Freitag vor einer Woche hatte ich abends bedenkliche Schmerzen im linken Knie. Ich hatte eigentlich gedacht, daß ich vielleicht zu viel gegangen bin, dazu noch die Stufen für 3 Stockwerke, als ich meinen Sohn von der Schule abgeholt hab. Also abends einfach geruht, Bein hoch und die Nacht durchgeschlafen. So oft ist am nächsten Tag alles wieder gut, diesmal nicht.

Das Wochenende hab ich dann mit Flori eher ruhig gestaltet. Viele Spiele daheim, bisserl Sofasurfing und ein paar kleine Spaziergänge um draussen von der Sonne noch etwas einzufangen. Die gute Nachricht: Es wurde nicht schlimmer. Aber leider auch nicht besser. In stillen Momenten hab ich dann auch wieder ein wenig Panik bekommen. Ich weiss ja: Irgendwann werde ich neue Knie benötigen. Der viele Sport in der Jugend (Tormann), das viele Joggen auf Asphalt in den Twens und dann 20 Jahre übergewichtig bis extrem übergewichtig durch die Gegend zu laufen geht auf Knie und Gelenke. Dass ich trotz meines hohen Gewichtes viel Sport treibe ist natürlich oft löblich, fordert aber auch seinen Tribut durch verstärkte Abnützung.

Montag hab ich dann die AquaGym einmal ausgelassen, am Mittwoch habe ich es aber wieder gewagt. Im Wasser spürt man dann richtig, wenn etwas nicht passt im Knie. Und es passte was nicht. Man spürt dieses Knacksen, dieses Fehlgeräusch viel stärker. Üblicherweise versuche ich vor den 60 Minuten Aquagym möglichst noch eine halbe Stunde schwimmen im Sportbecken. Diesmal habe ich es auf 15 Minuten reduziert und die Aquagym auch schon nach 35 Minuten abgebrochen. Ich wollte nicht übertreiben und erstmals abchecken wie es überhaupt geht. Manche Bewegungen haben halt nicht funktioniert. Macht ja nix.

Im Spiegel vor der Aquagym

Im Spiegel vor der Aquagym

Heute, 10 Tage nachdem die Schmerzen erstmals aufgetreten sind, war ich wieder in der Aquagym. Heute wieder 20 Minuten schwimmen davor und dann das volle Programm über 60 Minuten. Gerade bei ein paar wenigen Übungen hab ich zurückstecken müssen. Trotz aktueller emotioneller Belastungen und privaten Enttäuschungen hab ich das durchgezogen. Das gibt mir Kraft. Immerhin hat mein Gewicht aktuell einen Tiefstand wie ich ihn zuletzt wohl vor etwa über 2 Jahren hatte. Geht doch!

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Nachher daheim hatte ich noch Hunger, mittags in der Firma hatte ich nur eine asiatische Nudelsuppe und selbstgeschnipselten Salat. Am liebsten hätte ich einfach nur Gemüse gewürfelt und mit bisserl Sojasauce verzehrt. Aber es war schon 20.30 Uhr, da ist rohes Gemüse nicht ganz so super. Also hab ich es 10 min über kochenden Wasser garen lassen und nachher mit ganz wenig gutem Olivenöl und Schafkäse gemischt. Sehr le… äh köstlich.

Morgen früh geht es dann zum Orthopäden, mal sehen was die Untersuchung ergeben wird.

Heute habe ich einen längeren Spaziergang durch das Grün unseres Bezirkes gemacht. Es galt emotionale Katastrophen zu verarbeiten, Gedanken zu sortieren und neue Kraft zu sammeln. Das war anfänglich nicht leicht, das sonnig warme, aber windige Herbstwetter konnte meine traurige Stimmung anfänglich nicht aufheitern. Dann aber, gegen Ende meiner Tour bin ich in der Bio-Konditorei Hanauer in Rodaun gelandet. Ich wollte kurz ruhen und mir einen Kaffee mit ein paar Petit Four gönnen um meine Seele zu streicheln.

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Der Hanauer ist bekannt für seine Petit Four, er soll mit seinen Spezialitäten die gesamte Spitzenhotellerie in Wien beliefern, sagt man. Und er hat dort neben der Bio-Konditorei auch seine Tortenmanufaktur. Es gibt auch ein kleines Schokoladenkino, wo es immer wieder Vorführungen gibt. An diesem Standort war ja früher einmal sogar das Rodauner Kino. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich bin halt irgendwie im Kopf dann beim Thema Schokolade hängengeblieben. Wenn man mit rundlicheren Damen spricht, so offenbaren sie ja sehr oft und schnell eine Leidenschaft für Schokolade. “Wenn nur nicht die Schokolade wär!” sagen sie zu mir. “Dann wäre das Abnehmen viel leichter”. So ist der oder das Schuldige also gleich verortet. Die Schokolade ist also schuld an vielen Speckröllchen und Doppelkinnen. So hört man es also vor allem von den Damen. Manchmal auch Mehlspeisen, Torten aber zumeist wird der Schokolade die Schuld zugeschoben.

Wie ist das aber eigentlich bei Männern? Der Teil der Menschheit hat ebensolche Gewichtsprobleme wie die Damen, aber reden sie darüber? Haben sie schon einmal einen Mann jammern gehört, daß er zuviel wiegt? Und was daran schuld sein mag? Ich nur sehr selten, wenn überhaupt. Eigentlich kenne ich das höchstens von mir selber. Und ich rede nicht, ich schreibe. Nämlich hier.

Und in der Medienwelt ist das doch genauso. In wievielen Filmen ist es Thema bei Konversationen von Damen, ob sie sich das eine oder andere Stück Kuchen noch gönnen mögen. Oder mit welcher Diät sie im Moment versuchen, ihr Gewicht in den Griff zu bekommen. Überall hört man das. Von der Lindenstrasse über Dorf Ilm bis Stars Hollow. Aber Männer? Ich bin in einigen Foren unterwegs, wo auch Männer zu diesem Thema Wort ergreifen. Aber nicht viele. In Funk und Fernsehen wird dieses Thema auch 1:1 abgebildet. Männer sprechen nicht übers Abnehmen oder Dicksein. (Ausser Asterix und Obelix – Wir wissen: Die Wildschweine sind das Problem für den üppigen Mann mit der blau-weiss-gestreiften Gallierhose.)

Ich hab wirklich viel nachgedacht. Über Filme. Über Serien. Das Thema dick/mollig sein und abnehmen ist schon sehr geschlechtsspezifisch dominiert.

 

 

Nicht alles läuft so positiv, wie Mann sich das zur Zeit gerade vorstellen könnte. Trotzdem gibt es auch genug Gründe, den Kopf nicht hängen zu lassen. Man darf ja dann auch einmal ein bisserl stolz sein. In meinem Fall bin ich gerade mächtig stolz, meine gefassten Vorsätze mit gestrigen Abend schon für genau 3 Wochen eingehalten zu haben.

Seit Februar dieses Jahres – genuagenommen zu dem Zeitpunkt als ich begonnen habe Blutdrucksenkende Medikamente zu nehmen – habe ich mal 25 kg abgespeckt. Allerdings eher im Zeitraum von Februar bis Mai. Danach ist das Gewicht konstant geblieben und ich habe mich wieder etwas hängen lassen. Den Schlendrian einziehen lassen, wie man auf gut Wienerisch sagt. Okay, man kann sagen: Urlaub, Ferien etc. Das sind sowieso Ausnahmen.

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Im Essbaren Tiergarten in der Schokoladenmanufaktur Zotter

Mit dem Schlendrian waren auch allerlei gesundheitliche Probleme zurückgekehrt, der Hypochonder in mir tat das seinige. Klingt vielleicht jetzt lustig formuliert, aber so lustig waren diese Panikattacken nicht. Ich habe meine Ziele über die Jahre nicht aus den Augen verloren, aber mittlerweile auch gelernt mit Rückschlägen umzugehen. Was es immer wieder braucht: aus dem negativen dann auch positive Elemente zu ziehen und neue Kraft und vor allem Motivation zu schöpfen.

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Recht fröhlich am sommerlichen Schreibworkshop im Schloss Rosendorf

Gerade eben gelingt mir das. Der größte Vorsatz: Wieder auf Alkohol verzichten. 3 Wochen Check! Keine der regelmäßigen Sportprogramme auslassen. 3 Wochen Check! Das Leben etwas ruhiger gestalten um wieder entspannter schlafen zu können. 3 Wochen Check! Nicht soviel grübeln und nachdenken …. okay, an diesem Punkt muss ich noch arbeiten.

Meine lieben Leser und Leserinnen,

in der letzten Woche habe ich sehr viel Post und mails bzw Kommentare in den diversen Foren bekommen. Fast alles hat sich mit dem TV Bericht beschäftigt, der am vergangenen Samstag im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

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“Minus 70 kg in 2 Jahren”, so wurde der Beitrag im Rahmen der Reihe BEWUSST GESUND auf ORF1 angekündigt, und selbst ich wurde erst durch einen Anruf meiner Schwester darauf aufmerksam, die eine Ankündigung in einer Tageszeitung gelesen hatte. Vorab möchte ich mich natürlich bei euch für die vielen Glückwünsche, die Motivation und all das Feedback bedanken, das ihr mir gesandt habt, aber:

Immer wenn ein “aber” da steht, da kommt dann doch noch was? Ja genau. In der Sendung wurde berichtet, wie ich von über 200 kg etwa 70 kg abgenommen habe, und das noch dazu in 2 Jahren. Gut, das wäre Grund genug zu gratulieren. Ich habe allerdings nicht mehr 140 kg, wie die Waage zum Zeitpunkt der Aufnahme angezeigt hat. Nein ich habe mittlerweile wieder etwa 170 kg. Und das nicht etwa seit letztem Samstag, also seit dem Fernsehbericht zugenommen. Nein. Dieser Fernsehbeitrag ist schon in etwa 6 Jahre alt.

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Er wurde (wie so vieles, ich denke nur an meinen geliebten TATORT) im Sommerloch einfach wiederholt. Scheinbar ist aber sowohl meine Mode als auch meine Frisur so zeitlos, daß das fast niemanden aufgefallen ist. Sogar Menschen, die mich 3 Wochen vorher noch LIVE gesehen haben, dachten, daß wären aktuelle Aufnahmen.

Also: Mein Gewicht ist leider nachwievor noch der König der Jo-Jo-Autobahn. Rauf/Runter – Rauf/Runter. Mit zunehmenden Alter wird das Runter immer langwieriger und das Rauf fällt immer leichter. Spass beiseite: Ich bin nachwievor dran. Wenn man einmal an Adipositas Magna leidet, dann ist das kein Kinderspiel, das man nach 2 Jahren abschüttelt. Nein. Im Gegenteil.

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Das Buch MICKY HALBIERT SICH wird demnächst trotzdem erscheinen. Aber anders als vielleicht etwa vor 9 Jahren gedacht, als dieses Projekt begonnen hat, wird es keine Erfolgsgeschichte. Aber es wird eine gute Geschichte. Eine ehrliche. Bleibt dran!

In den letzten Jahren hatte ich viel extrem blöde Werbung am Radar. Was ich aber heute gesehen habe, ist im Ranking ganz oben. Dr.Oetker macht Werbung für Frustessen.

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Es ist momentan nicht gerade die einfachste Zeit für mich. Viele Sorgen, viele Ängste beschäftigen mich dieser Tage. Und es ist nicht immer einfach, alte Verhaltensmuster zu vermeiden. Zwar bin ich zumindest mit den aktuell abgeworfenen 22 kg seit Jahresbeginn recht zufrieden, aber immer wieder bin ich verleitet zu

-Belohungsriten (“Ah nach dem schweren Tag hab ich mir schon ein Bier verdient”)

-Frustessen (“Ah, auch schon egal. Das Schnitzel muss schon sein”

– Enttäuschungsessen/trinken (“Wenigstens an dem Gin Tonic kann ich mich noch erfreuen”)

Zigtausende Psychotherapeuten verdienen weltweit kein schlechtes Geld, diese Riten aus den Köpfen ihrer Klienten zu bringen, gerne denke ich dann immer wieder auch an den Spruch:

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Und dann sehe ich ausgerechnet heute am Heimweg eine Werbung für eine Fertigtiefkühlpizza von Dr.Oetker. Unglaublich, was sich hinter dieser Botschaft versteckt:

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“Liebeskummer? Kein Problem – Friss eine Industriepizza von uns und alle Sorgen sind weg!”

Das ist das erste Mal, dass ich Werbung für Frustessen gesehen habe. Da schiesst mir sofort in den Kopf: Worin wurde der Herr Oetker denn eigentlich Doktor? (Wird dem unbeholfenen Konsumenten da vielleicht seit Jahren eingeredet, es handelt sich um eine medizinisch wertvolle Pizza: “Is eh vom Dokta”)

Egal, diese Art von Werbung finde ich einfach beschissen, denn Essen kann keine Lösung für unangenehme Gefühle sein. Weder Industriepizza noch Schokolade. Und an mich persönlich: Alkohol schon gar nicht.

Da fällt mir ein, daß es ja unter Dr.Oetkers Fittichen auch noch den größten deutschen Braukonzern – nämlich die Radeberger Gruppe – gibt. Da könnte man ja die Werbelinie gleich ausweiten:

TAKE AWAY THE ALLTAGSSORGEN – SAUF 10 RADEBERGER PILS

 

 

Seit einigen Jahren nehme ich mit unserem Redaktionsteam an der Aktion “Österreich Radelt zur Arbeit” teil. Feine Sache, die motivieren soll, öfters auf zwei Rädern in den Job zu kommen. Dieses Jahr haben wir uns für die eBike-Challenge beworben – und sind genommen worden:

Den ganzen Mai über läuft diese Aktion, bei der man an seinem Arbeitsplatz Teams bilden kann. Unser Team – die BioramaRadla – ist wohl zum etwa fünften oder sechsten Mal in Folge am Start, im Jahr 2018 erstmals mit eBikes. Österreichweit werden von den Veranstaltern nur einige wenige Teams ausgewählt, die in diesem Monat mit eBikes ausgestattet werden und gegen die anderen Teams in der Challenge wertvolle Kilometer runterstrampeln.

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Zwei von uns vieren aus dem BioramaRadla-Team fahren auch normalerweise öfters mit dem Fahrrad in die Arbeit, zwei weitere konnten wir durch diese Aktion zumindest für das eine Monat motivieren. Als wir dann die Zusage erhielten, daß ob unserer Inputs das Team BioramaRadla für die eBike-Challenge ausgewählt wurde, war die Freude sehr groß. Bei mir etwas weniger. Denn mir wurde das Schwerlastenfahrrad zugeteilt, nicht ganz ohne Grund: Normale Fahrräder – auch eBikes – sind normal bis zu 130 kg belastbar, dazu zählt aber auch schon das Eigengewicht des Rades, dh man muss davon schon mal gute 20 kg abziehen. Aus diesem Grund fahre ich ja privat ein Kalkhoff XXL Fahrrad, das bis zu 180 kg (inkl dessen Eigengewicht) trägt. Es hat kräftigere Verstrebungen, einen robusteren Sattel und natürlich auch Speichen aus einem belastbareren Material – damit bin ich die letzten beiden Jahre gut gefahren. Nun hab ich für “Österreich radelt zur Arbeit” das Riese & Müller Packster 40 erhalten. Und ich muss gestehen: Bevor ich es mir abgeholt habe, hat es mir eher Angst gemacht!

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Wo soll ich das Teil denn abstellen? Wie soll ich es absperren? Haltet es mich aus? Ist es für mich manövrierbar? Antwort: Es war schon nach wenigen Metern sehr sehr super zu fahren. Die elektrische Unterstützung, die man bergauf oder bei entsprechenden Lasten dazuschlagen kann, funktioniert einwandfrei und war bereits nach wenigen 100 Metern auf der Wilhelmstrasse eine wertvolle Unterstützung.

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Es gibt ein paar Schwierigkeiten: Freihändig fahren geht gar nicht, Handzeichen zum Abbiegen erfordern Mut und Geschick, werden aber bereits an Tag 2 fast zur Routine. Während ich mit dem normalen Fahrrad täglich die allerkürzeste und einfachste Route fahre, beginne ich heute (am Tag 2) bereits mit Experimenten. Routen, die ich ob ihrer Steigung oder als Umweg betrachtet, gemieden habe, werden nun ausgetestet. Mit der elektronischen Unterstützung ist das ja einfacher, nichtmal Gegenwind kann mich nunmehr erschüttern.

Ich freue mich schon auf den ersten Grosseinkauf. Das wird einfacher denn zuvor. Wie das in den nächsten 30 Tagen weiterläuft, darüber halte ich euch hier am laufenden.

Nach der Wassergymnastik am Montag abend habe ich mich auf die Waage gestellt. Und bei der abendlichen Wiegung hatte ich den ersten schönen Meilenstein auf meinem langen Weg erreicht: – 20 kg seit 1.Jänner 2018.

Gleich darauf ein kleines Foto montiert, das mein Gesicht an den beiden Enden dieser Phase zeigt:

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Für die Bikinifigur wird es bis zum Sommer wohl noch nicht reichen, aber ein erster Schritt ist getan. Genaugenommen eigentlich schon viele Schritte.

Aktuell bin ich fast von einer Euphorie getragen, die sich nun schon ein paar Tage haltet und bitte bitte so bleiben soll. Wenn du Cordon Bleu mit Pommes zu Mittag speist und am nächsten Morgen trotzdem minus 1 kg hast, dann macht man wohl auch was richtig.

Tag 15 ohne Alkohol hinterlässt Spuren. Positive Spuren. Das Lebensgefühl scheint wieder absolut ins positive gekippt zu sein. Gestern mittag bei einem Geschäftsessen mit Bierpartnern als Menü ein Cordon Bleu gegessen (und kein Bier getrunken). Am Tag etwa 9500 Schritte gegangen und am Abend noch 70 min Aquagym und Schwimmen. Daheim dann nur noch Tee und einen kleinen Salatpot gegessen.

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Das ist jetzt recht easy. Einfach alles Gemüse, das daheim ist, klein schnippeln und mit etwas Chiasamen und Sojasauce marinieren. Sprossen drüber …und sooooo lecker. Und auch das Frühstück sieht momentan nicht gerade ungesund aus. Und es schmeckt. Das gab es heute:

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Seit Anfang des Jahres hab ich nun 10 kg abgenommen, seit genau 14 Tagen keinen Tropfen Alkohol getrunken. Den Blutdruck bekomme ich langsam in den Griff … aber ich fühle mich schwach und kraftlos. Das wird sich aber hoffentlich ändern

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Letzte Woche, als die Sache mit dem Blutdruck sich nur langsam geändert hat, habe ich auch noch meine Hausärztin ausgesucht. Sie hat die aktuelle Medikation des Ambulatoriums in Frage gestellt und mir ein anderes Mittel verschrieben. Das hat sofort gegriffen und meinen Blutdruck auf ein normaleres Mass von <150/<100 zurückgeführt. Als Nebenwirkung ist mir aber nachwievor ein wenig schwindlig und ich fühle mich sehr kraftlos. Obwohl ich seit Jahreswechsel nun 10 kg abgeworfen hab, fällt mir zum Beispiel das Aufstehen viel schwerer als zuvor. Stiegensteigen ist sehr schwer und nur mit Anhalten (im besten Fall auf 2 Seiten) möglich. Das macht mir natürlich ein bisserl Angst. Wenn ich am Abend einschlafen möchte und zweifle, ob ich es in der Früh überhaupt aus dem Bett schaffe ?

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Das Thema Alkohol ist vorerst abgehakt, seit 2 Wochen trinke ich nun absolut keinen Tropfen von Prozentigem. Hat natürlich auch mit den Medikamenten zu tun, ich soll einfach nicht. Aber ist natürlich ein guter Kick, einen endgültigen Strich zu machen. Und es tut mir natürlich gut. Absolut gut. Sehr motiviert stürze ich mich jetzt wieder mehr auf Selberkochen, gesunde Lebensmittel und gesteigerte Aktivität. Dazu trägt mein privates Glück natürlich auch bei. Seltsam ist für mich dennoch, dass ich mich trotz minus 10 kg sehr kraftlos fühle. Bei der nächsten Befundbesprechung mit meiner Ärztin wird das aber wohl ein Thema werden.

In dieser Woche vollzieht sich zudem ein Wetterumschwung von – 12°C am letzten Samstag zu angekündigten +18°C am kommenden Wochenende. Mal sehen, wie da mein “schwindliger” Körper reagiert. Für die Seele wird es sicher schön …und ich sehe mich am Wochenende mit meinem Sohn bereits am Fahrrad. Juhu!

 

Ja, ich bin glücklich, fühle mich grad ein bisserl in Balance, aber trotzdem gibt es Tage … Da könnte man…. (hier bitte die Lieblings-Schimpftiraden reindenken)

Wien ist gerade kalt, sehr kalt. Und das sogar relativ spät im Winter, zu einem Zeitpunkt wo man meteorologisch bald vom Frühling spricht. In wenigen Tagen dürfen sogar die Schanigärten wieder aufmachen. Sei es drum. Es hat grad – 12°C und ich bin trotzdem gerne draussen. Obwohl ich mir gerade mit dem Gehen ein wenig schwer tu. Letzte Woche nach 2 Stunden im Wasser (Schwimmen und Aquagym) bin ich wohl zu lange nachher bei Minusgraden auf der Metallbank der Bushaltestelle gesessen. Vielleicht hab ich auch einfach zu viel Bewegung gemacht (ja, das kanns auch bei mir geben). Am nächsten Tag war ich auf alle Fälle sehr in meiner Bewegung eingeschränkt. Zwischen Becken und linken Knie gab es Schmerzen, die mich zeitweise beinahe zum Heulen gebracht haben. Zumindest haben sie die Tränen in die Augen schiessen lassen.

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Dadurch ist der Blutdruck fast durch die Decke geschossen. 17o zu 130 waren in der Früh dann doch etwas zu hoch. Am Weg in die Firma wegen Schwindel dann doch gleich ins Ambulatorium. Seither darf ich ein blutdrucksenkendes Präparat einnehmen, Alkohol ist zeitgleich verpönt. Ungewohnt, aber wohl gut. Heute, also 7 Tage später – 7 Tage mit stetig fallenden Schmerzen und Blutdruck und gänzlich ohne Alkohol, war ich zur Kontrolle beim Doc. Er war zufrieden. Wenngleich auch die Aktien mancher Brauereien und Destillerien deswegen fallen, meine steigen jetzt gerade ernorm – sagt zumindest der Doc. Und den mag ich.

9 kg sind in den letzen Wochen runtergepurzelt, bin grad recht glücklich, trotzdem waren die Stunden danach keine leichten. Die Tabletten machen mich sehr müde und teilweise fühle ich ich auch körperlich etwas schwächer. Als ich nach dem Arzttermin zum Büro kam, hatte ich schon über 8000 Schritte in den Beinen (7500 ist das aktuelle Ziel pro Tag). Ufff. Und dann geht der Lift nicht. Paar Stockwerke höher höre ich den Elektriker/Servicetechniker, der mir zuruft, dass es sicher noch Stunden dauert. Heute hab ich aber absolut keine Kraft, meinen Körper die 3 Stockwerke im Altbau hochzuziehen. Das ging einfach nicht mehr. Auf zur U-Bahn, nach Hause und Homeoffice. Am Weg dorthin dann ein älterer unfreundlicher Knilch mit einem Hund. Schon aus der Ferne starrt er mich kopfschüttelnd an und je näher er mir kommt, hör ich auch seine leise gemurmelten Worte. “So blad, des gibts ja net. Oida, sowas gibts ja net”. Ich hab mich umgedreht, bin einige Meter mit ihm zurück und forderte ihn auf, sich zu entschuldigen. Er hat weiter und immer lauter geschimpft. Unglaublich. Manchmal fühle ich mich so stark und lass die verachtenden Blicke der Passanten an mir runterfallen. Heute hat es richtig weh getan. So richtig weh.

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Am Weg heim bin ich einfach nur traurig. Das ich grad 3 Stöcke nicht schaffe, dass mich Passanten anpöbeln. Und das beste kommt noch: Daheim in Liesing angekommen geht der Lift in meine Wohnung auch nicht. Also nun doch 3 Stöcke per pedes gegangen. Langsam, aber geschafft. 2 Stunden später bin ich dann nochmal übermütig geworden. Toll motiviert, mehr Bewegung, raus mit mir! Also nochmal anziehen und zur Bücherei ein Buch zurückbringen. Mit dem Risiko, die 3 Stockwerke nochmal hinaufgehen zu müssen. Hinunter gehe ich sie auf alle Fälle mal. Am Weg dann 3 Mütter mit ihren kleinen Kindern. Im vorbeigehen sagt dann ein etwa 3-4 jähriges Mädchen: “Uh, der Mann ist aber dick”. Ich gehe weiter, diesmal finde ich es aber lustig, bei Kids verstehe ich das, die sagen einfach was sie denken. Auch gut so. Ich gehe weiter, dreh mich nicht mehr um aber rufe laut:”Sogar sehr dick”. Beim Heimgehen mache ich noch mal eine Extrarunde von 1000 Schritten und bin dann aber doch froh, dass der Lift doch wieder funktioniert daheim.