mal in der Woche an der Kochgruppe teilgenommen, was auch der sozialen Vernetzung im Team sehr geholfen hat, suche ich mir momentan zumeist schnelle Gerichte aus den Imbissen und Supermärkten der Umgebung. Und das tut echt nicht gut, auch wenn es kurzzeitig die Bedürfnisse befriedigt.

Was sind die weiteren Massnahmen? Ab sofort notiere ich mein Essen, ja alles Essen, genau und detailiert. Damit die Diätologin ein besseres Bild über meine Portionsgrössen bekommt, werde ich alles fotografieren. Wir treffen uns nun wöchentlich in der Klinik um die Pläne durchzubesprechen und die Massnahmen zu regulieren. Dazu werde ich auch noch mein Schwimmprogramm aufnehmen. Möglichst zweimal in der Woche über 1 Stunde schnell schwimmen. Und bald wird sich auch wieder ein Orthopäde um meine Knie kümmern. Mal sehen was die nächste Zeit bringt. Ich reiss mich am Riemen und schnall den Gürtel enger. Yeah!

 

Dem Verpackungstextleser ist wieder mal etwas aufgefallen. Das mag ich Euch nicht vorenthalten. Ein neues “Mineralwasser mit Geschmack”, das anpreist, ohne Süßstoffe auszukommen.

In unser Büro bekommen wir periodisch Lieferungen von Waldquelle Mineralwasser. Für dieses Produkt hat sich die Geschäftsführung entschieden, weil es in Mehrweg Glasflaschen geliefert wird, was man heutzutage leider nur noch sehr selten bekommt, für unseren Spirit aber wichtig ist. Wir arbeiten ja auch mit Oekostrom, trennen Müll striktest und trinken zukünftig auch nur noch Fairtradekaffee (und das nicht zu knapp).

Bei der heutigen Lieferung waren dann ein paar kostenlose Musterflaschen eines neuen Waldquelle-Produkts aus Kobersdorf dabei. Und da schau her, sowas hab ich noch nie gesehen: Während Süßsprudelerzeuger im letzten Jahrzehnt nicht oft genug darauf hinweisen wollten, daß Ihre Produkte Ihren wohligen Geschmack ganz ohne Zucker, also zuckerfrei, erzielen, lobt man nun “NEU: OHNE SÜßSTOFFE” aus. Wow. Jetzt bin ich aber baff.

Schnell die Flasche gedreht und auf die Zutaten gesehen: Hier werden gleich nach dem Hauptbestandteil Wasser zwei verschiedene Zuckerarten angeführt: Zucker und Traubenzucker. Auf Platz 2 und 3 der Zutatenliste (die ja mengenmäßig absteigend geordnet ist). Ganz auf den hinteren Rängen dann etwas Ribiselsaft, mengenmäßig noch hinter Zitronensäure und Apfelsäure. Dahinter kommt dann nur noch “Aroma” und wahrscheinlich ist das die künstliche Substanz, die dem Konsumenten dann tatsächlich die Ribisel glaubwürdig machen möchte, die er am Etikett groß abgebildet sieht.

Trotzdem hat man das Getränk Waldquelle Ribisel genannt. Nicht etwa “Waldquelle Traubenzucker Zitronensäure Apfelsäure”. Dem Konsumenten wäre vielleicht auch ein Label lieber, welches sagt: Mit vielen Zuckerarten! Wäre auch fair. Denn genauso wahr wie “ohne Süßstoffe” wäre ja ein Label wie “Hundekotfrei” oder “Ohne radioaktiv-verseuchtes Schwermetall”. Klingt aber wohl auch nicht so sexy.

Vor wenigen Wochen erreichte mich schon über Presseaussendungen die Nachricht, daß der Fleischfabrikant Landhof nun auch ein Sortiment an fleischloser Extrawurst anbietet. Nun konnte ich das neue Produkt auch mal probieren.

Seit einigen Wochen darf ich ja als Protagonist der ORF Doku “Weg vom Fleisch?” mitwirken. Ich bin ja einer der noch gerne Fleisch isst, dabei aber schon ein schlechtes Gewissen spürt. Daher versuche ich weniger Fleisch zu konsumieren und dies auch nur in bester – also Bio-Qualität. Wurst war nie mein Ding. Wenn schon, dann richtiger Schinken. Also kein Formfleisch, zerlegt und wieder zusammengesetzt, mit diversen künstlichen Zutaten haltbar gemacht und mehr so grausiges Zeug.

Die “Feine Extra ohne Fleisch” hat mich nicht besonders neugierig gemacht. Denn, wie gesagt, esse ich auch keine konventionelle Extrawurst. Und ich halte “fleischlose Ersatzprodukte” für entbehrlich. Brauche also keine Cevapcici aus Tofu oder Schnitzel aus Seitan oder Leberkäse aus texturierten Sojaeiweiß. Als ich aber gestern im Markt Getränke holte gab es eine Verkostung der neuen Landhof Produkte. Das Logo sieht ja vielversprechend aus. Grüne Wiesen mit Hecken und einem Baum. Eine Kuh grast vor einem Vierkanthof. Und die kleine Kostprobe in einem Stück Semmel schmeckte tatsächlich so, wie es schon dem Kommisar Rex geschmeckt hätte. Zur genaueren Begutachtung wanderte sogleich ein Päckchen in meinen Einkaufskorb.

Natürlich bin ich ein neugieriger Mensch und darum hab ich mir im Internet gleich angesehen, wo denn dieser Vierkantbauernhof vom Logo liegt, also wo denn diese Produkte gefertigt werden. Gefunden hab ich dann das:

Was ich aber eigentlich an der ganzen Sache so richtig blöd finde: Die Verpackung. Eine extrem kleine Menge an Extra (80 g) ist in sehr viel Plastikfolie eingeschweisst. 80 Gramm. Zwei gescheite Extrawurstsemmeln gehen sich damit nicht aus. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere: Damals wurde man von der Thekenkraft sehr seltsam angesehen, wenn man irgendwas unter 100 g wünschte. Der Klassiker damals: Die Extrawurstsemmel um 5 Schilling (das sind heute so cirka 40 Cent). Der Betrag wurde damals noch mit Bleistift auf das Papier gekritzelt. Dort wo heute ein Klebeetikett draufkommt. Vor zwei Jahren startete ich ja den Versuch, mir Obst und Frischwaren im Supermarkt in mitgebrachte Behältnisse geben zu lassen. Ich erntete Erstaunen, Verwunderung … und zumeist Ablehnung. Die Klebeetiketten klebte ich bis zur Kassa zumeist auf meine Kleidung oder den Unterarm.

Aber egal: Soviel Kunststoff für eine lächerliche Wurstmenge ist mir einfach zuviel. Viel zuviel. Und pur – also ohne Semmel – schmeckt dieses Ersatzprodukt nicht wirklich gut. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe sagt mir auch: Da sind zu viele Dinge drinnen, die ich eigentlich nicht in meinem Essen drinnen haben will.

Danke liebe Landhof-Leute: War ein guter Versuch, leider nicht gelungen.

 

 

Heute morgen fand ein weiterer Dreh für die Doku-Serie “Weg vom Fleisch” im Rahmen der ORF Sendung “Heute Konkret” statt. Im Rudolfinerhaus in Wien/Döbling analysierte die zuständige Diätologin Maddalena meinen Ernährungsplan der letzten zwei Wochen und gab mir wertvolle Tipps. In erster Linie geht es bei meinem Essverhalten um die Reduzierung der Portionsgrössen und um Vermeidung von sinnlosen Dingen. Für letzteres ist aber wohl eher ein Psychologe, denn ein Ernährungsberater zuständig.

In dem Zusammenhang wurde (wahrscheinlich von einer Schar an Haubenköchen) ein Menü gekocht, daß die ideale Zusammensetzung und Kalorienanzahl für einen Tagesspeiseplan haben sollte. Das sah für mich sehr viel aus:

Eigentlich nicht schlecht, konnte ich zudem kaum glauben, daß all dies in Summe nur 1500 kcal haben soll. Für mich selber passen da einige Dinge aber nicht. In der Früh würde ich diesen Magerquarkaufstrich durch ein veganes Produkt von Hiel (Orientalischer Aufstrich oder ähnliches) ersetzen und 4 Scheiben Brot würde ich wohl auch nicht essen. Da könnte ich mir eventuell etwas für die erste Jause aufheben.

Generell wäre ja auch zu sagen, daß nach Diagnose des Ernährungsmediziners Dr.Widhalm, mein Körper einen Ruheumsatz von 2900 kcal hat. Ruheumsatz heisst: Soviel Energie benötigt mein Körper zur Aufrechterhaltung des Betriebs bei quasi Nichtbetrieb (also in Ruhelage ohne Bewegung). Er meinte, ich sollte einfach 300 kcal weniger pro Tag essen und mehr Bewegung machen! Wieso also nur 1500 kcal pro Tag essen. Da würde ich wohl viel zu schnell abnehmen.

Übrigens: Zur Jause würde ich dann aber definitiv Obste essen. Das fehlt mir hier gänzlich. Mir wurde zwar verständlich gemacht, daß die bisherige Menge an Obst zum Frühstück (1 Apfel, 1 Banane und einige Weintrauben oder Trockenobst in meinem Porridge) viel zu viel Zucker hat, aber darauf ganz verzichten? Ein Apfel am Tag sollte schon sein.

Das tut übrigens auch unseren Kindern gut. Wenn ich die morgendlichen Schlangen vor dem McDoof in Liesing sehe, dann sollte wirklich viel getan werden, damit ich die Kleinen in der Schule besser ernähren. Eine feine Aktion finde ich daher die Verteilung von 50.000 Äpfeln an Wiener Schulen durch Ja!Natürlich, der österreichischen Bio-Marke des REWE-Konzerns.

Und falls Ja!NAtürlich Chefin Martina Hörmer bei euch persönlich nicht vorbeigeschaut hat: Holt euch einfach irgendwo einen heimischen BioApfel und rundet euer gesundes Tagesmenü (siehe Bild oben) damit ab. Mahlzeit!